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Wie von KH wegkommen?!

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HillBilly
Beigetreten: 31.03.2005
Oldschool Grinder

wenn man davon ausgeht, dass Evolution funktioniert und jedes Lebewesen sich perfekt adapted an seine Umweltbedingungen, ist es doch naheliegend, dass die gesündeste Ernährung für dieses Lebewesen diejenige ist, die es den Großteil seiner Geschichte hatte, oder nicht?

stimme ich dir voll und ganz zu.
leider gibt es da aber unüberwindbare probleme:
1.die menschen damals haben ein vielfaches an vitaminen und mineralien zu sich genommen.das x-fache was wir heute zu uns nehmen
2.sagen wir mal,die haben damals viel fisch gegessen,was aufjedenfall ogisch ist.den fisch von damals kann man in keinster weise mit dem heutigen fisch vergleichen.gibt viele ärzte und wissenschaftler die behaupten,fisch zu essen hätte mehr nachteile als vorteile.
3.lebensweise
4.die leute haben damals viel mehr rohe sachen gegessen.die meisten von uns haben aufgrund diverser faktoren probleme die rohen sachen richtig zu verdauen.

deswegen versuche ich nicht zu spekulieren,wie unsere vorfahren damals gelebt haben könnten,sondern schaue auf die alten hochzivilisationen,die keine autoimmunerkrankungen hatten,kein bzw kaum krebs,keine herzinfarkte,kein übergewicht etc.
bei denen kann man es wenigstens beweisen,was bei denen auf den teller kam.

und wie schmandbacke schn geschrieben hat.wieso soll es für mich nicht klappen,wenn es für die für solange zeit geklappt hat.
gibt übrigens genug wissenschaftler,die sagen dass die hochzivilisationen viel älter als 10k jahre sind.
selbst wenn ein volk nur 1k jahre ohne zivilisationskrankheiten gelebt hat,würde ich sofort deren ernährung übernehmen,weil sie obv etwas richtig gemacht haben


Antwort
Zitat
Djax
Beigetreten: 19.08.2006
Oldschool Grinder

Chillt mal. Wir tauschen hier Meinungen aus und keine Roundhouse-Kicks.

Original von TGOAT
Ok, ich wollte nur sichergehen, dass in Zukunft jedem klar ist dass du keine Ahnung hast wovon du redest.
Gewisse Ähnlichkeiten zwischen Körper und Gasturbine gibts schon, zum Beispiel gehorchen beide den Gesetzen der Physik und aus deinem kommt auch hauptsächlich heiße Luft...

Wen du das meinst ist das natürlich so.
Eigentlich keine Lust mehr auf der Basis zu antworten.

Original von IgNoRaNt
Das tolle an der Ernährung ist ja, dass es für alles und jeden Studien und Experten gibt, die die jeweilige Ernährungsweise unterstützen. Gibt ja so gut wie keine allgemein anerkannten Ernährungsempfehlungen und teilweise wird sogar gegen die Thermodynamik argumentiert :)

Und im Endeffekt zeigt genau dieser Umstand, die Komplexität der ganzen Geschichte und dass es wohl schlichtweg sowas wie einfache, allgemein gültige Aussagen nicht gibt. Ergo soll doch einfach jeder selber gucken, was ihm gefällt und für den spezifischen Fall hilfreich ist. Dass man sich überhaupt mit dem Thema und seiner Ernährung bewusst auseinandersetzt, gibt wohl gegenüber dem Rest der Bevölkerung eine gute Edge.

Bei Djax paart sich halt mieses Halbwissen mit einer extremen Klugscheisserei. Das er hier ein Eigentor nach dem anderm schiesst, machts zumindest noch halbwegs lustig.

=) Wie sie alle aus ihren Löchern gekrochen kommen und gleich mit Thermodynamik kommen wollen nur weil das ne Safe Wissenschaft ist.
Der Körper reagiert unendlich fein auf das was man reinstopft. Und es gibt in der Praxis halt nun einmal ein Unterschied zwischen 3000kcal Donuts und 3000kcal Kartoffeln was thermodynamisch äquivalent ist aber ernährungtechnisch NICHT!
Nafti hat schon paar Punkte genannt (auch wenn er mit Low Carb longterm auf dem Holzweg ist ;) ). Thermogenese, Stoffwechsel, Hormonhaushalt, Makronährstoffverteilung, Hormonaufnahme mit der Nahrung(Fleischindustrie Wachstumshormone?), usw.

Original von HillBilly

Bei Djax paart sich halt mieses Halbwissen mit einer extremen Klugscheisserei.

naja,du scheinst auch nicht viel ahnung zu haben.
bestimmt weiß er nicht alles,weil es keiner tut und jeder lernt ständig dazu.
an der art wie man rüberkommt,kann man auch arbeiten (aber das gilt für viele,mich eingeschlossen)
man hat auch nicht automatisch eine edge,wenn man sich mit ernährung beschäftigt.

Das auch nehm ich dir übel :P

für mich ein indiz,dass fett die insulinsensibilität verschlechtert.
neal barnard hat (als erster?) dazu eine studie gemacht und es würde sinn machen.
-Low carb=viel fett,wenig KH im blut
-Low fat= viel KH,wenig fett welches das insulin stört,die KH in die zelle zu bringen

Sehe ich auch so. Esse seit knapp einem Jahr immer Maximum. Richtung 3,5k kcal, nur paar Muskeln zugenommen, da man durch das hohe Energielevel einfach ein wenig Sport machen muss. :)
Das die Gene die Ernährungoptima so massiv beeinflussen halt ich für unplausibel, da bei den Tieren auch alle gleich essen. Warum sollte das plötzlich beim Homo sapiens anders sein? Setzt man nen Affen auf ne unnatürliche Diät wird der genau so fett wie viele seiner Artverwandten...


Antwort
Zitat
Nafti
Beigetreten: 08.01.2007
Oldschool Grinder

Original von schmandbacke
@nafti, finde deine punkte sehr interessant. aber wenn ich das richtig verstehe wird doch zum teil das leptin problem mit vernünftiger ernährung in den griff bekommen, oder?
das z.b. durch geistige arbeit das disziplin zentrum im hirn geleert wird hab ich auch schon gelesen und selber gemerkt. das sorgt dann für weniger motivation was zu machen, lieber paar haribo naschen etc. aber da finde ich persönlich schon das wissen um dieses problem macht ne menge aus und man kann den schweinehund besser bekämpfen.

