Also ich bin auch ziemlich tight wenn es um Trinkgeld geht.
Eigentlich gebe ich nur Trinkgeld wenn es besonders günstig war, es irgendwelche Sonderleistungen gab oder ich mit mehreren Leuten irgendwo bin und die anderen auch alle Trinkgeld gegeben haben. Beim Poker zahle ich ja auch nicht einfach einen extra BB weil ich keinen halben Orbit abwarten kann, wieso sollte ich es da im RL anders handhaben ?
Original von Westmacht
Also ich bin auch ziemlich tight wenn es um Trinkgeld geht.
Eigentlich gebe ich nur Trinkgeld wenn es besonders günstig war, es irgendwelche Sonderleistungen gab oder ich mit mehreren Leuten irgendwo bin und die anderen auch alle Trinkgeld gegeben haben. Beim Poker zahle ich ja auch nicht einfach einen extra BB weil ich keinen halben Orbit abwarten kann, wieso sollte ich es da im RL anders handhaben ?
Weil die Dealer im RL aufs Trinkgeld angewiesen sind und viel weniger verdienen als ... Pokerstars.
@Westmacht: Warum, wenn es besonders günstig war? Ich könnts nachvollziehen, wenn man sagt, dass Trinkgeld nur angemessen ist, wenn dafür auch was geleistet worden ist (besonders freundlich / Sonderwünsche erfüllt / Beratung / was weiß ich). Aber Trinkgeld weils günstig war klingt danach, dass du dir diverse Dienstleistungen eigentlich nicht leisten kannst oder willst, und dafür dann aber, wenns doch im Budget war, noch was drauflegst. Find ich persönlich n bisschen komisch, aber muss natürlich jeder selbst wissen.
Das besonders günstig ist eher auf Situationen bezogen in denen eine äquivalente Leistung deutlich unter dem gewohnten Preis angeboten wird. Als Beispiele gäbe es da zB eine kleine Dorfkneipe, in der ich ein paar mal mit Freunden aus der Heimat war, in der das 0,3er Bier nur 1,30€ gekostet hat oder eine Schwulenbar in Birmingham (während eines Pubcrawls) in der ich nur 1 Pfund anstatt der sonst typischen 3 Pfund pro Pint bezahlt habe. Den geringen Preis werte ich in solchen fällen als besonderen service und gebe sogar gern Trinkgeld. Wenn ich hingegen irgendwo 4-5€ pro halbem Liter Zahle gebe ich nur in extremen ausnahmefällen Trinkgeld.
Ok, also der Gedanke "ihr seid schon unverschämt teuer, da brauchts ned noch Trinkgeld"? Das kann ich zumindest nachvollziehen...
Allerdings würd ich in der günstigen Dorfkneipe schon allein deswegen Trinkgeld geben, weil mir solche Läden generell (nicht nur aber auch wegen der Bierpreise) sympathisch sind. Und wo ich gern bin, da geb ich dann auch gern Trinkgeld.
Man braucht ja nur die Qualität des Services in Restaurants in den USA mit denen in Deutschland vergleichen um zu sehen, dass deren Trinkgeld-System viel besser funktioniert. Wird sich aber bei den deutschen Knausern leider nie durchsetzen lassen.
Wenn ich auch antworten darf: Ja! Freundlichkeit kein Vergleich, und in den USA hab ich noch nie auch nur drüber nachdenken müssen, dass man jetzt bald mal auf sich aufmerksam machen müsste. Und bisher wurde jeder Sonderwunsch wie selbstverständlich erfüllt, hier rümpfen die grad in günstigeren Läden schon mal die Nase, wenn man sich erdreistet, ne andere Beilage zu erfragen. Allerdings muss man sich dran gewöhnen, dass man wirklich häufig gefragt wird, ob denn auch wirklich alles ok ist.
Ja, du bekommst normal direkt am Eingang einen Kellner der persönlich für dich verantwortlich ist, dich an den Tisch bringt, direkt die Karte dabei hat, auf Tagesangebote hinweist etc. Der schaut dann auch alle paar Min vorbei ob alles passt und füllt bei Bedarf Getränke auf; wenn er merkt, dass man fertig ist wird prompt der Tisch abgeräumt und man bekommt die Rechnung.
In Deutschland kotzts mich nur noch an wenn man seit 10 Minuten am Tisch ohne Karte sitzt, ewig seinen leeren Teller vor sich stehen hat oder weiter will aber erst nach 5 Zurufen sich mal jemand bequemt die Rechnung zu bringen. Gibt natürlich Ausnahmen aber im Allgemeinen ist das Standard in D.
Also ich arbeite ja wie gesagt auch im Service, und es kommt schon durchaus öfter vor, dass Teller länger stehen bleiben als sie sollten, ich es nicht schaffe so oft meinen Bereich durchzugehen wie es für die Gäste eventuell ideal wäre etc.
Das Problem dabei ist einfach, dass man im Service in der Regel immer mind. 5 Dinge gleichzeitig tun muss.
Du hast noch ne Bestellung auf'm Block die du eintippen musst, ein Tisch der abgeräumt werden muss, Essen/Getränke die raus müssen, Gäste die ne Karte brauchen, die Geld gewechselt haben wollen etc. Man ist teilweise alleine für 30-40 Leute zuständig, da ist es nunmal so dass man irgendwie Prioritäten setzen muss. Und essen/getränke raus ist da Nr.1 weil es sonst kalt wird, das Beer schal oder sonstiges. Teller abräumen, ne Rechnung ziehen, einfach den Bereich abchecken, ist zumindest im Hochbetrieb einfach nicht immer so regelmäßig möglich.
