das Beispiel mit 75 auf dem J52r board ist für NL100 ausgelegt und geht von einem TAG aus, der seinen Blind verteidigt und uns auf diesem Flop checkraist.
Was wir in dem Beispiel machen ist folgendes:
wir schauen nicht so sehr wie stark unsere Hand ist, sondern wie stark und glaubwürdig die Range ist die Villain mit seiner Aktion repräsentiert.
Slowhabit erklärt es wie folgt: die Sets würde man auf diesem staubtrockenen board selten bis nie raisen, weil man ja nicht will dass der Gegner foldet. - zudem blocken wir mit der 5 2setcombos, 22 folden viele (gute) TAGs in einer Stealsituation weil man nicht wirklich profitabel setminen kann mit einem so schwachen pair und JJ raisen auch wieder viele pre gegen einen steal. Topset am Flop raisen macht wenig Sinn, weil welche Hand sollen wir haben die ihn hier callen kann?
AJ (TPTK) und QQ+ würde man aus dem Blind zu einem sehr hohen Prozentsatz preflop raisen, was bleibt also was Villain auf dem J52 rainbow wirklich for value raisen kann?
Im Grunde kann er hier fast gar keine Hand wirklich glaubwürdig repräsentieren.
Andersrum haben wir dieses board auch extrem oft verpasst, denn weder die 5 noch die 2 ist oft in unserer Range. Bleibt der J den wir getroffen haben können, aber das ist sehr selten.
Villain hat hier also einen sehr interessanten buffspot! Die Range die er hier repräsentiert enthält fast keine wirklich starken Hände, aber jede Menge bluffs.
Wir haben immerhin ein pair hier und könnten callen oder (imo besser) wir 3betten den Flop, da er extrem oft folden muss und er eben so viel air in seiner Range hat und er oft Overcards haben wird und wir bei dem call ihm seinen 6Outer lassen.
Das ist aber wirklich schon fortgeschrittenes Postfloppoker wo man wie gesagt die Range des Gegners spielt und erst in zweiter Linie seine eigene Hand - alle guten Spieler spielen so, aber das muss man eben Schritt für Schritt lernen.
Das Beispiel soll also weniger zeigen, dass man nun ständig schwache Hände openraisen soll und irgendwelche wilden 3bets am Flop ansetzt, sondern dass solche plays in bestimmten Situationen, wenn man nachdenkt nicht nur möglich, sondern sehr stark sind.
Wenn dir das alles zu viel ist und du erstmal weiter deine Handstärke spielen (lernen) willst, so ist das doch völlig ok und dazu steht auch in dem Buch einiges wichtiges drin, es geht nur darum neue Horizonte zumindest mal anzudeuten.
