Zum Forum springen
Benachrichtigungen
Alles löschen

[Geschlossen] [Strategie] Turn Play - Grundlagen 1.0

90 Beiträge
55 Benutzer
0 Reactions
56 K Ansichten
Moderator
cjheigl
Beigetreten: 10.04.2006
Elite Grinder

Original von LaEnopac
"Definition: Zu Beginn einer Setzrunde (Flop, Turn, River) hat man die Initiative, wenn man in der vorangehenden Setzrunde derjenige war, der die finale Bet bzw. den finalen Raise gemacht hat.!"

Versteh ich nicht, bei PP ist doch immer der SB first to act.

Beispiel 1:
Flop: SB bets, BB calls
-> am Turn hat SB die Initiative, da SB derjenige war, der die finale Bet gemacht hat. BB hat nur gecallt, nicht gebettet und nicht geraist.

Beispiel 2:
Flop: SB checks, BB bets, SB calls
->am Turn hat BB die Initiative, da BB die finale Bet gemacht hat und SB nur gecallt hat.

Beispiel 3:
Flop: SB bets, BB raises, SB calls
->am Turn hat BB die Initiative. Zwar hat SB am Flop gebettet, aber das war nicht die finale Bet, denn BB sattelt noch eine drauf. Die hat SB nur gecallt und deswegen kam die finale Bet von BB.

�?bungsaufgabe: von wem kam die finale Bet?
Flop: SB checks, UTG bets, UTG+1 calls, MP2 raises, CO calls, SB raises, UTG folds, UTG+1 calls, MP2 calls, CO raises, SB calls, UTG+1 calls, MP2 calls.

Lösung in wei�?:

Der letzte Raise kam von CO, danach haben alle anderen nur gecallt. Also hat CO die Initiative am Turn.


Heute bei Partypoker:

Party Poker 0.10/0.20 Hold'em (10 handed) Hand History Converter Tool from FlopTurnRiver.com (Format: FlopTurnRiver Cards)

Preflop: Hero is MP1 with , .
UTG calls, UTG+1 calls, UTG+2 raises, 7 folds, UTG calls, UTG+1 calls.

Flop: (7.50 SB) , , (3 players)
UTG checks, UTG+1 checks, UTG+2 checks.

Turn: (3.75 BB) (3 players)
UTG checks, UTG+1 checks, UTG+2 bets, UTG calls, UTG+1 folds.

River: (5.75 BB) (2 players)
UTG checks, UTG+2 bets, UTG calls.

Final Pot: 7.75 BB

Nach dir wäre am River UTG+2 dran gewesen, aber UTG war first-to-act. Bei Partypoker ist immer der SB bzw bei evtl. Ausscheiden desselben der danach dran.

(Wenn nicht, bitte schickt mich in ein Krankenhaus :)


vaultdweller
Beigetreten: 16.02.2006
PokerStrategist

Meines Wissens nach sind "first to act sein" und "initiative haben" zwei paar Schuhe, das eine hat mit dem anderen nichts zu tun.

EDIT: s. auch Post von HAVVK weiter oben im Thread


Und worin besteht dieser Unterschied? Bzw. was heisst "Initiative haben" in diesem Fall?


timl79111
Beigetreten: 09.06.2006
PokerStrategist

Das würde ich jetzt aber auch gerne mal wissen.

Für mich besteht darin kein Unterschied. Im Pokerjargon wird "first to act" die Person genannt, die am Beginn einer Setzrunde zuerst am Zug ist.
Initiative zu haben ist für mich persönlich nur das "eingedeutschte" Wort für "first to act", was es frei übersetzt auch bedeutet!!!


ich habs so verstanden dass man die initiative hat wenn man preflop geraist hat...
also wenn keiner gebettet hat aufn flop und man im late sitzt einfach ne bet placed und leute rauszuscheuchen (wenn der flop net scary ist) auch wenn man noch nichts getroffen hat, da die checks ja dies andeutend...
quasi eine conti bet...


die Initiative hat man dann, wenn man derjenige ist, der den letzten raise gemacht hat...

als Beispiel .. auf der Hand habt ihr AK, preflop raist einer vor euch, ihr 3-bettet, danach wird nur noch gecallt...

jetzt habt ihr am Flop die Initiative, da der letzte Raise von euch kam.
Dies ist völlig unabhängig davon, wo man sitzt..

am schönsten ist allerdings immer, die Ini zu haben und in Position, sprich nach dem Gegenspieler zu sitzen bzw. als Letzter die Wettrunde zu beenden. So kann man denn die Ini auch weiterhin behalten, indem man weiter bettet oder raist.

Im Unterschied zu "first to act".. das ist der arme Hansel, der die Wettrunde eröffnen muss und sich entscheiden muss, ob er setzt oder checkt.


timl79111
Beigetreten: 09.06.2006
PokerStrategist

... bleibt trotzdem noch der Unterschied zu "first to act" offen?
Was ist daran anders? Ist damit "nur" das erste betten oder folden (UTG) preflop gemeint?

