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[NL] Content Blog - TR sp1der111 in Gibraltar

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Das Board ist dafür nicht gut, aber es ist, aufgrund unserer relativen Position, ein guter Spot um als Bluff zu donken je nachdem wie loose der fisch ist: Der Reg muss super ehrlich spielen weil er den Fisch hinter sich sitzen hat und wird demnach ohne Hit folden und den Fisch können wir auf Turn+River noch oft zum folden bringen.

Allgemein hab ich bei den Positionen (wir haben die beste relative Position: sehen was der Reg macht und haben Position auf den Fisch) kaum eine checkraising-range und donke enorm viel: Toppairs/Draws/Air etc. weil:

- Ich will Initiative und die Potgröße kontrollieren. Sonst passiert es zu häufig, dass entweder der Flop durchgecheckt wird oder der Reg nach seiner Cbet den Turn behindcheckt: wir verpassen also Value.
- Ich will oft Foldequity
- Ich will den Fisch postflop isolieren indem ich den Reg rausfolde.

Das ganze ist dann quasi eine Isolation-Donk um den Fisch für mich alleine zu haben und den Reg zu vertreiben bzw. rauszufolden.


Antwort
Zitat

Die kurzformel cr>br ist für mich schon nachvollziehbar aber gerade in dem spot erzeugen wir imo schon viel FE, haben nuts und einen 83% cbettor-fish hinter uns.

Könnte mir wer erklären wieso der Spot eine "must- donk" ist ?

Was glaubt ihr callt er und bettet er nicht am Flop? Was callt er dann am Turn nocheinmal ?

Was glaubt ihr bettet er und barrelt dann weiter ?


Antwort
Zitat

aber gerade in dem spot erzeugen wir imo schon viel FE

wir erzeugen wesentlich weniger FE als durch ein checkraise wie Martin (MxK) bereits meinte,

szenarios wenn wir checken:

1) check/check/check -> wir verlieren value

2) check/check/bet/call/raise/fold/fold -> wird zuoft passieren weil wir zu viel stärke repräsentieren

3) check/check/bet/call/raise/shove/call -> passiert zu selten und ist natürlich das ideal-szenario, aber die range gegen dies reingeht, gehts auch rein wenn der pfr unsere donk raised

das problem sind vor allem szenarios 1+2:
1) villain wird trotz seinem cbet-wert von 82% viel showdownvalue behind checken der auch eine bet callt, wenn er foldet bekommt zumindest der 2te fisch die möglichkeit zu callen.
2) Außerdem sieht ein checkraise einfach zu stark aus. Die Alternative wäre den Flop zu check/callen und dann den Turn zu donken, damit der Preflop-Aggressor seine Air am Flop bettet und wir den Turn donken können. Aber check/call Flop check Turn ist meiner Ansicht nach die schlechteste Option überhaupt, weil der PFR den Turn oft behindchecken wird, insbesondere wenn Fisch2 nachcallt.

Was glaubt ihr callt er und bettet er nicht am Flop?

Tx/9x/Pockets/jj-kk

Was callt er dann am Turn nocheinmal ?

je nach seinem WTS any diamond, tx,ax,jj-kk,

Was glaubt ihr bettet er und barrelt dann weiter ?

je nachdem wie barrelhappy er ist, aber ich glaube kaum, dass er 3way mehr als ax, gute diamonds, etc. barrelt (also seine callingrange > seine bettingrange, denke ich eigentlich fast immer), außerdem liegt der value hier nicht darin passiv zu check/callen: Wir haben die nuts und wollen value, jeder diamond auf turn/river sorgt dafür, dass wir value gegen onepair-hands liegen lassen: wir sind 3way mit 2 Fischen: wir wollen, dass diese viel mit ihren diamond-draws/ax etc. bezahlen und dafür brauchen wir initiative: was ist wenn wir check/callen und wir 3way am turn stehen und es durchcheckt? Wir verlieren eine Street an Value vs 2 Fische die mit hoher Wahrscheinlichkeit nochmal eine große Bet bezahlt hätten, was eine Katastrophe wäre.

Oder wie siehst du das Ganze? Feedback, Kritik und Meinungen von dir und anderen sind natürlich immer Willkommen.


Antwort
Zitat

Danke für die ausführliche Antwort.

Wollte dich nicht kritisieren oder so hab bisher immer so gesehen dass c/c>donk>c/r. Weil wir eben nuts haben und eine donk ausm Sandwich heraus auf so einem board viel FE erzeugt die wir nicht brauchen. Ein c/r natürlich noch viel mehr und.

Es gibt ja auch noch die Hände die die villains auf eine donk folden und von den man später noch was bekommen kann weil sie hitten oder bluffen.

Ich geh aber auch davon aus das ein fishiger PFA der zum Cbetten neigt ein Ahigh auch monochrom und Multiway mit einer weiteren Range bettet. Is aber auch nur ne vage Einschätzung ohne Stats.

Würd den Turn dann donken.

Muss mir das noch genauer anschauen schon spät.


