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Original von daberndl
es muss mir auch mal jemand erklären wieso die vereine um in internationale vermarktung zu investieren unbedingt einen investor brauchen. wieso können die das nicht aus der eigenen tasche bezahlen? irgendwie gestaffelt nach umsatz. dann kauft hoffenheim halt mal ein jahr keinen 15 millionen verteidiger flop von rogon und so weiter. auf jeden fall sehr erfreulich, dass die fans sich da durchgesetzt haben. die vorgehensweise von dfl, kind und co war unter aller sau und es ist mmn nicht nötig. also sicher ist es ein weg, aber der hat halt auch starke kontraargumente.
Ich versuchs mal zu erklären, auch wenn ich nicht den Eindruck erwecken möchte, dass ich jedes Detail des Deals überblicke oder gar den Anspruch erhebe, mich besser auszukennen, als die DFL-Vertreter. Auf keinen Fall. Das sind schon Finanzprofis.
Durch meinen Austausch seit der Diskussion um die erste Abstimmung vom Mai bin ich aber ziemlich nah dran, da ich auf die meisten Fragen dazu auch eine Antwort von den Verbandsleuten bekommen habe.
Die Fachleute, die es für die Internationalisierung und Digitalisierung braucht, gibt es innerhalb der DFL einfach nicht. Da hat keiner Erfahrung drin. Wie es dann auch bei anderen Firmen üblich ist, holt man sich dann Wissen von außen. Man war der Meinung, dass das knowhow der Investorenfirmen dabei helfen kann, da diese in anderen Sportarten (F1, Rugby) bereits Erfahrung hatten.
Eine Eigenfinanzierung war für die Vereine nicht möglich, da viele Vereine keine Rücklagen bilden können. Es stand auch mal im Raum, dass die DFL einfach jährlich 10 % der Erlöse für diese Digitalisierung abzieht und das dann selbst finanziert. Diese Branche ist zu Maximalinvestition gezwungen, um im Rattenrennen dabeibleiben zu können. Eine Finanzierung durch klassischen Kredit scheitert an der Liquidität gewisser Vereine. Da gibt es Vereine, welche ihre zukünftigen Einnahmen bereits verpfändeten. Da fehlen komplett die Sicherheiten und da wird es von jeder Bank ein Nein geben. Jaja, da war mal was von Demut in der Coronazeit. Wir haben die Worte von Seifert bestimmt noch im Ohr. Drauf g'schissen. Will man heute nichts mehr davon wissen.
Auch die Auf- und Abstiegsregelung würde eine faire Verteilung der Schulden schwer machen.
Ein Verein steigt gerade auf, wenns gut läuft und profitiert. Ein anderer steigt ab und muss dann nix mehr zahlen.
Das Konzept vom Dezember war da im Grunde schon ganz gut.
Auf dem Papier hab ich das auch immer unkritisch gesehen. Das hat sich alles toll angehört. Das Risiko liegt beim Investor. Wenn der mehr verdienen will, dann muss er mehr dafür tun.
Allerdings weiss man ja, wie private Equity Firmen arbeiten. Die haben kein Interesse den Fußball zu fördern sondern die wollen Geld verdienen.
Man erwähnt zwar immer die Roten Linien, die man unbedingt haben will, allerdings zeigt die Tatsache, dass man sie erwähnt, auch die Angst davor, dass ein Investor massiv eingreifen wird, wenn die Erlöse aus bleiben oder nicht so ausfallen, wie man es gerne hätte.
Und: Jede rote Linie kann durch einen einfachen Mehrheitsbeschluss geändert werden. Wenn 19 Vereine der Meinung sind, dass es supi wäre, wenn wir 9 verschiedene Anstoßzeiten in den Ligen hätten oder Spiele in Riad spielen würden, dann wird das auch umgesetzt werden.
Dann bleiben aber wieder nur die Tennisbälle...
Im April beginnt das Auktionsverfahren für die Saisons 2025/2026 bis 2028/2029.
Deswegen wäre es auch sehr wichtig gewesen, den Investorendeal unbedingt noch davor abzuwickeln.
Wurde nix draus. Ich glaube, das ist auch gut so.
Hier mal ein Ausblick, was in den Rechtepaketen alles so drin ist:
https://media.dfl.de/sites/2/2024/01/Medienrechte-Ausschreibung-2024.pdf