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beni
Beigetreten: 17.10.2006

Original von Paxis
Also ich hab selbst schon mehrfach beobachtet wie du genau diese Schema abziehst. Zum Beispiel im Klimawandelthread. Es wurde dir auch schon von Mehreren

Der letzte Beitrag ist dort von mir. Stefan hatte da keine Lust mehr.

Ich gebe zu, dass ich manchmal Thesen aus Freude am Diskutieren aufstelle, aber das hier jetzt ist wirklich echtes Interesse.

Ich hab mal gelernt, dass eine Untersuchung objektiv, reliabel und valide sein muss.

Und ich verstehe jetzt nicht warum die Art und Weise wie die Fallzahlen ermittelt werden, die man braucht um R zu bestimmen, valid sein soll. Katharz hat die Grafik gepostet. Das RKI hat die Testzahl massiv erhöht und testet eben nicht repräsentativ.

Findest du so eine Frage nicht berechtigt?

Und die ob die Maßnahmen die Ursache für den Rückgang sind ist ebenso berechtigt.


Antwort
Zitat
katharz
Beigetreten: 28.10.2007

was mich zudem wundert, dass man anscheinend die Kapazität hat mehr als doppelt so viel zu testen aber es nicht macht.


Antwort
Zitat
Wody
Beigetreten: 23.01.2007

Original von beni
Zwei Fragen an die Experten:

1. Wie kann man den R-Wert überhaupt berechnen wenn man die Dunkelziffer also die echte Anzahl der Infizierten nicht kennt?

2. Woher wissen die Leute aus der Erklärung von Gofa, dass die Maßnahmen für den Rückgang verantwortlich sind?

Mein These ist, dass beides nicht möglich ist, aber ich lern gern dazu.

Zu 1.: So: https://gitlab.com/simm/covid19/secir/-/wikis/Report Da gibt es ein Ix für "Infected undetected"
Aber im Allgemeinen wird denke ich angenommen, dass sich die Dunkelziffer ähnlich entwickelt wie die bekannten Fälle.
Zu 2.: Sie wissen es nicht aber vermuten es. Was wäre denn die Alternative? Nichts machen bis man alles genau weiß? Dann hätte man unzählige Tote.


Antwort
Zitat
beni
Beigetreten: 17.10.2006

Original von Wody

Original von beni
Zwei Fragen an die Experten:

1. Wie kann man den R-Wert überhaupt berechnen wenn man die Dunkelziffer also die echte Anzahl der Infizierten nicht kennt?

2. Woher wissen die Leute aus der Erklärung von Gofa, dass die Maßnahmen für den Rückgang verantwortlich sind?

Mein These ist, dass beides nicht möglich ist, aber ich lern gern dazu.

Zu 1.: So: https://gitlab.com/simm/covid19/secir/-/wikis/Report Da gibt es ein Ix für "Infected undetected"
Aber im Allgemeinen wird denke ich angenommen, dass sich die Dunkelziffer ähnlich entwickelt wie die bekannten Fälle.
Zu 2.: Sie wissen es nicht aber vermuten es. Was wäre denn die Alternative? Nichts machen bis man alles genau weiß? Dann hätte man unzählige Tote.

Thx, erstmal, aus deinem Link:

"The estimate of the reproduction number is based on confirmed cases exclusively and ignores any estimate of unreported cases."

Unten im Model wird der Wert Ix angegeben, und zwar als (1-u)R3 , wobei u "assumed fixed" = 1 gilt. Ich verstehe sowohl den Satz als auch das Modell so, dass
Ix also als 0 angenommen wurde.

Und genau das sehe ich als falsch an. Bitte korrigiert mich wenn ich das hier falsch lese.

Zu 2. Okay, eine Vermutung. Wäre schön, wenn sie es dann als Vermutung deklarieren und nicht als Fakt darstellen.