Antwort
Zitat
everyoneissolid
Beigetreten: 14.03.2011
Elite Grinder

$0.25/$0.50 No Limit Holdem
PartyPoker
6 Players
Hand Conversion Powered by weaktight.com

Stacks:
UTG ($50)
UTG+1 ($55.75)
CO ($50.50)
BTN ($28.41)
SB ($25.55)
Hero (BB) ($70.77)

Pre-Flop: ($0.75, 6 players) Hero is BB 4♦ K♦
3 folds, BTN raises to $1, SB calls $0.75, Hero calls $0.50

Flop: 9♦ 10:diamond: A♦ ($3, 3 players)
SB checks, Hero checks, BTN checks

Turn: J♥ ($3, 3 players)
SB checks, Hero bets $2.20, BTN raises to $5.50, SB calls $5.50, Hero raises to $10, BTN folds, SB calls $4.50

River: 9♥ ($28.50, 2 players)
SB bets $7, Hero raises to $17, SB calls $7.55

Final Pot: $57.60
Hero shows
4♦ K♦
SB shows
Q♦ 3♦

Hero wins $59.62 (net +$31.62)

BTN lost $6.50
SB lost $25.55

Nachdem Martin das Flopplay bereits analysiert hat, kommt jetzt hier das Turnplay.
Nachdem der Flop durchgecheckt wurde haben wir jetzt eine glasklare Bet um den Pot aufzubauen und Value zu bekommen.
Der Button raist unsere Bet und der Small Blind overcallt, zuerst werde ich die Ranges der beiden kategorisieren und danach auf Heroes weitere Aktion eingehen.

Buttonrange:
Die Buttonrange ist stark polarisiert. Auf der einen Seite hat er eine Valuerange aus slowplayed Flushes oder mit dem Jack zu 2-Pair oder der Straight improved und auf der anderen Seite eine Bluffingrange bestehend aus Air und aufgepickten Draws. Nachdem der SB nochmal den Turn checkt und Hero bettet kann er hier delayed bluffen weil wir hier auch mit einer weiten Range betten.

Small Blindrange:
Die Range des Small Blinds ist hingegen depolarisiert. Gegen zwei Spieler und oop kann er die Bet nicht light und ohne Showdownvalue callen, er hat hier wahrscheinlich schon TPGK+ oder einen starken Draw+Pair.

So nun zu Heros Aktion:
Sollte Hero direkt shoven oder bringt ein kleines Raise mehr Value?
Gegen die Valuerange vom Button stacken wir off und seine Bluffingrange folden wir raus. Dass Villain seine Bluffingrange foldet ist aber nicht schlimm, denn von diesem Teil seiner Range hätten wir kein Value mehr bekommen, da er nicht noch einmal blufft wenn ihn zwei Spieler callen.

Gegen die made Hands vom Small Blind geht es auf Blanks am River auch rein wenn wir ihn am Turn klein raisen. Wenn wir shoven wir es aber sehr viele seiner Draws noch callen und sehr wenig folden. Wir maximieren somit unseren Value gegen diesen Part seiner Range.

Jedoch könnte es sein dass wenn wir klein raisen ein Aktionkiller rivert (Diamonds, K, Q, 8). Worauf wir kein Payoff mehr von Teilen der Valuerange bekommen, z.B. JT. Dies trifft auf beide Ranges zu.
Deshalb bevorzuge ich den Shove gegenüber einem kleinen Raise.


Antwort
Zitat

Wie wird man so ein Kraftberg von Pokerspieler der alle crusht?
Durch Training!

Von wem können wir als Pokerspieler am besten lernen wie man am effektivsten trainiert? Von Profi-Sportlern.

Wie trainieren Profi-Sportler?

1) Sie trainieren nach einem Plan
2) Sie trainieren jeden Tag spezifisch einen oder mehrere Bereiche ihres Körpers (spezifische Muskelgruppen, Drills, Techniken, etc.)
3) Sie trainieren in bestimmten Phasen:
- Aufwärmen
- Trainieren
- Cooldown (Dehnen, etc.)

4) Sie sorgen für ausreichend Erholung zwischen ihren Trainings (Schlaf, Ruhe, etc.)

Wie sieht das ganze als Pokerspieler aus?

1) Wir trainieren nach einem Plan:
Wir lösen einen Spot langsam Schritt für Schritt auf bis wir alle Puzzleteile für unseren Gameplan haben:

z.B.: siehe arnes post unter mir

2) Wir trainieren einen spezifischen Spot:
- wir sagen uns: heute konzentriere ich mich besonders auf Spot xy (z.b. siehe arnes post) und nicht: heute gehe ich mal ein paar interessante Hände durch... Wir trainieren einen ganz bestimmten Spot bis wir diesen perfekt beherrschen und nehmen uns dafür ausreichend Zeit, nur so können wir langfristig Schritt für Schritt besser werden.

3) Wir trainieren in Phasen:
- Aufwärmen:Holdemmanager und weitere Hilfsprogramme starten.
- Trainieren: Spot durchgehen
- Cooldown: Cliffs + Faustformeln aufschreiben (wichtigste Erkentnisse: Wie kann ich diese am Pokertisch umsetzten? Wo brauche ich diese) und to dos fürs nächste mal Spielen festlegen

4) Sorgen für ausreichend Erholung: Schlaf, regelmäßiger Rythmus, Ernährung, etc. etc.

