Möglich ja, mit der Vorgeschichte aber eher unwahrscheinlich.
Also wie man es dreht oder wendet, Wirecard (oder der Vorstand als Verantwortlicher) trägt hier eine (Mit)Schuld.
Wenn er es nicht auf die Kette kriegt, seine Prozesse und seine Kohlen so vernünftig unter Kontrolle zu haben, und wenn scheinbar die Kontrollen so miserabel fehlschlagen, dass man sich um 1,9 Mrd € betrügen lässt...
Bzgl. der Frage, ob sowas kommuniziert wird vom WP. Gibt diverse Abstimmrunden und es es ist in der Berufsordnung der WPs geregelt, dass so etwas kommunikationspflichtig ist. Geht ja letztenendes um (milde formuliert) bestandsgefährdende Tatsachen.
Wenn das tatsächlich schon länger vorliegt das Problem und man einen schlichten Nachweis (offenkundig dubios?) akzeptiert hat, dann ist es für den Abschlussprüfer der letzten Jahre eine absolute Blamage. Zusätzlich auch für die APAS oder die BAFIN, die einerseits die Prüfer kontrollieren und andererseits Börsenprospekte und die Börsenaufsicht mit gebotener Sorgfalt zu prüfen haben.
Original von Yaki
Die philippinische Bank BDO Unibank, bei der angeblich eines von zwei fraglichen Treuhandkonten für Wirecard geführt wurde, erklärte am Freitag, dass das deutsche Unternehmen kein Kunde sei: "Das Dokument, in dem die Existenz eines Wirecard-Kontos bei BDO behauptet wird, ist ein manipuliertes Dokument, das gefälschte Unterschriften von Bankangestellten trägt", hieß es in der Stellungnahme des in der Stadt Makati ansässigen südostasiatischen Geldhauses. "Der Fall ist an die Zentralbank der Philippinen berichtet worden." Am Freitagmorgen war Wirecard für Rückfragen zunächst nicht zu erreichen.https://www.boerse-frankfurt.de/nachrichten/37c34b2f-2506-47da-a4c8-8b545e0a4b4b
Irre ich mich, oder ist es nicht so das der Treuhänder als Verwalter das Konto bei der Bank haben sollte, es also absolut plausibel ist, dass Wirecard kein Konto bei der Bank hat?
Surprise dass die FinanzJournaille mehr legit ist als
- Braun + restliches Managment
- namhafte Wirtschaftsprüfer
- Behörden
Ja das ist für mich und wohl viele andere eine Überraschung und ich habe dieser Tatsache als weniger wahrscheinlich eingestuft als dass es umgekehrt ist. Ist jetzt nicht so abwegig oder?
.
Ich frag mich wieso du überhaupt so viel in diesem Unterforum unterwegs bist, bei deinem Pessimismus würde ich mich ganz weit vom Aktienmarkt fernhalten.
Spoiler
Wann sehen wir eigentlich beim DAX endlich den Einbruch, den du im April noch angekündigt hattest
https://ftalphaville.ft.com/2015/04/27/2127427/the-house-of-wirecard/
Das ist der erste FT Bericht, (genauer FTAlphaville).
Aufgrund dessen direkt erkannt haben zu wollen, dass alles ein Scam ist, finde ich bizarr.
.
Nach meinem Kenntnisstand waren die Bestände auf den Treuhandkonten nicht Gegenstand der Berichterstattung durch FT und auch nicht Gegenstand durch Prüfung durch KPMG.
Wie gesagt, dein Szenario hatte ich auf dem Schirm, aber sah es als weniger wahrscheinlich an.
Den Begriff "Journaille" in Bezug auf FT ist sicher überzogen, die gehören sicher zu den legitimsten in der Branche, da hast du Recht. Dennoch erschienen deren Artikel jetzt auch nicht all zu seriös, so wird halt in dieser Branche Geld verdient. Fragwürdige Verbindungen zu den Hedgefonds waren auch nicht auszuschließen.
Wirtschaftsprüfungen habe ich wohl zu großes Vertrauen geschenkt, aber wie vorhin schon ein User meinte, wenn man deren Arbeit bei der Intensität nicht trauen kann, wieso wird dann überhaupt geprüft?
Und was die Behörden angeht, hier bin ich von strengeren Regularien ausgegangen. Es handelt sich schließlich um einen DAX Konzern und nicht um eine kanadische Explorer Klitsche.
Du stellst dich 2008 ja auch nicht hin und sagst nach dem MBS Rating Skandal, "Moody's und Co, selber Schuld wenn man auf deren Ratings was gibt".
