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GORILLA-Tracking in Afrika...

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DerIkeaElch
Beigetreten: 16.05.2010
Oldschool Grinder

Auf Wunsch einiger im Fotothread, nun ein eigenes Thema:

Ich habe Gorilla-Tracking in der Republik Kongo gemacht, ein ausführlicher Bericht dazu erscheint am 31. August in der österreichischen Zeitung KURIER im Reiseteil.

Erlebnis ist echt einzigartig. Das obige Foto ist aus etwa acht Metern Entfernung gemacht. So nah war uns auch ein Silberrücken, der sich vor uns aufgebaut hat und gekreischt. War am Anfang echt furchteinflößend, aber im Prinzip greifen die Gorillas Menschen eigentlich nicht an...

Da hat sich der Silberrücken wieder etwas beruhigt gehabt....

Die Hände der Gorilla-Mama sind so braun, weil die Wurzeln ausgegraben hat. Gorillas machen das nur hier im Kongo und es gibt ganz wenige Menschen erst, die das live miterlebt haben. Ist einfach sehr interessant. Der kleine hat gleich mal Alarm geschlagen, wie er uns gesehen hat - also mit den Händen auf die Brust getrommelt, war sehr süß...

Diese Dame hier schaut nett, ein paar Minuten vorher hat sie eine große Stinkfrucht nach mir geworfen. War ihr wohl etwas zu nahe gekommen.

Bezüglich Sichtungen schaut es so aus: Bisher waren rund 400 Touristen erst im Kongo (maximal vier Personen erlaubt pro Gorillagruppe). Davon hat eine Gruppe keine Gorillas gesehen, 396 Menschen schon. Wir hatten spezielles Glück, unsere Treffen mit den Menschenaffen waren schon Top-Range. Es ist aber unglaublich, wie menschlich sie sind und wie hat Dian Fossey gesagt: "Wer einmal in das Auge eines Gorillas geblickt hat, dessen Leben wird sich für immer ändern." Sie hatte absolute Recht....

--> ?oh=9b8b2f43f9902d18a9b4fcb4c6a34301&oe=5450A969 (bitte anklicken, das konnte ich nicht verlinken)

Wie man am oberen (anzuklickenden) Foto sieht, benötigt man einen Mundschutz und mitunter auch ein Fliegennetz. Es ist Safari nicht mit Jeep herumfahren, sondern meist zu Fuß, auch durchs Wasser. Ich habs geil gefunden, aber so etwas muss man mögen. Krokodile gibt es nur kleine, giftige Schlangen natürlich, Raubkatzen sind dort kaum gefährlich. Das gefährlichste sind Waldelefanten, die siehst du aus fünf Metern oft nicht. Und wenn die losrennen, dann warst du es. Das ist eigentlich das gefährlichste im Kongo...

Noch ein paar Fotos:

Infos zur Reise:
Ich war mit Abendsonne Afrika dort, das ist ein deutscher Veranstalter. Inklusive Flug und allem muss man mit ca. 7000 Euro für eine Woche rechnen. Dazu benötigt man natürlich noch etwas Ausrüstung, da sind auch noch ein paar Hunderter zu rechnen. Kameramäßig ist eine Spiegelreflex vergleichbar Canon 60D (oder besser) und ein >250mm-Objektiv nötig. Sonst kann man die Kamera fast schon daheim lassen.

Alternativ gibt es noch Uganda, wo man nur einen Besuch bei den Gorillas dabei hat und nachdem es BERGgorillas sind (im Kongo FLACHLANDgorillas) muss man oft stundenlang bei tropischen Temperaturen rauf und runter wandern. Dafür hat man mehr andere Tiere: Schimpansen sieht man weitaus leichter und auch die BIG Five. Dafür ist es touristischer.

Gorillas gibt es noch in Belgisch Kongo und der Zentralafrikanischen Republik, dort ist es aber zu gefährlich derzeit. In Kamerun war gerade eine Kollegin, die auch einiges von Rebellen in Beschlag genommen....also derzeit sind nur Uganda und Republik Kongo zu machen. Impfungen sind natürlich auch aller Art zu nehmen (inklusive Malariaprophelaxe), kostet auch ca. 300-800 Euro ein volles Programm, je nachdem, was ihr braucht/nehmt.

Beantworte gerne alle ernstgemeinten Fragen, die es gibt....


