Original von josch2001
Das ist doch eine Milchmädchenrechnung. Fakt ist doch, dass es an der Kalorienmenge liegt ob man nun Fett wird oder nicht.
Punkt 1: Input vs. Output
Ja die Rechnung war extrem vereinfacht, aber es ist imo genauso eine Milchmädchenrechnung davon auszugehen, dass
Gewichtabnahme = Grundumsatz + sportliche Betätigung - aufgenommener Kalorien
bzw. entsprechend für die Zunahme.
Der tägliche Kalorienverbrauch kann massiv schwanken, und ein Körper der an Diäten gewöhnt ist, ist darin perfektioniert diesen nach unten zu schrauben. Ich will hier nicht die Thermodynamik in Frage stellen, nur deren Implikationen für die Ernährung. Wer mehr verbraucht als er zu sich nimmt, der nimmt ab. Punkt. Anderherum genauso. Aber wer weniger isst und sich mehr bewegt, muss nicht abnehmen. Andersherum muss nicht, wer mehr isst und sich weniger bewegt, zunehmen. Die Körpertemperatur und das allgemeine Energieniveau haben wohl viel mehr Einfluss, als die lächerlichen 200kcal, die man beim Joggen verbraucht.
Punkt 2: Disziplin
Schau dir mal die Studien an, wieviele Leute langfristig abnehmen. Die Erfolgsrate ist afaik geringer als für die, die mit dem Rauchen aufhören wollen. Und Nikotin macht nachweislich extrem stark süchtig. Sie liegt für das Abnehmen unter 5%, da kannst du mir nicht erzählen, dass das an fehlender Disziplin liegt. Hier liegen einfach Mechanismen vor, die unser Handeln unterbewusst steueren und gegen die, die meisten nicht ankommen.
Bring mal die Disziplin auf, nichts zu essen, wenn dir dein Gehirn unterbewusst sagt, du bist kurz vor dem Verhungern. Nichts anderes passiert bei Leptin-Resistenz. Ein paar Tage, Wochen, vielleicht Monate schaffen das viele. Aber wie gesagt Willenskraft bzw. Disziplin steht uns nicht unendlich zur Verfügung. Langfristige Folgen sind Depressionen (die Begleitdiagose Burn out passt hier ganz gut) oder Magersucht. In den meisten Fällen wird der Körper aber irgendwann, bevor die Ressourcen zu Ende gehen, aus Selbstschutz, zur Tüte Chips oder was auch immer greifen und dann kommt der Jojo-Effekt.
Es gibt Studien, die naheliegen, dass wir unterbewusst unseren Kalorienhaushalt regeln. Gibst du einem Kind an zwei Tagen weniger zu essen, holt es das am dritten Tag nach. Bekommt es zwei Tage mehr zu essen, isst es am dritten Tag entsprechend weniger. Dieser Mechanismus funktioniert extrem genau. Bei manchen ist er allerdings aus bereits genannten Gründen gestört. Jetzt sag du mir, was ist sinnvoller: Schön im Hamsterrad laufen und Kalorien verbrennen und dazu hungern, wie gesagt Erfolgswahrscheinlichkeit unter 5% für die gängen Abnehmtipps plus meist Jojo-Effekt, oder an die Ursache zu gehen und zu schauen, dass dieser gestörte Mechanismus wieder funktioniert?