Kommt drauf an, was man unter vernünftiger Ernährung versteht ;) Das was die Deutsche Gesellschaft für Ernährung darunter versteht, ist in der Hinsicht extrem kontraproduktiv. Das Verständnis der Paleo-Ernährungsweise passt wiederrum gut. Aber auch eine "whole food plant based" Ernährung, wie sie hier z.B. Hillbilly propagiert kann funktionieren. Qualitativ hochwertige frische und "echte" Lebensmittel sind dabei z.B. grundsätzlich hilfreich. Also frisches Obst und Gemüse, bei Paleo ergänzt um hochwertige tierische Produkte, bzw. bei der verganen Ernährung eben entsprechend mehr vom Obst und Gemüse. Ich sage hier bewusst nichts über die longterm-Folgen der beiden Ernährungsweisen, weil ich das zu wenig einschätzen kann, aber zur natürlichen Gewichtsregulation bei Übergewichtigen sind imo beide geeignet.


Antwort
Zitat
TGOAT
Beigetreten: 11.02.2006
Oldschool Grinder

Original von Nafti

Original von josch2001
Ich denke alles in allem sollte man erst mal seine Kalorienzufuhr im Auge behalten, dann wird man in der Regel schon mal nicht adipös.

Das ist imo einer der größten Mythen. Überleg mal alleine wie genau du das berechnen müsstest. Mal ein kleies Beispiel: Mal angenommen der Verbrauch ist am Tag durchschnittlich 2000kcal. Wenn du jetzt mit 99%iger Genauigkeit diese Kalorien zu dir nimmt, kommst du auf 1980 bis 2020kcal. Bereits durchschnittlich 20kcal am Tag zuviel führen theoretisch zu einer Zunahme von ca. 1Kg Körperfett (365x20kcal = 7300 kcal, das entspricht je nach Angaben ca. 0,8-1 Kg Körperfett) pro Jahr. Und 99% ist schon extrem genau.

Niemand hat behauptet, dass es so funktioniert. Du tust hier so, als würde man auf die Kalorie genau seinen Durchschnittsverbrauch kennen, wie soll das funktionieren? Außerdem hat niemand gesagt, dass der Kalorienverbrauch konstant wäre. Wenn jemand wie in deinem Beispiel jeden Tag 2020 Kcal essen würde, würde er nur solange Zunehmen, bis er einen Verbrauch von 2020 kcal am Tag hätte, also vielleicht 1kg und danach würde er sein Gewicht halten.
In der Realität ist aber den meisten Kalorienzählern klar, dass sie ihre kcal reduzieren müssen, wenn die zunehmen. Dein Beispiel ist reine Theorie.

Viel wahrscheinlicher ist es doch, dass wir ein hormonales System haben, dass unsere Fettreserven regelt. Und in der Tat schütten Fettzellen ein Hormon aus, dass das Gehirn über die Menge der Fettreserven informiert. Das Hormon heißt Leptin Leptin. Menschen, die dieses Hormon nicht herstellen können werden unfassbar fett in kurzer Zeit (z.B. mit 8 Jahren schon über 100kg), sobald man ihnen das Hormon spritzt nehmen sie ab, essen weniger und bewegen sich mehr. Die meisten Übergewichtigen haben aber nicht zuwenig Leptin, sondern zuviel. Daher geht man davon aus, dass hier eine Leptin-Resistenz vorliegen muss. Die Gründ dafür sind noch ungeklärt. Im Verdacht stehen unter anderem Weizen, Fructose in hohen Mengen, wie sie in Soft-Drinks und Säften vorkommt, sowie Omega-6-Fettsäuren in großen Mengen. Ein anderer Erklärungsversuch ist, dass eine zu häufige hohe Insulinausschüttung dafür verantwortlich ist. Aber beide Ansätze sind noch weit davon entfernt bewiesen zu werden. Aber das könnte erklären, warum Low Carb-Diäten funktionieren, weil der Körper wieder über den Mechanismus verfügt, mit dem er sein Körpergewicht reguliert. Bei einer Leptin-Resistenz passiert Biochemisch im Gehirn das gleiche, wie wenn man kurz vorm verhungern wäre. Da kommt man selbst mit noch so großer Willenskraft und Disziplin nicht langfristig dagegen an. Vor allem weil volitionale Ressourcen (nichts anderes ist Willenkraft) erschöpfbar sind und somit ein Rückfall vorprogrammiert ist. Daher macht es imo keinen Sinn Kalorien zu beschränken und sich zu Sport zu zwingen, wenn man überhaupt keine Lust hat. Der richtige Ansatzpunkt ist das eigene Hormonsystem wieder funktionsfähig zu machen und da ist Low Carb ein vielversprechender Ansatz. Nicht umsonst nehmen Leute mit Low Carb ab, obwohl sie sich ad libitum ernähren, also soviel essen dürfen, wie sie wollen.

Wenn dieser Satz stimmt, warum fressen sich die Betroffenen dann nicht zu Tode? Oder willst du sagen, dass die Betroffenen mehr Probleme bekommen, wenn sie versuchen, abzunehmen? Dann würde es doch Sinn machen, den Leptinspiegel im Blut hoch zu halten, damit im Gehirn keine Unterversorgung auftritt, also eher high Carb. Und mal angenommen, LC wäre tatsächlich besser bei L-Resistenz, wäre dann deiner Meinung nach High Carb besser füe alle Nicht-Resistenten? Die müssten ja von der Leptinausschüttung der KH profitieren, oder?

Warum sollten wir das alles also bewusst regeln wollen? Es ging doch auch Jahrhunderte lang anders. Außerdem ist der menschliche Körper keine Manschine bei der wir so ohne weiteres Input und Output regeln können. Alleine durch die Körpertemperatur hat der Körper ein Instrument mit dem er sehr effektiv überschüssige Kalorien verbrennen kann, bzw. fehlende Kalorien einsparen kann. Nicht umsonst wird uns nach einer üppigen Mahlzeit schön warm und wir bekommen kalte Hände und Füße während einer Diät.

Vielleciht weil wir die Jahrhunderte davor nicht ständig Zugriff auf kaloriendichte Lebensmittel hatten und nicht 12+h am Tag vorm PC/Fernseher saßen.

