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Tödliches Autorennen, Urteil: Lebenslänglich wegen Mord

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pg89
Beigetreten: 05.04.2008
Oldschool Grinder

Original von jodlio

Original von pg89
Andererseits sehe ich schon einen Unterschied zwischen zu schnell fahren und jemanden bei einem Unfall (denn im Endeffekt war es ein unbeabsichtigter Unfall) zu töten und darin, jemandem mit tötungsabsicht ein Messer in den Hals zu rammen. Letzteres finde ich deutlich schlimmer und ich finde man kann das einfach nicht gleich setzen.

doch kann man gleich setzen. bei beiden vorfällen ists dir wayne ob derjenige stirbt.

Wenn man jemanden absticht ist es einem doch nicht egal ob derjenige stirbt. Man will genau das.


Antwort
Zitat
3nJ0yIT
Beigetreten: 06.07.2011
Poker Player

Für mich auch ganz klar Mord... Wenn man z.B. mit einer Waffe über einen öffentlichen Platz feuert ist es auch nichts anderes als Mord sollte einer getroffen werden und sterben.

Und hier ist die Waffe nunmal das Auto...


Antwort
Zitat
3nJ0yIT
Beigetreten: 06.07.2011
Poker Player

Ja, das Überfahren von elf roten Ampeln bei dieser Geschwindigkeit ist mit nichts anderem als hemmungslos zu bezeichnen.


Antwort
Zitat
AragornOL
Beigetreten: 28.07.2010
Oldschool Grinder

Original von BudSpencer8

Ich sehe es ähnlich, es fehlt der Vorsatz also der Plan jemanden zu Töten um es als Mord zu betrachten.

Was hier in der Diskussion viele nicht trennen bzw trennen können ist das was man (seinem Gerechtigkeitsempfinden nach) als eine gerechte Strafe empfindet und die Problematik was die Herleitung des Urteils angeht.

Man kann gut und gerne der Meinung sein das illegale Autorennen mit Todesfolge eine Strafe von 20 Jahren oder länger nach sich ziehen müsste. Aber bitte nicht indem man sich den Straftatbestand "Mord" irgendwie zurecht biegt! Eher sollte man dazu ein passendes Gesetz erlassenbzw die Höchststrafen für Fahrlässige Tötung von 5 Jahren auf 10 Jahre (oder sogar mehr) anheben.

Somit könnten Richter Idioten wie diese in Berlin zu hohen Haftstrafen verurteilen OHNE das Recht zu beugen.

Ich kann das Urteil auch nicht nachvollziehen. Mit der Begründung kann man jede Tötung auf einen bedingten Vorsatz zum Mord zurecht biegen. Auch Totschlag bedingt einen Vorsatz. Mordmerkmal das Auto als heimtückige Waffen? Irgendwie ist das nicht nachvollziehbar.

So kann jeder betrunkene Fahrer zum Mörder werden. Da fehlt jede Verhältnismäßigkeit zum "klassischen" Mörder.


Antwort
Zitat
3nJ0yIT
Beigetreten: 06.07.2011
Poker Player

Ein Auto mit 170 km/h in einer 50er Zone bewegt, wird zu einer obv. nicht beherrschbaren Waffe.

Und ein Betrunkener fährt mit dem guten Glauben das nichts passiert (hofft auf einen guten Ausgang), vorausgesetzt er hält sich ansonsten an die Verkehrsregeln. Dies wäre dann fahrlässig.

Wer aber sein Auto in dieser Geschwindigkeit über elf rote Ampeln bewegt und das auch noch innerhalb einer Stadt kann nicht von einem guten Ausgang ausgehen.


Antwort
Zitat
DerIkeaElch
Beigetreten: 16.05.2010
Oldschool Grinder

Original von JMGPix69
Wenn jetzt ein Urteil kommt mit 2 Jahren oder 5, was soll das bringen?

Und was bringt das Urteil lebenslang nun deiner Meinung nach?


