Original von Mahagoni
Was für ein Riesenthread... Komme nicht mehr nach mit dem Lesen.
Wie ist der allgemeine Tenor? Glaubt hier noch jemand an die Gefährlichkeit des Virusses?
Würde mich mal interessieren, wie ihr die Lage momentan einschätzt.
P.S.: Wohne in Berlin Neukölln, hier scheißen die Menschen fast komplett drauf, alle tragen jetzt Masken, aber man sieht die Einstellung ganz deutlich. Mindestabstand ein Fremdwort..
Ich blas hier einfach mal meine Meinung dazu raus. Die ist natürlich auch faktenbasiert, aber die Situation ist so unübersichtlich, dass man imo gezwungen ist, ständig versuchen zu müssen selbst zu bewerten.
Cliffs: Ja, Corona megagefährlich aber imo zeigen Daten inzwischen, dass etwas weniger gefährlich als der worst case.
Ich fands richtig, erstmal vom worst Case auszugehen, dieser aber zum Glück nicht ganz eingetreten (alles imo)
1. Ja, ich finde das Virus ist saugefährlich und smarter hätte man es kaum designen können, wenn man das Ziel hat, ein Virus zu bauen, dass die ganze Welt lahmlegen soll.
Die Fähigkeit, auch symptom-frei derartige ansteckend zu sein, ist eine Superpower im Infektionsgame.
Weiterhin hat das Virus die krasse Fähigkeit, in bestimmten Zielgruppen wiederum extrem tödlich zu sein.
Das muss ein Virus erstmal schaffen, die Zustände wie in Norditalien oder New York zu erreichen. (Die strugglen auch bei Grippewellen aber Corona war deutlich krasser)
Corona ist um ein Vielfaches tödlicher als Grippe und die Grippevergleicher tilten mich.
Ich finde daher, dass man hinreichend Indizien hatte und glaube auch nach wie vor dran, dass Corona jedes Gesundheitssystem outplayed hätte, wenn man einfach gar nichts gemacht hätte.
2. ich kristallisiere inzwischen aber auch heraus, dass ich überrascht bin, wie leicht der Verlauf in Nicht-Risikogruppen ist.
Wenn ich lese: 200 Rumänen im Schlachthof infiziert, alle keine oder nur leichte Symptome, dann ist das good News, dass man eine Durchseuchung schmerzfreier als vermutet erreichen kann.
„Ist nur ne Grippe“ kommt meist nur von Leuten, die keine Ahnung haben, was ne echte Grippe ist, denn das ist echt heftig und knockt einen aus.
Sich mal ne Grippe abholen ist tough.
Sich mal Corona abzuholen, ist ja anscheinend wirklich in extrem vielen Fällen eben wirklich nicht tough. Eher ein Schnupfen als eine Grippe.
Diese krasse Polarisierung in der Ausprägung wirkt sich massiv auf die psychische Komponente aus.
Wirklich, was sollen sich die 200 Rumänen im Schlachthof jetzt denken? Wenn der eigene Leib nicht in Gefahr scheint, dann ist es schwer, im Protection-Game immer nur die „Rücksicht auf die Risiko“-Gruppe Karte zu spielen. Ich will damit nur sagen. Man kann damit in D nur die Kurve flatten, nicht aber das Virus ausrotten weil die intrinische Motivation der nicht-Risikogruppe imo zu gering ist.
Und neben dem Impfgame gibt es ja obendrauf noch das Medikamenten-Game, dass ja zumindest das Potential hat, die Mortalität in den Risikogruppen weiter zu reduzieren.
3. Die neuesten Erkenntnisse in Form der afaik doch mehr als erwarteten milden oder symptomfreien Verläufe untermauert für mich das the hammer and dance Konzept. Corona ist zu „smart“ designed, als dass man ausrotten kann. China lügt! :-)
Es ist imo alternativlos, dass wir entweder durchseucht oder geimpft werden.
Und wir gesagt, für mich kristallisiert sich raus, dass Durseuchung besser als gedacht möglich ist, weil imo der Anteil and milden und symptomfreien Infektionen höher als urspünglich angenommen.
Sprich: Ein Drahtseiltanz, Durchseuchung ohne Gesundheitskappaüberlastung zu erreichen ist für mich valide
Und wir wissen eins, egal ob Kausalität oder Korrelation durch die Maßnahmen. Im aktuellen Zustand ist das Gesundheitssystem nicht überlastet, steigen die Fälle wieder überproportional, kann man wieder dahin zurückkehren.
Ist für mich bisschen wie ein Reaktor, wo man die Graphitstäbe bisschen rauszieht für mehr Leistung, sie aber wieder einfahren kann, wenn es zu „heiß“ wird.
Muss man halt nur besser als in Tschernobyl machen :-)