Antwort
Zitat
Kampfschildkroete
Beigetreten: 05.06.2006

Original von katharz
was mich zudem wundert, dass man anscheinend die Kapazität hat mehr als doppelt so viel zu testen aber es nicht macht.

Gestern oder vorgestern war in der Tagesschau kurz der Punkt, dass man die freien Kapazitäten für zufällige Stichproben verwenden sollte. Problem war aber wer die (laut TK 59 Euro pro Test) bezahlt. Die Bundesregierung möchte die Krankenkassen dafür einspannen. Der Sprecher der Kassenverbände(?) meinte, dass die Kassen natürlich die Kosten bei Verdachtsfällen übernehmen. Aber es nicht in ihrer Verantwortung liegt Stichproben zu bezahlen und dass das Aufgabes des Bundes ist.

Könnte mir vorstellen, dass das ein Grund ist, warum die Kapazitäten nicht ausgeschöpft werden.


Antwort
Zitat
AyCaramba44
Beigetreten: 27.04.2010

Original von Kampfschildkroete

Original von katharz
was mich zudem wundert, dass man anscheinend die Kapazität hat mehr als doppelt so viel zu testen aber es nicht macht.

Gestern oder vorgestern war in der Tagesschau kurz der Punkt, dass man die freien Kapazitäten für zufällige Stichproben verwenden sollte. Problem war aber wer die (laut TK 59 Euro pro Test) bezahlt. Die Bundesregierung möchte die Krankenkassen dafür einspannen. Der Sprecher der Kassenverbände(?) meinte, dass die Kassen natürlich die Kosten bei Verdachtsfällen übernehmen. Aber es nicht in ihrer Verantwortung liegt Stichproben zu bezahlen und dass das Aufgabes des Bundes ist.

Könnte mir vorstellen, dass das ein Grund ist, warum die Kapazitäten nicht ausgeschöpft werden.

Wobei das ja eigentlich egal wäre. Bezahlen tut das die Bevölkerung! Wie so vieles Anderes in der Krise auch.


Antwort
Zitat
Wody
Beigetreten: 23.01.2007

Original von beni[...]
Thx, erstmal, aus deinem Link:

"The estimate of the reproduction number is based on confirmed cases exclusively and ignores any estimate of unreported cases."

Unten im Model wird der Wert Ix angegeben, und zwar als (1-u)R3 , wobei u "assumed fixed" = 1 gilt. Ich verstehe sowohl den Satz als auch das Modell so, dass
Ix also als 0 angenommen wurde.

Und genau das sehe ich als falsch an. Bitte korrigiert mich wenn ich das hier falsch lese.

Zu 2. Okay, eine Vermutung. Wäre schön, wenn sie es dann als Vermutung deklarieren und nicht als Fakt darstellen.

Bei 1. hast du denke ich recht.
Bei 2. ist es klar, dass bei weniger Kontakten die Zahl der Infektionen sinken muss. Das ist ein Fakt. Fraglich ist nur, um wie viel die Zahl sinkt. Der R Wert vom RKI ist schon vor der Kontaktsperre (also nach Verbot von Großveranstaltungen und Schulschließungen) unter 1 gewesen. Wenn das stimmt, kann man das Kontaktverbot begründen? Diese Begründungen überzeugen mich jedenfalls nicht. Da wird zB eine höhere Testkapazität als Grund für das sinkende R angeführt. Das Gegenteil wäre aber der Fall.

Original von AyCaramba44
Wobei das ja eigentlich egal wäre. Bezahlen tut das die Bevölkerung! Wie so vieles Anderes in der Krise auch.

Nein, egal ist es nicht, schon alleine deshalb weil dann die Vorstände weniger Boni bekommen, die ja meistens an den Gewinn gekoppelt sind.


Antwort
Zitat
Kampfschildkroete
Beigetreten: 05.06.2006

Original von AyCaramba44

Original von Kampfschildkroete

Original von katharz
was mich zudem wundert, dass man anscheinend die Kapazität hat mehr als doppelt so viel zu testen aber es nicht macht.