Vom Training zur Praxis:

Wie können wir unsere Erkentnisse jetzt an den Pokertisch bringen und dort umsetzten?

1) Wir nehmen unsere Cliffs (siehe 3: cooldown) zu Hand, lesen sie, gehen nochmal alles schnell im Kopf durch und legen den Notizzettel neben uns hin ( oder auf den anderen Bildschirm, wie ihr wollt)
2) Wir spielen und versuchen dabei besonders auf den trainierten Spot zu achten und unsere neuen Erkentnisse einzusetzten
3) Nach dem Spiel analysieren wir alle Hände die zu dem Spot passen und versuchen zu beurteilen inwieweit wir unsere neuen Erkentnisse eingesetzt haben.

PS.: das Ganze ist frei nach Jarend Tendlers Process-Model (siehe sein Buch), hier ein Video dazu von ihm:

!


Antwort
Zitat
KTU Themenstarter
KTU
Beigetreten: 24.01.2007
Elite Grinder

Mir gefällt dieses Vorgehen:

Sich auf einen Aspekt zu konzentrieren und dann üben, üben, üben!

Heute:
Ranges in Handkombinationen verstehen

Wenn man starken Spielern zuhört, dann schnappt man häufig Gespärchsfetzen auf wie
"jo, denk schon, dass alle du Tx noch bluffen kannst, sind doch höchstens 20 Kombos von 400 und du hast auch mehr [...]"

Das heißt um wirklich seine Range zu spielen und nicht nur so Pseudo zu sagen: "Ich kann hier folden, weil ich ja noch KQ in der Range hab und damit nicht bluffbar bin", sind die richtig guten Spieler auf Handkombinations - Ebene angekommen.

Dafür haben wir heute mal angefangen eine UTG Range auf verschiedenen Boardtexturen zu analysieren:


Das ist natürlich nur eine von vielen möglichen Ranges, die man als Startpunkt für das exploitive Justieren seiner Range benutzt. In der Gruppe hatte auch jeder seine individuelle UTG Default - Range.
Das Interessantste aus der Diskussion um die UTG Range war:
KTs > ATo, weil die Toppairs die gleiche relative Handstärke haben. (everyoneissolid)

Jetzt ging es darum diese Range schnell auf bestimmten Boardtexturen zu verstehen. Versucht die folgenden Fragen im Kopf zu überschlagen.

Wieviele Kombos hat diese Range?

Mit wievielen Kombos treffen wir ungefähr einen Flushdraw? Auf welcher Boardtextur verändert sich #Flushdraws (bedeutet Flushdraw - Kombos) gravierend?

Mit wievielen Komobs treffen wir ein Set?

Wieviele #Toppairs machen wir auf

A :club:6 :heart:4 :spade: ?

und auf

K :diamond: 3 :spade:9 :club:?

Wie sieht's auf

Q :diamond: 3 :spade:9 :club: aus?

und zu guter letzt:

T74r?

Fülle die folgende Tabelle aus:

A :club: K :spade: T :heart:

#Sets:
#2Pairs:
#Toppairs:
#Straight:

Wieviele Kombos sind das ingesamt von unserer Range?

Nicht aufgeben, noch ein paar Aufgaben und du bist durch mit dem Post!

8h9h4s

#Toppairs :
#Flushdraws :
#OESDs:
#Sets&2Pairs:
--------------------------
#gesamt ?

Und um Deutschlands am härtesten trainierende Coachinggruppe zu werden, sind das die Hausaufgaben:

Muss jeder seinen Gameplan in den entsprechenden Komobs auf folgenden Boards festlegen:

Jeder Teilnehmer muss eine Range auf verschieden Boards wie oben analyiseren und dann auch noch seine Lines festlegen mit bestimmten Teilen der Range für einen konkreten Spot.

Das sind die Boards:

A :club: T :spade: T :heart:

T :heart:7 :club:8 :diamond:

2 :heart:3 :heart:4 :heart:

5 :diamond:K :spade:Q :spade:

:heart:T :heart:4 :spade:

und Markus spielt dabei fiktiv gegen mich. Er muss seine BTN Minraise - Range gegen meine 30% Callingrange im BB spielen.

Daniel hat leider keinen Trainingsparter und muss seine CO Openraising Range gegen ein Flat vom BTN auf den Boards spielen.

Ansonsten 3bettet Christian noch Martin BB vs BTN und hier müssen beide ihre Ranges festlegen.

Kann jedem nur empfehlen sowas mehr und mehr zu üben. Denkt immer dran: Die Sachen sind meistens nur am Anfang schwer und werden mit Routine immer einfacher und denkt immer dran: Eines Tages erreicht man vielleicht sein Traumziel und

kann seine Range stets perfekt spielen
_love: _love: _love: _love:


Antwort
Zitat

meinst du mit perfekte range in jedem spot gebalancet zu sein?


Antwort
Zitat
KTU Themenstarter
KTU
Beigetreten: 24.01.2007
Elite Grinder

nein. Auf keinen Fall.

Den maximalen Erwartungswert erzielt man mit einem exploitve Gameplan. Der beinhaltet Frequency - Gedankengut auf Leaks angewandt!


