Original von knuddelhundi
Dass eine Bank immer Einlagen braucht (für die sie Zinsen zahlt) um Kredite und somit Geld zu schaffen ..
Gut das wir gleich Abkürzen. Das hab ich doch oben beschrieben mit dem Staatsanleihenbeispiel das dies nicht so ist.
Original von knuddelhundi
Dass eine Bank immer Einlagen braucht (für die sie Zinsen zahlt) um Kredite und somit Geld zu schaffen ..
Gut das wir gleich Abkürzen. Das hab ich doch oben beschrieben mit dem Staatsanleihenbeispiel das dies nicht so ist.
Original von Korn
Spoiler
Eine Bank kann nicht im wörtlichen Sinne Geld "erschaffen". Es ist nicht so, dass jemand 100 Euro bar zur Bank bringt, und die Bank dann daraus 500 oder gar 1000 Euro "machen" und diese dann investieren oder verleihen kann, insbesondere dann nicht wenn diese 1000 Euro wirklich ausgegeben werden sollen.
Eine bank kann so viel Geld verleihen wie sie es als profitabel erachtet. Die Zentralbank wird immer die noetigen Reserven bereitstellen, weil sie sonst das Zahlungsverkehrsystem in Gefahr bringt und ihr zinstarget nicht erzielen kann
Spoiler
"Geldschöpfung" funktioniert vielmehr wie folgt:
1) Hans bringt 100 Euro zur Bank und zahlt sie auf ein Konto ein. Er hat dann 100 Euro Guthaben.
2) Die Bank kann nun maximal (100 - Reservesatz) Geld als Kredit geben. Sagen wie sie vergibt 90 Euro an Peter, der bei der gleichen Bank Kunde ist.
3) Peter hat nun 90 Euro auf dem Konto, Hans hat 100 Euro auf dem Konto. Auf einmal sind 190 Euro Geld da, die Bank hat also 90 Euro Geld "geschöpft", hat dieses aber nicht selbst zur Verfügung.
4) Insbesondere hat die Bank selbst nur noch 10 Euro liquide, und diese kann sie eben nicht mehr beliebig investieren, da sie zur Reserve gehören
5) Gleichzeitig käme die Bank in große Schwierigkeiten, wenn Hans seine 100 Euro abheben möchte, da sie nur noch 10 Euro zur Verfügung hat. (In der Praxis wird dies natürlich im Sinne des Gesetzes der Großen Zahlen als Risiko reduziert)
auch fuer dich die frage: was machst du mit deiner theorie, wenn der reservensatz = 0 ist?
zu wenig Reserven sind kein Risiko fuer eine bank, weil die zentralbank immer als lender of last resort agieren wird um liquiditaet bereitztustellen. Das Gesetz der grossen Zahlen is hier vollkommen irrelevant.
wie das obige video zeigt gibt es keinen klaren zusammenhang zwischen reserven und kreditvergabe. nur weil zentralbanken den banken reserven aufdraengen heisst das nicht das sie kredite vergeben (eine bank verleiht niemals reserven, ausser an andere banken - niemand ausser banken hat ein konto bei der zentralbank), und umgekehrt bedeutet die verweigerung der zentralbank zusaetzliche reserven bereitzustellen wenn die banken es verlangen a.) den zusammenbruch des zahlungssystems und b) die zentralbank kann ihr zinstarget nicht treffen.
wenn in den daten aufgrund mindestreserverichtlinien ein gewisser zusammenhang festzustellen ist, dann ist das nicht deswegen so, weil zentralbanken am anfang einer periode A reserven bereitstellen und deshalb A*m Kredite vergeben werden, sondern weil B Kredite vergeben werden und Banken dafuer B/m Reserven benoetigen.