Der tägliche Kalorienverbrauch kann massiv schwanken, und ein Körper der an Diäten gewöhnt ist, ist darin perfektioniert diesen nach unten zu schrauben. Ich will hier nicht die Thermodynamik in Frage stellen, nur deren Implikationen für die Ernährung. Wer mehr verbraucht als er zu sich nimmt, der nimmt ab. Punkt. Anderherum genauso. Aber wer weniger isst und sich mehr bewegt, muss nicht abnehmen. Andersherum muss nicht, wer mehr isst und sich weniger bewegt, zunehmen. Die Körpertemperatur und das allgemeine Energieniveau haben wohl viel mehr Einfluss, als die lächerlichen 200kcal, die man beim Joggen verbraucht.

Dann hast du sicher gut kontrollierte Studien dazu, die das beweisen, oder? Wie erklärst du dir, dass in der Minnesota Starvation Study, der Studie mit dem größten je gemessenen Rückgang der Metabolen Rate, die Teilnehmer trotzdem solange abgenommen haben bis sie in lebensgefährliche Körperfettbereiche kamen?


Antwort
Zitat
ZarvonBar
Beigetreten: 21.03.2006
Oldschool Grinder

Original von Thomas6409
6.Regel: keine Getreideprodukte.
Esse aber Kartoffeln, Reis

Vertu ich mich oder ist Reis nicht auch ein Getreide? ?(


Antwort
Zitat
Nafti
Beigetreten: 08.01.2007
Oldschool Grinder

Original von TGOAT

Spoiler

Original von Nafti

Original von josch2001
Ich denke alles in allem sollte man erst mal seine Kalorienzufuhr im Auge behalten, dann wird man in der Regel schon mal nicht adipös.

Das ist imo einer der größten Mythen. Überleg mal alleine wie genau du das berechnen müsstest. Mal ein kleies Beispiel: Mal angenommen der Verbrauch ist am Tag durchschnittlich 2000kcal. Wenn du jetzt mit 99%iger Genauigkeit diese Kalorien zu dir nimmt, kommst du auf 1980 bis 2020kcal. Bereits durchschnittlich 20kcal am Tag zuviel führen theoretisch zu einer Zunahme von ca. 1Kg Körperfett (365x20kcal = 7300 kcal, das entspricht je nach Angaben ca. 0,8-1 Kg Körperfett) pro Jahr. Und 99% ist schon extrem genau.

Niemand hat behauptet, dass es so funktioniert. Du tust hier so, als würde man auf die Kalorie genau seinen Durchschnittsverbrauch kennen, wie soll das funktionieren? Außerdem hat niemand gesagt, dass der Kalorienverbrauch konstant wäre. Wenn jemand wie in deinem Beispiel jeden Tag 2020 Kcal essen würde, würde er nur solange Zunehmen, bis er einen Verbrauch von 2020 kcal am Tag hätte, also vielleicht 1kg und danach würde er sein Gewicht halten.
In der Realität ist aber den meisten Kalorienzählern klar, dass sie ihre kcal reduzieren müssen, wenn die zunehmen. Dein Beispiel ist reine Theorie.

Ja das Beispiel ist reine Theorie, ich habe auch nie behauptet, dass es aus der Praxis kommt. Was ich zeigen wollte ist, wie genau man den Verbrauch bestimmen müsste, um ohne Interventionen in Form von Zeiten mit reduzierten/erhöhtem Kalorieninput damit zurecht zu kommen.

Original von TGOAT

Spoiler

Viel wahrscheinlicher ist es doch, dass wir ein hormonales System haben, dass unsere Fettreserven regelt. Und in der Tat schütten Fettzellen ein Hormon aus, dass das Gehirn über die Menge der Fettreserven informiert. Das Hormon heißt Leptin Leptin. Menschen, die dieses Hormon nicht herstellen können werden unfassbar fett in kurzer Zeit (z.B. mit 8 Jahren schon über 100kg), sobald man ihnen das Hormon spritzt nehmen sie ab, essen weniger und bewegen sich mehr. Die meisten Übergewichtigen haben aber nicht zuwenig Leptin, sondern zuviel. Daher geht man davon aus, dass hier eine Leptin-Resistenz vorliegen muss. Die Gründ dafür sind noch ungeklärt. Im Verdacht stehen unter anderem Weizen, Fructose in hohen Mengen, wie sie in Soft-Drinks und Säften vorkommt, sowie Omega-6-Fettsäuren in großen Mengen. Ein anderer Erklärungsversuch ist, dass eine zu häufige hohe Insulinausschüttung dafür verantwortlich ist. Aber beide Ansätze sind noch weit davon entfernt bewiesen zu werden. Aber das könnte erklären, warum Low Carb-Diäten funktionieren, weil der Körper wieder über den Mechanismus verfügt, mit dem er sein Körpergewicht reguliert. Bei einer Leptin-Resistenz passiert Biochemisch im Gehirn das gleiche, wie wenn man kurz vorm verhungern wäre. Da kommt man selbst mit noch so großer Willenskraft und Disziplin nicht langfristig dagegen an. Vor allem weil volitionale Ressourcen (nichts anderes ist Willenkraft) erschöpfbar sind und somit ein Rückfall vorprogrammiert ist. Daher macht es imo keinen Sinn Kalorien zu beschränken und sich zu Sport zu zwingen, wenn man überhaupt keine Lust hat. Der richtige Ansatzpunkt ist das eigene Hormonsystem wieder funktionsfähig zu machen und da ist Low Carb ein vielversprechender Ansatz. Nicht umsonst nehmen Leute mit Low Carb ab, obwohl sie sich ad libitum ernähren, also soviel essen dürfen, wie sie wollen.

Wenn dieser Satz stimmt, warum fressen sich die Betroffenen dann nicht zu Tode? Oder willst du sagen, dass die Betroffenen mehr Probleme bekommen, wenn sie versuchen, abzunehmen? Dann würde es doch Sinn machen, den Leptinspiegel im Blut hoch zu halten, damit im Gehirn keine Unterversorgung auftritt, also eher high Carb. Und mal angenommen, LC wäre tatsächlich besser bei L-Resistenz, wäre dann deiner Meinung nach High Carb besser füe alle Nicht-Resistenten? Die müssten ja von der Leptinausschüttung der KH profitieren, oder?

Leute mit Leptin-Defizienz, also die, die genetisch bedingt kein Leptin produzieren können fressen sich quasi zu Tode. Das hört aber auf, wenn man das Leptin spritzt.