Antwort
Zitat

sollte man readless nicht einen gameplan haben, der generelle leaks exploitet, aber im allgemeinen ziemlich nahe am optimum ist und dann je nach leaks sofort zu adapten/exploiten?


Antwort
Zitat

ich weiß nicht was KTU genau meint, aber ich kann mal sagen, was meiner Ansicht nach die Vorteile sind wenn man seine Range und deren Zusammensetzung in bestimmten Spots kennt:

- du weißt wie groß deine toprange / middlerange / bottomrange ist
- du weißt daher welche hände und daher mit welcher frequenz du bet/callen bet/folden check/folden check/raisen etc. kannst ohne exploitet zu werden bzw. deinen Gegner exploiten,
- du weißt das gleiche über deinen Gegner und kannst Frequency-Leaks bei ihm exploiten, weißt welche baords er wie oft hittet und kannst bestimmte texturen deshalb floaten/bluffraisen etc.

Beispiel:

wir openraisen UTG mit der von KTU angenommenen Range und Button callt, das Board ist A72r,
wir wissen aufgrund unsere Kombo-Analyse, dass wir hier:
- zu 38% Toppair oder besser floppen
- zu 3,3% 2ndpair (78s,76s)
- zu 15% einen backdoorfdraw
- zu 42% einen backdoorgutshot bzw. backdooroesd

und schon haben wir natürliche barrelfrequencies am turn wenn wir das wollen. Wir barreln flushdraws und straightdraws am Turn wenn Villain den Flop weit callt.

Durch die Kentniss unserer Range wissen wir auch wie wir auf vermehrte Raises am Flop reagieren können, wir wissen einen wie großen Teil unserer Range wir folden können ohne groß exploitet zu werden, wir wissen mit einem wie großen Teil unserer Range wir offstacken können. Wir wissen wie viele Kombos wir bluffen können und welche, etc.

Wir wissen dies alles auch über Villain: wir wissen, wie oft er Toppair hittet, wir wissen einen wie großen Teil seiner Range er gegen ein Raise folden muss, etc.

Dadurch kannst du natürlich durch genaues mathematisches Wissen perfekt gebalanct sein aber auch bewusst unbalanced und weißt wie und wo du wen dadurch exploitet, wie du deine Range veränderst etc.

Wenn jemandem noch weitere Vorteile einfallen oder Anwendungen dieses Wissens, dann immer nur her damit!! :)


Antwort
Zitat

Original von Shove
sollte man readless nicht einen gameplan haben, der generelle leaks exploitet, aber im allgemeinen ziemlich nahe am optimum ist und dann je nach leaks sofort zu adapten/exploiten?

Das ist ein sinnvoller Ansatz, aber nur wenn unsere exploits bzw. die Frequenz mit der wir diese anwenden nicht zu weit vom spieltheoretischen Optimum abweicht, weil wir dadurch sehr schnell selbst exploitable werden. Weiters finde ich, dass nur sinnvoll wenn wir von sehr weit verbreiteten also häufigen Tendenzen ausgehen wie z.b. der Tatsache das quasi jeder Reg den Button weit öffnet und wir daher viel 3xbetten werden. Je seltener in der Grundpopulation eine gewisse Tendenz auftritt desto gefährlicher wird dein vorgeschlagener Ansatz.


Antwort
Zitat
Maskoe
Beigetreten: 08.11.2009
Oldschool Grinder

Versteh das ganze mit dem exploitive gameplan nicht. was hat es mit dem exploiten meiner gegner zu tun, wenn ich nur auf meine eigene range achte? Exploiten ist das ausnutzen der gegnerischen (frequenz)leaks.

Dass das alles sinn macht, sich anzugucken wie bestimmte ranges auf bestimmten boardtexturen hitten, bestreite ich ja garnicht. Ich finde nur die formulierung immer n bisschen komisch, weil du alles doch irgendwie auf Balancing zurückführst, dann aber immer wieder sagst, es geht nicht primär um balancing.


Antwort
Zitat

was hat es mit dem exploiten meiner gegner zu tun, wenn ich nur auf meine eigene range achte? Exploiten ist das ausnutzen der gegnerischen (frequenz)leaks.

exploiten heißt immer ausrichten und verändern der eigenen range, also hat das sehr viel mit unserer range zu tun. Außerdem hilft es immer den balance-punkt zu kennen um dann gezielt abzuweichen.


Antwort
Zitat
KTU Themenstarter
KTU
Beigetreten: 24.01.2007
Elite Grinder

Original von Maskoe
Versteh das ganze mit dem exploitive gameplan nicht. was hat es mit dem exploiten meiner gegner zu tun, wenn ich nur auf meine eigene range achte? Exploiten ist das ausnutzen der gegnerischen (frequenz)leaks.

Dass das alles sinn macht, sich anzugucken wie bestimmte ranges auf bestimmten boardtexturen hitten, bestreite ich ja garnicht. Ich finde nur die formulierung immer n bisschen komisch, weil du alles doch irgendwie auf Balancing zurückführst, dann aber immer wieder sagst, es geht nicht primär um balancing.

hi,

Das ist immer das Konzept.
Die Grundidee ist sich in einem Standard - Gameplan Gedanken darüber zu machen, was es eigentlich heißt seine Range vernünftig zu spielen. Sieht man Villain dann seine Range unvernünftig spielen, so überlegt man sich wie man Geld daraus machen kann.

