"ich bin ein guter mensch" dürfte eigentlich so ziemlich 0 stimmen kriegen...
Ich halte es nicht für verwunderlich, dass Menschen sich generell für besser halten als sie sind. Man selbst und die eigenen interessen sind einem ja auch wichtiger als diejenigen der Allgemeinheit. Mal abgesehen von wenigen Personen für die man evtl. sogar sterben würde. Auch die sogenannte selbstlose Tat führt ja dazu, dass man Anerkennung oder zumindest ein positives Selbstgefühl bekommt, weil man seine Handlung im Vergleich zu Anderen als besonders und sich selber als moralisch überlegen ansieht. Zudem werden ja dadurch auch Glücksgefühle im Hirn erzeugt und evtl. soziales Kapital angehäuft, das sich später in andere Kapitalformen transformieren lässt.
Was ist überhaupt dieses "gut"? Darüber kann die Philosophie ewig reden. Ist es die Absicht die zählt oder heiligt der Zweck die Mittel?
Du stellst gut und schlecht als so klar dar, aber das ist es nicht?
Außerdem fehlt bei der Umfrage "Bin ein guter Mensch, wäre aber gerne ein schlechterer". Dass man z.B. den Wunsch nach mehr Geld/Macht hat, um damit "schlechte" Dinge anzustellen, welche die eigenen Interessen rücksichtslos verfolgen könnten.
Original von NoG2k5
"ich bin ein guter mensch" dürfte eigentlich so ziemlich 0 stimmen kriegen...
^^vote und staune!^^
Original von smokinnurse
Original von NoG2k5
"ich bin ein guter mensch" dürfte eigentlich so ziemlich 0 stimmen kriegen...^^vote und staune!^^
thats my vote:
ich bin kein schlechter mensch, wäre aber gern ein besserer
...deswegen ja mein satz. lustig wie "gut" sich doch alle finden.
Original von ameisenmann
Ich halte es nicht für verwunderlich, dass Menschen sich generell für besser halten als sie sind. Man selbst und die eigenen interessen sind einem ja auch wichtiger als diejenigen der Allgemeinheit. Mal abgesehen von wenigen Personen für die man evtl. sogar sterben würde. Auch die sogenannte selbstlose Tat führt ja dazu, dass man Anerkennung oder zumindest ein positives Selbstgefühl bekommt, weil man seine Handlung im Vergleich zu Anderen als besonders und sich selber als moralisch überlegen ansieht. Zudem werden ja dadurch auch Glücksgefühle im Hirn erzeugt und evtl. soziales Kapital angehäuft, das sich später in andere Kapitalformen transformieren lässt.
dass jemand sich fehleinschätz, das ist nicht zu verhindern
andersrum kann sich jemand aber auch gut für "schlechter" halten, als er in wirklichkeit ist
und dass "gut sein" gleichzeitig auf vielen ebenen profitabel ist, ändert imo ja nichts
Was ist überhaupt dieses "gut"? Darüber kann die Philosophie ewig reden. Ist es die Absicht die zählt oder heiligt der Zweck die Mittel?
Du stellst gut und schlecht als so klar dar, aber das ist es nicht?
ich definiere das ja nicht
ich nehme nur an, dass jemand der sich die frage stellt, ob er eher ein "guter" oder eher ein "schlechter" ist, zumindest auf emotionaler ebene immer und auch rel. schnell eine antwort darauf findet
er kann dabei durchaus selbst bestimmen, was "gut" und was "schlecht" ist - zumindest auf den ersten blick
auf den zweiten blick ist aber jeder auch, so zumindest meine ansicht, ziemlich gut darüber informiert, ob seine auffassung von "gut" und "schlecht" von "den anderen" mitgetragen und bestätigt wird
so wie er auch darüber informiert ist, ob sein Sein und Tun gut für ihn und die anderen oder eher destruktiv ist
konditionierung halt und verhaltensunabhängige gewissheiten
Außerdem fehlt bei der Umfrage "Bin ein guter Mensch, wäre aber gerne ein schlechterer". Dass man z.B. den Wunsch nach mehr Geld/Macht hat, um damit "schlechte" Dinge anzustellen, welche die eigenen Interessen rücksichtslos verfolgen könnten.
das ist imo nur ein konstrukt und auch ein missverständnis über den ursprung von macht und geld
verständlicher wäre imo der punkt für leute, die unter ihrem drang, die bedürfnisse anderer über die eigenen zu stellen, leiden
aber auch diese sind imo nicht in der lage, sich "schlechter" zu wünschen, als sie sind
Original von smokinnurse
Original von mergelina
...
mit "schlecht" ist meiner ansicht exact "böse" gemeint!nein, ist es nicht
einmal abgesehen davon, ob es die qualität "böse" überhaupt gibt - und darüber könnte man lange diskutieren, letztlich wird man es imo schwer haben damit
aber das mal aussen vor und um ein eingängiges beispiel zumindest für einen unterschied zwischen beidem zu nennen:
wenn jemand das leid eines anderen permanent ignoriert, seis aus bequemlichkeit oder desinteresse oder machtlosigkeit oder unsicherheit ..., dann wird er selber sich (und um diese selbsteinschätzung geht es ja hier) kaum als "böse" wahrnehmen, aber er wüsste zumindest, dass ein "besserer" das leid des anderen nicht ignorieren würde
das wüsste er selbst dann, wenn er es aus gleichgültigkeit ignorieren würde, also selbst aus der passivsten haltung heraus
hmm, ist mir jetzt schon klar was du meinst. Und ich meine, es gibt die qualität "böse", ebenso wie die qualität "gut".