Links ohne Leptin, rechts einige Zeit nachdem angefangen wurde Leptin zu spritzen.

Wie Leptin-Resistenz funktioniert ist, wie schon erwähnt, noch nicht ganz klar. Wahrscheinlich sind die Rezeptoren nicht dauerhaft blockiert, so dass es zwar zu einer dauerhaft erhöhten Kalorieneinnahme kommt, aber die nicht so extrem ausfällt, wie bei Personen mit Leptin-Defizienz. Daher kein tödliches Überfressen.

Original von TGOAT

Warum sollten wir das alles also bewusst regeln wollen? Es ging doch auch Jahrhunderte lang anders. Außerdem ist der menschliche Körper keine Manschine bei der wir so ohne weiteres Input und Output regeln können. Alleine durch die Körpertemperatur hat der Körper ein Instrument mit dem er sehr effektiv überschüssige Kalorien verbrennen kann, bzw. fehlende Kalorien einsparen kann. Nicht umsonst wird uns nach einer üppigen Mahlzeit schön warm und wir bekommen kalte Hände und Füße während einer Diät.

Vielleciht weil wir die Jahrhunderte davor nicht ständig Zugriff auf kaloriendichte Lebensmittel hatten und nicht 12+h am Tag vorm PC/Fernseher saßen.

Warum werden wir dann nicht alle fett? Es gibt genug Leute die sich täglich Pizza, Chips etc in großen Mengen reinschauffeln und dazu keinen Sport machen und dabei trotzdem nicht fett werden.

Original von TGOAT

Spoiler

Der tägliche Kalorienverbrauch kann massiv schwanken, und ein Körper der an Diäten gewöhnt ist, ist darin perfektioniert diesen nach unten zu schrauben. Ich will hier nicht die Thermodynamik in Frage stellen, nur deren Implikationen für die Ernährung. Wer mehr verbraucht als er zu sich nimmt, der nimmt ab. Punkt. Anderherum genauso. Aber wer weniger isst und sich mehr bewegt, muss nicht abnehmen. Andersherum muss nicht, wer mehr isst und sich weniger bewegt, zunehmen. Die Körpertemperatur und das allgemeine Energieniveau haben wohl viel mehr Einfluss, als die lächerlichen 200kcal, die man beim Joggen verbraucht.

Dann hast du sicher gut kontrollierte Studien dazu, die das beweisen, oder? Wie erklärst du dir, dass in der Minnesota Starvation Study, der Studie mit dem größten je gemessenen Rückgang der Metabolen Rate, die Teilnehmer trotzdem solange abgenommen haben bis sie in lebensgefährliche Körperfettbereiche kamen?

Da hast du mich falsch verstanden. Die Chancen kurzfristig abzunehmen, wenn man weniger isst und mehr Sport treibt stehen gut. Aber sie sind nicht 100%, das sind sie nur wenn man wirklich extrem wenig oder gar nichts isst und so garantiert unter dem eigenen Kalorienverbrauch bleibt. Aber die longterm-Effekte davon sollten klar sein. Der Gedanke dahinter ist: Wenn ich meinen theoretischen täglichen Bedarf ermittle, dann ein Kaloriendefizit plane und regelmäßig etwas Sport mache, muss ich nicht zwingend abnehmen. Der Stoffwechsel passt sich an die Situation an, und je öfter er schon auf Diät war, desto besser hat er gelernt sich daran anzupassen.

Wenn jemand unbedingt Kalorienzählen will, soll er es machen. Ich widme mich lieber schöneren und sinnvolleren Dingen. ;)


Antwort
Zitat
josch2001
Beigetreten: 25.03.2006
BlackMember

Du musst den Verbrauch ja nicht genau bestimmen.
Du bist zu dick und willst abnehmen: Dann musst du ja eh ein beträchtliches Defizit fahren um das zu erreichen und nicht auf die Kalorie genau deinen Verbrauch ermitteln und einhalten.
Im umgekehrten Fall musst du eben etwas mehr essen. Ob du dann 400 oder 420 Defizit oder Überschuß hast spielt doch gar keine Rolle. Und wenn du Idealgewicht hast brauchst du das Ganze eh nicht.


Antwort
Zitat
HillBilly
Beigetreten: 31.03.2005
Oldschool Grinder

@nafti
wie oft kommt so ein leptin defekt denn vor (von geburt an) und bei wievielen leuten entwickelt sich sowas im laufe der zeit?

IMO liegt es bei menchen die eine resistenz o.ä. entwickeln und dadurch stark übergewichtig werden an einer falschen ernährung.
vorallem wenn man die gnazen fettmacher/fast food etc isst,hat man nach einiger zeit eine menge an defiziten,was mineralien,spurenelemente und vitamine angeht.
dadurch stört irgendetwas den leptin haushalt oder das leptin kann nicht gebildet werden.

wäre meine theorie

btw:wie sind wir auf das leptin thema gekommen?
hier hat glaub ich keiner probs mit leptin oder?


Antwort
Zitat
josch2001
Beigetreten: 25.03.2006
BlackMember

ich hab gesagt Kalorien zählen bzw. halt drauf achten -> Nafti hat gesagt: Bringt nix, Leptindefekt ist dran schuld


Antwort
Zitat
Nafti
Beigetreten: 08.01.2007
Oldschool Grinder

Original von HillBilly
@nafti
wie oft kommt so ein leptin defekt denn vor (von geburt an) und bei wievielen leuten entwickelt sich sowas im laufe der zeit?

IMO liegt es bei menchen die eine resistenz o.ä. entwickeln und dadurch stark übergewichtig werden an einer falschen ernährung.
vorallem wenn man die gnazen fettmacher/fast food etc isst,hat man nach einiger zeit eine menge an defiziten,was mineralien,spurenelemente und vitamine angeht.
dadurch stört irgendetwas den leptin haushalt oder das leptin kann nicht gebildet werden.

wäre meine theorie

btw:wie sind wir auf das leptin thema gekommen?
hier hat glaub ich keiner probs mit leptin oder?

Eine Leptin-Defizienz ist sehr selten. Genaue Zahlen kenn ich nicht, notfalls selbst googeln. Aber überleg mal von wievielen Kindern du schon gehört hast, die mit 4 Jahren 30kg und mehr wiegen. Das sind wirklich extreme Ausnahmefälle.
Leptin-Resistenz betrifft wohl die meisten Übergewichtigen, mehr oder weniger stark. Auch hier kenn ich keine genauen Zahlen.