Der Standard Gameplan darf schon exploitive Tendenzen haben. Man sollte es nicht übertreiben, aber natürlich darf man auf common massenleaks direkt adapten.

Balancing und Gameplan haben nicht so viel miteinander zu tun, wie die meisten denken. Festzulegen welche Teile seine Range man gerne barrelt, callt usw. sollte nicht pauschal blanced passieren, insbesondere dann nicht wenn man exploitive spielt, was ja ingame meist der Fall ist.


Antwort
Zitat
KTU Themenstarter
KTU
Beigetreten: 24.01.2007
Elite Grinder

Heute abend ist übrigens Platin Coaching. Das Hauptthema wird "Denken in Handkombinationen sein", aber wenn ihr spezielle Wünsche habt, postet einfach hier.

Ansonsten können wir noch etwas über SB Defense vs CO Openraising sprechen.

Beim Platin - Coaching ist es dieses mal nicht erlaubt Equilab im Hintergrund zu benutzen, weil es mir vor allem um den praktischen Aspekt geht.

Wenn ich bei einem User durch dessen Antworten das Gefühl hab, dass er cheatet, werde ich ihn mit meiner Vodoo Puppe verfluchen!


Antwort
Zitat

ich würde gerne irgendwelche sick weiten ranges gegeneinanderspielen damit das kombos schätzen auch spaß macht , sowas wie BUminopen vs BB-call oder so :)

aja und noch was zum thema training, supernices motivierendes video:


Antwort
Zitat

Da alles was hier zum Thema Training gepostet wurde sich mit dem A-game, also unserem besten Spiel befasst hat, will ich hier was zum Thema C-Game-Training posten. Das ganze ist frei nach eigenen Gedanken und v.a. Jared Tendlers Buch/Videos/Podcasts und meiner Meinung nach sollte JEDER alles von Jared Tendler Gesagte/Geschrieben einsaugen, verinnerlichen und anwenden.

Was ist unser C-Game?
In dem Spiel JEDES Pokerspielers existiert IMMER eine Range: manchmal spielen wir unser bestes Game (A-Game), manchmal eine Spur schlechter, halbfokkusiert, gelangweilt,etc. (B-Game) und manchmal tilten wir und spielen unser (C-Game). Der Unterschied zwischen A-Game und unseren weiteren "Niveaus" ist von Spieler zu Spieler unterschiedlich groß. Je kleiner der Unterschied umso besser: wir verlieren weniger wenn wir unser C-game spielen, bzw. wir gewinnen nur eine Spur weniger bb/100 als wir mit unserem A-game gewinnen.


Wichtige Fakten über unser C-Game:

- Unser C-Game kann genauso trainiert werden wie unser A-Game und wir können es verbessern
- Wir werden immer ein C-Game haben, es existiert IMMER eine Range im Game JEDES Pokerspielers
- Unser C-Game heute ist genauso wie unser A-Game heute besser als unser C-Game / A-Game vor 2 Jahren.
- Wir müssen gleiches mit gleichem messen: unser C-Game heute mit unserem C-Game vor 1 Jahr und nicht unser C-Game heute mit unserem A-Game heute.
- Wir müssen unsere gesamte Range trainieren und nicht nur unser A-Game, ansonsten wir unser Schlimmstes Game immer schlechter und unser bestes Game immer besser.
- Unser C-Game hilft uns zu sehen was wir "im Schlaf" bzw. unter immensem Druck (Super-Aggro-Tilt) beherrschen: diese Dinge müssen wir uns nie wieder anschauen, weil wir diese Fehler nicht machen. Beispiel: wir openfolden 72o aus EP EGAL wie tiltet wir sind.
- NIEMAND spielt IMMER sein A-Game und als Ziel zu haben dies zu schaffen ist UNMÖGLICH, alles was wir tun können ist unser C-Game Schritt für Schritt zu verbessern.

Warum sollten wir unser C-Game trainieren?

- Je mehr wir über unser C-Game wissen, je genauer wir es kenner und erkennen und desto besser unser C-game wird desto mehr bb/100 können wir erzielen wenn wir tilten.
- Je besser wir unser C-Game kennen, desto besser können wir Maßnahmen dagegen treffen
- je besser unser C-Game wird desto mehr Dinge haben wir quasi für immer gelernt und brauchen uns mit diesen nicht mehr zu beschäftigen.
- je besser unser C-Game wird desto besser wird unser gesamtes Game: A-Game und C-Game sind miteinander verbunden: Wenn wir etwas ohne Nachdenken beherrschen setzt das Ressourcen in unserem Hirn frei: wir können über andere Dinge nachdenken (unser A-Game) und brauchen quasi automatische Entscheidungen nicht mehr zu hinterfragen und bewusst im Kopf zu haben. Unser Arbeitsgedächtnis hat nur begrenze Kapazitäten.


Wie können wir unser C-Game trainieren?

