ich weiß nicht, ob dieser interessante artikel aus der zeit schon gepostet wurde.
Das Problem beginnt auch hier auf dem Platz. Die Bundesliga-Spiele meines Vereins sind ihrer vollendeten Absehbarkeit einfach nicht mehr interessant anzuschauen. Weder ob noch wie man gewinnen wird, ist zweifelhaft. Wie ein Ehepaar, das einander gut genug kennt, um jeden Samstag verlässlich zum Höhepunkt zu kommen, schaukelt man sich guardiolesk von Sieg zu Sieg. Manchmal dauert es etwas länger, manchmal muss man sogar ein bisschen nachhelfen. Aber am Ende klappt es. Guter Sex fühlt sich anders an. Nicht einmal uns Bayern-Fans geht es nur ums Gewinnen. Es muss auch knistern. Und das tut es nicht. Tut es schon lange nicht mehr.
Weitaus bedrückender als der Akt selbst ist die eigentlich ja fantasiebeflügelnde Phase des Vor- und Nachspiels geworden, ist sie doch mittlerweile mit dem Gesicht von Matthias Sammer verbunden. Abgesehen davon, dass kein Mensch (ich habe berufene Kenner eindringlich befragt) konkret anzugeben vermag, womit Sammer beim FC Bayern den lieben langen Tag seine Zeit verbringt, außer Interviews zu geben, die Pep nicht geben kann oder will – er ist einfach keiner von uns. Jeder weiß das, jeder spürt das. Sammer zerstört emotionale Nähe, die einen Fan zum Fan macht.