Noch vergessen, diese Luckbellcurve lässt einen auch ziemlich in Sicherheit wiegen, wenn man schlecht runnt, genauso wie der aiEV, das ist alles Gift fürs Mindset und für das eigene Game. Wenn man dazu geneigt ist, diesen Sachen zu viel Credit zu geben, was in diesem Thread wohl obv die meisten machen, dann kümmert man sich noch weniger um sein Game und wird halt longterm gefistet an den Tischen. Ein paar Preflop-Standards und Standard-Lines Postflop reichen eben nicht aus, das hat es auch nie (bevor jetzt wieder kommt: "Poker is dead").
Ich hab mir das Luckbell-Vid grad mal angeschaut. Dort werden, wie auch im ai-EV auch ein paar Sachen vergessen. Ersteinmal sind low-pockets in aller Regel sowieso -EV. Genauso wie default irgendwelche suited connectors zu callen usw. Also oftmals ist man sowieso selbst Schuld, wenn man unlucky runnt, vor allem, wenn man Hände nur spielt um irgendentwas zu hitten. Das machen so viele und merken nicht, dass sie damit einfach Geld ins System werfen. Ich will damit nicht sagen, dass man die Varianz ausschalten kann, im Gegenteil, aber man kan -EV-plays lassen und mehr +EV plays adden und schon wird die Winrate smoother und gesuckt zu werden wird einem egaler, weil man weiß, dass man longterm gewinnt (auch so eine Sache, die viele in dem Thread an sich haben, sie wissen unbewusst, dass sie keine Winner sind, finden aber keine Antwort drauf und suchen sich halt eine, nur an falscher Stelle halt).
Die meisten sind gefrustet, wenn sie ein Setup/Suckout kassieren, aber das ist in aller Regel akkumulierter Frust, der aus einer schwachen Gesamtstrategie resultiert.
Zusammengefasst kommen die meisten Posts hier von zwei verschieden Spielertypen. TAGs und Leute, die Hände spielen um zu hitten, weil sie denken sie haben immer implied odds. Der klassische TAG postet Hände, in denen er mit einer starken Hand von einer äußerst lächerlichen Hand gesuckt wurde und schiebt seine Losses auf solche Hände. Dabei verliert er der Reihe nach kleine und mittelgroße Pötte, weil an zu vielen Stellen viel zu lächerliche Folds macht, er merkt gar nicht, wie er außeinander genommen wird. Viele nutzen HUDs heutzutage und exploiten damit auch. Der TAG nutzt auch ein HUD, nur kennt er sein eigenens Game gar nicht richtig und weiß gar nicht wo er viel zu foldet, b/f, NICHT 3bettet, NICHT sqeezed etc.
Der nächste Typ Reg ist der, der halt mehr Hände spielt, weil er hitten will und denkt, er wird oft genug ausbezahlt (machen auch TAGs z.T.). Die sind idR auch etwas looser und openraisen auch mehr, man nennt es nach Stats lustigerweise LAG und er fühlt sich geil, wenn er sich selbst als solches bezeichnen kann. Er macht halt nen schwachsinnigen call am BU mit random suited-connector vs. Nit und wundert sich, wenn er mit seinen 68s auf 9TQsss gegen AKs läuft und postet dann die Hand (natürlich wird dann noch schön geredet, dass ja ein Fisch in den Blinds saß und der call ja ziemlich +EV sein sollte). Gibt obv noch mehr Beispiele...
Desweiteren neigen beide Spielertypen auch dazu ihre Hände auch mega-obv zu spielen. Sie betten bei hit dann groß und wundern sich, wenn sie keinen Payoff bekommen, weil sie völligst Villains Range ausser Acht lassen (und sich ihrer eigenen noch weniger bewusst sind) und wundern sich dazu noch, wenn sie nur payoff von "cooler" und "setups" bekommen.
Nun kommen die meisten rigged-Hände auch aus Microstakes-Games, jedenfalls gehören Hände von Limits über NL100 eher zur Seltenheit (fragt euch mal warum
, NL100+ nicht rigged?)
Auf den Microstakes laufen aber genau diese beiden Spielertypen rum. Wenn man also mit einer simplen Strategie, die mit einer simplen Counter-Strategie exploitet werden kann, vor sich hin grindet und alle anderen genauso spielen, dann ist es doch klar, dass man nicht vom Fleck kommt, dann ist es genauso klar, dass rigged-Gedanken kommen.
Das Geld was gute Spieler machen kommt nicht daher, dass sie öfter Set over Set machen (die haben schon öfter Set over Set als schwächere Spieler, weil sie wissen, dass low-pockets überbewertet sind), oder Flush over Flush machen (machen sie auch öfter, weil sie wissen, was Domination ist), die haben im Endeffekt genau so ein Pech mit ihren Ranges. Sie bekommen Geld von TAGs, wenn sie mal wieder b/f spielen. Oder am Flop betten und den Turn aufgeben, oder bet Flop, bet Turn x/f River spielen. Sie exploiten auch die "LAGs", wenn sie mal wieder ihre 30% Range am BU flatten, wenn Fisch in den Blinds ist und sie immer auf cbets folden müssen, oder aber, wenn sie wieder sinnlose raises machen oder was auch immer.... Sie machen nicht diese lächerlichen Calls oder Folds Postflop, die 90% der Regs auf den Lowlimits halt machen und sie posten nicht regulär im Rigged-Forum....
Edit: ich selbst habe mir das weitestgehend abgewöht meiner Skypeliste mit "rigged-Händen" auf den Sack zu gehen, ich mache es wenn dann nur aus Spaß, oder um Dampf abzulassen, damit ichs nicht an den Tischen mache. Ich behandel solche Hände folgendermaßen und stelle mir je nach Hand folgende Fragen: Habe ich Preflop die richtige Entscheidung getroffen und wie ist meine Range? Kann meine Preflopstrategie exploitet werden in dem Spot? Wenn ja ---> Dann gehe ich Buddies auf den Sack und frage wie die es machen oder ich werfe CREV an. Postflop: Wie ist meine Rangen nun gestaltet und wie sollte ich sie spielen um nicht exploitet zu werden? Was ist maxEV gegen Villains Range? Betsizing? Hat Villain überhaupt Bluffs in der Range? ---> der berühmte call vs Raise am River... usw. usw. So werden aus "Standard-Situationen" Gedankenspiele, die das eigene Game so hart improven, dass man diesen Suckout/Setup, whatever schnell mal vergisst und einen Spot für sich löst und sicherer darin wird. Mit dieser Denkweise hat man 95% der Regs einiges Vorraus und somit wieder Skill-Advantage, die einen keiner nehmen kann, schon gar nicht, die Varianz.
Spoiler
Trinken und Posten, das lass ich Zukunft sein ♦