Schritt 1) C-Game erkennen und analysieren: Schreib dir auf woran du dein C-Game erkennst (Wie fühle ich mich? Woran denke ich? Was für Poker-technische Fehler mache ich?)
Schritt 2) Spickzettel anlegen: Schreib dir deine Fehler auf, Schreib dir auf wie du diese korrigierst (Pokertechnische Fehler, Mindset-Fehler, etc.)

Beispiel von einem Spick-Zettel den ich vor kurzem angelegt habe:

Spoiler

Greatest Weaknesses and how to correct them:
- acting too quickly
Correction: Take at least 5 secs for EVERY decision and if you don’t have that much time close tables until you do
- playing too many tables
Correction: reduce tables until you have at least 5secs for EVERY decision
- openraising too much: CO: a2o-a7o, EP/MP: suited gappers, suited 2gappers, offsuit broadways other than kqo
Correction:
take a deep breath and consider:
- who is in positon: is he 3xbethappy/callhappy/aggro postflop? Stacksizes? Fishes?
- who is out of position: is he 3xbethappy/callhappy/aggro postflop? Stacksizes? Fishes?

EP: 22+,A2s+,KTs+,QTs+,JTs,T9s,98s,87s,76s,65s,54s,AJo+,KQo
MP: 22+,A2s+,KTs+,QTs+,J9s+,T8s+,98s,87s,76s,65s,54s,ATo+,KJo+
CO: 22+,A2s+,K8s+,Q8s+,J8s+,T8s+,97s+,86s+,75s+,64s+,54s,A9o+,KTo+,QTo+

- calling too much: suited gappers/2gappers, low suited connectors, offsuit broadways,
Correction:
Take a deep breath and consider:
- What ist he openraisers range?
- How does he play postflop? Is he Barrelhappy? Can you Float him? Can you bluffraise him?
- Are there squeezers behind?
- Are there fishes likely to overcall?
-
- 3xbetting too much:
Correction:
Take a deep breath and consider:
- What is his openraising-range?
- How much does he fold/call vs 3xbets?
- How is my Image: Did i 3xbet alot? Did i play aggro?
- Is this Hand faring well against his 3xbet-calling-range?
- How does he play postflop? Does he fold Flop/Turn alot?

- Calling too many 3xbets:

Correction:

Take a deep breath and consider:
- My opponents 3xbetting-range
- the playabilit of my hand against my opponents range
- How does he play postflop? Is he Barrelhappy? Is he one and done?
- my Image

- Barreling and Raising too much:

Correction:

Take a deep breath and consider:
- My opponents prefloprange
- My opponents Folding/Calling-range
- My Image
- Possible Barrelcards +FE on future streets: How many Cards can i barrel? Are they scarecards for my opponents range?

- calling too much postflop:

Correction:

Take a deep breath and consider:
- My opponents prefloprange
- My opponents Betsizing
- My opponents Flopcbetting / Turncbetting / Rivercbetting –Range
- My own perceived Range: Which Hands does he expect me to call / fold
- My Image

Schritt 3) Nütze dein Wissen: Wenn du erkennst, dass du dein C-Game spielst (hier ist Schritt 1 wichtig: woran erkenne ich, dass ich mein C-Game spiele) hol deinen Spickzettel hervor und versuche deine häufigsten Fehler zu vermeiden
Schrit 4) Evaluiere dein Spiel: Schreibe dir auf inwieweit du es geschafft hast deine häufigsten Fehler zu vermeiden und wo du neue Fehler entdeckt hast,
Schritt 5) RINSE AND REPEAT

FAZIT:
Tilt ganz aus seinem Spiel zu verbannen ist eine Illusion: Alles was man tun kann ist sein Tilt-Game zuverbessern und das erfordert harte Arbeit und muss trainiert werden, genauso wie unser A-Game.


Antwort
Zitat
sanja200
Beigetreten: 02.12.2006
Elite Grinder

Original von grrgrrbla
Da alles was hier zum Thema Training gepostet wurde sich mit dem A-game, also unserem besten Spiel befasst hat, will ich hier was zum Thema C-Game-Training posten. Das ganze ist frei nach eigenen Gedanken und v.a. Jared Tendlers Buch/Videos/Podcasts und meiner Meinung nach sollte JEDER alles von Jared Tendler Gesagte/Geschrieben einsaugen, verinnerlichen und anwenden.

Was ist unser C-Game?
In dem Spiel JEDES Pokerspielers existiert IMMER eine Range: manchmal spielen wir unser bestes Game (A-Game), manchmal eine Spur schlechter, halbfokkusiert, gelangweilt,etc. (B-Game) und manchmal tilten wir und spielen unser (C-Game). Der Unterschied zwischen A-Game und unseren weiteren "Niveaus" ist von Spieler zu Spieler unterschiedlich groß. Je kleiner der Unterschied umso besser: wir verlieren weniger wenn wir unser C-game spielen, bzw. wir gewinnen nur eine Spur weniger bb/100 als wir mit unserem A-game gewinnen.