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11 Antworten
Heinz021
Beigetreten: 27.09.2007
BlackMember

beeindruckende bilder

kommt von den 7k auch was den gorillas zugute (zbsp lebensraumerweiterung)?
die sind ja vom aussterben bedroht, von daher bin ich etwas hin und her gerissen wie gut ich das finden soll, zumal eure anwesenheit die ja zu stören scheint (was du so schreibst).

andererseits kannst du mit nem guten bericht auch für sensibilität sorgen. aber das ganze anderen als touristenattraktion schmackhaft zu machen ist glaub ich nicht so das gelbe vom ei.


Antwort
Zitat
DerIkeaElch Themenstarter
DerIkeaElch
Beigetreten: 16.05.2010
Oldschool Grinder

Also das ganze System dahinter ist folgendes. Finanziert wurde der Nationalpark durch die SAP-Milliardärin Christine Platten. Die hat acht Millionen Euro investiert, damit die Gorillas geschützt werden und der Park finanziert wird. Die Lodges dort haben große Restriktionen und deshalb dürfen auch nur vier Leute pro Tag zu den Gorillas für eine Stunde maximal. Du darfst nicht sprechen, damit sie sich nicht an Menschen gewöhnen.

Platten hat gesagt, dass sie den Betreibern (Wilderness) sieben Jahre gibt, bis die Touristen das ganze Groillasystem finanzieren. Die schauen echt extrem darauf, dass sie ja nicht eingreifen in die Natur.

Ein Beispiel:
Die Lounge wurde von einer Hyäne terroroisiert. Die ist in die Küche rein und hat sieben Leute dort angegriffen. Die ist jede Nacht ins Camp gekommen. Normal löst man das mit einer Kugel in Afrika. Die haben einen Veterinär aus Südafrika eingeflogen mit Spezialausrüstung. Der hat die Hyäne betäubt und ein Spezialist hat untersucht, wo man sie aussetzen kann. Das hat etwa 10.000 Dollar gekostet, um eine Hyäne zu retten.

Du kannst also beruhigt sein ;)

Übrigens die Leiterin des Groilla-Projektes ist Magda Bermejo: http://en.wikipedia.org/wiki/Magdalena_Bermejo Sie schaut sehr auf alles. Sie ist so etwas wie die Diane Fossy für die Flachlandgorillas...


Antwort
Zitat

Ich würde gerne einen kompletten Bericht hören.
Reisevorbereitung, Ausrüstung, Tagesabläufe etc.
So viele Infos wie möglich.
Ich habe Uganda auch ins Auge gefasst und es wäre ein Traum von mir den Berggorilla-Track zu machen, ich weiss allerdings nicht, ob meine Frau mitmacht.
Wir waren allerdings auch schon mehrere Wochen in Ghana, Sansibar und Marokko.


Antwort
Zitat
DerIkeaElch Themenstarter
DerIkeaElch
Beigetreten: 16.05.2010
Oldschool Grinder

Original von feymo2112
Ich würde gerne einen kompletten Bericht hören.
Reisevorbereitung, Ausrüstung, Tagesabläufe etc.
So viele Infos wie möglich.
Ich habe Uganda auch ins Auge gefasst und es wäre ein Traum von mir den Berggorilla-Track zu machen, ich weiss allerdings nicht, ob meine Frau mitmacht.
Wir waren allerdings auch schon mehrere Wochen in Ghana, Sansibar und Marokko.

Reisevorbereitung:
Das mühsamste ist das Visa. Du musst alles nach Berlin schicken. Sonst musst du halt nur Ausrüstung kaufen und Impfungen machen. Mühsam ist auch die Anreise: Zwei bis vier Flüge nach Brazzaville, ein Flug in den Dschungel, vier Stunden Jeepfahrt und dann Übernachtung und am nächsten Tag zehn Minuten bis zehn Stunden Marsch durch den Regenwald, je nachdem wie nah die Gorillas sind).

Ausrüstung:
Wie gesagt eine gute Kamera oder ein wirklich gutes Fernglas. Viel brauchst du nicht, weil täglich mehrmals gewaschen wird. De facto benötigst du zwei/drei Garnituren für Outdoor und zwei für Abends. Du darfst eh nicht mehr als 20 Kilo mitnehmen (inklusive Handgepäck und Fotoausrüstung).

