Ich fühle mich irgendwo ein wenig an "The Wire" erinnert. Nicht von den Charakteren oder dem Storytelling, aber von den Einblicken in die verschiedenen Situationen von Detectives in Amerika. Die Serie hat eben meiner Meinung nach den Anspruch auch irgendwo die Probleme und Einflüsse auf die Polizeiarbeit aufzuzeigen.
Zufrieden bin ich defintiv auch nicht mit allem und bin auch skeptisch ob man nicht manches hätte anders machen können. Auf der anderen Seite bin ich aber noch offen und habe die Serie noch nicht abgeschrieben. Klar ist es schwierig bei einer Serie, wenn nur eine Folge pro Woche kommt (und man vielleicht noch drölf andere nebenbei schaut) die Serie als Ganzes zu sehen.
Was mich eigentlich am meisten stört, gerade mit Hinblick auf Season 1, dass ich das Gefühl habe schon zu wissen wie die Serie ausgeht:
Ist zwar nur Spekulation, aber bevor sich einer angegriffen fühlt:
Spoiler
Das Projekt wird durchgezogen, Vaughn wird der Schuldige sein (tot oder lebendig, wahrscheinlich eher tot).
Die Hintermänner werden nicht zur Rechenschaft gezogen. Woodrugh kann Polizist bleiben, aber nicht so wie er will. Bezzerides schmeisst hin und Velcoro wird der Miesepeter.
Was imo verpasst wurde ist, dass zwar die Story im Vergleich zu S1 ähnlich gut vorangetrieben wird, aber es irgendwie verpasst wird einen vergleichbaren Spannungsbogen aufzubauen. Man ist noch zu sehr im Dunkeln, obwohl die Puzzelteile kommen. In S1 war das fand ich ähnlich, allerdings wurde da mehr Tiefe aufgebaut. Das hängt auch sicherlich damit zusammen, dass es quasi vier statt zwei Protagonisten gibt.
BTW fand ich es doch sehr lax, das bei der Schießerei wohl genau drei Leute überleben, die dann noch die drei Protagonisten sind....
Ich denke die haben sich vielleicht etwas mit dem Setting und allem übernommen um es in dieses Format zu drücken. Eine schlechte Serie ist es meiner Meinung nach trotzdem nicht. Nur sollte eigentlich jedem klar sein, dass gerade dadurch, dass es quasi ein "Neustart" ist, man die S1 außenvor lassen sollte.