Ich setze mittelfristig auf Öl, geht mir nur um die Frage ob die europäischen Platzhirsche da momentan geeignet sind.
Die langfristige Zukunft von Öl im Generellen wollte ich in der Frage nicht behandeln.
Wenn du doch schon ein gutes US-Öl-Exposure hast, sollte das doch reichen.
Ich denke vor den nächsten Quartalszahlen oder den übernächsten können die Unternehmen selbst vielleicht nicht mal einschätzen, wie hart das Kappen der Verbindungen am Ende auf die Ergebnisse drückt - bei gleichzeitig positiver Ölpreisentwicklung.
Gerade bei Öl hast du dann natürlich immer die Umweltgefahr - Leck, Feuer etc. - was die Einzelaktie extrem belasten kann (wobei dann immer der ganze Sektor unter Druck kommt). Zudem könnte ein Land in Krisenzeiten bspw. die Steuern für Energieunternehmen senken; angenommen GB tut das wird Shell profitieren, du hast aber blöderweise Total; oder FRA tut es und du hast blöderweise Shell usw.
An europäischen Werten fand ich immer Equinor am interessantesten, weil die auch schon früh Renewables in ihr Portfolio genommen haben. Leider schon wieder zu teuer für meinen Geschmack.
Mangels besseren Wissens nehme ich hier die Variante für Dumme mit Shell oder ohne Shell.
Passend zum Thema, vielleicht eine Alternative als sich direkt in ein Öl- und Gasunternehmen einzukaufen.
Ich bin letztes Jahr in ein Fracking- und Stützmittel Unternehmen rein: smartsand
Aufgrund des starken Ölpreises lohnt es sich für derzeit extrem auf solche Unternehmen zurückzugreifen. Das Management des Unternehmens gefällt mir auch, da sie aufgrund des starken Nachfragerückgangs zu Beginn der Pandemie selbst ihre Gehälter gekürzt haben. Wenn ich mich richtig erinnere, haben sie 2020/2021 trotz der Pandemie diverse Expansionen durchgeführt. Hier steckt also zusätzliches Potenzial für Umsatz & Gewinne drin. Nächste Woche ist der Jahresbericht fällig. Hier erwarte ich eine moderate Realisation von Umsatz & Profite für das neue Quartal Okt. - Dez., wo der Ölpreis da nur zeitweise relativ hoch war. Der nächste Quartalsbericht sollte umso besser ausfallen.
Bissel Greenwashing und was für die Gemeinde tun sie auch, kann kaum falsch für das image sein.
Okay danke für den Input.
US Producer sind ca 5% vom PF und EU ca 3%. Hätte da eben gerne mehr gehabt.
Chillers ETF besteht zu >50% aus BP und Shell, ist also nicht so der große Unterschied, zumal der mir als Österreicher durch Thesaurierung Probleme macht.
Hmm, mal sehen wie die Q Zahlen sind.
Original von Heinz021
mir als Österreicher
Wenn es um Energie geht, solltest du doch einfach nur die Verbund AG halten und gustieren.
Die hab ich auch noch, ist aber auch angeschlagen.
OMV zum Glück noch zu nem knappen Fuffi los geworden
Diese Lücke wollte ich eben auch ersetzen.
Original von Heinz021
..zumal der mir als Österreicher durch Thesaurierung Probleme macht.
warum ist das denn ein problem, kannst du das vielleicht kurz erklären?
Man zahlt auf fiktive Ausschüttungen sofort Steuern und Verlustausgleiche gehen immer nur vom 01.01.-31.12. des jeweiligen Jahres.
Jetzt hälst du das Teil 4 Jahre, jedes Jahr zieht es dir 1% Steuer ab (Annahme 4% Dividenden die thesauriert werden). Im vierten Jahr Börsencrash, du bist innsgesamt im Minus und willst auscashen. Die bereits gezahlte Steuer war ein Geschenk ans Finanzamt.
Mit nem Ausschütter wär dir das nicht passiert, da hättest auf die Steuer auch was in die Hände bekommen.
Wenn du up bist, macht es jedoch keinen Unterschied, die bereits gezahlte Steuer wird dir angerechnet in Form von einem höheren Ankaufskurs.
In der jetzigen Situation finde ich es eigentlich ganz gut, mehr auf U.S.-Unternehmen zu setzen als auf europäische, insbesondere im Energiebereich. Denn offenbar plant die EU, höhere Gewinne von Energieunternehmen (die ja von den gestiegenen Preisen profitieren werden) stärker zu besteuern:
https://www.derstandard.at/story/2000133733226/eu-will-extra-gewinne-von-energiefirmen-abschoepfen
Das erklärt für mich übrigens jetzt auch den starken Kurseinbruch bei Verbund/EVN, der für mich vorher völlig unerklärbar war. Die Meldung vom Standard ist schon ein paar Tage alt, hab sie jetzt erst gefunden.
