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Vom Grinder zum Anwalt (und zurück???)

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flowIIpoker
Beigetreten: 14.02.2007
PokerStrategist

also das gestern war echt toll.
samy war aber ein bisschen ruhig in den letzten minuten

hoffe der hat nich irgendwas am arsch, das er dies jahr noch bearbeiten muss (rechtlich)


Antwort
Zitat
f4bianG Themenstarter
f4bianG
Beigetreten: 05.09.2007
BlackMember

Original von PokerSpass
Bin heute auf folgende Kurz-Notiz gestossen:

Dauer-Onlinepokerspieler ist ein Verbraucher

Ein Pokerspieler der täglich viele Stunden online spielt und von den Gewinnen seinen Lebensunterhalt bestreitet, bleibt ein Verbraucher, wenn er die Tätigkeit nicht amtlich angemeldet hat oder Dritten als bezahlte Dienstleistung anbietet.

(EuGH, 10.12.2020 C-774/19 Personal Exchange Int.)

Weist du etwas über diesen Rechtsstreit, worum es da genau gegangen ist ?

Die Thematik hatten wir kurz im Podcast mit Paxis angesprochen. Ich könnte mir vorstellen, dass es um dieses Angebot geht:

https://wirholendeingeld.de

Ich schau mir das in den nächsten Wochen mal ausgiebig an. Sobald ich mehr darüber weiß, teile ich mein Wissen mit Euch.

Auf den ersten Blick klingt das Angebot natürlich oberheftig. Winnings bleiben, Verluste bei einzelnen Anbieter hole ich mir zurück. Ich bin noch ein wenig skeptisch, habe mich aber noch nicht in die Thematik eingelesen. Derartige Dienstleistungen befeuern natürlich den aktuellen Trend zu mehr Einschränkungen. Bin gespannt, was hinter diesem Angebot steckt.

Tipp vorab als Vorbereitung:

Holt Euch von Euren Pokerseiten eine Gewinnübersicht. Schreibt einfach den Pokeranbieter an. Bei Pokerstars nennt sich diese Übersicht "UserAudit". Stellt ihr eine Anfrage, erhaltet ihr eine detaillierte Übersicht über jeden Gewinn/Verlust im gesamten Veranlagungsjahr. Das sind bei Massgrindern teilweise unzählige Exceltabellen.


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Zitat
mihau
Beigetreten: 21.08.2005
PokerStrategist

Original von Paxis
Auch hier noch mal fettes Danke an Fabian für seine Zeit, Geduld und Expertise gestern beim Pokerstammtisch. Man merkt, dass er Ahnung von dem hat was er erzählt und es wahrscheinlich zur Zeit keinen besseren Anwalt in Deutschland/Österreich zum Thema Poker gibt :f_thumbsup:

Auch danke an Fallout86, Samy89 und allen Zuhörern die mit ihren Fragen den Stream bereichert haben.
So bald der Podcast bei uns Online ist werde ich ihn hier noch mal reinstellen.

Hier könnte ihre Werbung stehen:D


Antwort
Zitat
Coach
Paxis
Beigetreten: 01.11.2006
BlackMember
f4bianG Themenstarter
f4bianG
Beigetreten: 05.09.2007
BlackMember

Ich wünsch Euch allen ein erfolgreiches Jahr 2021!
Wir haben uns in den Feiertagen mal damit beschäftigt, ob Verluste beim Poker tatsächlich zurückgefordert werden können. Hintergrund war, dass wir auf den Anbieter
https://wirholendeingeld.de Blogbeitrag aufgearbeitet.


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Zitat
Safari
Beigetreten: 12.07.2006
PokerStrategist

Ein gesundes neues Jahr wünsche ich euch!

Hier wird meist von hohen (Turnier-)Gewinnen gesprochen, zumindest kommt es bei mir so an.
Wie sieht jedoch beim CG- und Zoomgrinder aus, dessen Ziel es ist sich monatlich durch sein Hobby (Leidenschaft) 450€, wie bei einem Minijob, zu verdienen und auszuzahlen. Welche Angaben sind hier zu tätigen, wobei natürlich die nicht ausgezahlte Online-BR höher liegen wird?
Oder etwas allgemeiner, ab welcher Gewinnhöhe ist es Interessant sich bei seinem FA zu melden und evtl eine weitere Stufe, sich zusätzlich professionelle Hilfe hierbei zu suchen?