Klar mit der Ernährung hast du wohl recht, das habe ich ja auch schon geschrieben. Fast Food ist in der Hinsicht wohl auf jeden Fall extrem schlecht, weil es sowohl den Insulin-Spiegel extrem in die Höhe treibt als auch idR Weizen, Fructose, Omega-6-Fette in großen Mengen und Transfette enthält. Sollte einer der beiden Erklärungsversuche (zu viel Insulin; bzw. die eben genannten Nahrungsbestandteile) zutreffen, ist klar warum das manche so schlecht vertragen und davon stark übergewichtig werden. Ob es jetzt auf einen Mangel an Vitaminen, Spurenelementen etc. zurückzuführen ist, weiß ich nicht. Glaube ich aber eher nicht. Aber das ist nur meine Einschätzung, vielleicht hast du auch recht ;)

Das Problem ist halt, dass die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) Getreide und somit Weizen, zumindest in Vollkornform, als wichtigen Bestandteil einer gesunden Ernährung sieht. Gleiches gilt für die ganzen pflanzlichen Fette, welche teilweise reichlich Omega-6-Fettsäuren besitzen und noch dazu oftmals bei der Produktion hoch erhitzt oder gehärtet werden, so dass Transfette entstehen. Und genau diese Pyramide der DGE wird leider meist bei Ernährungsberatungen gelehrt.


Antwort
Zitat
Cobai
Beigetreten: 04.01.2010
Poker Player

Weiß man denn ob so eine Leptin-Resistenz durch eine Ernährungsumstellung reversibel ist?


Antwort
Zitat
TGOAT
Beigetreten: 11.02.2006
Oldschool Grinder

Sorry für die späte Antwort, war zu sehr mit Kalorien zählen beschäftigt...

Original von Nafti
Bei einer Leptin-Resistenz passiert Biochemisch im Gehirn das gleiche, wie wenn man kurz vorm verhungern wäre. Da kommt man selbst mit noch so großer Willenskraft und Disziplin nicht langfristig dagegen an.
...
Wie Leptin-Resistenz funktioniert ist, wie schon erwähnt, noch nicht ganz klar. Wahrscheinlich sind die Rezeptoren nicht dauerhaft blockiert, so dass es zwar zu einer dauerhaft erhöhten Kalorieneinnahme kommt, aber die nicht so extrem ausfällt, wie bei Personen mit Leptin-Defizienz. Daher kein tödliches Überfressen.

Also einerseits ist nicht ganz klar, wie Leptin-Resistenz funktioniert, andererseits weißt du aber schon sehr genau, was dabei im Gehirn passiert.
Ist denn überhapt bewiesen, dass bei L-Resistenz ein Mangel an Leptin im Gehirn vorliegt? Oder ist das Verhältnis von Blut- zu Gehirn-Leptin einfach ein schlechteres? Das wäre nämlich biomechanisch nicht das gleiche wie beim Verhungern.

Aber das könnte erklären, warum Low Carb-Diäten funktionieren, weil der Körper wieder über den Mechanismus verfügt, mit dem er sein Körpergewicht reguliert.

Was ich immer noch nicht verstehe ist, wie du von Leptin auf LowCarb kommst. Kannst du das nochmal erklären?

Warum werden wir dann nicht alle fett? Es gibt genug Leute die sich täglich Pizza, Chips etc in großen Mengen reinschauffeln und dazu keinen Sport machen und dabei trotzdem nicht fett werden.

Weil die Leute trotzdem nicht übermäßig viele KCal essen. Warum werden diese Leute denn nicht Leptinresistent?

Da hast du mich falsch verstanden. Die Chancen kurzfristig abzunehmen, wenn man weniger isst und mehr Sport treibt stehen gut. Aber sie sind nicht 100%, das sind sie nur wenn man wirklich extrem wenig oder gar nichts isst und so garantiert unter dem eigenen Kalorienverbrauch bleibt. Aber die longterm-Effekte davon sollten klar sein. Der Gedanke dahinter ist: Wenn ich meinen theoretischen täglichen Bedarf ermittle, dann ein Kaloriendefizit plane und regelmäßig etwas Sport mache, muss ich nicht zwingend abnehmen. Der Stoffwechsel passt sich an die Situation an, und je öfter er schon auf Diät war, desto besser hat er gelernt sich daran anzupassen.

Ich bestreite nicht, dass sich der Stoffwechsel anpasst, nur dass er sich so sehr anpasst, um das Abnehmen zu verhindern. Mit Abnehmen meine ich Fettreduktion, auch wenn das kurzfristig durch Wassereinlagerungen überdeckt wird. Hast du Studien, in denen genau der Tagesbedarf ermittelt wurde, dann ein kleines Defizit eingehalten wurde, gleichzeitig die Aktivität erhöht wurde, und trotzdem kein Fett verloren wurde?


Antwort
Zitat
TGOAT
Beigetreten: 11.02.2006
Oldschool Grinder

Original von Cobai
Weiß man denn ob so eine Leptin-Resistenz durch eine Ernährungsumstellung reversibel ist?

Ich weiß es nicht, aber ich spekuliere jetzt mal (und lasse mich da gern eines besseren belehren): Körperfett produziert Leptin, ab nem bestimmten Zeitpunkt kommt das Gehirn nichtmehr mit dem vielen Leptin klar und wird resistent. Das bedeutet nicht, dass kein Leptin mehr ins Gehirn gelangt, sondern nur, dass sich ein Anstieg im Blut-Leptinspiegel nicht mehr stark auf den Gehirn-Leptinspiegel auswirkt. Wenn man seinen Leptinspiegel im Blut dauerhaft absenkt (durch abnehmen), würde ich erwarten, dass auch das Gehirn wieder sensitiver für Leptin wird. Aber nicht zwangsläufig so sensitiv wie wenn man nie dick geworden wäre.


Antwort
Zitat
HillBilly
Beigetreten: 31.03.2005
Oldschool Grinder

Warum werden diese Leute denn nicht Leptinresistent?

ich gehe mal aus,dass veranlagung eine große rolle spielt.
die bekommen auf dauer andere krankheiten,bei einer solchen lebensweise.