Ich hab mich gestern übrigens bei Devon Energy eingekauft. Das Öl und Gasunternehmen ist im S&P 500 notiert und hat dort eine der höchsten Dividendenrenditen (6,7%). Spannend finde ich die Unternehmenspräsentation die für 2022 von einer Steigerung des Free Cashflow um über 70% im Vergleich zu 2021 ausgeht. Annahme dieser Präsentation ist ein Ölpreis (WTI) von durchschnittlich 85$ im heurigen Jahr. Meine Vermutung/Spekulation ist, dass der Ölpreis heuer im Schnitt deutlich höher sein wird und dass damit auch für die Dividende noch viel Luft nach oben ist (es soll die Hälfte des Free Cashflows ausgeschüttet werden plus eine kleine Basisdividende).
Die Nachricht der Besteuerung ist eher nicht Auslöser sondern der massive Einbruch von CO2 Zertifikaten wo Verbund scheinbar große Beteiligung hat.
Check mal zbsp: DE000CU3RPS9
Zu US vs EU Player im Öl Bereich. Das ist doch alles bekannt und deshalb sind die US Player auch teurer. Auch diese neue Steuer ist doch eingepreist.
(Ich bin am Handy und hab jetzt keine KGVs etc an der Hand)
Edit:
Shell 8
BP 8
Exxon 13
Danke für die Info mit den CO2-Zertifikaten die Info hatte ich noch nicht und das erklärt den Kurssturz natürlich auch sehr gut 👍.
Bei den KGV-Vergleichen gebe ich zu bedenken, dass sich die europäischen Ölkonzerne aus Russland zurückziehen werden und dabei gewaltige Abschreibungen entstehen werden. Wenn man diese Effekte mitberücksichtigt und auch noch davon ausgeht, dass die erzielten Gewinne einer neuen Sondersteuer unterzogen werden, könnte der eine oder andere europäische Ölmulti heuer sogar in die Verlustzone rutschen. Also ein „bereinigtes“ KGV von 8 ist schon realistisch für BP oder Shell, aber halt eben ohne die gewaltigen Sondereffekte. Wenn ich es mit Devon vergleiche sehe ich dass hier im Q4 „bereinigt“ 1.39$ verdient wurden (entspricht aufs Jahr hochgerechnet einem KGV von etwas über 10), unbereinigt lag der Gewinn aber bei 2,23$. Heißt dass es hier positive Sondereffekte gab. Und die negativen Effekte wie bei den europäischen Konzernen sind hier auch nicht zu erwarten weil ausschließlich in den USA gefördert wird. Gefällt mir derzeit geografisch einfach besser.
Exxon mit KGV 13 ist relativ teuer da geb ich Dir Recht. Darum war ich da auch noch nie investiert. Es lohnt sich ein Blick in die zweite Reihe.
Original von Heinz021
Zu US vs EU Player im Öl Bereich. Das ist doch alles bekannt und deshalb sind die US Player auch teurer. Auch diese neue Steuer ist doch eingepreist.
(Ich bin am Handy und hab jetzt keine KGVs etc an der Hand)
Edit:
Shell 8
BP 8
Exxon 13
Hmm, jetzt am PC bekomme ich andere KGVs rein, die von gestern waren von meiner (crappy) Trading App am Handy. Schaue ich über Google bei den Originalen an der Heimatbörse steht da:
Shell 9,5
BP 12,5
Exxon 15,6
Devon 14
Meines Wissens kommen die Google Daten von Morningstar's Trailing Returns und sind tagesaktuell; sehr verlässlich für US Werte, für ADRs (aus Sicht der Amis) auch? Welche Quellen nutzt ihr so? Trailing oder Forward? Checkt das bitte mal.
Bei diesen Preisen gebe ich euch Recht, dass man sich das EU Risk nicht ans Bein binden muss.
Shell kauft auch weiterhin Öl aus Russland, momentan mit hohem Rabatt. Dadurch ergeben sich natürlich sofort hohe Buchgewinne.
Das kann aber auch nach hinten losgehen, schlechtes Image etc…
Original von Heinz021
Welche Quellen nutzt ihr so? Trailing oder Forward? Checkt das bitte mal.
Bei diesen Preisen gebe ich euch Recht, dass man sich das EU Risk nicht ans Bein binden muss.
IB, investing.com, morningstar.
Aber leider sind die Daten seit der Pandemie irgendwie choppy. Gerade bei ADRs zeigt mir bspw. IB oft falsche auf USD gerechnete KGVs an (besonders bei chinesischen Werten), die dann mal um den Faktor 5 oder 10 verzerrt sind.
Daher schaue ich bei manchen Unternehmen zZ in den Quartalsbericht, prüfe ob der Gewinn pro Aktie für das nächste Quartal ähnlich erwartet wird, rechne aufs Jahr und berechne mein eigenes KGV. Das vergleiche ich dann mit den Daten von IB & Co.
