Ich esse (leider) i.d.R. auch min. 6x in der Woche Fleisch. Eigentlich bin ich ein absoluter Fleischliebhaber, der auch so'n Kram geil findet (sogar richtig geil), wie Presssack oder Schwartenmagen oder Leberwurst. An sich kann ich davon nicht genug bekommen (Sülze... mhhh, lecker). Rumpsteak, schön gereift vom Metzger gönn ich mir einmal die Woche und Rinderrouladen, wenn die nicht so aufwendig wären, würde ich mir auch jede Woche gönnen. So nur alle 1-2 Monate einmal. Grobe Bratwürste, Rindswurst, Wild... auch jede Woche einmal.
Allerdings.... Ich stehe meinem eigenen Fleischkonsum mittlerweile recht kritisch gegenüber. Ganz ehrlich packt mich manchmal das schlechte Gewissen (ich bin aber Verdängungskünstler):
- meine Eigene Doppelmoral: Ich liebe Tiere, egal ob groß, klein, Wiederkäuer, hässlich... egal. Ich könnte niemals PERSÖNLICH einem Tier leid zu fügen
- Ich bin mir über die Art und Weise bewusst, wie die industrielle Fleischproduktion funktioniert, und wie verachtenswert dieser Zustand ist
- bin ich mir über die extrem negativen Umwelteinflüsse bewusst (CO2, insb. Methan, extrem viel landwirtschaftliche Fläche geht für Tiernahrung drauf (etwa das 7-10 fachen dessen, was man benötigen würde, wenn alle Vegetarier wären)
- Gesundheitliche Risiken (z.B. BSE, gibt es immer noch, auch wenn die Medien nicht mehr darüber berichten. Es kann sein, dass man erst an Kreutzfeld Jakob 30-50 Jahre nach dem Verzehr von verseuchtem Fleisch erkrankt / Antibiotikumresistenzen / Sonstige Chemicocktails)
- Das Massenfleisch enthält außerdem sehr viel mehr Stresshormone
- Fleisch in "Schutzatmosphere" vergammelt, ohne dass man dies sehen kann
- Der wachsende Fleischkonsum durch das "erwachen" (oder auch Wohlstand) der asiatischen Länder (insb. Chinas) verschlimmert alle o.g. Faktoren um einiges
Das ist nur, was mir spontan negatives zu Fleischkonsum einfällt.
Das einzig positive des Fleischkonsums trifft auf 99% aller Ottonormalverbraucher nicht zu.
- Hochleistungssportler haben durch die Aufnahme von tierischen Eiweißen eine erhöhte Leistungsfähigkeit.
Deswegen bin ich seit ca. einem Jahr am experimentieren mit pflanzlichen Produkten, um meinen eigenen Konsum einzuschränken.
Zum Beispiel:
- anstatt eines Würstchens für den schnell Hunger zwischen durch zu futtern (ich steh auf diese scharfen Paprika-Mettwürstchen), z.B. Karotten mit Philadelphia dippen und futtern. Hab ich erst vor einem halben Jahr entdeckt... Das schmeckt
sogar richtig lecker!
- Ich versuche manchmal vegetarsich zu kochen. Allerdings ist dies eben mit einem erheblich mehr an Zeitaufwand verbunden. Wenn man wie ich z.B. versucht, keine Fertigsachen zu verwenden, dauert es eben, eine richtige Suppe zu machen. Vegetarisch Kochen ist mMn um einigen schwieriger und zeitaufwendiger als nicht vegetarische Küche
Leider ist Fleisch für mich wie das Rauchen. Eine Sucht, von der ich nicht los komme. Obwohl ich weiß, das es schädlich ist für mich und meine Mitmenschen und es keinen einzigen positiven Faktor hat.