Klar versteh ich auch was Renne meint. Aber dann kannst du genausogut sagen Profi-Fußball ist Fließbandarbeit. Die machen im Grunde - auf einer bestimmten Abstraktionsebene - auch immer das gleiche. Es geht aber darüber hinaus auch darum "das gleiche" besser zu machen als die Gegner. Außerdem ist die Vielfalt der Situationen im Poker doch dezent abwechslungsreicher als die Arbeit am Fließband.
Was mir im übrigen gerade aufgefallen ist... Je mehr Tische man Spielt, desto mehr muss man Situationen im Generellen verallgemeinern, um mit der Geschwindigkeit des Spiels mithalten zu können. Und je mehr man Situationen verallgemeinert, desto mehr ähnelt Poker wohl tatsächlich Fließbandarbeit, weil damit einhergehend die Vielfalt des Spiels verloren geht.
Je mehr du Situationen verallgemeinerst, desto niedriger wird deine Winrate beim Pokern außerdem sein, weil das gleichzeitig bedeutet dass du die individualität vieler Situationen und die möglichen exploits nicht bestmöglich erkennst (wenngleich auch gut genug, um eine gute Winrate zu erzielen). Dazu kommt, dass du dir als Pokerspieler deine Zeit frei einteilen kannst und nebenher beispielsweise Musik hören kannst usw.
Aber auch wenn ich verstehe woher der Vergleich kommt, finde ich ihn immernoch massiv unpassend. Geh mal zu nem Bandarbeiter bei Mercedes oder Audi oder BMW in Deutschland (Wo die Arbeitsbedingungen wohl noch vergleichsweise human sind) und frage ihn, was er von deinem kleinen Vergleich hält.
Trotzdem weiß ich deine Meinung sehr zu schätzen, Renne und sie hilft mir insofern sehr weiter, weil ich nun sehe dass ich doch lieber den Weg mit wenigen Tischen und einer höheren bb/100 winrate einschlagen werde, als den Weg mit einer möglicherweise höheren Hourly, auf dem aber der Spielspaß komplett flöten geht.