KGV vs. Forward-KGV schau ich mir eigentlich nur an, um zu sehen, ob da ein Gewinnsprung oder -einbruch erwartet wird.
Am besten ist es generell, wenn man ein Quelle für 5-Jahres oder 10-Jahres KGVs hat, um das aktuelle damit zu vergleichen.
Original von Heinz021
Die hab ich auch noch, ist aber auch angeschlagen.
Original von HariRadovan
den starken Kurseinbruch bei Verbund/EVN, der für mich vorher völlig unerklärbar war.

So eine Loser-Aktie hätte ich auch gerne.
Hier ist Kursrutsch doch eher Nachkauf.
Apropos Nachkauf - ich hatte schon letztens irgendwo den WisdomTree Carbon gepostet, der ja diese CO2-Zertifikate abbildet.
Das sollte man sich schon auf die Watchliste setzen.
Es ist eine andere Assetklasse und noch dazu eine, die eigentlich auf dem Weg zum Sunrun war. Jetzt, wo die EU darüber nachdenkt, die CO2-Regelungen und -Zertifikate auszusetzen, um über die Energiekrise zu kommen, schmiert das Ding natürlich ab.
Wäre also zu klären, ob die EU in Zukunft nicht mehr grün sein möchte oder ob das nur eine kleine Periode und somit Kaufgelegenheit ist.
Hab mich allerdings zu den genauen EU-Absichten noch nicht belesen.
Edit:
Original von n00bmare
Shell kauft auch weiterhin Öl aus Russland, momentan mit hohem Rabatt. Dadurch ergeben sich natürlich sofort hohe Buchgewinne.
Das kann aber auch nach hinten losgehen, schlechtes Image etc…Ist doch schon geklärt.
Für mich übrigens ein Argument gegen Shell.
Also ich möchte halt an einem Unternehmen beteiligt sein. Wenn ich irgendwas mit Wohlfahrt machen will, spende ich der Caritas.
Original von nbchiller
Edit:
Original von n00bmare
Shell kauft auch weiterhin Öl aus Russland, momentan mit hohem Rabatt. Dadurch ergeben sich natürlich sofort hohe Buchgewinne.
Das kann aber auch nach hinten losgehen, schlechtes Image etc…Ist doch schon geklärt.
Für mich übrigens ein Argument gegen Shell.
Also ich möchte halt an einem Unternehmen beteiligt sein. Wenn ich irgendwas mit Wohlfahrt machen will, spende ich der Caritas.Danke, dass hatte ich noch nicht gelesen.
Für mich (als Aktionär) auch ein klares Contra Argument. Das Geld könnte man sicherlich für Investitionen verwenden.
Original von nbchiller
Daher schaue ich bei manchen Unternehmen zZ in den Quartalsbericht, prüfe ob der Gewinn pro Aktie für das nächste Quartal ähnlich erwartet wird, rechne aufs Jahr und berechne mein eigenes KGV.
Das habe ich auch schon gemacht, ist halt mühsam.
Zu CO2 Zertifikaten habe ich mich noch gar nicht befasst, aber wenn man da über Verbund bisschen Exposure hat ist mir das umso lieber.
Spoiler
Ich glaub ich stress mich jetzt nicht mehr damit und kauf einfach stumpf Andy's Picks nach. Insane wie seine Empfehlungen runnen. Da ist ja nichts unter 100% YOY dabei. SM Energy (3x), Crew Energy (4x), Northern O&G (2x), Athabasca (5x),... oder Kalium: Intrepid (2x), Mosaic (2x),...
Klar hat auch er Russland nicht hervorgesehen, wären auch aber ohne den Konflikt nette Returns gewesen.
@ Heinz: Ich rechne mir die aktuellem KGVs selber aus, zumindest wenn ich ernsthaft an einem Unternehmen interessiert bin. Zum schnell mal nachschauen tuts für mich auch chartmix.at (die Börsenseite der Bawag).
@ Chiller/Verbund: stimmt wobei ich hier am liebsten indirekt investiert bin über die EVN. Deren Beteiligung am Verbund von 12,63% ist mittlerweile nämlich bereits mehr wert als die ganze EVN (3,85 Mrd Wert der Verbundbeteiligung vs 3,75 Mrd EVN Marketcap)! Man bekommt also das Hauptgeschäft und die beiden anderen Beteiligungen gratis dazu. Der Q1-Bericht der EVN war zwar eher mau, trotzdem ist das ganze ziemlich verblüffend für mich.
@Hari:
Bei Raiffeisen schaut es ja ziemlich düster aus, die haben sich in Russland gut verzockt. Ausfälle von Verbindlichkeiten im Bereich 12Mrd für eine Bank in der Größe bei Wegfall von ~30% ihrer Erträge lässt 2008er Flair aufkommen.
Die Raiffeisen könnte unseren geliebten ATX gut runter ziehen.
Ich hab von Banken leider keine Ahnung da nie in einer investiert, wie siehst du die Raiffeisen Situation?