Antwort
Zitat
Nafti
Beigetreten: 08.01.2007
Oldschool Grinder

Original von TGOAT
Also einerseits ist nicht ganz klar, wie Leptin-Resistenz funktioniert, andererseits weißt du aber schon sehr genau, was dabei im Gehirn passiert.
Ist denn überhapt bewiesen, dass bei L-Resistenz ein Mangel an Leptin im Gehirn vorliegt? Oder ist das Verhältnis von Blut- zu Gehirn-Leptin einfach ein schlechteres? Das wäre nämlich biomechanisch nicht das gleiche wie beim Verhungern.

Wie die Resistenz funktioniert ist klar, nur wie es dazu kommt nicht. Das Leptin ist im gesamten Blutkreislauf also auch im Gehirn und die Rezeptoren sitzen ebenfalls im Gehirn (im Hypothalamus iirc). Wenn aufgrund der Resistenz fast kein Leptin wahrgenommen werden kann, ist die Botschaft, die im Gehirn ankommt somit die gleiche, wie wenn fast kein Leptin produziert wird, weil die Person beispielsweise fast gar keine Fettreserven mehr hat, ergo kurz vor dem Verhungern ist. Die Menge an Leptin ist unterschiedlich, die Botschaft ist gleich.

Original von TGOAT
Was ich immer noch nicht verstehe ist, wie du von Leptin auf LowCarb kommst. Kannst du das nochmal erklären?

Eine hohe Insulinausschüttung sowie Fructose, Weizen, Transfette und Omega-6-Fettsäuren in großen Mengen stehen im Verdacht die Resistenz hervorzurufen. LowCarb bedeutet automatisch eine geringere Insulinausschüttung, da die Nahrungsmittel, die für eine hohe Insulinausschüttung sorgen, also die mit hoher glykämischer Last, weggelassen werden. Auch fallen mit dem Weizen und der Fructose schon mal zwei der verdächtigen Lebensmittel weg. Sollte eine dieser beiden Erklärungen zu treffen, wäre LowCarb eine logische Konsequenz als Möglichkeit die Leptin-Wahrnehmung wieder zu verbessern. Optimaler Weise natürlich mit Berücksichtigung des Omega-6 zu Omega-3 Verhältnisses und einer Vermeidung von Transfetten, falls diese Nahrungsbestandteile wirklich verantwortlich sind.

Original von TGOAT
Weil die Leute trotzdem nicht übermäßig viele KCal essen. Warum werden diese Leute denn nicht Leptinresistent?

Wieso sollte jeder Leptin-resistent werden? Wir haben doch nicht alle ein und denselben Stoffwechsel. Manche vertragen keine Milchprodukte, andere keine Nüsse, Asiaten vertragen Alkohol nicht so gut, etc. Übergewicht hat ja definitiv eine starke genetische Komponente, von daher wäre es für mich nur logisch, dass auch der Hang zu Leptin-Resistenz stark von den Genen beeinflusst wird. Ich kann es aber nicht beweisen. Für Typ-2-Diabetes z.B. wird ja auch eine genetische Veranlagung benötigt. Wieso nicht auch hier.

Original von TGOAT
Ich bestreite nicht, dass sich der Stoffwechsel anpasst, nur dass er sich so sehr anpasst, um das Abnehmen zu verhindern. Mit Abnehmen meine ich Fettreduktion, auch wenn das kurzfristig durch Wassereinlagerungen überdeckt wird. Hast du Studien, in denen genau der Tagesbedarf ermittelt wurde, dann ein kleines Defizit eingehalten wurde, gleichzeitig die Aktivität erhöht wurde, und trotzdem kein Fett verloren wurde?

Auf die schnelle habe ich nichts gefunden. Ich habe aber mal irgendetwas in die Richtung gelesen, wie und wie genau da der Verbrauch gemessen wurde weiß ich nicht mehr. Falls ich es finde, kann ich es nachreichen.

Mal unabhängig davon: In den aller meisten Fällen funktioniert diese Strategie ja auch. Aber eben nur kurzfristig. Die langfristigen Erfolgschancen sind einfach nur beschissen. Und das liegt eben nicht an fehlender Disziplin, denn die kann langfristig gar nicht aufgebracht werden (Erschöpfung der volitionalen Ressourcen). Daher müssen Alternativen her, die vor allem nachhaltigen Erfolg bringen und realistische Chancen darauf haben umgesetzt zu werden. Nach allem was über Leptin bisher bekannt ist, ist das imo der beste und erfolgsversprechendste Ansatz. Wenn die Leptin-Wahrnehmung wieder funktioniert, essen Übergewichte weniger und bewegen sich mehr. Also machen genau das, was überall empfohlen wird. Aber der gewaltige Unterschied ist, dass es diesmal ein Antrieb von innen heraus ist (implizit) und nicht rational geplant wird (explizit). So schonen wir unsere Willenskraft für die wichtigen Herausforderungen im Leben. Außerdem hat der Stoffwechsel keinen Grund auf Sparflamme zu laufen, weil er die Reserven ja "wahrnimmt" und diese Reserven selbst herunterregulieren will, also einen guten Teil davon verbrennen will, bis er sein Optimalgewicht hat. Deswegen erfolgt auch kein Angriff auf die Muskeln um daraus Energie zu gewinnen. Der Stoffwechsel sollte im Gegensatz zu vielen klassichen Diäten intakt bleiben.

Leider habe ich noch keine Studie dazu gefunden, die diesen Ansatz in der Form untersucht (also Muskelmasse, Stoffwechselrate, psychische Verfassung, etc). Der Erfolg dieses Ansatzes ist also nicht eindeutig durch entsprechende Studien belegt. Aber für alle die schon langfristig an zig Diäten gescheitert sind, bei denen sie bewusst weniger gegessen haben und mehr Sport getrieben haben, ist es definiv eine sinnvolle Alternative zu einer weiteren solchen Diät. Denn wie sagte schon Einstein "Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten".

Original von TGOAT
Ich weiß es nicht, aber ich spekuliere jetzt mal (und lasse mich da gern eines besseren belehren): Körperfett produziert Leptin, ab nem bestimmten Zeitpunkt kommt das Gehirn nichtmehr mit dem vielen Leptin klar und wird resistent. Das bedeutet nicht, dass kein Leptin mehr ins Gehirn gelangt, sondern nur, dass sich ein Anstieg im Blut-Leptinspiegel nicht mehr stark auf den Gehirn-Leptinspiegel auswirkt. Wenn man seinen Leptinspiegel im Blut dauerhaft absenkt (durch abnehmen), würde ich erwarten, dass auch das Gehirn wieder sensitiver für Leptin wird. Aber nicht zwangsläufig so sensitiv wie wenn man nie dick geworden wäre.