Spoiler
Aus der o.g. Dynamik entsteht maximal eine Geldmenge von 100/Reservesatz, wäre der Reservesatz z.B. 10%, wäre die (elektronische) Geldmenge maximal 1000 Euro welche aber der Bank selbst eben nicht zur Verfügung stehen und selbst den einzelnen Leuten nicht wirklich zur Verfügung stehen, da die Bank gar nicht die nötigen Reserven hat, falls die Leute nun tatsächlich auf ihr Geld zugreifen wollen. (genau deshalb ist ja das Finanzsystem prinzipiell fragil)
Das finanzsystem ist nicht deshalb fragil, weil banken nicht genug reserven haben. wenn das das problem waere, dann haetten wir jetz ein super gesundes finanzsystem, weil die loesung gegen bank runs schon seit 100 jahren gefunden ist: zentralbank als lender of last resort und 100% einlagensicherung. solange das gewaehreistet ist, koennen banken gar nicht in liquiditaetsschwierigkeiten kommen.
davon zu unterscheiden sind solvenzschwierigkeiten und hier liegt auch der wirkliche grund fuer die fragilitaet des finanzsystems: wenn zu viele kredite ausfallen, dann fuehrt das zu verlusten, zum absinken des net worth und schliesslich zu zahlungsschwierigkeiten der bank fuer ihre verbindlichkeiten. Hier ist vor allem Minskis Instabilitaetshypothese relevant, die besagt, dass Banken (und andere Finanzinstitute) in guten Zeiten zu optimistisch sind und zu viele Kredite vergeben, was zu Blasen fuehrt, die irgendwann mal platzen.
z.B. das kanadische system funktioniert jetz schon seit 20 jahren ohne mindestreserve, und hatte wesentlich weniger probleme als us-amerikanische oder europaeische banken. der unterschied liegt darin an wen man kredite vergibt und welche anleihen man kauft, die menge an reserven is fuer die sicherheit einer bank vollkommen irrelevant.
Spoiler
Was wäre nun, wenn die Bank "sich selbst" einen Kredit gibt? Sagen wir eine Bank hat selbst 100 Euro Kapital, und gründet eine Firma namens Invest und eine weitere Firma namens Exploit. Die Bank gibt invest einen Kredit von 90 Euro und behält 10 als Reserve. Invest zahlt die 90 Euro an Exploit. Exploit zahlt die 90 Euro bei der Bank ein. Die Bank gibt Invest einen zusätzlichen Kredit von 90 Euro minus 10% Reserve, also 81 Euro. Invest zahlt die 81 Euro an Exploit. Exploit zahtl sie bei der Bank ein. usw usf.
Am Ende hat:
- Invest ein Guthaben bei der Bank von 90 + 81 + .... = 1000 Euro
- Die Bank insgesamt 10 + 9 + ... = 100 Euro als Sicherheit hinterlegt (ihr gesamtes Kapital)
- Exploit Schulden von 1000 Euro bei Invest.
- Da alle Firmen der Bank gehören spielen Zinsen effektiv keine Rolle.In der Tat sind nun aus 100 Euro insgesamt 1000 Euro "geworden". Nun könnte ja Invest mit den 1000 Euro Staatsanleihen kaufen, die sagen wir mit 2% verzinst sind ohne großes Risiko. Da Invest als Firma der Bank gehört, würde die Bank ja dadurch effektiv 20% Redite auf ihr Kapital von nur 100 Euro machen - totsicheres Geschäftsmodell mit der Lizenz zum Geldrucken.
Funktioniert aber nicht! Denn sobald Invest Geld an jemand anderes zahlt (zum Kauf der Staatsanleihen) hätte die Bank keine Reserve mehr - denn diese sind ja nur die 100 Euro. D.h. auch die o.g. Konstruktion kann für maximal 100 Euro irgendwo investieren - genau für das Geld, was die Bank eh als Kapital schon hatte.
1. man sollte eigentlich vermuten dass der ceo einer grossen firma das 1x1 der bankbilanz beherrscht.
Wenn du schon den reservenmultiplikator verwenden willst, dann wirf reserven wenigstens nicht mit kapital unter einen hut. Kapital is eine verbindlichkeit der bank, reserven ein asset. Kapital wird noch weniger verliehen als es reserven werden (da is mir ja echt noch die reservenstory lieber als das) Nur wenn das Kapital in Form von Bargeld eingelegt wird, entstehen auf der asset seite reserven in hoehe des kapitals. Selbst wenn es wahr waere dass deine bank jetz reserven an firma x verleiht, dann wuerde in deiner bank bilanz das kapital noch immer im vollem umfang =100 stehen.