Wichtige Fakten über unser C-Game:

- Unser C-Game kann genauso trainiert werden wie unser A-Game und wir können es verbessern
- Wir werden immer ein C-Game haben, es existiert IMMER eine Range im Game JEDES Pokerspielers
- Unser C-Game heute ist genauso wie unser A-Game heute besser als unser C-Game / A-Game vor 2 Jahren.
- Wir müssen gleiches mit gleichem messen: unser C-Game heute mit unserem C-Game vor 1 Jahr und nicht unser C-Game heute mit unserem A-Game heute.
- Wir müssen unsere gesamte Range trainieren und nicht nur unser A-Game, ansonsten wir unser Schlimmstes Game immer schlechter und unser bestes Game immer besser.
- Unser C-Game hilft uns zu sehen was wir "im Schlaf" bzw. unter immensem Druck (Super-Aggro-Tilt) beherrschen: diese Dinge müssen wir uns nie wieder anschauen, weil wir diese Fehler nicht machen. Beispiel: wir openfolden 72o aus EP EGAL wie tiltet wir sind.
- NIEMAND spielt IMMER sein A-Game und als Ziel zu haben dies zu schaffen ist UNMÖGLICH, alles was wir tun können ist unser C-Game Schritt für Schritt zu verbessern.

Warum sollten wir unser C-Game trainieren?

- Je mehr wir über unser C-Game wissen, je genauer wir es kenner und erkennen und desto besser unser C-game wird desto mehr bb/100 können wir erzielen wenn wir tilten.
- Je besser wir unser C-Game kennen, desto besser können wir Maßnahmen dagegen treffen
- je besser unser C-Game wird desto mehr Dinge haben wir quasi für immer gelernt und brauchen uns mit diesen nicht mehr zu beschäftigen.
- je besser unser C-Game wird desto besser wird unser gesamtes Game: A-Game und C-Game sind miteinander verbunden: Wenn wir etwas ohne Nachdenken beherrschen setzt das Ressourcen in unserem Hirn frei: wir können über andere Dinge nachdenken (unser A-Game) und brauchen quasi automatische Entscheidungen nicht mehr zu hinterfragen und bewusst im Kopf zu haben. Unser Arbeitsgedächtnis hat nur begrenze Kapazitäten.


Wie können wir unser C-Game trainieren?

Schritt 1) C-Game erkennen und analysieren: Schreib dir auf woran du dein C-Game erkennst (Wie fühle ich mich? Woran denke ich? Was für Poker-technische Fehler mache ich?)
Schritt 2) Spickzettel anlegen: Schreib dir deine Fehler auf, Schreib dir auf wie du diese korrigierst (Pokertechnische Fehler, Mindset-Fehler, etc.)

Beispiel von einem Spick-Zettel den ich vor kurzem angelegt habe:

Spoiler

Greatest Weaknesses and how to correct them:
- acting too quickly
Correction: Take at least 5 secs for EVERY decision and if you don’t have that much time close tables until you do
- playing too many tables
Correction: reduce tables until you have at least 5secs for EVERY decision
- openraising too much: CO: a2o-a7o, EP/MP: suited gappers, suited 2gappers, offsuit broadways other than kqo
Correction:
take a deep breath and consider:
- who is in positon: is he 3xbethappy/callhappy/aggro postflop? Stacksizes? Fishes?
- who is out of position: is he 3xbethappy/callhappy/aggro postflop? Stacksizes? Fishes?

EP: 22+,A2s+,KTs+,QTs+,JTs,T9s,98s,87s,76s,65s,54s,AJo+,KQo
MP: 22+,A2s+,KTs+,QTs+,J9s+,T8s+,98s,87s,76s,65s,54s,ATo+,KJo+
CO: 22+,A2s+,K8s+,Q8s+,J8s+,T8s+,97s+,86s+,75s+,64s+,54s,A9o+,KTo+,QTo+

- calling too much: suited gappers/2gappers, low suited connectors, offsuit broadways,
Correction:
Take a deep breath and consider:
- What ist he openraisers range?
- How does he play postflop? Is he Barrelhappy? Can you Float him? Can you bluffraise him?
- Are there squeezers behind?
- Are there fishes likely to overcall?
-
- 3xbetting too much:
Correction:
Take a deep breath and consider:
- What is his openraising-range?
- How much does he fold/call vs 3xbets?
- How is my Image: Did i 3xbet alot? Did i play aggro?
- Is this Hand faring well against his 3xbet-calling-range?
- How does he play postflop? Does he fold Flop/Turn alot?

- Calling too many 3xbets:

Correction:

Take a deep breath and consider:
- My opponents 3xbetting-range
- the playabilit of my hand against my opponents range
- How does he play postflop? Is he Barrelhappy? Is he one and done?
- my Image

- Barreling and Raising too much:

Correction:

Take a deep breath and consider:
- My opponents prefloprange
- My opponents Folding/Calling-range
- My Image
- Possible Barrelcards +FE on future streets: How many Cards can i barrel? Are they scarecards for my opponents range?

- calling too much postflop:

Correction:

Take a deep breath and consider:
- My opponents prefloprange
- My opponents Betsizing
- My opponents Flopcbetting / Turncbetting / Rivercbetting –Range
- My own perceived Range: Which Hands does he expect me to call / fold
- My Image

Schritt 3) Nütze dein Wissen: Wenn du erkennst, dass du dein C-Game spielst (hier ist Schritt 1 wichtig: woran erkenne ich, dass ich mein C-Game spiele) hol deinen Spickzettel hervor und versuche deine häufigsten Fehler zu vermeiden
Schrit 4) Evaluiere dein Spiel: Schreibe dir auf inwieweit du es geschafft hast deine häufigsten Fehler zu vermeiden und wo du neue Fehler entdeckt hast,
Schritt 5) RINSE AND REPEAT

FAZIT:
Tilt ganz aus seinem Spiel zu verbannen ist eine Illusion: Alles was man tun kann ist sein Tilt-Game zuverbessern und das erfordert harte Arbeit und muss trainiert werden, genauso wie unser A-Game.