Weiß nicht wie das in Amerika ist, aber wenn es standartmäßig so läuft wie beschrieben, ist dort wahrsch. einfach ein Kellner durchschnittlich für weniger Gäste zuständig wie es in Deutschland der Fall ist
Ja, ich wollte auch garnicht die Kellner im speziellen kritisieren sondern vielmehr das ganze deutsche Servicemodell welches sicher ein viel schlechteres Gäste pro Kellner Verhältnis beeinhaltet. In den USA dagegen wird wohl ein niedrigerer Grundlohn bezahlt, dafür hat man ausreichend Kellner um den erwähnten Service möglich zu machen und die die das gut umsetzten bekommen halt 20% Trinkgeld.
Danke für die Aufklärung. Dass es in den USA einen derart besseren Service gibt als in Deutschland war mir bisher nicht bewusst.
Jop, das Gäste/Kellner Verhältnis ist in den USA auf jeden Fall deutlich besser als in DE.
Schön, dass sich das durch den Mindeslohn in DE auch erstmal garantiert nicht verbessern wird...
Original von krong
Jop, das Gäste/Kellner Verhältnis ist in den USA auf jeden Fall deutlich besser als in DE.
Schön, dass sich das durch den Mindeslohn in DE auch erstmal garantiert nicht verbessern wird...![]()
Gutes Stichwort... da bin ich mal sehr drauf gespannt. Ich vermute mal, dass es neben Taxiunternehmen und im Bereich Gastronomie noch ganz andere Branchen gibt, wo das Geheule ab dem kommenden Jahr groß sein wird.
Was heißt hier Geheule groß? Die Taxiunternehmen haben wirklich n Grund zu heulen, nachdem der Taxitarif ja auch vorgeschrieben ist. Die Gastronomie wird natürlich an anderer Stelle kräftig einsparen und Gewinneinbußen hinnehmen, kann mir absolut nicht vorstellen, dass die das dann einfach auf den Kunden umlegen...
Das Geheule wird an diversen Stellen groß sein: Bei den Arbeitgebern in den entsprechenden Branchen (höhere Personalkosten), bei den Arbeitnehmern (Arbeitsplatzverlust, weil die höheren Kosten nicht wieder reingeholt werden) und bei den Kunden (höhere Preise/schlechterer Service).
Ich bin mir aber sicher, dass Mama Andrea das alles gut durchdacht und in ihrer gewohnt reflektierten Art herausgefunden hat, dass ihr Baby "Mindestlohn" die Eierlegendewollmilchsau für Deutschland ist
Natürlich wird soetwas auf den Kunden umgelegt. Im Normalklassigen Gastronomiebereich gibt es einfach keine finanzielle Pufferzone die den Mindestlohn abfangen könnte.
Wenigstens kann ich mich dann auf den Mindestlohn berufen wenn ich mal wieder extratight kein Trinkgeld gebe. Da kommt es ja schon mal vor das einer meiner Bekannten/Freunde/Familie schief guckt und mich als Schwaben oder Schotten bezeichnet.
Das Thema ansich finde ich ja OK, nur haperts leider an der Umsetzung, bzw. dem Detailgrad des Gesetzes (siehe McD, BK und co). Da bekommen manche MAs dank des Mindestlohns nachher weniger im Jahr raus als vorher...
Die Firma, in der meine Freundin arbeitet, kündigt auch erstmal allen befristeten MAs und stellt diese mit neuen Verträgen mit geringeren Zuschlägen wieder ein.
Besonders unfair ist das für die Leute, die schon seit mehreren Jahren in der Company sind, sich mühsam höhere Gehälter erarbeitet haben und ab dem Zeitpunkt des Mindestlohns verdient einfach jeder neue Kollege einfach mal genau das gleiche...
Ich glaub ich drifte etwas vom Thema ab...
Original von nervermore
Ja, ich wollte auch garnicht die Kellner im speziellen kritisieren sondern vielmehr das ganze deutsche Servicemodell welches sicher ein viel schlechteres Gäste pro Kellner Verhältnis beeinhaltet. In den USA dagegen wird wohl ein niedrigerer Grundlohn bezahlt, dafür hat man ausreichend Kellner um den erwähnten Service möglich zu machen und die die das gut umsetzten bekommen halt 20% Trinkgeld.
Also meine Tante besitzt in den USA ein Steakhaus und bezahlt glaub ich 4.2$/h der rest ist Tipp...
Im Restaurant find ich Trinkgeld standard. Mein Stammlieferitaliener allerdings verlangt nun mittlerweile eine ordentliche Liefergebühr und da seh ichs irgendwo nicht ein das ich da noch ordentlich Trinkgeld oben drauf packe.
Speziell in Amerika muss man aber beispielsweise beim Taxifahren so dermaßen aufpassen. Hab da speziell die Erfahrung gemacht das man schon beim Fahrpreis abgezockt wurde weil man die routen eben nicht kannte und man höflicherweise noch trinkgeld bezahlt.
Also im Endeffekt abgezockt worden und noch ordentlich trinkgeld gezahlt... Aber aus der eigenen Dummheit lernt man bekanntlich