2. mal abgesehen davon ist kreditaufnahme von einem unternehmen dass der bank gehoert tatsaechlich ein interessanter punkt, bei dem ich nochmal nachfragen werde. aber ich bin mir ziemlich sicher, dass das illegal sein wird, weil es ja quasi wie eine kreditvergabe an sich selber ist.
Original von tomte999
2. mal abgesehen davon ist kreditaufnahme von einem unternehmen dass der bank gehoert tatsaechlich ein interessanter punkt, bei dem ich nochmal nachfragen werde. aber ich bin mir ziemlich sicher, dass das illegal sein wird, weil es ja quasi wie eine kreditvergabe an sich selber ist.
hab darueber nochmal nachgedacht. das problem is noch viel elementarer: man braucht gar keine zweitfirma. die bank borgt sich einfach reserven aus und investiert sie in staatsanleihen und profitiert von der zinsdifferenz.
solche risikolosen gewinne sind natuerlich ein problem, die loesung dafuer ist keine staatsanleihen mehr auszugeben.
Jo LinusCaldwell erklaerts eh schon richtig. Banken sind dazu verpflichtet wenn jemand sein Geld auf ne andere Bank transferieren will (oder etwas kauft, sodass Geld auf das konto von jemand anderem bei einer anderen bank transferiert werden soll), an die andere Bank reserven in hoehe dieses Betrages zu schicken. die einzige funktion von reserven im modernen Geldsystem is jene als Clearingmedium (und fuer Transkationen zwischen Privaten und dem Staat, sowohl Steuern als auch Staatsausgaben). Deshalb hat eine Bank bedarf nach reserven, und den wird sie stillen wie auch immer es ihr am billigsten kommt. wenn das einlagengeschaeft am billigsten ist dann wird sie das machen.
Nochmal zu den Guthabenzinsen
https://geschaeftsbericht.deutsche-bank.de/2011/gb/konzernabschluss/konzern-guv.html
@knuddelhundi: und jetz argumentier mit den von dir praesentierten daten, wieso meine position nicht stimmt und deine schon.
Du hast ja oben argumentiert dass die Guthabenzinsen gezahlt werden um die Mindestreserve und sonstige Reserven zu erhalten.
Die Quelle sagt nun für 2011:
Zinsen und ähnliche Erträge: 34.878kk€
Zinsaufwendungen: 17.433kk€
Zinsüberschuss: 17.445kk€
Jetzt frage ich mich warum die Bank die Hälfte ihrer Zinsgewinne wieder ausschüttet. Nimmt man (rein theoretisch) an dass der Gutshabenzins die Hälfte des Kreditzinses beträgt, würde doch in diesem Beispiel das Volumen der Bankreserven 100% der Kredite betragen.
- also erstmal wuerd ich vermuten, dass die zahlen nicht nur guthaben/kreditzinsen sind, sondern auch anlagenzinsen etc. inkludieren.
- zweitens weiss ich nicht wie du auf den zweiten teil deiner aussage kommst. gehen wird der einfachheit halber von einem riesigen kredit und einer riesigen einlage aus, die die oben genannten zahlen verursacht.
am 1.1. bekommt die bank ene einlage, die sie ueber das jahr mit 17,445kk euro verzinst. der besitzer dieser einlage laesst das geld in der bank einfach wachsen.
die dafuer notwendigen buchungen sind:
1.1. Verbindlichkeiten : +Einlage; Assets: +Reserven
31.12. Zinsaufwendungen: +17,445kk / verbindlichkeiten: Einlage:+17,445kk
am 2.1. gibt die bank einen kredit aus, der ueber das jahr 34,874kk euro einbringt. der kredit wird fuer ein supertolles ueberdrueber auto verwendet. die dafuer notwendigen buchungen sind:
1.1. verbindlichkeiten: +Einlage / Assets: +Kredit
1.1. verbindlichkeiten: -Einlage / Assets: -Reserven
bei der bank des autohaendlers ist die entsprechende buchung
1.1. verbindlichkeiten: +Enlage/ Assets: +Reserven
Wenn wir jetz annehmen, dass die durch die Einlage bekommenen Reserven fuer die transaktion nicht ausreichen, muessen wir uns reserven ausborgen.
