Danke dir für die ausführlichen Infos auf meine Nachfrage hin.
Das klingt schon alles ziemlich reflektiert. Jedoch hakt es ja trotzdem irgendwo.
Ich bin mit den Berechnungen von Rake(back) und Varianz (noch) nicht so vertraut muss ich zugeben. Was ich mir aber dazu denke: je mehr Volumen, desto wichtiger ist Rake(back), da einfach höhere Umsätze. Als (ambitionierter) Hobbyspieler also in jedem Fall unwichtiger als für irgendwelche Nitgrinder, die all day long 24+ Tische grinden.
Wenn es bei dir die Liebe am Spiel ist und die Entwicklung und die geistige Herausforderung im Vordergrund stehen, dann würde ich einfach das spielen, was dir am meisten Bock macht. Mag ja sein, dass es über den 15$ Tables bei den Hyper STTs wenig Traffic gibt. Aber was spricht dagegen dann die die 15er und die 30er zu mischen? Dazu gibt es z.B. sonntags die Hyper Turbo Qualifiers für das Sunday Million für 37,50$ meine ich.
Und ganz ehrlich? Wenn das mein Game wäre, dann würde ich lieber dieses mit 20-30% weniger Traffic spielen als mich in irgendeine Art reinzuzwingen, die ich nicht so gerne mache.
Bei mir ist es halt so, dass ich immer mehr zwischen CGs und MTTs geschwankt bin. Da fällt die rationale Entscheidung für CGs leichter, auch wenn es trotzdem aus mentalen und zeitlichen Gründen eine On-Off Beziehung ist.
Aber bei dir liest man halt schon ziemlich STTs + MTTs raus und CGs klingt ausschließlich danach, dass Du es halt machst, weil es auch Poker ist und Du es trotzdem irgendwie drauf hast.
Du schriebst, Du wärst mittlerweile auf NL10 runter, hättest aber auch schon NL100+ eine Zeit lang gespielt. Über wieviel k Hände NL50 und NL100+ reden wir da ungefähr? Hat es dich zuletzt eher der großen BR und eines Upswings wegen auf NL50+ hochgespült, weil Du von dir überzeugt warst oder schlägst Du auf genug Sample NL50?
Wenn ich aus meiner Sicht Cash Games und Turniere/STTs vergleiche, dann ist ersteres für mich einfach gefühlt etwas ganz anderes als letztere. Turniere/STTs haben gefühlt für mich mehr diesen sportlichen Aspekt. Als ehemaliger Hobbyleistungssportler finde ich schon, dass es vom Kopf her etwas mit einem macht um die Platzierungen zu kämpfen, auch vom finanziellen Aspekt mal abgesehen.
Dies ist bei Cash Games schon was anderes. Da funktioniert irgendwie jede verdammte Hand für sich. Klar, Du hast ein table image, mit dem Du zusätzlich spielen kannst. Aber trotz netter Pötte ist das für mich persönlich vom Glückshormonfaktor (ich nenne es einfach mal so) her was anderes ob man eine Hand gewonnen hat, für wieviel Kohle auch immer, oder ob man irgendwo ein final table oder den 1. Platz bei einem STT erreicht hat.
Und trotzdem konnte ich (bisher) nicht so recht mit Hyper STTs warm werden und für MTTs gilt das was für alle (Hobby) Regulars gilt, die voll im normalen Leben stehen. Hatte letztens sogar 1-2 Monate wieder eine Phase wo ich MTTs mehrfach in der Woche geklickt habe. Aber, wenn ich dann erst ab 22h Zeit habe und es läuft mal irgendwo, dann sitzt man halt mindestens bis 3/4h. Das geht einfach nicht mehr unter der Woche. Und auch eine durchzechte Nacht am Wochenende hat ihre Nachwirkungen. Frau hat halt auch nicht immer Verständnis dafür, dass man samstags/sonntags unausgeschlafen ist.
Abschließend noch ein Aspekt über den ich mir Gedanken gemacht habe. Hatte halt auch schon ein paar mal den Plan unter der Woche nur STTs zu spielen und das ganze als Training fürs Endgame in MTTs/MTSNGs zu sehen und dann am Wochenende nur die 45-180 Mann MTSNGs zu spielen. Auch, wenn jemand hier geschrieben hat, dass sowohl STTs als auch CGs eine gute Vorbereitung auf MTTs wären sehe ich STTs als die bessere Vorbereitung an.
1. Es ist halt nicht so als wärst Du auf den Kopf gefallen was CGs/Deep Stack Poker angeht. Da bin ich der Meinung, dass diese Skills halt für MTTs bis zu einem gewissen Grad locker reichen sollten, da MTTs einfach die schwächten Gegner haben im Vergleich zu CGs/STTs.
2. In MTTs geht es im Endgame um die dicken Kohlen. Und, wenn man fähig ist sich häufig früh im Turnier in eine gute Position zu bringen, dann kommt es halt im weiteren Verlauf darauf an das Endgame, Bubble Game etc zu perfektionieren. Und da sind halt STTs>CGs (ICM und so).
Ist aber nur meine bescheidene Meinung. Habe zwar schon >10 Jahre Pokererfahrung, aber mehr als etwas Rumgedonke zwischen NL5-NL25 (shots auf NL50 vor langer Zeit) und ein paar unregelmäßigen deep runs in Sunday Main Events hab ich nicht vorzuweisen an stetigen Erfolgen.
Kann diese Dinge deshalb weder verifizieren noch 1A argumentieren. Das ist halt einfach meine persönliche Erfahrung. Auch auf die Gefahr hin, dass irgendwelche super Regs hier aus ihren Löchern gekrochen kommen und mich downvoten..
PS: Deinen Weg finden wirst Du selbst müssen. Aber m.M.n. solltest Du das tun, was dich glücklich macht, Rake, Gewinne etc. mal beiseite schieben und das Spiel wählen, worauf Du einfach Bock hast. Zumindest dann, wenn Du das Ganze nicht als Nebenverdienst siehst sondern als reines Hobby. Bist Du vom finanziellen Aspekt abhängig und willst was für die Familie dazuverdienen, dann ist das natürlich wieder eine andere Sache. Da ist es dann halt wie im wahren Leben, man muss die Zähne zusammenbeißen und gucken wo man maxEV erreicht. Aber um noch kurz zu deinem Beispiel mit dem Triathlon zurück zu kommen. Du schriebst, es macht dich jetzt glücklicher Sport ohne Leistungsdiagnostik zu machen. Wenn Poker also nur ein Hobby sein soll, dann schau nicht in erster Linie nach maxEV sondern nach maxZufriedenheit.