@Horror: Danke, ich komme drauf zurück. ich schreibe dir nachher mal meine Nummer per PN ;).
"Gehaltsgespräch" gab es schon, das habe ich aber auch in einem Mangel an Erfahrung und Selbstbewusstsein, was ich fordern kann, verkackt.Am Ende gab es nach einem Jahr das Mitarbeitergespräch, da habe ich einen Inflationsausgleich von 1.8% bekommen. Ich hatte da auch gesagt, dass ich eigentlich davon ausgegangen wäre, dass nach einem jahr, in dem ich ja so viel gelernt habe, das sich in einer Gehaltserhöhung niederschlagen sollte. Das wurde aber einfach abgeschmettert (wer hat dir das denn gesagt) und auf nächstes Jahr verschoben, da könne man dann ja drüber reden.
Restrospektiv war das einfach ein totaler Fail von mir und auch eine sehr große Lernerfahrung. Ich wurde leider während der Promotion etc. sehr darauf getrimmt, wie schlecht der Arbeitsmarkt für Chemiker im Moment ist usw.
Eigentlich sollte mein Profil aber passen, da bin ich recht überzeugt von
- Ich habe von parallel zu meiner Promotion noch ein Fernstudium an der FernUni Hagen in Wirtschaftswissenschaften gemacht, also habe auch entsprechende wirtschaftliche Erfahrungen und besitze Fähigkeiten zum wirtschaftlichen Denken. Aus der Bachelorarbeit kam auch noch ein Paper raus, was jetzt akzeptiert wurde und bald publiziert werden sollte.
- Durch den jetzigen Job im Vertrieb habe ich eben auch die realen Erfahrungen sammeln können. Falls ich wieder mehr in Richtung R&D gehen würde, würde mir das glaube ich sehr helfen, weil es ja scheinbar in vielen Firmen so eine Art Kommunikationsproblem zwischen Vertrieb und R&D gibt und es daher sicherlich auch gut ist, jemanden zu haben, der entsprechende Vertriebserfahrung hat und somit auch die Kommunikation zwischen den Abteilungen verstehen kann.
- Ein großer Vorteil meiner jetzigen Firma war, dass unsere Kunden in wirklich allen Industrien waren. Auf diesen Reisen war man den einen Tag bei einer Bierbrauerei, hat da einen Bier-spezifischen Vortrag gehalten, am nächsten Tag war man bei einer riesigen Ölfirma wie Petronas und hat den Leuten da etwas zu Ölförderung erzählt und am nächsten Tag war man dann bei Google oder LG und hat denen was zu Elektronik erzählt. Dieses breite Wissen und diese Fähigkeit, so extrem schnell neue Sachen zu lernen und die Sprache jeden Kunden zu sprechen etc halte ich für eine echt wertvolle Erfahrung.
- Ich muss auch einfach mal noch meine "Lebensgeschichte" anbringen (im Bewerbungsgespräch), die eigentlich extrem für mich spricht. Komme aus ärmsten Verhältnissen (Mutter erwerbsunfähig, Vater hat als einfacher Kellner versucht, eine Familie zu ernähren), später dann noch Scheidung, Vater dann privatinsolvent gegangen, also in der Jugend etc,. komplett vom Hartz4 gelebt, studium dann nur von Bafög
Dass ich da überhaupt Abi geschafft, ist eigentlich schon against the odds. Dass dann noch ein Doktor der Chemie (mit magna cum laude) und zusätzlich ein Bachelor in WiWi rausgesprungen sind, ist wie ich finde eine extreme Leistung. Zusätzlich bin ich jetzt erst 29 und habe schon ein Jahr Berufserfahrung.
Eigentlich liest sich mein Profil auf dem Papier echt super - jetzt muss ich das nur noch entsprechend rüberbringen