Bin auch schon auf nächsten Montag und den Stammtisch mit Paxis gespannt. :f_thumbsup:


Antwort
Zitat
ElhombreAlleman
Beigetreten: 01.06.2017
Poker Player

solid first :megusta:


Antwort
Zitat
f4bianG Themenstarter
f4bianG
Beigetreten: 05.09.2007
BlackMember

Original von Safari
Ein gesundes neues Jahr wünsche ich euch!

Hier wird meist von hohen (Turnier-)Gewinnen gesprochen, zumindest kommt es bei mir so an.
Wie sieht jedoch beim CG- und Zoomgrinder aus, dessen Ziel es ist sich monatlich durch sein Hobby (Leidenschaft) 450€, wie bei einem Minijob, zu verdienen und auszuzahlen. Welche Angaben sind hier zu tätigen, wobei natürlich die nicht ausgezahlte Online-BR höher liegen wird?
Oder etwas allgemeiner, ab welcher Gewinnhöhe ist es Interessant sich bei seinem FA zu melden und evtl eine weitere Stufe, sich zusätzlich professionelle Hilfe hierbei zu suchen?

Bin auch schon auf nächsten Montag und den Stammtisch mit Paxis gespannt. :f_thumbsup:

Schau dir bitte im ersten Schritt dazu meine 9-teilige Videoserie auf www.graske.net/poker an.
Dort werden die wesentlichen Fragen beantwortet. Am Ende ist es immer wieder eine individuelle Entscheidung, ob Gewinne erklärt werden sollten oder nicht. Man kann aufgrund der Rechtsprechung einfach keine pauschale Auskunft geben, da das abhängig von diversen variablen ist:

Online oder Offline Poker
Gewinn pro Jahr
Hauptbeschäftigung (Angestellter / Unternehmer / Studium / Ausbildung
Cashoutverhalten

Diese pauschale Frage erhalte ich oft, aber ich kann keine pauschale Antwort geben, die auf alle Spieler zutreffen. Sollten im kommenden Jahr ähnlich viele Mandatsanfragen kommen, werden wir eine Onlineabfrage auf unserer Seite programmieren in der du ca. 10 - 15 Fragen beantwortest und als Ergebnis erhältst, ob du tätig werden musst, ob du eine Steuererklärung abgeben solltest bzw. ob es andere Möglichkeiten gibt. Aktuell lohnt sich das noch nicht, da der Aufwand für die Progammierung zu hoch ist. Aber ich halte es für realistisch, dass wir Ende 2021 diesen Service anbieten können.


Antwort
Zitat
f4bianG Themenstarter
f4bianG
Beigetreten: 05.09.2007
BlackMember

Gibt es unter Euch Pokerspieler, die Ihr Einkommen ausschließlich als Pokerspieler generieren und immer wieder das Problem haben, innerhalb und außerhalb Deutschlands Einkommensnachweise zu erbringen, z.B. für

Abschluss von Kreditverträgen
Abschluss von Mietverträgen
ect.

Falls ja, gebt mir mal ein Feedback. Wir haben in den letzten Wochen eine Lösung entwickelt. Am 11.01.2020 bin ich im PS.de Stream dabei, dann werde ich darüber berichten. Mich interessiert aktuell nur die Nachfrage, wieviele Spieler dieses Problem haben. Das gilt natürlich vor allem für diejenigen, die keine anderweitigen Einünften haben.


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Zitat
Coach
Paxis
Beigetreten: 01.11.2006
BlackMember

Hier noch 2 Fragen für morgen die unter dem Video des letzten Podcast standen:

Von Golodion
- Was genau ist ein Staatsvertrag und wie ist das Verfahren zum Zustandekommen?
- Wie ist der Stand des Verfahrens?


Antwort
Zitat
viktoalia
Beigetreten: 11.02.2009
Oldschool Grinder

Zum Punkt: Es gilt ein Einzahlungslimit von €1.000 pro Monat.

Ist dieser Punkt vor dem Hintergrund eines nicht bestehenden "Einzahlungslimit" in deutschen Staatlichen Casinos rechtlich haltbar?
Wie könnte das deustche Recht so einen Umstand begründen und wie das EU-Recht?

Zumindest aus einer nicht rechtlichen Betrachtung der Sache, könnte man sagen, es wird mit zweierlei maß gemessen. Darüber hinaus könnte man auch als Laie denken, dass im Sinne eines gewinnorientierten Unternehmens die deutschen Staatlichen Casinos dadurch einen Wettbewerbsvorteil erhalten.


