Der Kapitalismus funktioniert als ganzes Konstrukt nicht. Der Grund, warum viele das nicht erkennen ist, dass die Fehler weitestgehend in anderen Teilen der Welt zum Vorschein kommen. Und das ist gerade dabei sich zu ändern. Die Probleme schwappen immer mehr auch auf den reichen Westen über. Ich schätze mal, in 5 Jahren ist das jedem frei denkenden Menschen klar. An den Verbrechen, der Korruption beteiligen sich auch fast alle der 200 Staaten auf der Welt. Dh. nicht, dass sie alleinverantwortlich sind. Die Kapitalisten infiltrieren die Politik ja komplett, um ihre eigenen Interessen durchzudrücken. Diese Interessen sind dabei teils komplett menschenverachtend. Der aktuelle Néstle-Chef nannte das im Zusammenhang mit den eigenen Wassergeschäften in Afrika und der damit verbundenen Ausbeutung, Krankheit und Tod der dortigen Bevölkerung mal sehr treffend. Es ginge um wertneutrale Gewinnmaximierung. Dh. die anderen sollen verrecken, wenn ich dadurch mehr Geld mache. Und das ist Kapitalismus in Reinkultur. Die Staaten könnten dem entgegenwirken, sind aber schon längst unterwandert und gehören zum selben Team. Die logische weiterentwickelte Form des Kaptialismus' wär dann reine Kriminalität, ne globale Mafia, wobei die Grenzen da sowieso schon recht verschwommen sind, wenn man sich mal alleine anschaut, wer so in den hohen politischen Positionen hockt und was die dort ungestraft so treiben dürfen. Man bedenke, die politische Kaste ist nicht der Exekutivgewalt unterworfen. Da gibts einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss. Dh. die kontrollieren sich quasi selber bzw. tun das gerade nicht (wie zB. ersichtlich am Durchwinken des Militäreinsatzes Deutschlands in Syrien und Mali, wenn ich mich nicht irre, um was Aktuelles einzustreuen). Das war so damals vom Erfinder der Gewaltentrennung wohl nicht geplant, so ists aber geworden.
Man kann man auch ganz einfach mathematisch beweisen, dass das Modell nicht funktioniert, Stichwort Zins und Zinseszins, Exponentialfunktion. Wie wird dem real entgegengewirkt? Mittels Totsparen, Weginflationierung durch Ausweitung der Geldmenge gefolgt von Hyperinflation u/o Rezession und nem ungleichmäßigen Währungsschnitt. Dass das Chaos bedeutet, kann man sich leider sehr eindrucksvoll in Griechenland anschauen.
Der Thread ist wirklich abgedriftet, aber doch wieder nicht. Es dreht sich ja um das Wirtschaftsmodell. Denn die meisten Nichtarbeiter arbeiten nicht, weil sie keine ordentliche Stelle bekommen oder weil sie bereits ob dieses Systems resignieren/verzweifeln, weil sie nicht wissen, was sie sonst machen sollen oder schon aufgegeben haben, weil niemand ihre Bedenken ernst nimmt, etc. Das wird vermutlich auch auf OP zutreffen. Würde er eine Tätigkeit finden, die ihn ausfüllt, die er liebt, würde er kaum zuhause hocken und nasenboren. Wenn ich mir ansehe, was einige Schnösel fürs Nichtstun oder fürs Abwirtschaften bekommen, von verdienen kann da oft nicht die Rede sein, dann überleg ich mir auch, ob ich für 1200 Euro ins Büro fahre und mich vom Chef anmotzen lasse, wenn ich diese Arbeit, die ich garnicht machen will, nicht so gewissenhaft mache, wie der das von mir für viel zu wenig Geld verlangt... Manch einer resigniert da eben schnell. Ist zwar nicht gut, aber was will man machen.