das mit in die zukunft schauen ist natürlich immer so eine sache, aber hier reden wir ja von einer problematik die bereits im gang ist und die sich nur noch weiter verstärken wird.
hab vor kurzem mich mit einem unterhalten der bei der versicherung arbeitet. er meinte sie haben 1/3 weniger leute (in dem gebiet wo sie aktiv sind), dafür aber 1/3 mehr umsatz.
oder man nehme den bankensektor, vor 10 jahren war es noch standard überweisungen am schalter zu machen, heute wird man gefragt ob man sich nicht beim automaten bzw. telebanking auskennt, auch hier gibt es immer weniger personal.
supermarkt: self-check-out kassen sind immmer mehr im kommen, auch hier ist keine trendumkehr zu erwarten.
dann gibt es noch berufe für die es noch zukunft gibt, entweder weil maschinen sie nicht so ausführen können oder auch weil leute keine maschinen wollen.
nehmen wir kellner - es wird sicher weniger kellner geben in 10-20 jahren, aber der beruf wird wahrscheinlich nicht so bald aussterben da viele persönliche betreuung wollen. oder lehrer - menschen lernen am besten von anderen menschen (gilt nicht für jeden ab einem gewissen alter, aber fürs kleinkind alter gilt es generell und später auch noch für viele), hier haben wir die chance endlich mal ein bildungswesen zu kreieren dass wirklich individuell auf schüler eingeht, da soviele menschliche ressourcen frei werden (allgemein in der gesellschaft aber auch ohne personal aufstockung, maschinen werden auch hier einen wichtigen teil übernehmen)
auch bei alten und krankenpflege herrscht chronische unterbesetzung, auch hier kann sich einiges tun, vielleicht haben wir in 20 jahre keine ärzte mehr bei denen es nicht ungewöhnlich ist 40 stunden auf den beinen zu sein. in diesem bereich können maschinen zwar sehr viel übernehmen, jedoch ist menschliche nähe ein sehr wichtiger faktor in diesem bereich. ob wir dem genüge tun oder weiter rationalisieren wird sich weisen.
es ist nämlich ein bisschen die ironie des kapitalismus dass er sich zwangsläufig selber abschaffen wird. durch den wachstumszwang kommt man irgendwann an einem punkt wo es nicht mehr zu wachsen gibt, ein mensch kann nur so und so produktiv sein, danach gibts keine steigerung mehr. dieses problem gibt es auch in anderen bereichen, aber wenn ich leute haben die unsere ressourcen weiter so behandeln als wären sie unendlich vorhanden ist es viel schwieriger sie davon zu überzeugen dass das nicht ewig so geht (was eigentlich ziemlich traurig ist dass die leute so einfache wahrheiten nicht aktzeptieren können) als bei menschen die durch burn-out selbst ausfallen.
was noch hinzu kommt ist das wir an einen punkt gelangen werden wo wir so hoch produktiv sind, dass ganze geschäftssparten wegfallen. man muss sich nur mal vorstellen wenn sich plötzlich jeder die barbie am 3d drucker herstellt, da gibt es ja ein unglaublich breites spektrum was an "wertschöpfung" wegfallen wird.
was uns wieder zu einem anderen thema führt, patente und lizenzen, wir habe hier noch ein so antiquiertes system welches sich schon alleine aus den ganzen konsequenzen nicht halten lassen wird, sehr spannendes thema.
wir steuern auf eine null grenzkosten gesellschaft hin in welchem ein enormer arbeitsmangel (kann man auch anders formulieren, kein zwang zur arbeit) herrscht. und es stellt sich tatsächlich die frage ob wir aktzeptieren dass soviele arbeiten wegfallen oder ob wir das system künstlich am leben erhalten (was imho sinnfrei ist, da es sich ohnehin nur hinauszögern lässt).
es wird oft gesagt arbeit geht nicht weg, sie verlagert sich nur. das stimmt aber nicht mehr (heute schon noch, in 20 jahren wahrscheinlich auch noch, aber in 50 jahren vielleicht schon nicht mehr), da sehr viele neu anfallende arbeiten ebenfalls von computern übernommen werden können.
weshalb ích auch überzeugt bin dass das bge kommen wird, aber nur als übergangslösung in eine welt die sich wohl kaum jemand heute schon vorstellen kann.