Antwort
Zitat
Coach
Paxis
Beigetreten: 01.11.2006
BlackMember

Stream mit Fabian geht 19 Uhr los!


Antwort
Zitat
f4bianG Themenstarter
f4bianG
Beigetreten: 05.09.2007
BlackMember

Falls in dem Blog Steuerfachangestellte, Steuerberater, Juristen, Richter, Staatsanwälte oder Anwälte sind, schreibt mir gern mal eine PM. Kann mir kaum vorstellen, dass ich der einzige Volljurist auf ps.de bin. Ich habe aktuell zwei Mandate, in gegenüber Pokerspielern Anklage erhoben wurde und bin immer an einem Austausch interessiert.


Antwort
Zitat
f4bianG Themenstarter
f4bianG
Beigetreten: 05.09.2007
BlackMember

Original von nebosback

Original von f4bianG
Tatsächlich ist es rechtlich möglich, Verluste von Pokeranbietern oder sonstigen Glücksspielanbietern zurückzufordern. Wir haben selber in dem Bereich noch keine Mandate bearbeitet. Hat jemand bereits Erfahrung in dem Bereich?

Rechtlich haben wir die Thematik in einem kurzen Blogbeitrag aufgearbeitet.

Ich habe hier und da mal in diesen Blog reingelesen, einige unternehmerische Avancen wie migrando.de mit leichtem Stirnrunzeln bedacht und mich über einige sehr optimistische Annahmen gewundert, aber sei´s drum... Die Branche lebt vom Prinzip Hoffnung, sowohl die steuerhinterziehenden Gewinner als auch die süchtigen Verlierer. Jedoch frage ich mich, wie zwei Juristen tatsächlich sowas verfassen ("rechtlich aufgearbeitet:f_biggrin:") können:

„Sollte sich ein Anbieter im Ausland befinden (was häufig der Fall ist), so verkompliziert sich die Lage nochmals.
Möglicherweise gibt es aber dann einen "Joker": Nicht die Anbieter, sondern die Zahlungsdienstleister wie PayPal, Sofort, Giropay etc. in Anspruch nehmen.“

Das wirkt – mit Verlaub – wie vollkommener Bullshit und der Plan zur Dummenfängerei von (Ex-)Spielsüchtigen. Bis auf den Sonderfall Paypal (und schiefe Dinger wie Skrill/Neteller) ist die Rechtsprechung in Bezug auf die etablierten Zahlungsdienstleister absolut eindeutig. Das bekommt jeder Laie in einer 10-min. Recherche hin, von Volljuristen ganz zu schweigen.

Von der Durchsetzung etwaiger Forderungen einmal ganz zu schweigen. Schon mal Forderungen im "zivilisierten" Ausland wie z.B. BeNeLux durchgesetzt? Was helfen Titel gg. Firmen auf Malta, wenn man diese nicht vollstrecken kann?

Vielen Dank für das Feedback.

Zunächst würde mich interessieren, auf welcher Basis du den Service von Migrando angreifst. Da wir bereits mehreren tausenden Menschen zur Niederlassungserlaubnis verholfen haben, würde mich interessieren, worauf du deine Kritik stützt.

Hinsichtlich der Rückforderung von Verlusten auf Pokergewinnen gibt es mittlerweile Anbieter ( https://wirholendeingeld.de), die diesen Service anbieten. Wir hatten bisher weder Kontakt zu dem Anbieter noch haben wir den Service selbst genutzt oder Mandate in dem Bereich bearbeitet. Wir haben selbst geschrieben, dass wir in dem Zusammenhang über keine praktische Erfahrung verfügen. Wir haben lediglich beschrieben, dass grds. ein Rechtsanspruch auf Rückforderungen bestehen kann. An der Stelle würde mich eine substantiierte Kritik interessieren. Bitte mit Quellen und Nachweisen. Gern überarbeiten wir den Artikel, soweit diese Ansprüche von vornherein ausgeschlossen sind. Im Falle positiver Titel gibt im Übrigen auch in Deutschland dutzende Probleme, Titel (Urteile, Vergleiche, u.a. im Ergebnis durchzusetzen - Bsp.: Zahlungsunfähig / -unwillige Gläubiger) in der Praxis durchzusetzen.

Schließlich bitte ich dich aufzuführen, welche "optimistischen Annahmen" praktisch falsch sein sollen und Versprechungen darstellen, die irreführend sind.