Tagesablauf:
4.30 Uhr: Es wecken sich schreiende Elefanten/Affen/Vögel/Büffel
5.30 Uhr: Sie stehen mit Kaffe/Tee vor deinem Zelt
Frühstück und dann immer vormittags und nachmittags Tour. Wenn Gorillas länger dauert nur eine am Tag.
Mittagessen im Camp und Abendessen auch, ist großartig! Alle deine Wünsche kannst du schon im Vorfeld deponieren, was du nicht essen willst.
Abends am Lagerfeuer sitzen, Geschichten austauschen und Bier/Wein trinken/Fotos schauen usw.

Kann es echt empfehlen, es ist was besonderes!!!


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Und wofür das Netz über den Kopf bzw. den Mundschutz?
Wegen der Mücken oder gab es da noch andere "Gefahren"?


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DerIkeaElch Themenstarter
DerIkeaElch
Beigetreten: 16.05.2010
Oldschool Grinder

Original von feymo2112
Und wofür das Netz über den Kopf bzw. den Mundschutz?
Wegen der Mücken oder gab es da noch andere "Gefahren"?

Der Mundschutz dient zu 99% dazu, damit du die Affen nicht mit ihnen unbekannten Krankheiten ansteckst. Wenn du eine Erkältung mitbringst, dann dauert es Monate, bis sich das Rudel davon erholt....

Prinzipiell ist in dieser Region natürlich auch Ebola ein Problem, das sollte man nicht verleugnen und das übertragen eben auch Gorillas auf Menschen. Ebola war aber noch nie bisher an einem Ort zweimal. Und genau dort im Kongo, wo das Tracking ist, was Ebola vor 20 Jahren. Die Chance ist also praktisch Null, dass man es bekommt. Außerdem gibt es dort wenige Menschen, die das übertragen könnten. Deshalb war es dort sehr rasch unter Kontrolle damals.

Ich hab das Netz fast nie getragen. Es geht weniger um Mücken als um lästige Fliegen und (stachellose) Bienen, die einfach lästig sind. Gegen Mücken hast du eh ein Spray. Dort bekommst du ein wirklich gutes Anti-Mücken-Spray zur Verfügung gestellt....


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Carty
Beigetreten: 17.05.2006
Elite Grinder

7k allein nur an reisekosten ohne ausrüstung und impfungen ist schon sehr fett _o:


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Flowbo
Beigetreten: 17.08.2006
PokerStrategist

Wow bestimmt eine Wahnsinns Erfahrung. Am schönsten muss ich sagen gefallen mir die Bilder der einzelnen Schmetterlinge!
Hast du noch mehr Bilder auch mal vom Camp. Wäre interessant zusehen wie man da untergebracht ist und sich versorgt.


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DerIkeaElch Themenstarter
DerIkeaElch
Beigetreten: 16.05.2010
Oldschool Grinder

Ja, bei den Schmetterlingen war gerade die Migration. An manchen Orten hast du dich einfach hingestellt und innerhalb von einer Minute sind 10 oder 20 auf dir gesessen....am liebsten hatten sie stinkige Socken

Hier sind Bilder von den Camps:
--> http://www.odzala-kokoua.com/gallery.html
Ngaga ist das Gorillacamp und Lango dann das andere....


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hitya1337
Beigetreten: 17.03.2007
PokerStrategist

ich muss zugeben, dass ich ein wenig neidisch bin. aber wie mehrfach erwähnt, sind 7k halt schon eine hausnummer. hast du dir die reise komplett selbst finanziert oder hat der KURIER dir ein wenig geholfen?

hattest du einen partner bei oder waren in der gruppe für dich anfangs alles unbekannte?


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DerIkeaElch Themenstarter
DerIkeaElch
Beigetreten: 16.05.2010
Oldschool Grinder

Das Ganze ist jetzt online zu finden:
http://kurier.at/lebensart/reise/abenteuer-kongo-wenn-der-gorilla-zwei-mal-kreischt/110.304.643

Abenteuer Kongo: Wenn der Gorilla zwei Mal kreischt
Die Suche nach den wilden Gorillas führt durch Wasserstellen und über Elefanten-Trampelpfade. Der Lohn für die Mühen ist ein unvergesslicher Blick auf unsere nächsten Verwandten. Die Frage lautet: Wer beobachtet hier eigentlich wen?


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