War ne Bet, ist schief gegangen.
Puh. Hoffe echt das da alle Aktionäre gut durchkommen.
Wenn man so manchen Berichten in anderen Foren glauben schenken darf haben hier Leute Kredite aufgenommen und teilweise 6-stellige Summen verloren. Natürlich hochriskant, aber hoffe echt das das alle gut überstehen. Das wünscht man keinem.
edit: hatte auch eine kleine Position und bin gestern raus. Ist dann wohl Lehrgeld.
.
Das ist der Punkt den ich mir selber ankreide. Am 17.06 waren die Shortpositionen immer noch immens, trotz astronomischer BorrowFees. Das hätte man als RedFlag deuten sollen.
Inwiefern sind die Shortpositionen relevant? Das war doch letztendlich ein Gamble, egal ob jetzt short oder long, ob der Bilanzbericht sauber ist.
Original von heltar
Puh. Hoffe echt das da alle Aktionäre gut durchkommen.Wenn man so manchen Berichten in anderen Foren glauben schenken darf haben hier Leute Kredite aufgenommen und teilweise 6-stellige Summen verloren. Natürlich hochriskant, aber hoffe echt das das alle gut überstehen. Das wünscht man keinem.
edit: hatte auch eine kleine Position und bin gestern raus. Ist dann wohl Lehrgeld.
Wie dumm muss man sein, sich für sowas hochriskantes einen Kredit zu nehmen....
Hach, Spaß kann man ja auf wallstreet-online zu Genüge haben
Spoiler




Aber

Spoiler
memyselfandi007 schrieb am 01.05.08 15:13:34
Auf den ersten Blick eine der Wachstumsstories: Hervorgegangen aus dem CallCenter Betreiber "Infogenie" wurde durch Übernahmen der extrem profitable und schnell wachsende "Spezialist für elektronische Bezahllösungen". Gewinn in 2007 fast verdoppelt, im ersten Quartal Umsatz um 52,6 % und Gewinn um 65% gesteigert. EBIT MArge bei 25% bei 0% Steueraufwand. Einfach paradisisch !!! Der "Spezialist für elektronische Bezahllösungen" notiert mit 13,50 EUR nahe am ATH, KGV (2007) ungefähr 35, KBV ungef. bei 7,5, KUV ungef. bei 9. Bischen teuer zwar,aber für so einen tollen Wachstumswert kein Problem, oder ? Die Kursentwicklung spricht für sich: Finanzkrise ? Kein Problem für Wirecard. Von den Analysten gibt es wie es sich gehört fast nur Kaufempfehlungen, die Kursziele werden regelmässig nachgezogen. Interessant wird es, wenn man sich wirklich mal den 2007er Geschäftsbericht ansieht. Die wichtigste Einheit des Unternehmens scheint zwar die Bank zu sein, reported wird aber wie für ein normales Unternehmen. Seitenweise werden irgendwelche Umbuchungen in der Vergangenheit erklärt, die aber auch nach mehrmaligen lesen nicht verständlich sind. In der Konsolidierung verschwindet plötzlich fast 20% des Umsatzes. Lässt man dies alles mal aussen vor, findet man aber Erstaunliches: - dem Eigenkapital von 168 Mio. EUR stehen mittlerweile immaterielle Vermögensgegenstände von 149 Mio. EUr gegenüber - Der ausgewiesene Gewinn von 30 Mio. EUR für 2007 geht größtenteils auf + die Erhöhung selbsterstelleter imm. Vermögensgegenstände (+4 Mio.) + Erhöhung sonstiger imm. Vermögensgegenstände (+18 Mio) zurück + Steuern fallen auf wundersame Weise gar nicht an bzw. D.h. ohne diese erfolgswirksame Aktivierung von Unterschiedbträgen ala Arques hätte Wirecard maximal 8 Mio.vor Steuern verdient. EIn besonderes "Zuckerl" ist auf Seite 124-125 zu finden, nämlich die Beschreibung der Erwerbe von sog. Kundenportfolios. Das Ganze sieht wohl im Prinzip so aus, dass jeweils zum Jahresende von wem auch immer irgendwelche Portfolios erworben werden, deren Hauptwert in hohen immateriellen Vermögensgegenständen besteht. Dann werden im Jahr darauf noch Nachzahlungen fällig, die dann natürlich wiede als Geschäftswert aktiviert werden. Wenn ich den 2007er Deal richtig lese, werden für gut 43 Mio. ca. 20 Mio Geschäftswert und 15 Mio. Nettoassets erworben, die Differenz wird dann einfach wieder