Aufgrund der Härte der Kritik solltest du diese ausführlicher begründen. Sollten wir Fehler gemacht haben oder zukünftig machen, werde wir diese angehen. Bis hier hin wirkt die Kritik aufgrund meiner Erfahrung oberflächlich und voreingenommen.


Antwort
Zitat
f4bianG Themenstarter
f4bianG
Beigetreten: 05.09.2007
BlackMember

Original von nebosback
OT Migrando

Spoiler

Das Stirnrunzeln bei migrando.de bezog sich auf das generelle Konzept, Asyldienstleistungen wie ein Pizzalieferdienst mit flat-fee zu verkaufen, stellt aber keine inhaltlich-rechtliche Wertung dar. Ist somit eher weltanschaulicher Natur, gönne es den Betreibern aus der autochthonen ostdeutschen Provinz und lasse es daher als OT raus.

Diese Kritik ist echt ein offenbart ehrlich gesagt, dass du dir das Konzept nicht angeschaut und nicht verstanden hast. Die meisten Anwälte in Deutschland rechnen nach RVG pauschal nach Streitwert ab. In einem Verfahren wie dem der Niederlassungserlaubnis sind das bei einem Gegenstandswert von 5.000 Euro Rechtsanwaltskosten in Höhe von 540,50 Euro. Auch dieser Anwalt bietet damit eine Flat an. Der Unterschied von Migrando ist, dass immer Ratenzahlung angeboten wird, da die Niederlassungserlaubnis für Studenten und Auszubildenen in Frage kommt, soweit die Voraussetzungen vorliegen.

Darüber hinaus hat die Niederlassungserlaubnis rein gar nichts mit Asyldienstleistungen zu tun. Dabei handelt es sich um unbefristete Aufenthaltsrecht, welches lediglich Menschen mit mindesten 3 - 5 Jahren Aufenthalt erteilt wird, soweit die geforderten Integrationsleistungen erbracht wurden. Zudem müssen diese Personen Ihren Lebensunterhalt aus eigenen Mitteln sichern. Damit ist diese Kritik, auch wenn du sie als Weltanschauung bezeichnest, unbegründet und oberflächlich recherchiert.

Zu der Pokerthematik äußere ich mich die Tage nochmal ausführlich. Dazu will ich erst noch einmal prüfen, ob die "Vorwürfe" zumindest inhaltlich nachvollziehbar sind. Letztendlich handelt es sich um einen Blogbeitrag, der auf Nachfrage entstanden ist. Es ist lediglich "ein erster Blogbeitrag". Haben wir Erfahrung in einem Bereich, erstellen wir eigene Landingpages mit umfangreichen Inhalten (vgl. www.graske.net/poker). Sollest du jemals Inhalt zu einem Thema veröffentlicht haben, sollte dir bewusst sein, dass diese mit der Zeit ergänzt, erweitert oder korrigiert werden. Im Übrigen gilt das auch für Bücher, sonst gäbe es nicht unzählige Bücher mit mehr als einer Auflage.

Rest kommt die Tage


Antwort
Zitat
f4bianG Themenstarter
f4bianG
Beigetreten: 05.09.2007
BlackMember

Fun Fact zum Thema:

"autochthon (altgriechisch für „einheimisch, eingeboren, hier entstanden“) bezieht sich auf: autochthone Art, indigene biologische Arten, die seit langem und ohne menschlichen Eingriff in einem Gebiet leben. autochthone Rückenmuskulatur, bei Wirbeltieren." (Quelle Wiki)

Stark! Absolut seriöse Kritik


Antwort
Zitat
Super Moderator
Spiike
Beigetreten: 10.07.2014
Legacy Member

Verwarnung an Sunnyvale29 wegen Beleidigung. Inhaltliche, konstruktive Kritik auf Augenhöhe ist ok. So etwas nicht. Der Blogbereich ist nicht das BBV.

MfG Spiike


Antwort
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f4bianG Themenstarter
f4bianG
Beigetreten: 05.09.2007
BlackMember

Ich habe diese Woche erfahren, dass das Finanzamt Hamburg Daten von Interactive Brokers hat. Ich hatte in dem Zusammenhang eine Mandatsanfrage und habe daraufhin mit dem Finanzamt telefoniert. Die Info gebe ich aus zwei Gründen:

Wer Transaktionen dort vornimmt könnte in den nächsten Woche Post bekommen, in dem er zur Abgabe einer Steuererklärung aufgefordert wird. Problematisch sind in dem Zusammenhang vor allem zwei Dinge:

1. Aktiengewinne, u.a. werde nicht automatisch besteuert im Vergleich zu deutschen Depots. Solltet Ihr mit Wertpapieren darüber handeln, umbedingt überprüfen, ob Ihr darauf Steuern gezahlt habt.

