Original von MacLeod
Original von DW30
Beim OESD und beim Straight Draw lese ich immer...: "Entweder raisen, raisen, raisen um viel Geld in den Pott zu bekommen" oder "raisen, raisen, raisen um Spieler aus dem Spiel zu nehmen!" ....hm, was denn nun?
Ich erkenne hier gerade nicht, was von den beiden Ratschlägen in welcher Situation besser ist!?
grundsätzlich sollte man den OESD am flop bet/raise spielen und am turn, gegen 1 oder 2 gegner ebenfalls bet/raise, um diese zu vertreiben...gegen mehrere gegner am turn nur check/call
Die Aussage "raisen, raisen, raisen um Spieler aus dem Spiel zu nehmen!" halte ich bei einem Draw - in dieser Allgemeinheit - für schlicht falsch.
Die Frage ist aber sehr erhellend, weil die Formulierung "betten und raisen" - im Artikel gleichlautend für Made Hands wie für Draws verwendet - meiner Meinung nach missverständlich ist. Habe inzwischen viele PSler getroffen, die damit Schwierigkeiten hatten und beide gleich spielen. Es gibt aber Unterschiede.
Made Hands werden in erster Linie für die Protection geraised: Wer nicht grade seine unschlagbare Monsterhand slowplayed, freut sich über jede Gelegenheit, es den anderen so teuer wie möglich zu machen - am liebsten gleich 2-bets cold.
Draws bettet man vor allem, um gute Potodds zu bekommen und "for value": Wenn etwa der (Nut-)Flush zu 35% kommt, ist jede Bet, mit der ich mindestens 2 weitere "einsammel" profitabel, noch besser sind 3 oder 4. Ich will, dass die Leute zahlen, aber nicht, dass die Leute aus der Hand gehen, ich habe nämlich noch nichts zu verteidigen! (Ausnahme: Ich habe nur einen/zwei Gegner rechne mir gute Chancen aus, dass sie folden. Auf keinen Fall will ich mich aber gegen einen Gegner isolieren und dann bis zum SD gehen müssen.)
Beispiel
Du bist am Flop gegen 3 Gegner, bist als zweiter an der Reihe und vor dir wird gebettet.
Mit einer guten aber nicht unschlagbaren Made hand ist die Sache klar: Raise um die hinter dir rauszuhauen (oder zu unberechtigten, für dich profitable coldcalls zu veranlassen).
Mit einem Flushdraw ist es nicht so klar:
a) Du könntest wie bei der Made hand raisen: Im Falle von Coldcalls hättest du extra Value (3 bzw. 5 SB anstatt nur 1 - 2. Wenn die beiden hinter dir aufgeben, kannst du mit einer Turnbet vielleicht auch den letzten Gegner (den Flopbetter) zum Folden bringen und hast die Hand gewonnen. ABER: Es ist gut möglich, dass du dich gegen die stärkste Hand deiner Gegner isoliert hast, und dieser bis zum River geht (Preflop Play beachten). Und die teuren Stra�?en kommen ja erst noch: Wenn du dann am Turn eine BB bezahlen musst, ist diese nicht mehr profitabel (weil nur eine zweite in den Pot kommt). Zudem: Wenn dein Flush kommt, hättest du mit mehr Gegnern natürlich bessere implied Odds, dir entgehen also mögliche BB auf den teuren Stra�?en.
b) Alternative: FlopBet nur Callen und hoffen, dass die hinter dir auch Callen. Dann kannst du guten Gewissens auch eine Turnbet callen. Wenn dein Flush kommt, ist dein Blatt wegen der geringeren Aggression am Flop besser verborgen und deine Chancen steigen, einige Extrabets einzusammeln. (Aber wenn das Board sich paired droht natürlich mehr Gefahr durch evtl. FHs als wenn es bereits weniger Gegner wären.
�?brigens: wenn du nicht der zweite, sondern der dritte in der Reihe bist und vor dir schon zwei caller sind, wäre die Rechnung eine ganz andere: Der letzte hinter dir foldet ja vielleicht eh, die beiden caller werden wegen einer raise eher nicht aus der Hand gehen, und zwei halbwegs sichere SB zu sammeln gegen vielleicht eine ist schon wesentlich attraktiver ...
Ziemlich viel Dinge zu bedenken.
Soweit der Stand meiner immer noch sehr begrenzten Erkenntnisse.