dem Geschäftswert zugeschlagen. Darauf wird dann nochmals eine Gewinnwirksame Aktivierung vorgenommen...... Vom Kaufpreis wurde erst die Hälfte bezahlt (finanziert durch eine Kapitalerhöhung !!!), der Rest folgt 2008. Wer immer der Verkäufer dieser Portfolio ist, scheint einen ganz guten Reibach zu machen, bekomt er doch ungefähr midestens das 3 fache des Buchwerts vor Nachzahlungen. Die übernommene Trustpay AG kann man googeln wie man will, man findetausser der Wirecard News keine Infos. Nichts, gar nichts. und dafür 40Mio Firmenwert ? Das sieht fast wie eine systematische Ausplünderung der Erlöse aus den Kapitalerhöhungen aus, v.a. wenn man bedenkt,dass das erworbene Unternehmen seinen Sitz ebenso wie Wirecard in Grassbrunn hat...... Die Erhöhung der sonst. imm.Vermögensgegenstände lässt sich ebenso wenig nachvollziehen wie die der Geschäftswerte. Das Highlight ist aber die Cash Flow Rechnung. Der Korrekturposten "Anpassung aus Erstkonsolidierung" in Höhe von 33 Mio. soll eigentlich ja den Gewinn korrigieren, in der GuV ist allerdings davon nichts zu sehn. Meine Vermutung ist, dass es sich hier noch um zusätzliche Aktivierung von Unterschiedsbeträgen handelt, die in den Umsätzen (!!!!!) stecken und deshalb natürlich Cash unwirksam sind. Deshalb fallen natürlich auch keine Steuern an, weil eine Aktivierung ja nicht steuerpflichtig ist. Da ist Arques ja noch ein Musterknabe. Wie üblich werden dann die Erhöhung der Kundeneinlagen als operativer Cashflow gezeigt anstatt als Finanzierungscashflow. Dazu passt die EK Entwicklung auf Seite auch wieder nicht, hier sieht man neben den erworbenen Geschäftswerten nur einen weiteren Zugang von sonst. immateriellen Vermögensgegenständen (vmtl. Aktievierung von Kundenstämmen) in der Höhe von 18 Mio. EUR. Das erklärt sich meiner Ansicht nach durch die starke Zunahme der Verbindlichkeiten aus LuL sowie der sonstigen Verbindlichkeiten und der Bank. Genaues weiss man nicht, aber es stinkt zum Himmel. Ich vermute, das die Verbindlichkeiten aus Zahlungen der Kunden resultieren, die vmtl. irgendwo verpfändet oder anderweitig vor dem freien Zugriff von Wirecard geschützt sind, wie z.B. die Einlagen bei der BAnk. Da allerdings die Bank ja nicht separat ausgewiesen wird, hat man auch keine Chance das zu überprüfen. Warten wir mal ab, wie lange das Spielchen noch funktioniert, langsam dürfte die Luft allerdings dünn werden.
Der AR Vorsitzende hat zum Jahresende schon mal fleissig Kasse gemacht.
2008
In einem Interview mit dem
Anlegerblatt "Der Aktionär", das am Montag online veröffentlicht wurde, geht Straub gar so weit, dass er dem Anwalt von Wirecard unterstellt, ihn und den früheren SdK-Sprecher Tobias Bosler bedroht zu haben. Bei Bosler, dem Wirecard ebenfalls Spekulationen auf fallende Kurse vorwirft, sei der Anwalt mit zwei weiteren Männern aufgetaucht. Dabei seien sinngemäß die Worte gefallen: "In der Türkei sterben Leute wegen 1 000 Euro, Mann, verstehst du?" Die SdK veröffentlichte das Interview flugs auf ihrer Homepage, von Selbstkritik keine Spur.
Straub legt Wert auf die Feststellung, dass er nicht identisch mit "Memyselfandi007" sei, dem Nutzer, der in der Wirecard-Sache den Stein ins Rollen brachte.
"Memyselfandi007" kann man dazu leider nicht befragen. Ihm wurde die Sache offenbar zu heiß. In der Nacht vom 11. auf den 12. Juli dieses Jahres beendete er seine Mitgliedschaft bei Wallstreet-Online - nach sieben Jahren.
in summary, the company looked like a very dubious, low quality organization. The original post contained the German expression “Bumsbude”….
Die Geschichte bringt nostalgische Neuer-Markt-Gefühle zurück. Die ganzen Frittenbuden mit ihren aufgeblasenen Umsätzen... Wirecard könnte in die Richtung Balsam AG gehen.