Gestern oder vorgestern war in der Tagesschau kurz der Punkt, dass man die freien Kapazitäten für zufällige Stichproben verwenden sollte. Problem war aber wer die (laut TK 59 Euro pro Test) bezahlt. Die Bundesregierung möchte die Krankenkassen dafür einspannen. Der Sprecher der Kassenverbände(?) meinte, dass die Kassen natürlich die Kosten bei Verdachtsfällen übernehmen. Aber es nicht in ihrer Verantwortung liegt Stichproben zu bezahlen und dass das Aufgabes des Bundes ist.

Könnte mir vorstellen, dass das ein Grund ist, warum die Kapazitäten nicht ausgeschöpft werden.

Wobei das ja eigentlich egal wäre. Bezahlen tut das die Bevölkerung! Wie so vieles Anderes in der Krise auch.

Polemisch ausgedrückt hast du Recht, aber Budgets haben ja schon ihren Sinn.
Ansonten wäre es ja: Alle Einnahmen landen in einem Topf und jeder nimmt sich was er braucht. Wenn der Topf leer ist, wird sprichwörtlich der Hahn aufgemacht und der Topf wieder gefüllt?

Kurzfristig mag das funktionieren, aber langfristig wird das problematisch werden.


Antwort
Zitat
StefanNRW
Beigetreten: 15.08.2007

Original von beni
Der letzte Beitrag ist dort von mir. Stefan hatte da keine Lust mehr.

Hmm, das hat mich gerade überrascht und ich musste das nachschauen. Aber es stimmt, du hast auf meinen Beitrag vom 09.02.2020 am 16.02.2020 geantwortet - damit hatte ich allerdings nicht mehr gerechnet und habe dann auch irgendwann nicht mehr reingeschaut (wenn mich nicht gerade etwas wissenschaftlich furchtbar aufregt - oder hier bei Corona auch um hin und wieder was positives bezüglich der Medikamenten- und Impfstoffherstellung zu verbreiten - schreibe ich nicht in Foren).

Aber ja, besonders Lust hab ich darauf auch nicht mehr - denn ich stimme Paxis da vollkommen zu. Es ist ein furchtbarer Aufwand alle diese Sachen wissenschaftlich fundiert anzuschauen und du gehst darauf fast nie ernsthaft ein, sondern dann gehts einfach kommentarlos zum nächsten "kritischen" Punkt über - ohne mal zu hinterfragen, dass wenn ein Punkt nach dem anderen fällt vielleicht auch die eigenen Quellen nicht besonders zuverlässig sind. Ganz anders war es zum Beispiel mit Wody, dessen Hinterfragen von den Modellen zu R war viel fundierter und ich fand die Diskussion sehr erhellend - sonst hätte ich mich tatsächlich nicht auf diese Art und Weise mit den Modellen auseinandergesetzt und ich habe etwas dabei gelernt.

Oder dann werden wie hier in diesem Beitrag von dir Fragen gestellt, die nur dazu da sind Arbeit zu machen, deren Beantwortung aber niemals dazu führen wird, dass du auch nur einen Millimeter abrückst und bei deren Beantwortung tatsächlich auch eher niemand etwas lernt -> "wenn Corona neu ist, muss es Cluster geben" -> "Schau mal, es gibt hier diese (mehrere) Cluster" -> "Das beweist gar nichts, das kann ja nur Zufall sein"

Nagut, das ist hier OT, aber da mein Name erwähnt wurde, musste ich noch ein letztes Mal auf dich antworten, obwohl ich mir vorgenommen hatte das nicht mehr zu tun.


Antwort
Zitat
Snookz
Beigetreten: 13.06.2008

Zum Kontaktverbot:
Grundsätzlich fallen mir nur zwei Erklärungen ein, warum sich das Kontaktverbot praktisch gar nicht in der Anzahl neu hinzugekommener Fälle widerspiegelt:
1. Es hat keinen signifikanten Einfluss (= war überflüssig).
2. Es hat einen signifikanten Einfluss, der durch andere Effekte überlagert wird.