Erst einmal danke für diese Post.
Ich habe eben eine Session gespielt und ich bin krass muede. Mir ist aufgefallen das ich fehler gemacht habe und zb nicht gut for value gebetet habe, schlechte 3bet calls gemacht habe und noch einiges mehr. Hab gottseidank insta gequittet :) ABER ich glaube muede zu pokern ist nicht C game oder? ich mein das abzustellen ist ja easy, einfach nicht muede pokern. Oder kann man sowas auch trainieren? gibts da iwelche infos zu?


Antwort
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Original von sanja200
Erst einmal danke für diese Post.
Ich habe eben eine Session gespielt und ich bin krass muede. Mir ist aufgefallen das ich fehler gemacht habe und zb nicht gut for value gebetet habe, schlechte 3bet calls gemacht habe und noch einiges mehr. Hab gottseidank insta gequittet :) ABER ich glaube muede zu pokern ist nicht C game oder? ich mein das abzustellen ist ja easy, einfach nicht muede pokern. Oder kann man sowas auch trainieren? gibts da iwelche infos zu?

witzig, dass du genau das fragst. Hab genau dazu was geschrieben gehabt und es dann wieder gelöscht, weil der post zu lang wurde . Also:

Wie unser Aktivationsniveau unsere Leistung beeinflusst:
Je müder wir sind wenn wir spielen, desto schlechter wird unser Game (bis his zu C-Game). Je stärker aktiviert wir sind (je emotionaler, "wacher",etc) desto besser wird unser Game, bis hin zu einem gewissen Punkt ab dem wir zu emotional werden und unser Spiel wieder leidet bis hin zu, im extremsten Fall, Tilt bzw. C-Game.
Der Zusammenhang zwischen Leistung und Aktivationsniveau (mann kann genauso Erregungsniveau oder Anspannung sagen) wurde bereits früh von den 2 Psychologen Yerkes und Dodson als umgekehrt u-förmige Kurve beschreiben (s.u.). Dieser Zusammenhang gilt natürlich nicht nur für Poker:

Wie hilft uns das beim Pokern?
1) unser A-Game ist quasi die Spitze der Kurve, leicht versetzt nach links oder rechts befindet sich unser B-Game (wir sind nicht 100% fit/müde, oder wir sind ein bisschen zu aufgeregt/nervös/verärgert). Deutlich versetzt nach links und rechts befindet sich unser C-Game (wir sind sehr müde, oder wir sind sehr aufgeregt/nervös/verärgert/ oder wie auch immer emotional). Das heißt zu starke Abweichungen in BEIDE Richtungen sind schlecht: fadisiertes / müdes Autopiloten und überaktiviertes superemotionales Tilt-Poker bzw. alles dazwischen.
2) Wenn wir merken, dass wir zu sehr vom Optimum abweichen (also der Spitze der Kurve), dann müssen wir etwas unternehmen (siehe Schritte 1-5 gegen C-Game): d.h. wir müssen es erkennen und etwas dagegen unternehmen, sei es Kaffe trinken/schlafen weil wir zu müde sind oder durchatmen/meditieren oder was auch immer weil wir zu aufgeregt sind.
3) Die "live" Durchführung des Prozesses von den tieferen Punkten der Kurve wieder hochzuklettern ist langsam und nicht einfach. Erst durch vieeeel Training können wir es schaffen unser Game schneller wieder zu regenerieren und von B/C-Game wieder zu unserem A-Game zu finden. Aber das ganze ist eher ein schrittweises "hochkriechen": wir arbeiten uns Stück für Stück von C- zu C+ zu B-.... etc. hoch um dann letztlich bei unserem A-Game zu landen. Je früher wir Abweichungen in unserem Spiel vom Optimum erkennen und etwas dagegen unternehmen, desto schneller und einfach können wir wieder zu unserem A-Game finden. Wenn wir bereits auf Super-Aggro-TilT sind, also super-emotional, bleibt uns oft nichts anderes mehr übrig als zu quitten: unser Game zu "recovern" ist unmöglich geworden. Deshalb ist Schritt 1) des Prozesses so wichtig: (möglichst frühes) ERKENNEN.

@sanja200: ob du so müde warst, dass du dein B-Game oder gar dein C-Game gespielt hast musst du wissen, die Definition ist für jeden unterschiedlich und jeder zeigt ein anderes B/C-Game. Wichtig ist, dass du nicht dein A-Game gespielt hast. Also würde ich Schritte 1-5 durchspielen, damit du in Zukunft deine Fehler (nicht gut for value gebetet habe, schlechte 3bet calls gemacht habe und noch einiges mehr) vermeiden kannst und es schaffst die Kurve wieder "hochzuklettern".


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