Ein schlechter Mensch ist sich des Wertes "gut" bewusst, geht aber bewust oder unbewusst compromisse und konzessionen ein, um Ziele zu erreichen. Dem Guten wie auch dem Bösen wohnt ein Kraft inne, aus der man schöpfen kann, daher ist ein solch schlechter Mensch auch oft ein schwacher mensch. Aber leider sind nicht alle schlechten Menschen schwach, die schlechtesten sind meistens sehr stark, weil sie "böse" sind und aus dem Bösen eine grosse Kraft schöpfen (stichwort "Satanismus") Himmler war sicher kein schwacher Mensch, ganz sicher war er "böse" und sicher hat er auch keine Kompromisse (in dem vorher genannten Sinne: schlechtere Manschen gehen mehr kompromisse ein) geschlossen, sondern war überzeugt und hat eine grosse Kraft aus dieser Überzeugung gezogen.
Um noch auf die Begriffe "Kraft" und "Gut" einzugehen: Kraft meint Selbstbewusstsein und das Beherrschen von Angst (die einen schwach macht und Entscheidungen beeinflusst)
Was ist "GUT"? So blöd es klingen mag, hauptsächlich "Nächstenliebe" und das streben nach Harmonie.
"wenn jemand das leid anderer permanent ignoriert" - soeiner ist womöglich bzw wahrscheinlich ein schlechter mensch, aber nicht unbedingt "böse" - wenn sich jemand aber am leid anderer erfreut, dann bekommt das ganze eine andere Färbung. Wenn ich das auch nicht nachvollziehen kann, so bin ich sicher, dass es solche Menschen gibt.
Original von mergelina
Himmler war sicher kein schwacher Mensch, ganz sicher war er "böse" und sicher hat er auch keine Kompromisse (in dem vorher genannten Sinne: schlechtere Manschen gehen mehr kompromisse ein) geschlossen, sondern war überzeugt und hat eine grosse Kraft aus dieser Überzeugung gezogen."wenn jemand das leid anderer permanent ignoriert" - soeiner ist womöglich bzw wahrscheinlich ein schlechter mensch, aber nicht unbedingt "böse" - wenn sich jemand aber am leid anderer erfreut, dann bekommt das ganze eine andere Färbung. Wenn ich das auch nicht nachvollziehen kann, so bin ich sicher, dass es solche Menschen gibt.
hm, warum soll himmler in "böser" mensch gewesen sein?
er war mit sicherheit kein guter, schon wegen seines aussergewöhnlichen mangels an empathie
und die ergebnisse seines tuns sind ganz sicher erschreckend
aber dass er deswegen ein "böser mensch" war?
war hitler ein "böser mensch"? stalin? pol pot?
die offensiven täter, also face to face, waren doch eher die häufig namenlosen kommandanten und sadistischen aufseher in den KZs, die gestapobeamten, die SS und zb jemand wie mengele
imo tut man sich keinen gefallen, wenn man mit dem "bösen" als kategorie hantiert
meist entstehen daraus nur vereinfachungen und dämonisierungen
und der, der sich am leid anderer "erfreut"
tut er das wirklich - oder folgt er nur einem nervenkitzel und ist darüber hinaus nur einfach unfähig, sich dieses leid wirklich vorzustellen?
manchmal kann er einfach nur erleichtert sein, dass es diesmal nicht ihn erwischt hat
wenn dem so wäre, konnte man ihm zurecht diverse negative eigenschaften unterstellen - aber "böse"?
wenn Menschen zuviel Macht bekommen, sind sie zu allem im Stande. Das ist ja wissenschaftlich nachgewiesen. Denke nicht das es unbedingt in einem charakterlichen Zusammenhang steht.
Obwohl bei Mutter Theresa und Himmler...hm...
wie ist das zu erklären, dass manche ihre interessen zurückstecken um andere vorzulassen und andere für die niedriegsten interessen (sei es spaß) über leid anderer menschen gehen?
Original von smokinnurse
Original von Thurisaz
[x] Ich ordne mich nicht in solch unsinnigen Kategorien ein.Thurisaz
was für kategorien?
es ist einfach die simpelste frage, die der mensch an sich selber richten kann
und die wahlmöglichkeiten versuchen, alle dabei denkbaren ergebnisse dieser selbstbefragung abzubilden
Die Frage ob jemand gut oder schlecht ist ergibt aber keinen Sinn, weil das keine absoluten sondern subjektive Maßstäbe sind. Jeder macht das was er für richtig hält. Die größten Kriegsverbrecher der Welt haben ihre Taten nicht begangen weil sie böse sein wollten, sondern weil sie dachten, dass sie das richtige tun. Ist alles eine Frage der Ansicht.