Für 1. könnte beispielsweise sprechen:
- Die Hauptinfektionswege waren in Deutschland zu Beginn eher von der Sorte "Großereignis", also einmal die Heimkehrer aus den Skigebieten und der Karneval in Heinsberg. Wir hatten da also eine handvoll Superspreader. Damit war die Absage von allen Großveranstaltungen hauptsächlich für die sinkenden Infektionszahlen verantwortlich.
- Grundsätzlich verbreitet sich das Virus mit R = 3 nur bei Großveranstaltungen. R ist ohne Großveranstaltungen schon nahe bei 1.

Für 2. könnte beispielsweise sprechen:
Wir haben nach dem ersten deutlichen Abflachen durch die Maßnahmen jetzt zunehmende Verbreitung an weiteren Hotspots, genauer Alten- und Pflegeheime und Krankenhäuser.

So oder so ist die Schlussfolgerung:
"R ist nach dem Kontaktverbot nicht weiter gesunken -> Das Kontaktverbot hat keinen Einfluss" so erstmal nicht ohne weiteres haltbar.

Übrigens:
Wer absolute Fakten/Wahrheiten sucht, ist in der Kirche besser aufgehoben. Die wird es hier nie geben, auch in 10 Jahren nicht.


Antwort
Zitat
Mahagoni
Beigetreten: 15.03.2007

Was für ein Riesenthread... Komme nicht mehr nach mit dem Lesen.
Wie ist der allgemeine Tenor? Glaubt hier noch jemand an die Gefährlichkeit des Virusses?
Würde mich mal interessieren, wie ihr die Lage momentan einschätzt.

P.S.: Wohne in Berlin Neukölln, hier scheißen die Menschen fast komplett drauf, alle tragen jetzt Masken, aber man sieht die Einstellung ganz deutlich. Mindestabstand ein Fremdwort..


Antwort
Zitat
OnkelHotte
Beigetreten: 16.01.2005

Original von Kampfschildkroete

Original von katharz
was mich zudem wundert, dass man anscheinend die Kapazität hat mehr als doppelt so viel zu testen aber es nicht macht.

Gestern oder vorgestern war in der Tagesschau kurz der Punkt, dass man die freien Kapazitäten für zufällige Stichproben verwenden sollte. Problem war aber wer die (laut TK 59 Euro pro Test) bezahlt. Die Bundesregierung möchte die Krankenkassen dafür einspannen. Der Sprecher der Kassenverbände(?) meinte, dass die Kassen natürlich die Kosten bei Verdachtsfällen übernehmen. Aber es nicht in ihrer Verantwortung liegt Stichproben zu bezahlen und dass das Aufgabes des Bundes ist.

Könnte mir vorstellen, dass das ein Grund ist, warum die Kapazitäten nicht ausgeschöpft werden.

Wow, das fände ich echt massiv dämlich vom Bund.
Ich finde es völlig nachvollziehbar, dass dies NICHT Aufgabe der KKs ist, bundesweite Durchseuchungsstudien zu bezahlen. Ausserdem klingt das doch nach Peanuts, wenn beispielsweise 60M für 1 Million Tests ausgegeben wird im Vergleich zu den sonstigen Staatshilfen.

Wenn das wirklich so ist, dann für mich das Beispiel, um den „Lexikon“-Eintrag für „am falschen Ende sparen“ neu zu definieren.

Es klingt für mich so dämlich, wenn es daran scheitern würde, dass ich fast schon politischen Willen unterstellen würde, aus welchen Gründen auch immer nicht maximal testen zu wollen.