Antwort
Zitat
AragornOL
Beigetreten: 28.07.2010
Oldschool Grinder

Original von 3nJ0yIT
Für mich auch ganz klar Mord... Wenn man z.B. mit einer Waffe über einen öffentlichen Platz feuert ist es auch nichts anderes als Mord sollte einer getroffen werden und sterben.

Und hier ist die Waffe nunmal das Auto...

Das ist nicht richtig. Solche Fälle gab es nun schon zu hauf. Wo ist denn da mal auf Mord entschieden worden? Es müsste eben nachgewiesen werden, dass es dem Schützen völlig egal gewesen ist, dass er jemanden trifft. Dies dürfte selten der Fall und noch seltener nachweisbar sein. So habe ich auch Zweifel, dass man den Rasern vorwerfen kann, dass es ihnen völlig egal war, dass sie jemanden töten. Alleine schon aus Selbstschutz. Wäre es eine Selbstmordfahrt gewesen, dann okay.


Antwort
Zitat
BudSpencer8
Beigetreten: 16.06.2008
Oldschool Grinder

Original von 3nJ0yIT
Und ein Betrunkener fährt mit dem guten Glauben das nichts passiert, vorausgesetzt er hält sich ansonsten an die Verkehrsregeln.

Ein Auto in der Hand eines Betrunkenen könnte man jedoch ebenfalls als "Waffe" bezeichnen. Ist ja nicht so das Autos, gesteuert von Betrunkenen, noch nie jemanden getötet hätten.


Antwort
Zitat
AragornOL
Beigetreten: 28.07.2010
Oldschool Grinder

Original von 3nJ0yIT
Ein Auto mit 170 km/h in einer 50er Zone bewegt, wird zu einer obv. nicht beherrschbaren Waffe.

Und ein Betrunkener fährt mit dem guten Glauben das nichts passiert, vorausgesetzt er hält sich ansonsten an die Verkehrsregeln.

Wer aber sein Auto in dieser Geschwindigkeit über elf rote Ampeln bewegt innerhalb einer Stadt kann nicht von guten Glauben ausgehen das nichts passiert.

Wieso wird es zu einer Waffe? Was eine Waffe ist, ist in den Rechtsnormen festgelegt. Ein Auto ist es nicht. Es geht nicht darum, dass nichts passiert. Der Raser muss es egal gewesen sein, ob einen einen Menschen tötet. Da halte ich das Urteil für ein politisches und arg konstruiert. Zumindest, was man bislang so gehört hat. Was ist denn dann noch fahrlässige Tötung?


Antwort
Zitat
Dodadodadodada
Beigetreten: 25.02.2006
BlackMember

Bei so einem Fall kommt es doch auf den Geisteszustand drauf an. Ich verstehe da immer nicht, warum Richter sich da irgendwelche Urteile auswürfeln sollen.

Eine Verkehrspsychologin beschrieb im Prozess einen der Männer als Autofahrer, der "massiv selbstüberschätzend" unterwegs gewesen sei. Bei dem Rennen sei es ihm darum gegangen, "zu gewinnen und dadurch sein Ego aufzuwerten". Der Mann habe kein Bewusstsein für seine eigene Schuld.

Rennen gibt es überall, aber die meisten haben ein Schuldbewusstsein. Dann wäre lebenslang natürlich unsinnig.
Es sollte, wie beim Fahrsicherheitstraining, gesicherte Parcours geben, wo sich Testosteronjunkies ausprobieren können.


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Zitat
HijackerStar
Beigetreten: 07.07.2008
Poker Player

Original von AragornOL
Wieso wird es zu einer Waffe? Was eine Waffe ist, ist in den Rechtsnormen festgelegt. Ein Auto ist es nicht. Es geht nicht darum, dass nichts passiert. Der Raser muss es egal gewesen sein, ob einen einen Menschen tötet. Da halte ich das Urteil für ein politisches und arg konstruiert. Zumindest, was man bislang so gehört hat. Was ist denn dann noch fahrlässige Tötung?

