mal meine erfahrungen für die vielen hier, die sich den schein überlegen:
ich hab vor einem jahr ohne jegliche erfahrungen mit motorisierten zweirädern aus einer laune heraus den schein gemacht und habe 4k für den start, also schein, mopped und kleidung (inkl zulassung und den ganzen kleinigkeiten) eingeplant. ich hatte damals sowas von garkeine ahnung von moppeds, ich kannte mich nichmal mit hubraumgrößen aus. also start von null, wie das bei einigen hier auch den anschein hat.
inzwischen bin ich begeisterter motorradfahrer, der sich mit den gesamten modellpaletten der bekannten marken auskennt ( ;))(MOTORRAD-magazin machts möglich), nur noch in ps und nm denkt und nichts dringenderes will als vorm studium sich als motorrad-mechatroniker ausbilden zu lassen und natürlich ne fette offene maschine zu fahren. so schnell kann man sich von diesem fieber anstecken lassen.
zu allem, was zwischen 0 und 100 war:
der führerschein ging locker durch und sollte auf keinen fall viel mehr als 1k beanspruchen. ich saß bei nem freund schomma aufm mopped und hab nen bischen langsames fahren, schalten (bis in den dritten, bäm) und langsame kurven geübt. ich würde aber jedem empfehlen, der nen guten freund mit motorrad hat (der dieses und seine zeit für sowas auch hergeben will, vllt fürn kasten pils ;)), sich schon vorm schein intensiver damit zu beschäftigen. jeder, der nen schein hat, kennt die ganzen parcours-übungen und kann einen zumindest auf die langsameren gut vorbereiten, sodass man deutlich dreistellig sparen kann.
zur kleidung: ich hab es geschafft, für alles nur 350€ bei louis zu lassen. dazu ist zu sagen: die einsteiger-textil-kombi der hausmarke für ewas über 100 euro (kp mehr wie viel genau) tut ihren job und man muss als anfänger ja nicht gleich wie rossi aussehen. und wenn man sich später mal in leder kleiden möchte, ist es aus einigen gründen nicht schlecht, auch noch textil im schrank hängen zu haben. also ne gute investition.
die stiefel für 30€ von probiker haben keinen schnickschnack, sehen gut aus und schützen die knöchel, aber vor allem kann man da drin auch noch ganz gemütlich gehen, im gegensatz zu den teuren racing-tretern.
der helm: nur 100 euronen von für einen von lazer ist ne schlechte idee gewesen, werd da wohl jetzt schon nachrüsten. wer da sparen will: es gibt für unter 200 scheine durchaus schon geilen scheiß, aber auch ziemliche scheiße. hier lohnt es, sich vorher zu informieren (tests im internet/ in magazinen, berichte in communities undsoweiter). beratungsgespräche helfen zumindest bei den großen ketten kaum weiter.
handschuhe hätten ruhig mehr als 30€ kosten solln. verarbeitung und detaillösungen geben hier einen entscheidenden ausschlag. wer seine finger schützen will, ohne von unangenehmen druckstellen ständig daran erinnert zu werden, sollte die dinger vorher testen, und zwar auch mit lenkerumfassen. falten an der innenhand, drückende nahtstellen an den kuppen oder hartschalenprotektoren an den knöcheln können einem den spaß vermiesen.
ein nierengurt muss nich teuer sein, meiner von held is klasse und hat 20€ gekostet. für obenrum reicht mir ein mopped-halstuch, die dinger sind saupraktisch und spottbillig.
nun zum wichtigsten, dem motorrad: wer nur einmal bezahlen will und gleich ne 600er supersportler will, sollte einiges bedenken. so hat ein neuerer bock, der einen mehrere jahre begleiten soll, in den ersten zwei jahren einen immensen wertverlust, der nicht durch mehr spaß auszugleichen ist, da man ja trotzdem nur 34 ps hat. eine ältere kiste kann man nach 2 jahren teilweise mit winziger differenz zum eigenen kaufpreis wieder weiterverscherbeln. außerdem bezahlt man in den 2 jahren für ein racebike mehr versicherung. dazu kommt, dass man sich eh die ganze zeit nur darüber ärgert, dass man den gashahn grade mal zu 10% aufdrehn kann dank gaszugdrossel (plus weitere drosselung, zb durch steuergerät). und wenn man das teil wirklich mal hinlegt, was am anfang ja tatsächlich mit höherer wahrscheinlichkeit passiert, ist der ärger groß. und wer es nicht selber kann, bezahlt für drosselung und entdrosselung inklusive 2x tüv-zertifikat und zulassungsumschreibung ein heidengeld.
die 250er kawa ninja ist aufgrund des höheren kaufpreises gegenüber einer gebrauchten, des wertverlustes und der tatsache, dass man sie nich einfach öffnen kann, wenn nach zwei jahren das geld für ne neue noch nich da ist, auch keine empfehlung von mir.
aber: irgendeine schrottmühle kann den spaß auch schnell dämpfen. eine alte reihen-zweizylinder-500er wie die suzi gs 500 oder kawa gpz 500 (meine), deren motoren entwickelt wurden, als drehmomentausbeute noch ein fremdwort war, wird sehr schnell sehr langweilig. dann lieber eine maschine, die offen so ungefähr 70ps hat und mindestens 600 kubik, das macht sich auch nach der drosselung noch im durchzug bemerkbar, außerdem erhöht das deutlich bessere fahrwerk solcher untersätze zusätzlich den fahrspaß. mein rat geht daher in richtung yamaha xj600 (diversion) baujahr 200x, suzi bandit 600 oder sv 650 (toller V2 mit bums, vor allem akustisch) oder ähnlicher motorräder. einfach mal bei mobile.de umschaun, motoscout24 suckt.
zu meiner kalkulation: 4000€ sind recht knapp, aber wer beim schein spart, kann damit sicher schon gut ins mopped-leben starten (was im übrigen dringend zu empfehlen ist!!!). ich würd aber niemandem raten, sich von schmalhans zuviel sagen zu lassen, sonst bereut man das unter umständen lange. lieber den euro mehr ausgeben und damit wirklich glücklich sein. ist ja schließlich ein spaßhobby, da sollte man nicht knausern oder es ganz lassen. vor allem beim bike gilt: hier kann man sich mit der zu billigen wahl schnell die freude verderben und man gibt auf, ehe man richtig angefangen hat.
ich hoffe, ich konnte damit weiterhelfen.