Antwort
Zitat
GoBackToGo
Beigetreten: 29.09.2007

in der tat kaum nachvollziehbar.
was man als gegenpunkt anbringen könnte wäre, dass vermutlich die testkapazitäten beschränkt sind. ist denke ich eine naheliegende vermutung.
ich habe schon länger keine RKI pressekonferenz mehr angeschaut, einfach aus dem grund, dass da gefühlt immer nur das selbe berichtet wurde. wird/wurde da mal über testkapazitäten geredet?

hat der staat überhaupt mal geld in die hand genommen, um studien zu corona zu finanzieren? klar werden unikliniken ohnehin zumindest teilweise vom staat finanziert. aber hat der staat in der jetzigen lage mal zusätzlich dazu geld locker gemacht? das wäre doch das erste, was ich machen würde, wenn ich mich mit einer pandemie konfrontiert sähe.


Antwort
Zitat
OnkelHotte
Beigetreten: 16.01.2005

Original von Mahagoni
Was für ein Riesenthread... Komme nicht mehr nach mit dem Lesen.
Wie ist der allgemeine Tenor? Glaubt hier noch jemand an die Gefährlichkeit des Virusses?
Würde mich mal interessieren, wie ihr die Lage momentan einschätzt.

P.S.: Wohne in Berlin Neukölln, hier scheißen die Menschen fast komplett drauf, alle tragen jetzt Masken, aber man sieht die Einstellung ganz deutlich. Mindestabstand ein Fremdwort..

Ich blas hier einfach mal meine Meinung dazu raus. Die ist natürlich auch faktenbasiert, aber die Situation ist so unübersichtlich, dass man imo gezwungen ist, ständig versuchen zu müssen selbst zu bewerten.

Cliffs: Ja, Corona megagefährlich aber imo zeigen Daten inzwischen, dass etwas weniger gefährlich als der worst case.
Ich fands richtig, erstmal vom worst Case auszugehen, dieser aber zum Glück nicht ganz eingetreten (alles imo)

1. Ja, ich finde das Virus ist saugefährlich und smarter hätte man es kaum designen können, wenn man das Ziel hat, ein Virus zu bauen, dass die ganze Welt lahmlegen soll.
Die Fähigkeit, auch symptom-frei derartige ansteckend zu sein, ist eine Superpower im Infektionsgame.

Weiterhin hat das Virus die krasse Fähigkeit, in bestimmten Zielgruppen wiederum extrem tödlich zu sein.

Das muss ein Virus erstmal schaffen, die Zustände wie in Norditalien oder New York zu erreichen. (Die strugglen auch bei Grippewellen aber Corona war deutlich krasser)
Corona ist um ein Vielfaches tödlicher als Grippe und die Grippevergleicher tilten mich.

Ich finde daher, dass man hinreichend Indizien hatte und glaube auch nach wie vor dran, dass Corona jedes Gesundheitssystem outplayed hätte, wenn man einfach gar nichts gemacht hätte.

2. ich kristallisiere inzwischen aber auch heraus, dass ich überrascht bin, wie leicht der Verlauf in Nicht-Risikogruppen ist.
Wenn ich lese: 200 Rumänen im Schlachthof infiziert, alle keine oder nur leichte Symptome, dann ist das good News, dass man eine Durchseuchung schmerzfreier als vermutet erreichen kann.
„Ist nur ne Grippe“ kommt meist nur von Leuten, die keine Ahnung haben, was ne echte Grippe ist, denn das ist echt heftig und knockt einen aus.
Sich mal ne Grippe abholen ist tough.
Sich mal Corona abzuholen, ist ja anscheinend wirklich in extrem vielen Fällen eben wirklich nicht tough. Eher ein Schnupfen als eine Grippe.

Diese krasse Polarisierung in der Ausprägung wirkt sich massiv auf die psychische Komponente aus.
Wirklich, was sollen sich die 200 Rumänen im Schlachthof jetzt denken? Wenn der eigene Leib nicht in Gefahr scheint, dann ist es schwer, im Protection-Game immer nur die „Rücksicht auf die Risiko“-Gruppe Karte zu spielen. Ich will damit nur sagen. Man kann damit in D nur die Kurve flatten, nicht aber das Virus ausrotten weil die intrinische Motivation der nicht-Risikogruppe imo zu gering ist.