Du kanst auch genau so gut fragen, ob 10.000 viel oder wenig ist.
Thurisaz
Original von Cuoco199
wie ist das zu erklären, dass manche ihre interessen zurückstecken um andere vorzulassen
Kantscher imperativ und spiegelneuronen. Alternativ: angst vor gott.
Original von Cuoco199
und andere für die niedriegsten interessen (sei es spaß) über leid anderer menschen gehen?
Kein imperativ, keine spiegelneuronen, kein gott
Plus: das streben nach anerkennung in unterschiedlichen gruppen von menschen.
Original von StusHeritage
Original von Cuoco199
wie ist das zu erklären, dass manche ihre interessen zurückstecken um andere vorzulassenKantscher imperativ und spiegelneuronen. Alternativ: angst vor gott.
Original von Cuoco199
und andere für die niedriegsten interessen (sei es spaß) über leid anderer menschen gehen?Kein imperativ, keine spiegelneuronen, kein gott
Plus: das streben nach anerkennung in unterschiedlichen gruppen von menschen.
Du willst also sagen es gibt keine "selbstlosen" Atheisten?
Original von sirjinx29
da fehlt die definition von guter und schlechter mensch ...
nein, fehlt imo nicht
da es sich um eine frage an sich selbst handelt, ist die definition - zumindest oberflächlich gesehen - jedem selbst überlassen
aber es wird zusätzlich angenommen, dass es eine starke moralische grundkonditionierung bei jedem einzelnen gibt, die zumindest dazu führt, dass er gerade über die bedeutung der recht schwammigen begriffe von "gut" und "schlecht" ziemlich gut informiert ist
das ungefähre der begriffe ist hier imo eine vorteil
anders und viel diffiziler wäre es, würde hier die frage lauten: "tust du nur/hauptsächlich gutes/schlechtes"
in dem fall müsste man zuvor eine stabile definition von "guten taten" und "schlechten taten" liefern - und auch noch konsens darüber herstellen
Original von wolfcastle80
Du willst also sagen es gibt keine "selbstlosen" Atheisten?
Nö. Ich will sagen, man kann auch ein premium-arschloch mit einer knackigen himmel/hölle-regelung zu ziemlich anständigem verhalten verleiten.
Original von wolfcastle80
Original von StusHeritage
Original von Cuoco199
wie ist das zu erklären, dass manche ihre interessen zurückstecken um andere vorzulassenKantscher imperativ und spiegelneuronen. Alternativ: angst vor gott.
Original von Cuoco199
und andere für die niedriegsten interessen (sei es spaß) über leid anderer menschen gehen?Kein imperativ, keine spiegelneuronen, kein gott
Plus: das streben nach anerkennung in unterschiedlichen gruppen von menschen.
Du willst also sagen es gibt keine "selbstlosen" Atheisten?
das ist absoluter quatsch, wo hast du das gelesen? willst du damit sagen jeder zuvorkommende oder korrekte menschn hat angst vor gott bzw. glaubt an ihn? hast du jeden befrag? wenn du das tun würdest, würde sich deine theorie ziemlich schnell als falsch ergeben......way to easy
Original von Thurisaz
...
Du kanst auch genau so gut fragen, ob 10.000 viel oder wenig ist.
10k als abstrakte zahl hat ja nun überhaupt keinen bezugsrahmen
fragst du hingegen eine homogene gruppe mit weitestgehend indentischem hintergrund, ob zb 10k äpfel viele oder wenige äpfel sind, dann wird jeder von ihnen wohl ziemlich eindeutig sagen, dass es viele sind
es sei denn, es hat sich ein saftproduzent dazwischengemischt
aber der gehört eigentlich in die vergleichsgruppe der saftproduzenten und deshalb wäre die voraussetzung "homogene gruppe" nicht erfüllt und das ergebnis irrelevant
"gut" und "schlecht" hat dagegen, was das einzelne individuum anbelangt, einen klaren bezugsrahmen
gegenüber "gut" und "schlecht" sind wir, so zumindest meine ansicht, alle in einer homogenen gruppe
dass es widrige umstände gibt, die manchen am "gut" sein hindern - oder am "schlecht" sein genau so, das spielt ja keine rolle
ausserdem gibts dafür die aussagealternative "... wäre aber gerne ..."
Original von Cuoco199
Original von StusHeritage
Kantscher imperativ und spiegelneuronen:(achtung, entscheidende stelle)----->Alternativ<-----: angst vor gott.das ist absoluter quatsch, wo hast du das gelesen? willst du damit sagen jeder zuvorkommende oder korrekte menschn hat angst vor gott bzw. glaubt an ihn? hast du jeden befrag? wenn du das tun würdest, würde sich deine theorie ziemlich schnell als falsch ergeben......way to easy
Ganz ruhig. Ich hab das aus meiner sicht wichtige mal kenntlich gemacht.