1.1. verbindlichkeiten: +ausgeleihte reserven / Assets: +Reserven
31.12. Zinsertraege:34,878kk / Zinsforderungen: 34,878kk
oder, wenn der schuldner die zinsen bezahlt
31.12. Zinsertraege 34,878kk / Reserven 34,878kk
wenn die nun erhaltenen reserven ueber der mindestreserve sind, wird die bank noch versuchen sie an ne andere bank zu verleihen, die zu wenig reserven hat.
31.12. Asset: Repo agreement Bank Z 24,878kk / Asset: -Reserven 24878kk
Gehen wir der einfachkeit halber von einem kreditzinssatz von 10% aus, dann haben wir jetzt schlussendlich einen kredit in der hoehe von 348780kk auf der asset seite, und 10000kk reserven auf der asset seite.
Wenn man jetz das kanadische system hat, wird man auch noch die 10000kk reserven versuchen gewinnbringend anzubringen.
Also ich seh wie gesagt nicht, wie du da auf den zusammenhang zwischen zinsspread und reservenhaltung kommst, reserven werden in den allermeisten faellen nur so viel gehalten wie die mindestreserve es verlangt
- hab mir jetz mal die zinssaetze angeschaut: mit der deutschen bank spar card kriegt man derzeit 0,15% jahreszins, das is wenn ich mich nicht verrechnet hab ne monatliche verzinsung von 0.000125%
der 1 Monats - LIBOR, also der interbankenmarktzinssatz, steht derzeit bei 0,2%, und hat den weiteren nachteil, dass du die reserven in nem monat wieder zurueckzahlen musst, also in nem monat wieder von irgendwoher reserven holen musst.
eine einlage eines kunden bringt dir hingegen reserven, ohne dass du notwendigerweise fuer diesen kunden bald wieder reserven von iwo her bekommen musst (musst du nur machen wenn der kunde irgendeine zahlung taetigt, diese zahlung wird dann in den allermeisten faellen weniger als die urspruengliche einzahlung sein)
also ich kann verstehen, dass banken nachfrage nach einlagen haben.
Du hast mich falsch verstanden. Es ist Unsinn dass eine Bank 100% ihrer Einlagen als Reserve hat. Nach deinem Modell ist das bei diesem Beispiel aber der Fall da die Deutsche Bank anscheinend soviel Reserve braucht dass sie dafür die Hälfte ihrer Zinserträge ausschüttet.
Mal ein Beispiel mit einfachen Zahlen:
Zinserträge: 200
Zinsaufwendungen: 100
Guthabenzinsen 1%
Kreditzinsen 2%
Mindestreserve: 1%
Das bedeutet dass die Bank Einlagen und Kredite gleichermaßen in Höhe von 10000 hat. Sie müsste eine Mindestreserve von 100 halten, bezahlt allerdings für die restlichen 9800 Einlagen auch noch Guthabenzinsen.
Warum macht die Bank das?
eine einlage eines kunden bringt dir hingegen reserven, ohne dass du notwendigerweise fuer diesen kunden bald wieder reserven von iwo her bekommen musst (musst du nur machen wenn der kunde irgendeine zahlung taetigt, diese zahlung wird dann in den allermeisten faellen weniger als die urspruengliche einzahlung sein)also ich kann verstehen, dass banken nachfrage nach einlagen haben.
Braucht sie soviel Reserven dass sie dafür die Hälfte ihrer Zinserträge wieder ausgibt? Das macht überhaupt keinen Sinn.
Braucht die Deutsche Bank soviel Reserve dass sie dafür 17 Milliarden € ausgeben muss? Gehen wir mal spassenshalber von einem Guthabenzinsen von 2% aus:
Die Deutsche Bank müsste dann Einlagen in Höhe von 850 Mrd. € haben. Diese nutzt sie deiner Meinung nach als Reserve. Selbst bei dem extrem großzügig gewählten Zinssatz ist es total unwahrscheinlich dass die Bank knapp eine Billion € Reserve braucht um ihre Geschäfte zu tätigen.