Und neben dem Impfgame gibt es ja obendrauf noch das Medikamenten-Game, dass ja zumindest das Potential hat, die Mortalität in den Risikogruppen weiter zu reduzieren.

3. Die neuesten Erkenntnisse in Form der afaik doch mehr als erwarteten milden oder symptomfreien Verläufe untermauert für mich das the hammer and dance Konzept. Corona ist zu „smart“ designed, als dass man ausrotten kann. China lügt! :-)
Es ist imo alternativlos, dass wir entweder durchseucht oder geimpft werden.
Und wir gesagt, für mich kristallisiert sich raus, dass Durseuchung besser als gedacht möglich ist, weil imo der Anteil and milden und symptomfreien Infektionen höher als urspünglich angenommen.

Sprich: Ein Drahtseiltanz, Durchseuchung ohne Gesundheitskappaüberlastung zu erreichen ist für mich valide

Und wir wissen eins, egal ob Kausalität oder Korrelation durch die Maßnahmen. Im aktuellen Zustand ist das Gesundheitssystem nicht überlastet, steigen die Fälle wieder überproportional, kann man wieder dahin zurückkehren.

Ist für mich bisschen wie ein Reaktor, wo man die Graphitstäbe bisschen rauszieht für mehr Leistung, sie aber wieder einfahren kann, wenn es zu „heiß“ wird.
Muss man halt nur besser als in Tschernobyl machen :-)


Antwort
Zitat
Penishaubize
Beigetreten: 04.06.2006

Original von GoBackToGo
hat der staat überhaupt mal geld in die hand genommen, um studien zu corona zu finanzieren? klar werden unikliniken ohnehin zumindest teilweise vom staat finanziert. aber hat der staat in der jetzigen lage mal zusätzlich dazu geld locker gemacht? das wäre doch das erste, was ich machen würde, wenn ich mich mit einer pandemie konfrontiert sähe.

Ja, hier z.B. https://www.bmbf.de/foerderungen/bekanntmachung-2865.html oder hier https://ec.europa.eu/info/research-and-innovation/research-area/health-research-and-innovation/coronavirus-research-and-innovation_en (EU)

Das läuft nicht so, dass der Staat einfach Geld rauswirft, sondern man bewirbt sich auf solche Fördertöpfe.

Die ganzen Sofortmaßnahmen und Studien von Universitäten/Universitätskliniken und sonstigen Forschungsvereinigungen wie Helmholtz oder Fraunhofer sind ebenfalls öffentlich finanziert. Da ist in aller Regel niemand 'ohnehin vom Staat finanziert', sondern bekommt projektbezogen Gelder für ganz konkrete und vorher beantragte Forschungsprojekte.


Antwort
Zitat
Kampfschildkroete
Beigetreten: 05.06.2006

Original von GoBackToGo
in der tat kaum nachvollziehbar.
was man als gegenpunkt anbringen könnte wäre, dass vermutlich die testkapazitäten beschränkt sind. ist denke ich eine naheliegende vermutung.
ich habe schon länger keine RKI pressekonferenz mehr angeschaut, einfach aus dem grund, dass da gefühlt immer nur das selbe berichtet wurde. wird/wurde da mal über testkapazitäten geredet?

hat der staat überhaupt mal geld in die hand genommen, um studien zu corona zu finanzieren? klar werden unikliniken ohnehin zumindest teilweise vom staat finanziert. aber hat der staat in der jetzigen lage mal zusätzlich dazu geld locker gemacht? das wäre doch das erste, was ich machen würde, wenn ich mich mit einer pandemie konfrontiert sähe.

