Die Frage, warum es keinen Gott geben sollte, lässt sich nicht diskutieren, schon gar nicht mit gläubigen Menschen. Die Naturwissenschaften konnten bisher die Existenz des Göttlichen nicht nachweisen, und diese genauso wenig widerlegen. Es gibt noch so viel, das nicht erforscht ist; hier haben Religion und Spiritualität noch immer ihren Rückzugsort. Das ist für einen Wissenschaftler (wie ich auch einer bin bzw. bald einer sein werde) äußerst unbefriedigend, aber leider nicht zu ändern.
Zuerst einmal müsste man hier darüber reden, was allgemein als Gott verstanden wird.
Ist es der Glaube an ein höheres Wesen, einen Denker und Lenker, der schöpft und vernichtet, wie es ihm beliebt? Dies halte ich für völlig absurd. Ein nicht materielles Wesen mit eigenem Willen gehört und die Geschichtsbücher über Geister und Schemen. Und wäre es materiell, würde es Spuren hinterlassen, die theoretisch zu entdecken wären (man muss halt zum richtigen Zeitpunkt an den richtigen Ort schauen).
Ist das Göttliche vielleicht der Glaube an das Gute im Menschen? Das sich eine Gemeinschaft bildet, die trotz ihrer großen individuellen Unterschiede an einem Ziel festhalten kann, welches nicht-egoistischen Zielen dient (Frieden, Nächstenliebe...)? Dafür bräuchte man aber keinen Gott und keine Religion. Man könnte es auch "Verein der Friedensfans" nennen und "Clubtreffen" abhalten.
Ist Gott und die seine Religion vielleicht einfach nur eine weitere Machtkomponente, die von machthungrigen Menschen als weitere kluge Komponente zur Machterhaltung eingesetzt wurde? Waren die Propheten eventuell einfach nur Menschen, die sich nach Aufmerksamkeit gesehnt haben und einen anderen Weg zum Ziel gegangen sind?
Ist Religion, wie bei Wikingern oder Kelten, rein aus der Tradition begründet? Die Gottheiten der alten Kulturen passen sich der Lebensart der Völker an, sowohl ihre Eigenschaften (Gott der Seefahrt, des Krieges...) als auch ihre Verbildlichung (Thorhammer (Kriegshammer), Falkenkopf des Horus (eine Art Totenmaske)...).
Oder ist es die einfache Angst vor dem Tod, das Endgültige, welches die Menschen Religionen erschaffen ließ, die einem Gläubigen das Paradies versprechen. Den Glauben geben, dass es danach weitergeht. Und zwar viel besser, als im irdischen Leben. Man kann hier wohl spekulieren (gerade beim christlichen und muslimischen Glauben), dass gerade in Kriegszeiten Propheten Hochkultur hatten. Nunja....
Die Frage sollte erstmal beim Gottesverständnis ansetzen. Und danach ist es schwer darüber zu diskutieren, ob es ihn nun gibt, den einen Gott (oder die vielen Götter!). Man kann jedoch darlegen, warum man daran glaubt/ nicht glaubt.