Du betrachtest die ganze Zeit die Geldschöpfung mit dem Gedanken, dass die Beschaffung der Mittel allein und günstig bei der Zentralbank erfolgen könnte. Somit wären die Zinsen und damit die Marge wesentlich höher als mit Kundeneinlagen.
Die Zentralbank stellt nur "kurzfristige" Kreditmittel zur Verfügung.
Für die Bank ist zusätzlich folgendes zu beachten:
Laufzeitkongruenz - Fristentransformation - Bodensatztheorie - Goldene Bankregel (in gewissem Maß) - Bilanzstruktur
also ich weiss nicht, was daran jetz so unwahrscheinlich sein soll.. banken schieben taeglich massive summen zwischen einander herum - natuerlich brauchen sie dafuer theoretisch viele reserven. theoretisch deswegen, weil banken natuerlich immer nur den nettosaldo untereinander shippen werden. die tatsache, dass reservenbewegungen im vergleich zu den depositen relativ klein sind, bedeutet nicht, dass depositen dafuer nicht gebraucht werden: wenn depositen weniger waeren, waere der saldo groesser und die tatsaechlich beobachtete reservenbewegung groesser.
Also: ja, der reservenbedarf von banken ist hoch genug um die menge and depositen und depositenzinsen zu rechtfertigen.
dass der spread zwischen zinsertraegen und zinsgewinnen gar nicht mal so gross ist, zeigt a) dass das bankgeschaeft nunmal kein easy game ist, b) dass das bankgeschaeft nunmal nicht mehr nur noch von kreditzinsen lebt, sondern auch massiv von gebuehren, praemien etc., c) dass wir noch immer in einer wirtschaftskrise sind wo ertraege natuerlich einen hit nehmen.
Also: ja, der reservenbedarf von banken ist hoch genug um die menge and depositen und depositenzinsen zu rechtfertigen.
Also glaubst du dass z.B. die Deutsche Bank mehr als eine Billion € Reserve hat? (sehr konservative Schätzung wenn sie 17 Milliarden € Zinsen für Einlagen zahlt.)
hi, ich habe momentan wenig zeit, nur eine kurze anmerkung: bevor ihr weiter zeit und mühen für die zahlen der deutschen bank opfert. soweit ich das sehe, handelt es sich bei diesen zahlen um den gesamten zinsüberschuss der deutschen bank. wir reden hier aber über das privatkundengeschäft. die deutsche bank verdient aber natürlich die meisten zinsen mit anderen dingen. hier mal eine statistik zu den einlagen:
Das dürfte so ungefähr der Betrag sein, für die die DB Mindestreserve hinterlegen muss. Es wird auch schnell ersichtlich, dass für 600Mio Einlagen keine 17.4Mrd Zinsen gezahlt werden.
Ansonsten finde ich den Ansatz mal in die Bilanzen zu sehen nicht schlecht. Habe aber wie gesagt im Moment keine Zeit mir da groß Gedanken zu machen. Was noch viel einfacher wäre, ist mal in das Gesetz zu schauen. Ich habe weiter oben bereits die Regelungen der EZB zu Mindestreserve gepostet. Daraus geht nicht hervor, dass man nur die Überschussreserve verleihen darf, wie das knuddel hier behauptet.
Wäre also auch nochmal interessant hier Regelungen und Gesetze zu analysieren, bevor man sich mit Halbwissen an Bilanzen macht (bei dem Halbwissen beziehe ich mich explizit mit ein).
Das dürfte so ungefähr der Betrag sein, für die die DB Mindestreserve hinterlegen muss. Es wird auch schnell ersichtlich, dass für 600Mio Einlagen keine 17.4Mrd Zinsen gezahlt werden.
Genau.
Wofür zahlt sie aber dann ~17 Mrd. € Guthabenzinsen wenn die Reserven (eurer Meinung nach) die einzigen Schranken für die Geldschöpfung bzw. die Geschäftstätigkeit der Bank darstellen?
Original von knuddelhundi
Das dürfte so ungefähr der Betrag sein, für die die DB Mindestreserve hinterlegen muss. Es wird auch schnell ersichtlich, dass für 600Mio Einlagen keine 17.4Mrd Zinsen gezahlt werden.
Genau.
Wofür zahlt sie aber dann ~17 Mrd. € Guthabenzinsen wenn die Reserven (eurer Meinung nach) die einzigen Schranken für die Geldschöpfung bzw. die Geschäftstätigkeit der Bank darstellen?
es sind keine 17Mrd guthabenzinsen. es sind alle zinszahlungen der dt. bank. das private banking ist doch nur ein winziger teil des geschäftes der dt. bank. beispiel: die dt. bank gibt anleihen aus, darauf muss sie zinsen zahlen.
außerdem sagt doch niemand, dass MR die einzige schranke für geldschöpfung ist!? wir sind doch dienenigen, die behaupten, dass die MR in erster linie keine schranke ist, sondern nur im durchschnitt dem mindestreservesoll entsprechen muss. du bist doch derjenige, der behauptet, banken können nur ihre überschussreserve verleihen (d.h. bei 100€ Bareinlagen können deiner meinung nach nur 99€ weiterverliehen werden). oder habe ich hier etwas verpasst!?
noch eine anmerkung: momentan hält der bankensektor massiv überschussreserve. also sind aktuelle daten sowieso nicht geeignet, um unsere frage zu beantworten...deswegen nochmal: ich habe die ezb regelung oben gepostet, kann sie nochmal herauskramen. da ist eindeutig geregelt, wie das mit der mindestreserve läuft und es wird nirgendwo erwähnt, dass nur die überschussreserve verliehen werden darf.
Nachtrag: EZB Regelung zur Mindestreserve S.112: http://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Downloads/Veroeffentlichungen/EZB_Publikationen/2011/2011_05_06_geldpolitik_ezb.pdf?__blob=publicationFile
Original von knuddelhundi
Also: ja, der reservenbedarf von banken ist hoch genug um die menge and depositen und depositenzinsen zu rechtfertigen.
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Also glaubst du dass z.B. die Deutsche Bank mehr als eine Billion € Reserve hat? (sehr konservative Schätzung wenn sie 17 Milliarden € Zinsen für Einlagen zahlt.)
je mehr aussagen du machts, desto verwirrter werde ich was es genau is dass du nicht verstehst
nein ich glaube nicht, dass die DB 1 billion reserven hat. tatsaechliche benoetigte reserven sind nur ein bruchteil von dem was so taeglich an krediten vergeben werden und was an depositen angenommen wird, um die fuer die kredite oftmals noetigen ueberweisungen zu taetigen. es is immer nur der nettowert zwischen 2 banken der tatsaechlich transferiert wird.
deswegen hab ich auch oben von theoretischem reservenbedarf geschrieben. der theoretische reservenbedarf ist riesig, weil eine so grosse bank wie die db sicher taeglich milliarden euro irgendwohin schicken muss auf kundenwunsch. der tatsaechliche reservenbedarf is aber viel kleiner, weil sie eben auch taeglich viele einlagen von anderen banken bekommt. diese einlagen werden tendenziell desto hoeher sein, desto groesser der angebotene depositenzins ist. Also desto hoeher der depositenzins, desto hoeher depositen, desto kleiner wird der nettobedarf an extrareserven, den sich die bank von iwo anders herholen muss. das kann auch zu einem nettoueberschuss werden, der dann am wholesale markt fuer banken gewinnbringend angebracht werden kann.
vielleicht hat dich auch mein bilanzierungsbeispiel oben verwirrt. ich bin kein bankbuchhalter, deshalb bin ich mir nicht sicher, aber ich wuerd mal stark vermuten dass banken fuer jede andere bank ein taegliches sammelkonto haben, wo ausgehende und eingehende reservenfluesse eingetragen werden, und dann am ende des tages der nettosaldo dieses kontos gegen das reservenkonto aufgeloest wird.
jo, und dein letzter punkt is einfach nur noch wtf, wie linus es schon richtig angemerkt hat: es sind ja gerade wir die sagen dass reserven kein schranken fuer die geldschoepfung ist. das ist geldmultiplikatortheorie, und die vertrittst du doch !?!?
Es is wahr dass Reserven fuer die Geschaeftstaetigkeit der Bank von Bedeutung sind, aber sie stellen auch hier keine Schranken dar in dem Sinne, dass es zu einem absoluten Mangel an Reserven kommen kann. Die frage nach dem bedarf nach reserven is keine "ob" frage (also bekomme ich genug reserven fuer meine geschaeftstaetigkeit ja/nein), sondern eine "wie" frage (wie bekomme ich sie am billigsten?). ich hoffe ich habe mich diesmal klar ausgedrueckt, wieso mir depositenzinsen keine probleme bereiten fuer meine theorie: es is nunmal einfach ein sehr billiges mittel um an reserven zu kommen.
deswegen hab ich auch oben von theoretischem reservenbedarf geschrieben. der theoretische reservenbedarf ist riesig, weil eine so grosse bank wie die db sicher taeglich milliarden euro irgendwohin schicken muss auf kundenwunsch. der tatsaechliche reservenbedarf is aber viel kleiner, weil sie eben auch taeglich viele einlagen von anderen banken bekommt. diese einlagen werden tendenziell desto hoeher sein, desto groesser der angebotene depositenzins ist. Also desto hoeher der depositenzins, desto hoeher depositen, desto kleiner wird der nettobedarf an extrareserven, den sich die bank von iwo anders herholen muss. das kann auch zu einem nettoueberschuss werden, der dann am wholesale markt fuer banken gewinnbringend angebracht werden kann.
Und damit bestätigst du doch die multiple Geldschöpfung in der eine Bank nicht nach Belieben Geld schöpfen kann ohne vorher die entsprechenden Einlagen zu haben. Die Bank würde sonst "ausbluten" weil das Geld einfach abfließt ohne dass neues Geld durch Kundeneinlagen von anderen Banken kommt.
Es ist doch offensichtlich dass z.B. die Deutsche Bank kein Geld aus dem Nichts schaffen kann wenn sie die Hälfte ihrer Zinserträge wieder für Kundeneinlagen oder an andere Banken abgeben muss. Sie braucht dieses Geld bevor sie Kredite vergibt. Es bestätigt sich also auch in der Praxis das multiple Geldschöpfung genauso umgesetzt wird wie in der Theorie beschrieben.
nein ist es nicht. hier ignorierst du wieder mein beispiel von vor ein paar seiten: es ist moeglich dass eine bank null depositen hat und nichts am wholesale-markt kauft, sondern nur reserven von der zentralbank holt.
eine bank ist niemals in ihrer kreditvergabe eingeschraenkt durch reserven. irgendwoher bekommt sie sie immer.
es is ein grosser unterschied zwischen dem was ich sage und was die geldmultiplikatortheorie sagt die letzteren sagen dass das reservenangebot finit ist, ich sage das stimmt nicht.
wenn eine bank fantastilliarden an krediten vergeben will, dann hindert sie die menge an verfuegbaren reserven nicht, da diese dank der zentralbank unendlich ist.
und sie braucht die reserven nicht vor der kreditvergabe, sondern nur sooft wie halt banken reservensaldis gegeneinander aufloesen, kA wie oft das passiert. bin halt von nem tag ausgegangen, aber sagen wir mal spasseshalber 6 monate. dann kann eine bank 6 monate ohne depositen, ohne interbankenmarkt, ohne zentralbank ihre geschaefte betreiben, und muss erst am ende dieser 6monats frist reserven holen von iwo her.
Original von tomte999
nein ist es nicht. hier ignorierst du wieder mein beispiel von vor ein paar seiten: es ist moeglich dass eine bank null depositen hat und nichts am wholesale-markt kauft, sondern nur reserven von der zentralbank holt.
Erkläre mir doch bitte mal, was für dich "reserven" sind und wie die Bank diese von der Zentralbank holt und was die Gegenleistung dafür ist und wo diese herkommen.
Original von tomte999
eine bank ist niemals in ihrer kreditvergabe eingeschraenkt durch reserven. irgendwoher bekommt sie sie immer.es is ein grosser unterschied zwischen dem was ich sage und was die geldmultiplikatortheorie sagt die letzteren sagen dass das reservenangebot finit ist, ich sage das stimmt nicht.
wenn eine bank fantastilliarden an krediten vergeben will, dann hindert sie die menge an verfuegbaren reserven nicht, da diese dank der zentralbank unendlich ist.
Selbst wenn es diese Einschränkung nicht geben sollte, gibt es andere Rahmenbedingungen, die eingehalten werden müssen.
Original von jotha
Erkläre mir doch bitte mal, was für dich "reserven" sind und wie die Bank diese von der Zentralbank holt und was die Gegenleistung dafür ist und wo diese herkommen.
Reserven kann man sich am sinnvollsten als Girokontos bei der ZB vorstellen. Jede Bank hat ein Reservekonto bei der ZB, welches wenig bis gar nicht verzinst ist.
Banken bekommen ihr Reservenkonto von der ZB aufgewertet entweder durch einen Assetswap (Reserven vs. in normalen Zeiten Staatsanleihen, im moment auch andere Papiere), also Offenmarktgeschaefte; oder als Kredit ueber das Diskontfenster.
Die Gegenleistung ist also entweder ne Staatsanleihe, oder Zinsen. Herkommen tun sie aus dem Numpad Teil einer Computertastatur bei der jeweiligen Zentralbank.
Man sollte allerdings nicht vergessen dass Banken zusaetzlich Reserven bekommen, wenn der Staat Zahlungen jeglicher Art and Firmen oder Privatpersonen macht.
Selbst wenn es diese Einschränkung nicht geben sollte, gibt es andere Rahmenbedingungen, die eingehalten werden müssen.
muesstest du noch spezifizieren was du damit meinst, aber so allgemein, wie dus da jetz mal hingeschrieben hast wuerde ich sagen ja da geb ich dir recht.
Bei diesen Offenmarktgeschäften werden als Sicherheiten hinterlegt. Das sind z. B. Staatsanleihen. Es gibt ja Papiere, die selbst gar nicht mindestreservepflichtig sind. Damit lässt sich theoretisch ein unendliches Geschäft machen.
Warum das mMn nicht so ist:
Das Geschäft würde ja über einen längeren Zeitraum aufgebläht. Auch wenn die Papiere als sicher eingestuft werden und zu 100% bei der Zentralbank als Sicherheit hinterlegt werden können, ergeben sich Bilanzstrukturen, die vom Markt / den anderen Banken nicht mehr als "kreditfähig" eingestuft werden. Wenn also eine Bank mit 10 Mrd. EUR Eigenkapital Staatspapiere von 10.000 MRD EUR hätte, bzw. das was für überzogen eingestuft wird, dann wäre die Bank nicht mehr handlungsfähig und müßte abgewickelt werden über eine Bad Bank, Zwangsfusion oder - übernahme oder ähnliches, damit die Relationen wieder im Rahmen sind.
Für andere Papiere werden bei der Kreditvergabe Bewertungsabschläge vorgenommen. Damit ist auch eine "Endlichkeit" gegeben.
Der Sonderzins bei der Unterschreitung des Mindestreserve-Solls liegt bei 4 %. Das ist auf Dauer kein Geschäft, wenn das Soll nicht eingehalten wird.
Bei Krediten über das Diskontfenster wird der Effekt ähnlich sein, oder?
Wo liege ich falsch?
also so wie ich das jetz verstehe was du da schreibst, willst du darauf hinaus dass wenn eine bank zu viele kredite vergibt im verhaeltnis zu ihrem eigenkapital, dass andere banken und die zentralbank sich dann weigern dieser bank noch geld zu leihen weil sie schon bei recht geringen ausfaellen in zahlungsschwierigkeiten kommen kann weil das kredit/eigenkapital verhaeltnis so hoch ist.
da geb ich dir vollkommen recht, das is eine tatsaechliche einschraenkung, sie geht aber in ihrem ursprung von zu wenig eigenkapital aus, und nicht von einem mangel an reserven.
Ich würde das jetzt wieder anders schreiben und das ist ein Unterschied.
Der Ursprung ist nicht zu wenig Eigenkapital.
Der Ursprung ist die zu hohe Geldschöpfung im Verhältnis zum vorhandenen Eigenkapital.
Es ist also eine Einschränkung der Geldschöpfung immer irgendwie gegeben.