Original von wahnfried
Die Entscheidung des Landgerichts Karlsruhe ist bekannt?
LG Karlsruhe 20.01.2009 – 18 AK 127/08
Wie man sich als Pokerspieler entgegen seiner eigenen Interessen nun noch auf den Standpunkt stellen kann, Poker, insbesondere Turnierpoker in der Spielart "Texas Holdèm" sei ein Glücksspiel, ist mir unverständlich.
Ich darf mal ein bisschen aus den Urteilsgründen zitieren:
".....Ziel des Spiels ist es nämlich nicht, möglichst viele einzelne Runden zu gewinnen, sondern am Ende am meisten bzw. alles gewonnen zu haben. Dazu müssen die Spieler in der Lage sein, bei schlechten „Händen“ möglichst wenig zu verlieren und bei guten „Händen“ möglichst viel zu gewinnen. Dies erfordert taktisches Geschick, Strategie und mathematisches sowie psychologisches Einfühlungsvermögen - alles Eigenschaften, die als Geschicklichkeitselemente einzuordnen sind (Holznagel: Poker – „Glücks- oder Geschicklichkeitsspiel?“ MMR (Anm.: Zeitschrift Multimedia und Recht) 2008, 439; Kretschmer, ZfWG 2007, 93). "
und weiter:
"....Wenn Poker in einigen landesrechtlichen Spielbankgesetzen zu den „Glücksspielen, die in Spielbanken gespielt werden dürfen“, gezählt wird, folgt hieraus keineswegs, dass Poker ein Glücksspiel im strafrechtlichen Sinn ist. Denn beim Strafgesetzbuch handelt es sich um ein Bundesgesetz. Die Bundesländer haben jedoch nicht die Kompetenz, die Auslegung eines solchen Bundesgesetzes zu beeinflussen. Die genannten landesrechtlichen Normen helfen bei der Einordnung als Glücks- oder Geschicklichkeitsspiel also auch nicht weiter."
So sehen dies zumindest die Richter der betreffenden Kammer am LG Karlsruhe.
Ich gehe weiter davon aus, dass ich mich beim Pokern online nicht strafbar mache. Verglichen werden kann meiner Meinung nach Poker am besten mit Skat, anerkanntermaßen ein Geschicklichkeitsspiel.
Gegen Skatprofis hast du im Regelfall als Gelegenheitsspieler bei Turnieren so gut wie keine Chance. Wenn der Profi allerdings Spiel um Spiel nur "Rotze" auf die Hand bekommt, kann er auch nicht gewinnen. Beim Poker ist es wohl ähnlich.
du hast damit natürlich Recht, aber beim Vergleich von Skat und Poker ist es eindeutig so, dass beim Skat die Varianz viel geringer ist, daher wird man da viel schneller merken, dass es ein Geschicklichkeitsspil ist, wie du sagst, bei einem Skatturnier hat man als Gelegenheitsspieler gegen einen Profi keine Chance, bei einem pokerturnier sehr wohl.
Beim Poker gibt es halt noch viel mehr Faktoren, die die Varianz beeinflussen, z.B. wenn man mit guten Händen nur zur 2ndbest Hand improvt und der Gegenüber halt immer kompletten Trash hat, den er foldet während man selbst mit der besseren hand mehr verliert.
Beim Skat verliert man immer dasselbe oder gewinnt dassebe, egal wie stark die eigene Hand ist (bei bestimmtem Spiel des Gegners natürlich, abgesehen von Schneider/Schwarz).
Was ich sagen will: beim Skat wird auch ein Laie viel schneller bemerken, dass es ein Geschicklichkeitsspiel ist, beim Poker kann man perfekt spielen und nach 100k hands immer noch Verlust machen, das wird dann halt schnell als "Glücksspiel" bezeichnet.