ALso. nachdem ich nun ewig auf dem Nutzenbegriff rumgehackt habe und es scheinbar nicht so ganz angekommen ist, was imo die Folgen davon sind, versuch ichs noch mal etwas anders.
Ich kann persönlich den Nutzen einer Tätigkeit für mich bestimmen (zwar nicht quantitativ, aber qualitiativ). Wenn mein Bäcker Brot backt, nützt das mir, weil ich etwas zu essen kaufen kann. Wenn ein Künstler/Musiker mich unterhällt (und die Kosten dafür nicht zu hoch sind) nützt er mir auch, weil er mein Wohlbefinden steigert. Ein Werkzeughersteller bringt mir direkt etwas, weil ich Werkzeug für mein Fahrrad kaufen kann und indirekt, weil zB Hersteller anderer Waren, die ich auch brauche (Auto), diese auch nutzen. etc. etc. pp.
Diese Einordnung ist rein subjektiv und ist abhängig von meinen Präferenzen.
Nun gibt es aber ein Problem: Die Präferenzen von Menschen ist extrem unterschiedlich. Es gibt eigentlich fast keinem Gut (außer zB Wasser, Strom) bei dem ein wirklicher Konsens über dessen Nutzen herscht.
Nun muss man auf die Ebene der Gesellschaft gehen und versuchen das zu übertragen. Hier stellt sich erstmal grundlegend die Frage was "die Gesellschaft" eigentlich ist und wie man diese sieht. Von genaueren Definitionen sehe ich ab. Es gibt zB ein eher individualistischen Ansätze (eher im westen verbreitet), aber auch ein eher kollektivistische Ansätze (teilweise in Asiatischen Ländern eher verbreitet) und wohl auch noch andere Betrachtungsweisen.
Ich sehe die Gesellschaft als ersteres; als Summe seiner Individuen. Wenn man dies in einem utilitaristischem Sinne betrachetet wäre wohl das für die Gesellschaft gut, was für möglichst viele Menschen möglichst viel Nutzen bereitet. Letztlich ist das aber eine eher theoretische Überlegung, weil man ebend in der Praxis den Nutzen (in dieser Bedeutung) nicht messen und vergleichen kann. Beispiele wurden schon gebracht: Ich habe ganz klar einen Nutzen davon, dass ich Poker spiele. Andere Leute sind aber Süchtig und haben wohl einen negativen Nutzen. Das aber so zu vergleichen, dass man zu einem Ergebnis ala "insgesammt ist Poker nützlich oder unnütz" ist nicht objektiv möglich.
Ich halte deswegen die Diskussion über den Nutzen von Berufen sinnlos, weil es rein subjektiv ist, ich aber eh als toleranter Mensch auch Berufe respektiere, die für mich persönlich unnütz sind.
eh: alles etwas verplannt. Ich hoffe, dass ihr versteht, was ich meine.