Wäre schön wen es so funktioniert, weil es den Jojo-Effekt unterbinden würde. Aber ich glaube nicht so recht daran. Leptin stoppt auch den Hunger. Das ist ja u.a. der Sinn davon, dass dem Gehirn gesagt wird „Du kannst aufhören zu essen, wir haben jetzt genug und die Vorräte sind auch ausreichend“. Wenn Leptin ordentlich funktioniert, kommt es erst gar nicht zum Übergewicht, also ist es imo unwahrscheinlich, dass Übergewicht die Ursache von Leptin-Resistenz ist. Vielleicht ist es bei extrem Übergewichtigten, aber so wie du schreibst, weil hier das System aufgrund der riesigen Mengen Leptin zusammenbricht.

Original von Cobai
Weiß man denn ob so eine Leptin-Resistenz durch eine Ernährungsumstellung reversibel ist?

Mögliche Ursachen habe ich ja schon genannt. Wenn die zutreffen ist es auf jeden Fall problemlos wieder loszuwerden. Davon, dass die Fähigkeit verloren geht Leptin zu produzieren habe ich noch nichts gehört.


Antwort
Zitat
TGOAT
Beigetreten: 11.02.2006
Oldschool Grinder

Original von Nafti
Wie die Resistenz funktioniert ist klar, nur wie es dazu kommt nicht. Das Leptin ist im gesamten Blutkreislauf also auch im Gehirn und die Rezeptoren sitzen ebenfalls im Gehirn (im Hypothalamus iirc). Wenn aufgrund der Resistenz fast kein Leptin wahrgenommen werden kann, ist die Botschaft, die im Gehirn ankommt somit die gleiche, wie wenn fast kein Leptin produziert wird, weil die Person beispielsweise fast gar keine Fettreserven mehr hat, ergo kurz vor dem Verhungern ist. Die Menge an Leptin ist unterschiedlich, die Botschaft ist gleich.

Kannst du es belegen, dass "aufgrund der Resistenz fast kein Leptin wahrgenommen werden kann"?
Falls das so wäre, warum haben die durchschnittlichen Übergewichtigen dann nicht die gleichen Probleme wie Menschen kurz vorm Verhungern, z.B. geringe metabole Rate oder Verlust des Menstruationszyklus?
Laut dieser Studie haben Übergewichtige mehr Leptin in der Hirnflüssigkeit als Normalgewichtige, und laut dieser Studie scheinen die Rezeptoren auch zu funktionieren. Das entspricht auch den Aussagen in dieser neueren Studie. Wo liegt der Fehler?

Eine hohe Insulinausschüttung sowie Fructose, Weizen, Transfette und Omega-6-Fettsäuren in großen Mengen stehen im Verdacht die Resistenz hervorzurufen. LowCarb bedeutet automatisch eine geringere Insulinausschüttung, da die Nahrungsmittel, die für eine hohe Insulinausschüttung sorgen, also die mit hoher glykämischer Last, weggelassen werden. Auch fallen mit dem Weizen und der Fructose schon mal zwei der verdächtigen Lebensmittel weg. Sollte eine dieser beiden Erklärungen zu treffen, wäre LowCarb eine logische Konsequenz als Möglichkeit die Leptin-Wahrnehmung wieder zu verbessern. Optimaler Weise natürlich mit Berücksichtigung des Omega-6 zu Omega-3 Verhältnisses und einer Vermeidung von Transfetten, falls diese Nahrungsbestandteile wirklich verantwortlich sind.

Wie genau soll eine hohe Insulinausschüttung Leptinresistenz (LR) hervorrufen?
Es gibt zumindest viele Länder mit hohem KH Konsum und wenig Übergewichtigen, für mich klingt das erstmal unwahrscheinlich.
Der Fructoseverdacht stammt doch aus dieser Studie, oder? Man braucht aber schon einiges an Fantasie, um daraus zu schließen, dass Fructose für LR im Menschen verantwortlich ist, immerhin ist die Studie an Ratten (die nachweislich KH schlechter verarbeiten als Menschen), die 6 Monate lang (wievielen Menschenjahren entspricht das? 10?) 60% ihrer Energie aus Fructose erhalten haben (wie realistisch ist das für nen Übergewichtigen?). Da hätte man eher mal nach LR bei Frutariern suchen sollen, auch wenn die wohl noch genug andere Ernährungsprobleme haben, welche diese erklären könnte. Aber die meisten Frutarier sehen nicht so aus, als ob sie resistent wären. Viel logischer hört es sich für mich an, dass Fructose im Rahmen einer hyperkalorischen Ernährung LR beschleunigt, da negative Effekte bei einem solchen Szenario bekannt sind. Dann wäre Fructose aber nicht per se, sondern nur bei hyperkalorischer Ernährung ein Problem.
Falls die anderen Verdachtsmomente aus Untersuchungen am Menschen stammen, dann zeig mir bitte diese Untersuchungen, ansonsten bleibe ich höchst skeptisch. Ich behaupte ja auch nicht aufgrund dieser Studie, dass gesättigte Fettsäuren LR verursachen und O6 Fette neutral sind.
Und das wichtigste zum Schluß: Wie erklärst du dir, dass LowCarb Diäten trotz ihrer theoretischen Vorteile normale oder High Carb Diäten nicht komplett in den Schatten stellen, was Abnahme und Einhaltung angeht (zumindest bei gleichen Proteinmengen)?

Wieso sollte jeder Leptin-resistent werden? Wir haben doch nicht alle ein und denselben Stoffwechsel. Manche vertragen keine Milchprodukte, andere keine Nüsse, Asiaten vertragen Alkohol nicht so gut, etc. Übergewicht hat ja definitiv eine starke genetische Komponente, von daher wäre es für mich nur logisch, dass auch der Hang zu Leptin-Resistenz stark von den Genen beeinflusst wird. Ich kann es aber nicht beweisen. Für Typ-2-Diabetes z.B. wird ja auch eine genetische Veranlagung benötigt. Wieso nicht auch hier.

Weil diese Menschen genau die Lebensmittel essen, die angeblich LR machen. Die Frage sollte nur zeigen, dass deine Erklärungsansatz hier keine besseren Antworten liefert als meiner.