Laut dem RKI wurden vorletzte Woche ca. 330.000 Tests gemacht und es gab Kapazitäten von knapp 820.000 Tests. Letzte Woche wurden 467.000 Tests gemacht bei 890.000 möglichen.
Quelle: https://www.google.com/url?sa=t&source=web&rct=j&url=https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Situationsberichte/2020-04-29-de.pdf%3F__blob%3DpublicationFile&ved=2ahUKEwiEl7e-gpLpAhULjqQKHXerDTEQFjACegQIBBAB&usg=AOvVaw0IaN8DAd7yC9hPidWxU5Rs

Das ist ja aktuell auch der Grund warum z.B. Fußballspieler 2 oder 3 Mal die Woche getestet werden, weil die Kapazitäten dafür da sind und so lange es der Verein bezahlt. Weiß aber nicht, ob dann irgendwann die Abstrichstäbchen knapp werden könnten?


Antwort
Zitat
weissnich
Beigetreten: 28.01.2008

Original von Mahagoni
Was für ein Riesenthread... Komme nicht mehr nach mit dem Lesen.
Wie ist der allgemeine Tenor? Glaubt hier noch jemand an die Gefährlichkeit des Virusses?
Würde mich mal interessieren, wie ihr die Lage momentan einschätzt.

P.S.: Wohne in Berlin Neukölln, hier scheißen die Menschen fast komplett drauf, alle tragen jetzt Masken, aber man sieht die Einstellung ganz deutlich. Mindestabstand ein Fremdwort..

das virus ist und bleibt gefährlich.. sogar auf mehere arten.. solang es in der welt ist kann immer wieder irgendwo richtig die post abgehen.. z.b. in berlin neukölln wo die leute sich nicht um abstand kümmern:)
wenn die post irgendwo abgeht drehen die politiker wieder richtig auf und das killt viele geschäftsleute.. also sind die assis die meinen "alles nicht so schlimm - mir doch egal" eigentlich die schuldigen beim wirtschaftskillen
eine andere gefahr sind diese diskutanten überall die alles in frage stellen.. auch in diesem thread.. z.b. verstehen einige nicht das viele leute schon auf abstand gegangen sind bevor es zum gesetz wurde - logischerweise die regeln also nur für die letzten honks waren die meinten sich immer noch eng an eng in die eisdiele zu kuscheln - also klar das es im nachinein scheint als ob die regeln nur wenig bewirkt hätten..

klar wir das virus die welt verändern und eigentlich muss das nichtmal unbedingt schlecht sein.. dieser reiseirrsinn, kreuzfahrtwahnsinn usw. nur egoismus, egal was um uns passiert..
eine zahl hat mich echt erschreckt.. 294k urlauber trotz pandemie unterwegs in der welt, müssen zurückgeholt werden.. wieviele sind das wenn keine pandemie herrscht? und das war märz/april - ich hätte nicht geglaubt das soviele menschen im frühling in urlaub sind und es werden wohl normal noch viel mehr sein. wahnsinn
ich denk es wird ne lange zeit dauern bis alle wieder durch die welt jetten und eventuell werden einige es auch zukünftig lassen nach diesen erfahrungen aktuell und es wird wohl mehr videokonferenzen statt reisen geben also für den planeten wirds gut.

man könnte wirklich denken das die natur sich das hat einfallen lassen - irgendwie skurill

was ich von vielen menschen höre ist das sie diese zeit sogar gut finden.. diese entschleunigung und ruhe - ich würde es wohl auch geniessen, wenn ich nicht jeden tag neue corona regeln bekommen würde die wieder das game meines geschäftes ändern.:f_biggrin: :f_biggrin:


Antwort
Zitat
Gofa
Beigetreten: 23.09.2007

Original von OnkelHotte

Original von Kampfschildkroete

Original von katharz
was mich zudem wundert, dass man anscheinend die Kapazität hat mehr als doppelt so viel zu testen aber es nicht macht.

Gestern oder vorgestern war in der Tagesschau kurz der Punkt, dass man die freien Kapazitäten für zufällige Stichproben verwenden sollte. Problem war aber wer die (laut TK 59 Euro pro Test) bezahlt. Die Bundesregierung möchte die Krankenkassen dafür einspannen. Der Sprecher der Kassenverbände(?) meinte, dass die Kassen natürlich die Kosten bei Verdachtsfällen übernehmen. Aber es nicht in ihrer Verantwortung liegt Stichproben zu bezahlen und dass das Aufgabes des Bundes ist.

