Moin zusammen,
wie der Titel schon sagt will ich mal ein wenig berichten. Es soll einfach ein Wegbegleiter und Motivation sein, alles endlich hinter mir zu lassen.
Anfang:
Ich vermute es fing vor ca. 15 Jahren an, bin heute 27. Einen besonderen Grund kann ich für mich nicht feststellen, es ist einfach eine generelle Unfähigkeit unbeschwert und fröhlich zu sein.
Schlimmer wurde es dann in der Schule, da ich nie wirklich Interesse (oder Angst?) an sozialen Kontakten hatte. Ich wurde nie gemobbt oder ähnliches, aber ich passte halt nirgendwo rein. Wie auch wenn man eigentlich keine Hobbys und auch kein Interesse am miteinander hat?
Im laufe der Schulzeit wurde es dann immer schlimmer, ich begann Allmachtsphantasien zu haben, hätte am liebsten alles in Schutt und Asche gelegt, alle anderen Menschen waren für mich Feindbilder und in meinen Phantasien entschied ich über Leben und Tod, gnadenlos und ohne Emotionen.
Dieses extrem lies ich zum Glück hinter mir, fand einige Freunde und merkte zumindest das dieses Mischgefühl zwischen Hass und Gleichgültigkeit anderen Gegenüber keine Berechtigung hatte. Schwer fiel es mir trotzdem und ich überspielte meine eigentlichen Emotionen. Ich lief eher passiv und ohne wirkliche Identität mit, bzw. bastelte mir ein nach außen getragenes Bild von mir, dem ich durch meine Handlungen, Gestik / Mimik versuchte treu zu bleiben.
In der Schule jedoch blieb es immer schwierig für mich. Denn auch dort hatte ich mir ein Konstrukt zusammengelegt welches nur ein Ziel kannte, passiv aggressives Verweigern jeglicher Anstregungen, sodass ich mich eigentlich nur irgendwie von Jahr zu Jahr hangelte um gerade so durchzukommen.
Am schlimmsten wurde es kurz vorm Abschluss, alle waren mit Pläne schmieden beschäftigt und arbeiteten an ihrer Zukunft, nur ich hatte generell keinen Plan, mir fielen tausend Dinge ein die ich nicht wollte, aber nicht eine Sache die mir gefiel. So kam es wie es kommen musste, auf meine Abschlussarbeiten schrieb ich Teilweise Bob der Baumeister und gab ab. Musste das Jahr obv. wiederholen und konnte so ein weiteres Jahr rumdümpeln und musste mich nicht mit meinem Leben und den Problemen beschäftigen.
Irgendwann lies ich die Schule hinter mir und fing eine Ausbildung an. Da ich aber weiterhin nicht fähig war eigene Ideen oder Interessen für einen Beruf zu finden, habe ich den ersten Vorschlag von außen wahrgenommen und mich als Großhandelskaufmann beworben. Das mache ich jetzt seit 9 Jahren und ich hasse es. Ich werde scheisse bezahlt und mich widert diese Tätigkeit einfach nur an. Aber ich bin auch heute noch so passiv und Interessenlos, dass ich es tatsächlich schon 9 Jahre aushalte..
Vor ca. 3 Jahren wurde es dann so schlimm, dass ich für 8 Monate krankgeschrieben und davon 3 Monate Stationär in Therapie war. Es half jedoch nichts. Wozu auch? Für welches Ziel im Leben sollte ich denn auch glücklich sein? Für mich?
Heute:
Das will ich jetzt ändern. Ich lebe mittlerweile mit meiner Partnerin in einem gemieteten Haus, habe zwei Kinder und würde mit meinen 27 Jahren endlich mal gerne am Leben teilnehmen. Ich möchte nicht mehr der blasse Typ mit gesenktem Kopf und hängenden Schultern sein. Ich möchte keine Suizidgedanken mehr ertragen müssen. Will mich nicht mehr schwer und müde fühlen.
Es geht in ca. 8-10 Wochen wieder in die Klinik. Und den Weg dahin, währenddessen und danach möchte ich hier für mich und alle die es interessiert, festhalten.
Ziel sollte es erstmal sein, die Zeit bis dahin irgendwie durchzuhalten. Ich arbeite bis dahin auf jeden Fall weiter, da es gerade zu Hause am schlimmsten ist und ich das meiner Famillie nicht antun kann / will.
Cliffs:
- ca. 15 Jahre depressiv (Verhaltensgestört?)
- Frustierender Job
- Vater von zwei Kindern
- Stationäre Therapie steht an
- aktuell Sohn eventuell schwer krank