Mal unabhängig davon: In den aller meisten Fällen funktioniert diese Strategie ja auch. Aber eben nur kurzfristig. Die langfristigen Erfolgschancen sind einfach nur beschissen. Und das liegt eben nicht an fehlender Disziplin, denn die kann langfristig gar nicht aufgebracht werden (Erschöpfung der volitionalen Ressourcen). Daher müssen Alternativen her, die vor allem nachhaltigen Erfolg bringen und realistische Chancen darauf haben umgesetzt zu werden. Nach allem was über Leptin bisher bekannt ist, ist das imo der beste und erfolgsversprechendste Ansatz. Wenn die Leptin-Wahrnehmung wieder funktioniert, essen Übergewichte weniger und bewegen sich mehr. Also machen genau das, was überall empfohlen wird. Aber der gewaltige Unterschied ist, dass es diesmal ein Antrieb von innen heraus ist (implizit) und nicht rational geplant wird (explizit). So schonen wir unsere Willenskraft für die wichtigen Herausforderungen im Leben. Außerdem hat der Stoffwechsel keinen Grund auf Sparflamme zu laufen, weil er die Reserven ja "wahrnimmt" und diese Reserven selbst herunterregulieren will, also einen guten Teil davon verbrennen will, bis er sein Optimalgewicht hat. Deswegen erfolgt auch kein Angriff auf die Muskeln um daraus Energie zu gewinnen. Der Stoffwechsel sollte im Gegensatz zu vielen klassichen Diäten intakt bleiben.

Du tust immer so, als wäre es unmöglich, mit den Standard-Diäten langfristig abzunehmen. Wie erklärst du dir die 5% (wobei ich eher von 10-20% sprechen würde, aber wir sind uns jedenfalls einig dass die Quote mies ist), die es trotzdem geschafft haben? Die volitionalen Ressourcen kann man auch trainieren und vergrößern, nur wollen das die meisten doch gar nicht. Sie suchen einen schnellen und einfachen Ausweg und wollen danach so weitermachen wie vorher, und das klappt eben nicht.

Leider habe ich noch keine Studie dazu gefunden, die diesen Ansatz in der Form untersucht (also Muskelmasse, Stoffwechselrate, psychische Verfassung, etc). Der Erfolg dieses Ansatzes ist also nicht eindeutig durch entsprechende Studien belegt. Aber für alle die schon langfristig an zig Diäten gescheitert sind, bei denen sie bewusst weniger gegessen haben und mehr Sport getrieben haben, ist es definiv eine sinnvolle Alternative zu einer weiteren solchen Diät. Denn wie sagte schon Einstein "Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten".

Ich bin nicht prinzipiell gegen LowCarb. Die beste Diät für einen ist immer noch diejenige, die man durchhält, egal ob das jetzt LowCarb oder HighCarb oder Vegan oder wasweissichwas bedeutet. Ich hab aber was dagegen, wenn jemand seine Diät als die ultimativ beste anpreist, ohne dafür Fakten zu liefern.

Wäre schön wen es so funktioniert, weil es den Jojo-Effekt unterbinden würde. Aber ich glaube nicht so recht daran. Leptin stoppt auch den Hunger. Das ist ja u.a. der Sinn davon, dass dem Gehirn gesagt wird „Du kannst aufhören zu essen, wir haben jetzt genug und die Vorräte sind auch ausreichend“. Wenn Leptin ordentlich funktioniert, kommt es erst gar nicht zum Übergewicht, also ist es imo unwahrscheinlich, dass Übergewicht die Ursache von Leptin-Resistenz ist. Vielleicht ist es bei extrem Übergewichtigten, aber so wie du schreibst, weil hier das System aufgrund der riesigen Mengen Leptin zusammenbricht.

Nein das würde nicht automatisch den Jojo Effekt unterbinden, weil der Körper nicht zwangsläufig die Sensitivität erreichen würde, die er vor dem Zunehmen bei gleichem Körpergewicht hatte, und weil er weniger Leptin produzieren würde bei gleichem Körpergewicht.
Das es bei normaler Leptinsensitivität nicht zu Übergewicht kommt, müsstest du auch mal belegen. Leptin ist sicher wichtig, um den Hunger zu regulieren, aber auch nicht das allesentscheidende Hormon. Zumal man ja nicht nur isst, wenn man Hunger hat. Appetit, Konditionierung, Belohnung durch Essen und emotionale Verfassung spielen da auch eine Rolle. In Ratten hat man jedenfalls gesehen, dass kaloriendichte, gut schmeckende Nahrung (high fat btw) ad libitum bei gesunden Ratten zu LR führt. Dass hohe Leptinspiegel zu einer LR führen, wurde auch schon gezeigt.


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Nafti
Beigetreten: 08.01.2007
Oldschool Grinder

Antwort kommt noch. Danke schonmal für die vielen Links. Ich werde mir das in den nächsten Tagen mal in Ruhe anschauen.


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Djax
Beigetreten: 19.08.2006
Oldschool Grinder

BBC Sugar vs Fat


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schmandbacke
Beigetreten: 26.10.2007
Oldschool Grinder

guter link, fand die doku schön gemacht. natürlich wurden da zwei extreme verglichen die hoffentlich jeder eh für bekloppt hält.
gut find ich echt die aussagen das es einfach zu komplex ist um die probleme an eienr sache festzumachen.

aber welche frage ich mir wirklich vermehrt stelle, auch grade bei der diskussion hier im fred, ob nicht doch eine art trennkost sinn macht? oder ob diese kombination kh/fett wirklich nur bei kurzkettigen kh schlecht ist.


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HillBilly
Beigetreten: 31.03.2005
Oldschool Grinder

trennkost wie z.B. schlank im schlaf bringt vielleicht etwas beim abnehmen.
als gesund würd ich die diät aber nicht bezeichnen,vorallem wenn man viele verarbeitete produkte isst.

dann lieber ab und zu so tierische produkte ins essen mit einbauen so wie die leute es damals gemcht haben.

btw:würd mal gerne genau wissen was der high carb typ gegessen hat.
ich vermute,die haben ihm viele verarbeitete KH gegeben,wo extra wenig fett drin ist.
getreide wie quinao,hirse,buchweizen haben z.T. sehr viel fett für "getreidesorten".

ansonsten finde ich krass,dass der high fat typ nach 1 monat schon fast pre diabetic war.


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