Der KPMG-Prüfbericht hatte aufgrund der Komplexität die SO-Asien Geschäfte in mehreren Grafiken dargestellt. Ich habe sicherlich eine halbe Stunde erfolglos versucht, das zu entziffern. Keine Chance. Bislang bin ich immer davon ausgegangen, dass wirecard eine große Nummer im Bereich Echtzeitzahlung darstellt und das etwas ältere HBCI-System weit überholt hat. Solche Abschläge bei einem DAX-Konzern machen neugierig und ich hatte überlegt, eine kleine spekulative Position aufzubauen. Aber die ganze Story mit dem Firmenkonglomerat ist reichlich kurios. Wenn ich mir die (ehemaligen) Tochterfirmen von wirecard und die Konkurrenten anschaue, dann habe ich eine Vermutung, in welche Richtung das z.T. geht:
- click2pay (Hauptgeschäft Zahlungen für Onlinegambling)
- Wirecard Card Solutions Ltd: Zahlungslösungen für Skrill (Hauptgeschäft Zahlungen für Onlinegambling)
Name von eine weiteren Tochter fällt mir nicht ein, war aber auch mit asiatischen Bookie-Agenten assoziiert (Onlinegambling)
Weitere Konkurrenten: Ayden, Klarna, z.T. Paypal. Alle auch ebenfalls Abwicklung mit von (illegalen) Onlinegambling-Transaktionen befasst.
Die CAGR von ausgewählten Gambling-Firmen liegt seit Jahren >20%, die Umsätze liegen in Deutschland bei min. 2 Mrd., der größte asiatische Bookie lässt die Umsätze von Adidas winzig aussehen. Im Gegesatz zum normalen B2B-Geschäft sind die Margen bei Gambling-Transaktionen min. doppelt so hoch.
Insgesamt habe ich 16.000€ in Wirecard gesteckt, ein Teil habe ich jetzt verkauft und 7000€ Verluste realisiert, eine Position mit ~5.000€ habe ich noch im Markt.
Ich hatte sowohl am Donnerstag, als auch heute Nachkäufe getätigt, völlig losgelöst von Sinn und Verstand.
Das ist das erste mal seit ich an der Börse bin, das ich unruhig bin, nicht mehr abschalten kann und mir permanent Gedanken darüber mache, wie ich weiter agieren soll. Ein Gefühl wie damals beim Poker, wenn man an einem Tag die Gewinne von Wochen vernichtet hatte, nur das die Summe diesmal eine ganz andere ist und es mich nicht nur um Wochen, sondern um sehr viel länger zurückwirft.
Wie konnte ich nur so dumm sein, eine Position die sowieso schon zu den größten gehörte, weiter aufzustocken und zu verbilligen und das ganze ohne Hirn.
Das beste wäre es wohl, auch die restliche Position zu liquidieren und das Thema abzuschreiben. Aber wenn es doch zu einem Rebound kommen sollte... Ja dann würde ich innerlich explodieren, denn dann hätte ich gefühlt einfach wieder die falsche Entscheidung getroffen.
Ich ärgere mich so sehr über mich selbst, über die Entscheidungen die ich getroffen habe und über die nötige Entscheidung die ich nicht treffen kann.
Nach dem lesen von allen möglichen News, schauen von diversen Videos und durchforsten von vielen hunderten Seiten in Foren, bin ich immer noch hin und her gerissen.
Permanent male ich mir im Kopf Szenarien aus, suche nach Sinn und Logik, nach Wahrscheinlichkeiten, wäge pro und contra ab und komme dennoch zu keiner Entscheidung, ob halten oder verkaufen die bessere Option wäre.
Mein Mitgefühl haben vor allem die, welches es sehr viel härter getroffen hat. Wie man in verschiedenen Foren liest, gibt es Personen die mit sehr viel Fremdkapital hantiert haben. Es wird teilweise versucht sich nach dem Wohlergehen dieser Nutzen zu erkundigen, nach dem diese teilweise bereits am Donnerstag ankündigten, bei weiterem Kursverfall alles zu verlieren.
Regelmäßig wird die Nummer der Telefon Seelsorge gepostet, weil man das schlimmste befürchtet. Und das ist echt traurig, dass letzten Endes nicht nur finanzieller Schaden entstanden ist, sondern es möglicher weise auch zu Suiziden kommen könnte.
Auch widerlich zu lesen, wie viele sich an den Verlusten anderer ergötzen und ich spreche hier nicht von irgend welchen Belehrungen, sondern von Beleidigungen und wie sehr man es doch verdient hätte.