Könnte mir vorstellen, dass das ein Grund ist, warum die Kapazitäten nicht ausgeschöpft werden.

Wow, das fände ich echt massiv dämlich vom Bund.
Ich finde es völlig nachvollziehbar, dass dies NICHT Aufgabe der KKs ist, bundesweite Durchseuchungsstudien zu bezahlen. Ausserdem klingt das doch nach Peanuts, wenn beispielsweise 60M für 1 Million Tests ausgegeben wird im Vergleich zu den sonstigen Staatshilfen.

Wenn das wirklich so ist, dann für mich das Beispiel, um den „Lexikon“-Eintrag für „am falschen Ende sparen“ neu zu definieren.

Es klingt für mich so dämlich, wenn es daran scheitern würde, dass ich fast schon politischen Willen unterstellen würde, aus welchen Gründen auch immer nicht maximal testen zu wollen.

Aus dem Gedächtnis:
Ich meine dazu mal auf einer RKI-PK gehört zu haben, dass die "wer wird getestet"-Kriterien für die tatsächliche Anzahl der durchgeführten Tests entscheidend sind. Kriterien im Sinne von "nur wer Symptome hat und Kontakt zu einem bestätigten Fall hatte wird getestet". Die würden so festgelegt, dass die erwartete Anzahl durchzuführender Tests unter der Kapazitätsgrenze bleibt. Gleichzeitig will man Innerhalb dieser Kapazitäten die wichtigsten Verdachtsfälle testen und schnell Ergebnisse haben. Wenn man z.B. vor einem Monat gesagt hätte, dass jeder sich einfach testen lassen kann, hätten das schätze ich auch viele gemacht. Dann kann es aber einen krassen Rückstau bei den Testauswertungen im Labor gegeben und die wahrscheinlichsten/wichtigsten Verdachtsfälle (Symptome und Kontakt) müssten lange auf ein Ergebnis warten.

Wenn man merkt, dass die Auslastung der Testkapazitäten sinkt (z.B. weniger Testfälle nach aktuellen Kriterien und/oder Erhöhung der Kapazität), kann man die Kriterien anpassen. Das ist auch schon mehrfach geschehen. Ich schätze man musste bei der Anpassung in den letzten Wochen aber sehr vorsichtig sein, damit man nicht die Kriterien zu "lasch" festlegt und man nach 2 Tagen schon die Kapazität für die ganze Woche erreicht hat und die wichtigen Verdachtsfälle im Rückstau hängen.


Antwort
Zitat
beni
Beigetreten: 17.10.2006

Original von StefanNRW
Oder dann werden wie hier in diesem Beitrag von dir Fragen gestellt, die nur dazu da sind Arbeit zu machen, deren Beantwortung aber niemals dazu führen wird, dass du auch nur einen Millimeter abrückst und bei deren Beantwortung tatsächlich auch eher niemand etwas lernt

Das stimmt nicht, wenn ich falsch liege kann ich das gut zugeben.

Aber bleiben wir konkret. Mit den Modellen zur R-Berechnung hast du dich schon beschäftigt. Stört es dich nicht, dass bei der Berechnung nur die positiven Testfälle einfließen und keine Dunkelziffer?
In allen R-Kurven sieht man zu Beginn auch einen deutlichen Anstieg. Rein inhaltlich macht das wenig Sinn und ist -Vorsicht meine These- auf die falsche Methodik zurückzuführen und nicht auf eine echte Erhöhung des R in dieser Zeit.


Antwort
Zitat
Tornano
Beigetreten: 11.12.2007

Du willst also eine kleine in Deutschland eher unwahrscheinliche Fehlerquelle durch eine große Fehlerquelle ersetzen?


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Zitat
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