EDIT: zuuuu spät ... sry und danke ... war ja eigentlich auch nur logisch herbeizuführen ...


Moderator
cjheigl
Beigetreten: 10.04.2006
Elite Grinder

Man könnte es so sagen: Initiative am Anfang einer Betrunde hat der, der zuletzt mit einer Bet oder einem Raise angegriffen hat. First to act ist der, der in einer Betrunde die erste Aktion deklarieren kann. Das ist nicht notwendigerweise der Spieler, der den letzten Angriff gemacht hat.

Beispiele für die Bestimmung der Initiative habe ich ja schon oben geliefert.

Beispiele für den Unterschied zwischen first to Act:

Preflop ist erstmal UTG first to act, denn er kann die erste Aktion deklarieren. Die Initiative hat noch niemand. Angenommen, die Hand geht folgendermassen weiter: 3 folds. Jetzt ist MP1 dran. Vor ihm sind die Spieler einfach ausgestiegen, sie sind nicht mehr da. MP1 ist inzwischen also der erste Spieler, der eine Aktion deklarieren kann. Deshalb ist MP1 jetzt first to act in dieser Runde. Initiative hat immer noch niemand, denn es gab ja noch keine Bet oder einen Raise. MP1 calls. Jetzt kommt die erste Aktion, die kein Fold ist. Damit kann in dieser Runde kein Spieler mehr first to act werden. Mit dem Call hat MP1 aber keine Initiative übernommen, dafür wäre ein Raise nötig gewesen. Mit einem Call kann man keine Initiative übernehmen. 2 folds. CO ist jetzt dran. First to act ist CO nicht mehr, denn MP1 hat ja schon etwas gemacht, mit dem er in der Hand geblieben ist. CO kann aber die Initiative übernehmen: CO raise. Button calls, SB folds, BB calls. Die Runde ist abgeschlossen, CO hat immer noch die Initiative.

Flop: First to act ist BB. SB ist ja bereits raus und MP1 kommt erst nach BB. Die Initiative hat immer noch CO, denn CO hat letzte Runde den letzten Raise gemacht. BB checks. BB bleibt in der Hand und damit erstmal first to act für die nächste Runde. Die Initiative hat immer noch CO. MP1 bets. MP1 übernimmt die Initiative. CO ist zwar immer noch der Preflop Raiser, hat aber keine Initiative mehr, denn es gibt eine neue letzte Bet. CO raises. CO kämpft um die Initiative und reisst sie wieder an sich. Button folds, BB folds, MP1 raises. MP1 übernimmt erneut die Initiative und wird ausserdem first to act in der nächsten Runde, da BB inzwischen gegangen ist. CO calls.

Turn: MP1 ist first to act und hat ausserdem die Initiative, da der letzte Raise von ihm kam. MP1 checks. MP1 hatte am Anfang der Runde die Initiative, verzichtet aber, sie mit einer Bet aufrecht zu erhalten. Deswegen hat CO aber noch lange nicht die Initiative bekommen, denn CO hat ja noch nicht gebettet oder geraist. CO bets. CO übernimmt wieder die Initiative. MP1 raises. Und verliert sie sofort wieder an MP1. Der Check war eine kleine Falle, um CO zu einer Bet zu verlocken, die sofort erhöht wird. Offensichtlich hat MP1 eine starke Hand und CO hat genug: CO folds.


vaultdweller
Beigetreten: 16.02.2006
PokerStrategist

Initiative hat derjenige, der die letzte Pott-Erhöhung ( entweder bet, raise, 3-bet oder cap) gemacht hat.

First-to-act ist derjenige Spieler, der linksseitig dem Button am nächsten sitzt und noch nicht gefoldet hat.

Beides ist unabhängig voneinander.

Ich würde auch pre-flop den SB als first-to-act bezeichnen, schlie�?lich setzt er eine halbe small-bet. Er könnte aber genauso gut die Runde auch aussetzen, insofern deklariert er auch eine Aktion.
BB raist daraufhin gewisserma�?en um eine halbe small-bet ( auf eine ganze small-bet), insofern nimmt er auch erst mal die Initiative an sich ( die natürlich taktisch noch keine so gro�?e Aussagekraft hat).

EDIT: Falsch, SB kann nicht aussetzen nur BB. �?ndert aber nichts am Rest der Argumentation.


Hallo!

Wollte nur von meinem bisher einzig gewolltem und auch gelungenem Bluff erzählen!
ich hab KQo (Q ist Piek, die englischen abkürzungen kann ich mir nicht merken!) Flop T37 (37 auch piek) gegen eine Smallbet zieh ich mit zum Turn, in der Hoffnung auf Toppair. Turn = 8 (auch piek). Es sind noch 4 Gegner da. Ich bin als letzter dran. Der erste bietet eine Bigbet, die anderen 3 gehen mit, ich raise als checkraise-Bluff, hab ja noch nichts. Der Erstbieter braucht relativ lange und callt, die drei anderen gehen raus! Am River kommt ne 6 nicht piek. Ich biete sofort und nach reifem �?berlegen foldet mein Gegner.

