Es tut mir Leid, ich denke ich sehe jetzt erstmals komplett wo mein Missverständnis liegt.
Dir scheint es nahezu ausschließlich auf Erkenntnistheorie sowie die Notwendigkeit/ Unumgänglichkeit unbewiesener Annahmen im Weltbild des Einzelnen zu gehen.
Das betrifft die Thematik religiösen Glauben nur insofern als dieser einen Teil aller Annahmen ausmacht .
Etwas merkwürdig wirkt die Annahme Gottes dennoch, jedoch habe ich nichts gegen die (global betrachtet) seltene, nicht missionierende, tolerante Form des Glaubens, welche du beschreibst.
Die anderen Formen, welche du ja selbst vehement ablehnst, werdern jedoch dadurch von den gemäßigt Gläubigen gefördert, dass diese und die Gesellschaft allgemein Annahmen ohne Belege akzeptieren.
Du sagst ja, dass man nur weil man eine solche Annahme ablehnt ebenfalls eine Annahme tätigt, nämlich die der Nichtexistenz Gottes/ eines Lebens nach dem Tod/ whatever.
Damit hast du ja auch prinzipiell nicht unrecht, dennoch würde ich hier die Nichtexistenz wg.
http://de.wikipedia.org/wiki/Schluss_auf_die_beste_Erkl%C3%A4rung
bevorzugen.
Der Wissenschaftstheoretiker Bas van Fraassen gibt ein einfaches Beispiel für ein erklärungsbedürftiges Ereignis: Ein Kratzen an der Wand, kleine Fußstapfen und Fehlen von Käse. Ein Schluss auf die beste Erklärung wäre eine Maus im Haus, da dies eine plausible Wahrscheinlichkeit besitzt und die drei Phänomene gut erklären kann.
Oder wenn z.B. jemand eine (andere) Verschwörungstheorie vorstellt, betrachtet man diese dann sofort als gleich akzeptabel wie die normale 0815 Weltsicht, solange es keine überzeugenden Argumente gibt.
Hältst du bspw. die Annahme es gäbe "Chemtrails"(einfach mal googlen) für genauso plausibel wie die Annahme, dass es sie nicht gibt?
Zu deinem Beispiel :
Ich denke, dass die Frau den Verlust ihres Kindes besser bewältigen kann, wenn sie ihn wie von dir beschrieben akzeptiert.
Jedenfalls scheint dies der falsche Thread zu sein, um darüber zu diskutieren, da es sich hier eher um wissenschaftstheoretische und psychologische Fragestellungen handelt.