Bin schon wieder ein wenig depri.
Eben auf einen Blog im Reise-/Auslandsforum gelesen. Da ist einer, der sogar aus der gleichen Stadt wie ich kommt, auf einer Weltreise.
Hier der Link zu seinem FB Blog:
!/chrisontour84
Bin ziemlich neidisch auf Ihn, aber im positiven Sinne gemeint. Würde so etwas auch gerne machen. Gibt zwar einige Länder die mich nicht interessieren, aber der Rest von der Welt, den würde ich mir gerne anschauen.
Finde solche Leute wie Ihn sowieso cool, weil Sie einfach das machen, wovon andere immer nur reden. Und wenn man diese Leute dann fragt, warum Sie es nicht auch machen, bekommt man fast immer die gleichen Ausreden.
"Das mache ich wenn ich nicht mehr arbeiten muss und Zeit habe"
"Das mache ich in meinem nächsten Leben" (sowas hört man meistens von 40-50 jährigen)
"Habe kein Geld für sowas"
"Ich bekomme keinen Urlaub und muss zu viel arbeiten" (Und am Ende vom Leben hat man nur gearbeitet um sich seinen Sarg und eine schöne Beerdigungszeremonie zu leisten)
Ich verstehe nicht, wie solche Menschen Ihr Leben leben können.
Hatte z.B, genau so einen Fall vor 2 Wochen in meiner Bekanntschaft.
Da ist der Vater von einem früheren Schulkammeraden/Freund gestorben.
Der hat nur gearbeitet. Seinen normalen Job bei der Bahn, Fahrer bei einer Umzugsfirma, Bauernhof bei seinem Bruder und an freien Tagen stand er im Wald und hat Holz gemacht oder anderen Bekannten/Freunden bei Heimarbeiten geholfen.
Der war nie daheim und wenn doch war er zu fertig und saß vorm Fernseher und hatn Bier getrunken.
Und nun kommt der ganze Witz bei der Sache. Er hat für sein Leben gerne gearbeitet und jedem geholfen, der Ihm um Hilfe gebeten hat. Als dann Kirche und Beerdigung war habe ich gedacht, das eigentlich das halbe Dorf anwesend sein müsste, da er wohl fast jedem schon einmal irgendwie geholfen hatte. Aber es waren so wenige Menschen da, wie auf fast keiner anderen Beerdigung.
Nicht einmal im privaten Umfeld wird einem gedankt, wenn man einem seine Hilfe anbietet.
Und ich sehe so viele, die tagein tagaus Ihren gleichen gewohnten monotonen Tagesablauf runterspulen ohne jegliche Veränderung. Die größte Veränderung die diese Menschen haben ist wohl die abendliche Frage, was man denn im TV schauen soll.
Ich will ja auch keinem vorschreiben, wie er sein Leben zu leben hat, aber man sollte doch irgendwas machen/finden, was seinem Leben einen Sinn ergibt.
Es gibt so unzählig viele, die gehen morgens zur Arbeit und kommen abends heim. Dann essen sie etwas, machen vielleicht noch ein paar Haus-/Gartenarbeiten und setzen sich vor den Fernseher/PC und verbringen da die Zeit bis sie schlafen gehen. Am Wochenende ruhen Sie sich dann von der Arbeitswoche aus und verlängern eigentlich nur die Zeit, wo Sie unter der Woche nach der Arbeit heimkommen.
Oder ticke ich vielleicht anders und bin der Unnormale in meiner Weltanschauung?
Und viele Menschen sind einfach so extrem kompliziert. Das fängt ja schon damit an, wenn man jemanden kennen lernt und ein Treffen vereinbaren will.
Z.B. hat mich letzte Woche Montag eine auf FB angeschrieben, ob ich Sie noch kennen würde. Ich hatte Sie ungefähr vor 10-12 Jahren über den Arbeitskollegen von meinem Vater kennengelernt. Wir waren damals mit beiden Familien auf einer Eisbahn. Sie war aber nur die Enkelin des Arbeitskollegen. Wir waren in zwei aufeinanderfolgenden Wintern auf der Eisbahn.
Habe dann mit Ihr länger geschrieben und da ich es immer ätzend finde viel zu schreiben und lieber rede habe ich Sie nach einem Treffen gefragt. Wir also beide den Terminkalender abgecheckt und direkt für den nächsten Tag (Dienstag) einen Treffen ausgemacht.
War erstaunt, dass es noch jemanden gibt, der so offen und unkompliziert ist wie ich.
War dann auch ein schönes Treffen, haben uns knapp drei Stunden über Gott und die Welt unterhalten.
Es gibt für mich also doch noch Hoffnung abseits der immer weiter abstumpfenden Gesellschaft auf interessante Menschen zu stoßen.