War das zu riskant? Natürlich sind Bluffs riskant, aber in der Situation fand ich das angebracht, hätte mein Gegner relativ schnell nach dem CHeckraise von mir gecallt oder sogar geraist, wäre ich gewarnt gewesen, aber dadurch, dass er so lange zur Antwort brauchte habe ich gedacht, das ziehste jetzt durch!


Erzwolf
Beigetreten: 25.01.2006
Oldschool Grinder

Bevor du solche Moves machst, solltest du vielleicht erstmal verstehen, dass man als letzter ganz schlecht einen checkraise machen kann. Und nen Bluff gegen 4 Gegner ist sehr fragwürdig. Lern erstmal einfach straightforward zu spielen, bevor du dich mit solchen Dingen beschäftigst.


andi23
Beigetreten: 04.06.2006
Oldschool Grinder

Hallo Dominik und Matthias!
In eurem Artikel schreibt ihr, dass man, sofern man agressor ist und auch den Turn bettet, gegen einen gegnerischen Raise mit einem Top Pair folden sollte, sofern die Pot Odds nicht gewaltig sind.
Meine Frage ist folgende: Macht einen das nicht sehr anfällig für Bluffs? Sollte man (vorausgesetzt man befindet sich in einer Heads Up Situation) den Gegner nicht bis zum Showdown callen wenn man z.B. AK bei einem Board von K 9 6 6 hält?
Da bei PP gerade an den Beginner Tischen unglaublich viele Deutsche spielen, die vermutlich (oder hoffentlich) alle eure Artikel gelesen haben, wäre es doch somit ziemlich einfach ihre Spielweise zu durchschauen und mit einem Turn Raise in den meisten Situationen zum folden zu bringen.


TimTolle
Beigetreten: 21.03.2006
PokerStrategist

Prinzipiell hast du Recht.
Aber sieh aus Sicht des Bluffers: Du wirst am Turn mit einer Bet konfrontiert, die vom Aggressor am Flop kommt. Einfach mal aus Spa�? mit Nichts zu raisen, in der Hoffnung, der Bettor hat "nur" ein Paar und foldet auf das Raise, wird sicherlich nicht profitabel sein. Hat er nämlich wirklich was gutes und reraist dich oder er callt mit seinem Paar, stehst du mit deinem Bluff-Raise ziemlich dumm da.


YourRedeemer
Beigetreten: 04.06.2006
Oldschool Grinder

also die letzten beiden beispiele hab ich gar nicht verstanden...
wie können da 2 "Qh" bzw. 2"5h" auf dem board liegen?


hazz
Beigetreten: 13.02.2006
BlackMember

das ist natürlich ein fehler im artikel :)


ui das ist man wirklich ein wertvoller artikel hier danke dafür


Moin zusammen.
Erstmal einen herzlichen Dank für den Artikel, ich denke der hilft mir sehr weiter.

Nun hätte ich aber eine Frage zu folgender Handsituation:
(sorry für die ungewohnte Schreibweise, bin neu im Forum ;))

9 Player, vorletzter vorm Button

[Ad 9d], einer callt vor mir, nach SHS ist das ein Raise

SB, BB und der Caller gehen mit,

** Dealing Flop ** [ 9s, 3c, 3h ]
alle vor mir checken, ich raise, SB/BB folden, der letzte bleibt drin

** Dealing Turn ** [ 5s ]
der Gegner bettet.

Und nun was tun sprach der Herr. Ich habe geraiset, darauf folgte ein reraise. Mein Raise ist mit sicherheit diskutabel, top pair mit top kicker. Nun die Frage an euch, war der Zug richtig oder nicht?

mein call des reraises war auf jeden Fall falsch laut Guide, sowas wird mir auch nicht nochmal passieren denke ich.


ich denke, du hast richtig gespielt... du hast immerhin Two Pair mit Top Pair und Ace Kicker und noch Outs auf nen Full House.
Da würde ich auf jeden Fall bis zum Showdown gehen und mir ansehen, was er hat.


TheOneAndOnlyMarkus
Beigetreten: 20.02.2006
Oldschool Grinder

Original von Matthias Wahls
2. Wir spielten passiv mit einem Draw

[...] Auf dem Flop erwischt man dann ein Draw und callt ebenfalls. [...]

Mal eine Frage zu diesem Teil des Artikels: In den Flopgrundlagen werden gute Draws (Flush, Straight, 2 Overcards+Gutshot) immer gebettet oder geraised, also aggressiv gespielt und schlechte Draws immer gefoldet.

Wie passt also dieser Absatz, in denen ein passives Spiel auf dem Flop vorrausgesetzt wird, mit den Flopplay Grundlagen zusammen?

Was da steht gilt zwar wohl auch für Draws, die man auf dem Flop aggressiv gespielt hat, aber da passt doch irgendwie die �?berschrift des Absatzes nicht, oder?

MfG,
Markus


Teilen: