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Zins und Zineszin - Fluch oder Segen

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Angeli09
Beigetreten: 15.12.2009
Poker Player

Hallo zusammen,

da ich in letzter Zeit begonnen habe, unser Wirtschaftschafts- und Geldsystem kritisch zu hinterfragen, bin ich natürlich auch über das Thema der Zinsen getolpert und inwiefern der Zins und seine Auswirkungen ein Fluch oder Segen für uns sind ;) die Meinungen dazu gehen bekanntlich sehr weit auseinander und mir als Laien fällt es schwer die verschiedenen Argumente zu bewerten, da sich beide Seiten in gewisser Weise logisch anhören...

In diesem Artikel, würd unser Geldsytem zwar als falsch bewertet, jedoch behauptet, dass der Zins eigentlich nicht das Problem sei:

https://anarchonaut.wordpress.com/wieso-die-zinseszins-kritik-falsch-ist-2/

oder

Hier wird z.B. gegen Zinsen argumentiert:

http://www.zeit.de/2012/41/Europa-Krise-Schulden

Vielleicht kann der ein oder andere hier ja Licht ins Dunkle bringen :)


Antwort
Zitat
60 Antworten
thomasSP
Beigetreten: 16.09.2006
Oldschool Grinder

hab mir die videos jetzt nicht angeschaut, aber um was gehts dir jetzt genau?
ob zinsen gut sind oder nicht? ... gut in welchen zusammenhang?

zinsen sind doch toll =)
sie sind doch nur die gegenleistung dafür, dass einer einem anderen Geld leiht,
man kann damit auch zahlungen zu verschiedenen zeitpunkten vergleichen/bewerten,
"für mich fühlen sich zinsen auch ziemlich natürlich und richtig an, wenn ich an unser geldsystem (Geldschöpfung, Wertentwicklung...) denke"

das einzige was ich verstehen kann, ist die kritik am zinseszins-"system", aber auch nur weil es nicht so transparent ist.
denn ob ich jetzt zb; die leihgebühr für einen kredit in zinseszinsen zahlen oder mit einfachen zinsen (die dann entsprechend höher sind) ist doch egal. bei einfacher verzinsung wäre halt leichter/schneller nachvollziehbar was ich jetzt wirklich wann zahle.


Antwort
Zitat
livergraf
Beigetreten: 25.11.2008
Oldschool Grinder

da ich die letzten jahre sehr viel gespart habe halte ich die zinspolitik für mies. auf ein sparbuch 0,1% ist ein witz und deckt die inflazion kaum. tja wir werden um unsere zinsen beschiessen. der staat hats drauf


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Zitat
JonKing89
Beigetreten: 03.04.2007
Oldschool Grinder

Sparbuch 0,1% - Dax ca 100%.

Finde den Fehler.


Antwort
Zitat
Angeli09 Themenstarter
Angeli09
Beigetreten: 15.12.2009
Poker Player

@thomas: mir gehts um die in den artikeln oder videos vorgetragenen argumente ;) da du dich ja scheinbar auf jeden fall im weitesten sinne für die thematik interessierst (sonst wärste gar nicht in diesem unterforum), nimm dir doch die zeit und hör dir an, was die unterschiedlichen personen zu sagen haben :f_drink:

@livegraf: daher hat der staat nun aber die schwarze null :f_thumbsup: mit zinsen wäre dies ja nie möglich, also hats der staat drauf ;)
hier stellt sich ja schon die erste frage, wieso hast du denn überhaupt ein anrecht auf zinsen? woher kommen diese zinsen? arbeitet denn geld wirklich?
um solche fragen gehts mir hier ;)


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Zitat
Bierb4ron
Beigetreten: 05.04.2009
BlackMember

Original von JonKing89
Sparbuch 0,1% - Dax ca 100%.

Finde den Fehler.

dein gehirn


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Zitat
MyLady17
Beigetreten: 11.03.2007
BlackMember

Original von JonKing89
Sparbuch 0,1% - Dax ca 100%.

Finde den Fehler.

hängt auch unweigerlich damit zusammen.


Antwort
Zitat
DrStrothmann
Beigetreten: 29.12.2007
Oldschool Grinder

Geht es hier sachlich weiter? Sonst ist das Thema zu.

Ansonsten: Der Sinn oder Unsinn zu Zinsen und Zinseszinsen wird immer in Krisenzeiten diskutiert. Es ist ein leichtes gegen Zinsen zu sein. Doch ist das nicht Kernthema der Fehler im Geldsystem an sich. Es ist nur ein Teilpart. Zinsen sind per se nichts schlechtes, das was draus gemacht wird erscheint teilweise so.


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Zitat
HajaObaUnta
Beigetreten: 28.01.2010
Elite Grinder

Das Zinssystem ist nicht das Problem, das halbsozialistische Geldsystem ist das Problem.
Halte dich an Janich und den ersten Link.
Wenn Banken komplett priviatisiert wären und die Staaten nicht das Geldmonopol hätten, kann er ja rein denklogisch überhaupt kein Problem sein.
Dann geht die Bank, die misswirtschaftet eben pleite. Das Geldmenge kann nicht exponentiell steigen, da die Banken schnell Möglichkeiten der Absicherung anbieten werden. Beispielsweise ein durch Edelmetalle gedecktes System. Die Bank, die diese Standards dann nicht gewährt oder ihr Geld "verwässert" fliegt natürlich sofort aus dem Markt.
Das heißt, dass sich die Wettbewerbsteilnehmer hüten werden solche Spielchen zu versuchen bzw. großartig mit dem Geld der Kunden rumzocken würden.


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Zitat
Angeli09 Themenstarter
Angeli09
Beigetreten: 15.12.2009
Poker Player

@strothman: wieso willst du ein interessantes thema schließen, weil es zwei dumme kommentare gibt? lösch die doch :f_ugly:

Das Zinsen das Kernproblem dieses Geldsystems sind, würd ich auch gar nicht behaupten, aber auch wenn sie nur ein kleines Randproblem darstellen, macht es ja Sinn sich darüber mal auszutauschen und nachzudenken.

Der Janich behauptet, der Zins sei etwas ganz natürliches. Aber woher kommt denn der Zins, wenn ich jemanden Geld leihe. Derjenige muss in irgendeiner Form erwirtschaften, aber woher bekommt dann wieder der Dritte seine Zinsen, an den er die Waren verkauft?
Da gibts doch das Beispiel mit den 10 Personen auf der Insel, denen man alle 100 Geldeinheiten leiht zu 10% Zinsen und was passiert, wenn man nach einem Jahr das Geld wieder haben will.
Oder ist der Zins nur in unserem aktuellen Geldsystem ein Problem?
Wenn ich mir einen Apfelbaum auf Pump kaufe, könnte ich ihn mit natürlichen Zinsen (Äpfeln) abbezahlen?

P.S.: Janich ist doch auch gegen Steuern. Wie werden in seiner Vorstellung Lehrer, Feuerwehrmänner oder Erzieher bezahlt? Muss jeder dafür selbst aufkommen und wer nicht genug besitzt, hat Pech gehabt?


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Zitat
Tornano
Beigetreten: 11.12.2007
Elite Grinder

Original von Angeli09
Da gibts doch das Beispiel mit den 10 Personen auf der Insel, denen man alle 100 Geldeinheiten leiht zu 10% Zinsen und was passiert, wenn man nach einem Jahr das Geld wieder haben will.

Wer leiht denen das Geld und warum leihen die sich das Geld?


Antwort
Zitat
HajaObaUnta
Beigetreten: 28.01.2010
Elite Grinder

Im aktuellen System, in dem die Banken immer wieder aufgefangen werden, stellt der ZiZi natürlich ein riesiges Problem dar. Da so kein Guthaben vernichtet werden kann, steigen die Guthaben, die das Pendant zu den Schulden darstellen, exponentiell. Die Schuldenlast von den Staaten wird also immer größer und ist nur zu lösen durch:

a) Zurückzahlen der Schulden: Ausgeschlossen, das Geld wird ja beispielsweise für dieses sinnlose Europrojekt verballert und selbst die Schulden der Wirtschaftslokomotive Deutschland ansteigen. Und uns geht es im Moment noch relativ gut. Da sieht es aufgrund von demographischen Problemen in der Zukunft, einer zunehmend sozialistischen Politik, Überflutung von unqualifizierten Ausländern etc. nicht gerade rosig aus. Von einem möglichen Dominoeffekt durch einen Grexit, auf den Spanien, Italien, Portugal und Frankreich folgen würden ganz zu schweigen. Man wird aber wohl am Euro festhalten und weiter Geld verbrennen.
b) Vernichtung von Guthaben: In Zypern hat man ja vorgemacht wie’s geht. Dann sind am Montag aufeinmal nur noch 80 % des eigenen Bankguthabens da. Aber auch eher unwahrscheinlich.
c) Hyperinflation: Unwahrscheinlich, da sich die Wut dann gegen Politiker und das Establishment richtet. Das angloamerikanische Establishment ist viel zu intelligent dafür. Erst denkbar bei vorangehender Deflation.
d) Krieg: Aktuell auch unrealistisch, da China und Russland wichtige militärische Projekte erst bis 2020 vorangetrieben haben werden.
e) Deflation und Börsencrash mit Einbrüchen bis zu 70 %: wahrscheinlichstes Szenario, demographisch sieht es düster aus – Menschen geben das meiste Geld zwischen 30 und 50 aus. Die Babyboomergeneration wird aber zunehmend älter. Außerdem die sinnvollste Lösung aus Sicht des Establishments, da die Bevölkerung schleichend verarmt und besser zu kontrollieren ist.

Hier ist noch das Beispiel für die Insel aus seinem Buch „Das Kapitalismus Komplott“:

In einer freien Marktwirtschaft verschwinden also ständig wieder »Werte«, deshalb kommt es auch nicht zu einem ungerechtfertigten Anstieg der Vermögen oder der Kredite. Sie sind durch die tatsächliche Produktion von Waren gedeckt. Um das noch deutlicher zu machen, kehren wir zurück auf unsere Insel. Dann kann ich auch die immer wieder auftretende Frage beantworten, woher denn das Geld beziehungsweise Gold für die Zinsen stammt. Wir sind inzwischen in einer ziemlich arbeitsteiligen Wirtschaft angekommen. Gold zirkuliert und verschiedenste Produkte und Leistungen werden angeboten.
Ein Bewohner entschließt sich, Fischer zu werden. Er will das Netz aber nicht selbst knüpfen, weil dies zu lange dauert und es inzwischen professionelle Netzhersteller gibt. Aber er hat kein Geld. Also leiht er sich von einem anderen Insulaner, der Gold hat, weil er eine Leistung verkaufen konnte, 100 Taler. Der Verleiher verlangt aber 10 Prozent Zinsen, denn er kann schließlich in dieser Zeit das Gold nicht für sich nutzen, sei es für Konsum oder eine eigene Investition. Das Netz kostet den angehenden Fischer 100 Taler. Er kauft sich das Netz, investiert seine Arbeitszeit, fängt und verkauft 100 Fische zu je 2 Taler. Jetzt kann er die 100 Taler zurückzahlen plus 10 Taler Zinsen. Ihm bleiben 90 Taler Gewinn.
Aber woher kommt nun das Gold dafür?
Um sich das besser vorstellen zu können, nehmen wir einfach an, er bezahlt die Zinsen mit Fischen. Er gibt also 100 Taler zurück plus fünf Fische; er könnte dem Geldgeber auch 55 Fische im Wert
von 110 Talern zurückgeben. Die restlichen 45 Fische verkauft er.
Wiederum bleibt ihm ein Gewinn von 90 Talern. Natürlich, und das setzen wir hier stillschweigend voraus, müsste der Geldgeber dieses Zahlungsmittel akzeptieren und vor allem sicher sein,
dass die Fische auch 2 Taler wert sind. Entscheidend ist hier: Die Zinsen werden aus der zusätzlichen Leistung bezahlt, die der Fischer erbracht hat.
Aber dazu ist doch gar nicht genug Gold da, folgt in der Regel als nächste
Frage. Ganz einfach: Die Menge des gesamten vorhandenen Goldes ist gleich geblieben, aber seine Kaufkraft hat sich um die zusätzlichen Fische erhöht. Wenn es vorher 100 Waren (= Fische) gab und
nun 200, dann ist das Gold jetzt so viel wert wie die 200 Waren. Das setzt immer voraus, dass die Waren nicht nur produziert, sondern auch verkauft werden. Werden sie nicht abgesetzt und
die Fische verrotten, schwindet auch die Kaufkraft des Goldes wieder. Jede beliebige Menge an Gold reicht also aus, um alle Wünsche zu erfüllen. Der Wert des Goldes bestimmt sich jeweils nach den unterschiedlichen Bedürfnissen der Marktteilnehmer.


Antwort
Zitat
thomasSP
Beigetreten: 16.09.2006
Oldschool Grinder

Original von HajaObaUnta
Werden sie nicht abgesetzt und
die Fische verrotten, schwindet auch die Kaufkraft des Goldes wieder. Jede beliebige Menge an Gold reicht also aus, um alle Wünsche zu erfüllen. Der Wert des Goldes bestimmt sich jeweils nach den unterschiedlichen Bedürfnissen der Marktteilnehmer.

das würde also heißen, dass eine währung ordentlich schwanken soll..
und die törichte ezb versucht möglichst eine konstante jährliche inflation zu erreichen, kein wunder das alles den bach runter geht.


Antwort
Zitat
Angeli09 Themenstarter
Angeli09
Beigetreten: 15.12.2009
Poker Player

Original von Tornano

Original von Angeli09
Da gibts doch das Beispiel mit den 10 Personen auf der Insel, denen man alle 100 Geldeinheiten leiht zu 10% Zinsen und was passiert, wenn man nach einem Jahr das Geld wieder haben will.

Wer leiht denen das Geld und warum leihen die sich das Geld?

woher kommt denn das geld? :)


Antwort
Zitat
Faustfan
Beigetreten: 19.04.2005
Oldschool Grinder

daran siehst du wie dumm das beispiel ist

wenn man jeder existenten person in einem markt geld leiht und das geld aus dem nichts kommt, dann funktioniert das natürlich nicht. hat mit der realen welt aber nichts zu tun.


Antwort
Zitat
Angeli09 Themenstarter
Angeli09
Beigetreten: 15.12.2009
Poker Player

aber so läufts doch ab? das geld entsteht durch kreditvergabe aus dem nichts?


Antwort
Zitat
Tornano
Beigetreten: 11.12.2007
Elite Grinder

nein!


Antwort
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DrStrothmann
Beigetreten: 29.12.2007
Oldschool Grinder

Die Frage ist doch, wie der Geldgeber sein Risiko absichert? Und die zweite Frage ist: warum Geld leihen?

Risiko kann man absichern indem man nur Geld leiht für Dinge, die dann immer Minimum den gleichen Gegenwert darstellen. Immer? Wie soll genau das gehen?

Warum leiht man Geld und spart sich nicht vorher das Geld? Je nach Grund ist das sinnvoll oder nicht, genau bei den sinnvollen Dingen greift die erste Frage. Der Geldgeber muss sein Risiko abgesichert bekommen. Über die Höhe des Verdienstes für seine Leistung (Hier Zeit, Risikoposition halten, Abwicklungsarbeit, etwaige Ausfälle kompensieren) kann man sicher in alle Richtungen diskutieren.


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Dodadodadodada
Beigetreten: 25.02.2006
BlackMember

Was genau ist jetzt deine Frage, dein Beweggrund. Was genau willst du wissen?
Klar kann man das jetzige Schuldgeldsystem am Laufen halten. Man muss halt mit Allem rechnen was Inflation/Deflation, Spekulation, Bankrott, Schulden, Währungsreform, Kredite, ESM, Vertragsbrüche, Streit wie jetzt in der EU usw. usw. angeht.
Dieses System kostet sehr viel Energie. Kein Tag ohne dass es um Finanzen geht. Man muss sich jeden Tag damit beschäftigen, und selbst die das professionell machen, haben konträre Meinungen (innerhalb des Systems).
Die Natur, also das ökologische System, wird gar nicht beachtet, die Zukunft der Menschheit, der Tiere, der Natur ist nicht mit eingerechnet.

Zinsen an sich würde ich nochmal anders betrachten. Da kann man sich alle Gedanken zu machen ob und in welcher Form das sinnvoll sein könnte. Was man mit Bestimmtheit sagen kann ist, dass das jetzige System, das Schuldgeldsystem, ohne Zinsen keinesfalls existieren kann.


Antwort
Zitat
Angeli09 Themenstarter
Angeli09
Beigetreten: 15.12.2009
Poker Player

Original von Tornano
nein!

sondern? erklär es mir doch bitte :) mir gehts hier nicht darum um recht zu haben, sondern ich will die zusammenhänge verstehen :)
was ist an dem insel beispiel verkehrt?

wenn ich heute zur bank gehe, einen kredit über 10k aufnehme zu 5% zinsen, schöpft die bank das geld aus dem nichts. sie lässt aber nur die 10k entstehen, woher kommen die zinsen? die sind doch nie erschaffen worden?


Antwort
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