2. Transaktionen

Zudem sind dem Finanzamt Geldtransaktionen bekannt, d.h. zum Beispiel Geldtransfers aus Pokergewinnen auf Interactive Brokers. Solltet sich jemand nicht um seine steuerlichen Angelegenheiten gekümmert haben, wäre jetzt ein guter Zeitpunkt dafür.


Antwort
Zitat
f4bianG Themenstarter
f4bianG
Beigetreten: 05.09.2007
BlackMember

Für den Fall, dass das Finanzamt Euch zur Abgabe einer Steuererklärung auffordert oder sogar ein Steuerstrafverfahren einleitet, wird immer über zwei Themen gestritten:

1. Sind Pokergewinne steuerpflichtig?
2. Welche Gewinne sind tatsächlich angefallen?

Hinsichtlich 2. kann ich Euch nur dringend empfehlen, eine saubere Buchhaltung zu erstellen (erstellen zu lassen), letztendlich einen ordentlichen Jahresabschluss, d.h. ganzjährige Buchungen (nachzuholen). Hintergrund ist, dass Ihr nur damit über ein "Dokument" verfügt, dass Euer gegenüber lesen kann. Pauschale Gewinnangaben bzw. die pauschale Übermittlung der Gewinnübersichten der Pokeranbieter führt dazu, dass das Finanzamt Euch zu Euren Lasten schätzt. Kein Dritter versteht diese Auswertungen. Am Ende führt dieses Vorgehen immer wieder dazu, dass Gewinne falsch ermittelt und Ausgaben, insbesondere in Form von BuyIns nicht anerkannt werden.

Auch wenn Euer Steuerberater / Rechtsanwalt im ersten Schritt irritiert ist, warum er - im Nachhinein - eine ordentliche Buchhaltung hinsichtlich Eurer Pokergewinne und -verluste erstellen soll (wo er doch begründet, dass ihr nicht steuerpflichtig seid), so wie er es bei jedem anderen Mandanten auch macht, zwingt ihn dazu. Der Einstieg für den Steuerberater/Rechtsanwalt ist schwer, insbesondere hinsichtlich der Aufsplittung der Ertragskonten nach Plattformen (Stars, Party, ect), Online / Offline Gewinnen und Spielvarianten (CG, MTTs, S&G,...), führt aber dazu, dass Eure Gegenspieler (Finanzamt, Finanzgericht, u.a.) die Gewinnübersicht nachvollziehen kann.

Natürlich ist dieser Fakt erst dann entscheidend, wenn die Frage der Steuerpflichtigkeit Eurer Gewinne nicht zu Euren Gunsten ausgefallen ist. Leider vermischen Anwälte und Steuerberater die Fragen 1 und 2 vorschnell. Im Nachhinein ist die jeweilige Akte im Finanzamt bzw bei Gericht dermaßen umfangreich, dass sich keiner mehr mit Einzelheiten beschäftigen will.

Alle die es noch nicht gemacht haben, egal ob eine Steuererklärung abgegeben wird oder nicht, holt Euch die Gewinnübersichten der Pokeranbieter ("audit"). Das ist die Grundlage dafür, im Falle der Fälle die Gewinne richtig zu ermitteln.

In dem Zusammenhang durchsucht das Internet nach Daten von Euch und gleicht es mit Euren Gewinnermittlungen ab. Kommt Ihr zu anderen Ergebnissen, z.B. weil Internetseiten BuyIns vergessen, oder in einem Beitrag über Euch nur Turniere aufgeführt sind, in denen Ihr gewonnen habt, lasst diese entfernen bzw. seid Euch dieser Problematik bewusst.

Ab dem Zeitpunkt, in dem ihr mit (gegen) dem Finanzamt kommuniziert, muss die Gewinnermittlung stehen! Alles andere endet regelmäßig böse.

Zur Klarstellung:

Nicht jeder Pokerspieler ist steuerpflichtig, aber wenn ein Pokerspieler steuerpflichtig ist, hat er exakt die gleichen Pflichten wie jeder vergleichbare Unternehmer!


Antwort
Zitat
Dodekahedron
Beigetreten: 05.04.2007
Elite Grinder

Was sind eigentlich Baker und was ist Rackback?

Spoiler


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