Es wird zu einer Waffe weil es die Definition des gemeingefährlichen Mittels nach § 211 StGB erfüllt. Gemeingefährlich ist ein Mittel, wenn es der Täter im konkreten Fall nicht beherrschen kann und es eine Gefahr für eine unbestimmte Zahl von Menschen mit sich bringt. Durch die hohe Geschwindigkeit verlor er die Kontrolle über das Fahrzeug.

Mit Handy am Ohr jemanden überfahren würde ich als fahrlässige Tötung vermuten.


Antwort
Zitat
krush22
Beigetreten: 19.12.2008
Oldschool Grinder

Halte das urteil für absurd. Es bezieht sich gar nicht mehr auf den Mordparagrafen, das ist insofern noch schlimmer als, das viele Sachen die Mord sind gar nicht als mord gewertet werden. Es gab doch den fall, das eine Mutter einer getöteten Tochter dem Mörder im gerichtssaal erschossen hat, die hat dafür glaub 5 Jahre Haft bekommen....

Außerdem kam doch die gutachterin zu dem Ergebniss, dass er eben nicht in der Lage war, das Risiko realistisch einzuschätzen und sich eben für ausreichend talentiert gefühlt hat. Er externalisiert eben seinen Fehler. Ich bin zwar froh, dass die beiden weggesperrt sind. Aber die beiden Alpha Kevins haben mit Sicherheit keinen mord begangen, und schon gar nicht der Fahrer, der den Rentner nicht einmal getroffen hat. Die sollen ihre gerechte Strafe bekommen, die sollen meinetwegen das Höchstmaß für fahrlässige Tötung bekommen. Absolut ok, aber Mord war es nicht.


Antwort
Zitat
wahnfried
Beigetreten: 29.08.2007
Elite Grinder

Hier ist mal ein Artikel zum Thema aus dem Focus, wo ein ehemaliger Raser sich äußert:

http://www.focus.de/politik/deutschland/interview-mit-nico-klassen-ex-raser-packt-aus-das-mord-urteil-wird-illegale-autorennen-nicht-stoppen_id_6716860.html

finde ich ganz interessant.

Zitate daraus:

"Aber sie gehen davon aus, dass ihnen schon nichts passiert. Die Gefahr eines Unfalls blenden sie einfach aus."

und: "Mir wurde plötzlich bewusst, was für einen Scheiß ich tue (nachdem sein Freund bei einem Rennen in seinen Armen starb).

Spricht meiner Meinung nach im allgemeinen dann für absolute Selbstüberschätzung und Leichtsinn als für Vorsatz.

Auch die Lösung/Entschärfung des Raserproblems in Abu Dhabi durch das Schaffen von legalen Rennmöglichkeiten finde ich interessant.


Antwort
Zitat
HijackerStar
Beigetreten: 07.07.2008
Poker Player

Naja jetzt wissen sie, dass sie ewig in Knast gehen selbst wenn der andere jemanden überfährt. Das zieht schon.
Wahrscheinlich wäre es aber sinnvoller mehr mit Führerscheinentzügen zu arbeiten. Der Todesfahrer war schließlich mehrfach vorbestraft.


Antwort
Zitat
eltazo
Beigetreten: 06.10.2006
PokerStrategist

Original von BudSpencer8

Ich sehe es ähnlich, es fehlt der Vorsatz also der Plan jemanden zu Töten um es als Mord zu betrachten.

Was hier in der Diskussion viele nicht trennen bzw trennen können ist das was man (seinem Gerechtigkeitsempfinden nach) als eine gerechte Strafe empfindet und die Problematik was die Herleitung des Urteils angeht.

Man kann gut und gerne der Meinung sein das illegale Autorennen mit Todesfolge eine Strafe von 20 Jahren oder länger nach sich ziehen müsste. Aber bitte nicht indem man sich den Straftatbestand "Mord" irgendwie zurecht biegt! Eher sollte man dazu ein passendes Gesetz erlassenbzw die Höchststrafen für Fahrlässige Tötung von 5 Jahren auf 10 Jahre (oder sogar mehr) anheben.

Somit könnten Richter Idioten wie diese in Berlin zu hohen Haftstrafen verurteilen OHNE das Recht zu beugen.

Ich denke der unterschied ist aber das man bei 70kmh wirklich noch glauben kann man hätte das im griff, wenn man aber mit 170Kmh sich nen rennen durch die innenstadt Jagd muss jedem eigentlich klar sein , das dieses Menschenleben gefährdet, der Kick der gefahr ist wahrscheinlich sogar in nicht unwesentlicher Motivationfaktor bei der sache.


Antwort
Zitat
AyCaramba44
Beigetreten: 27.04.2010
BlackMember

Original von wahnfried
Auch die Lösung/Entschärfung des Raserproblems in Abu Dhabi durch das Schaffen von legalen Rennmöglichkeiten finde ich interessant.

Hier in Deutschland kann man auch legal Rennen gegeneinader fahren. Ich glaube den Jungs fehlt dabei vielleicht ein bisschen der Nervenkitzel...

Angefangen bei der Kartbahn, Beschleunigungrennen und Rennstrecken mit den eigenen Autos bis hin zu Rennserien für Jedermann. Hast du ein Bericht oder Artikel über Abu Dhabi?


Antwort
Zitat
EilatOne
Beigetreten: 11.11.2010
PokerStrategist

dadurch das jeder weiß was passieren kann - vor allem in dicht besiedeltem gebiet - und es trotzdem macht - ist es doch vorsatz ... imo ... und keiner von denen kann sich hinstellen und ernsthaft behaupten sowas passiert nicht, sowas kann nicht passieren ... alleine das wäre schon ein grund denen den führerschein abzunehmen ... imo ...


Antwort
Zitat
AyCaramba44
Beigetreten: 27.04.2010
BlackMember

Original von HijackerStar
Naja jetzt wissen sie, dass sie ewig in Knast gehen selbst wenn der andere jemanden überfährt. Das zieht schon.
Wahrscheinlich wäre es aber sinnvoller mehr mit Führerscheinentzügen zu arbeiten. Der Todesfahrer war schließlich mehrfach vorbestraft.

Und ohne Führerschein fahren sie dann nicht mehr, weil sie durch das fahren ohne Führerschein dann ja vorbestraft würden?


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Zitat
krush22
Beigetreten: 19.12.2008
Oldschool Grinder

Jo zeiht genauso gut wie die Todesstrafe bei Mord, deswegen gibt es auch so wenige in den USA.....


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Zitat
nexus35
Beigetreten: 05.08.2009
PokerStrategist

Irgendwie sind viele von uns verärgert über "Kuscheljustiz" und erwarten harte Strafen für bestimmte Verbrechen. Da lässt man sich vom Gefühl bzw. eigener Vorstellung was der/die Täter "verdient" haben leiten. Es wurde zurecht kritisiert warum die Justiz da milde Urteile für Leute ausspricht denen das Leben anderer Menschen egal ist. Und klar sagen jetzt viele: "Endlich wird hart durchgegriffen". Imo befriedigt dieses Urteil das Sehnen nach einer hart durchgreifenden Justiz und es befriedigt auf populistische Art und Weise diese Wünsche.

Versteht mich jetzt nicht falsch, denn ich bin selbst dafür, dass man lasche Urteile für deftige Verbrechen nicht mehr sieht. Aber ich sehe hier keine Mordmerkmale. Übrigens ist es auch nicht das erste Urteil über die Raser und auch nicht das erste Todesopfer solcher Verbrechen. Bisher wurde entweder auf fahrlässige Tötung oder Totschlag entschieden und noch nie auf Mord. Und andere Richter haben natürlich identische Gesetze befolgt. Imo ist die Einstufung als Totschlag vollkommen ausreichend. Und dann könnte man natürlich dafür plädieren solche Taten nicht als minder schwere Fälle zu werten und dann gehen die Täter lange in den Bau.


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Zitat
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