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Tackleberries GTO Labor

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MindGrind
Beigetreten: 07.07.2006
BlackMember
Spoiler

Bin mir nicht ganz sicher ob ich die Aufgabe richtig verstehe, aber so wie ich es sehe geht es darum den Gegner am Turn zwischen check und bet indifferent zu machen.
Da er perfekt gegen uns spielt, wird er immer die Option mit dem höchsten Ev wählen. Wenn wir den Turn overdefenden wird er einfach immer behind checken weil das den höheren Ev hat. Wenn wir den Turn underdefenden wird er immer betten und damit seinen Ev erhöhen.

Defend Werte bei denen der EV(check) = Ev(bet) für den Gegner ist:

1) 22,15% c/r, rest c/f
2) 37,4% c/c, rest c/f
3) zb 15% c/r und 14,2% c/c

Hab einfach in Crev rumgespielt bis check=bet ist
Hier ist noch mein Tree


Antwort
Zitat
Tackleberry Themenstarter
Tackleberry
Beigetreten: 05.05.2006
Elite Grinder

Original von MindGrind

Spoiler

Bin mir nicht ganz sicher ob ich die Aufgabe richtig verstehe, aber so wie ich es sehe geht es darum den Gegner am Turn zwischen check und bet indifferent zu machen.
Da er perfekt gegen uns spielt, wird er immer die Option mit dem höchsten Ev wählen. Wenn wir den Turn overdefenden wird er einfach immer behind checken weil das den höheren Ev hat. Wenn wir den Turn underdefenden wird er immer betten und damit seinen Ev erhöhen.

Defend Werte bei denen der EV(check) = Ev(bet) für den Gegner ist:

1) 22,15% c/r, rest c/f
2) 37,4% c/c, rest c/f
3) zb 15% c/r und 14,2% c/c

Hab einfach in Crev rumgespielt bis check=bet ist
Hier ist noch mein Tree

WOW ... das ging schnell ...

Wir haben einen Gewinner!! :f_eek:

Herzlichen Glückwunsch - starke Leistung!!!!!

Wen möchtest Du beglücken?

Rest machen wir per PM ... ;)


Antwort
Zitat
MindGrind
Beigetreten: 07.07.2006
BlackMember

Nice

Die Spende geht an Unicef, Spendenzweck: "Wo es am nötigsten ist"

Du kannst natürlich die kompletten 100 bucks spenden :)


Antwort
Zitat
eel76
Beigetreten: 24.07.2013
PokerStrategist

Gegen CREV hat man halt leider keine Chance :-(

Trotzdem hier mal kurz ein paar Gedanken in Papierform:

Spoiler

zu 1) Wenn Villain bettet, dann kann er unser shove nicht callen, weil er nicht die odds dafür bekommt. Also gilt für Villain:

EV(bet)= (1-x)*100 - x*100=100-200*x
EV(check) = 8/44*( 2/3*(100+100) + 1/3*(100+400)) + b*(2/3*200-1/3*400) = 8/44*300+b*0=8/44*300

Wobei b seine Bluffing-Frequency wäre. Mit unseren 33% calls machen wir ihn ja indifferent gegenüber Bluffs, was man auch schön an dem EV erkennt. In Wirklichkeit sollte er natürlich dennoch auch einige Kombos Bluff-raisen, damit er auch gebalanced ist und wir ihn nicht exploiten können. Da aber in der Aufgabenstellung gesagt wurde, dass wir nicht adapten und immer 33% callen, ist das folglich egal.

Damit folgt für EV(bet) =EV(check)
100-200*x=8/44*300
x=10/44=22,72727272...

zu 2)

EV(bet)=(1-y)*100 +y*(-100+36/44*b*(1/2*300-1/2*300)+8/44*(1/2*300+1/2*600))=...=100-5200/44*y
EV(check)=8/44*300

Aus EV(bet)=EV(check) folgt dann
y=20/52=0,3846...

Hab ich irgendwo einen Rechenfehler gemacht? Oder ist die kleine Abweichung in der CREV Rechnung?

zu 3) Hier gilt:

EV(bet)=(1-x-y)*100+x*(-100)+y*(-100+8/44*(1/2*300+1/2*600))=100-200*x-5200/44*y

Villain kann uns nicht exploiten, egal ob wir c/c oder c/r spielen, so lange wir nur dafür sorgen, dass er weiterhin indifferent zwischen bet und check ist, also Ev(bet)=Ev(check) gilt:

100-200*x-5200/44*y = 2400/44
x=10/44-26/44*y

Wir haben also einen Freiheitsgrad und können z.B. 0 <= y <= 20/52 fest wählen und dann das passende x berechnen. Für y=0,142 folgt damit x=0,143. Auch hier also wieder eine kleine Abweichung zu CREV ?!

Edit: bin etwas müde heute, musste leider schon mehrfach Fehler korrigieren ...


Antwort
Zitat
eel76
Beigetreten: 24.07.2013
PokerStrategist

Original von eel76
Gegen CREV hat man halt leider keine Chance :(

Trotzdem hier mal kurz ein paar Gedanken in Papierform:

Spoiler

zu 1) Wenn Villain bettet, dann kann er unser shove nicht callen, weil er nicht die odds dafür bekommt. Also gilt für Villain:

EV(bet)= (1-x)*100 - x*100=100-200*x
EV(check) = 8/44*( 2/3*(100+100) + 1/3*(100+400)) + b*(2/3*200-1/3*400) = 8/44*300+b*0=8/44*300

Wobei b seine Bluffing-Frequency wäre. Mit unseren 33% calls machen wir ihn ja indifferent gegenüber Bluffs, was man auch schön an dem EV erkennt. In Wirklichkeit sollte er natürlich dennoch auch einige Kombos Bluff-raisen, damit er auch gebalanced ist und wir ihn nicht exploiten können. Da aber in der Aufgabenstellung gesagt wurde, dass wir nicht adapten und immer 33% callen, ist das folglich egal.

Damit folgt für EV(bet) =EV(check)
100-200*x=8/44*300
x=10/44=22,72727272...

zu 2)

EV(bet)=(1-y)*100 +y*(-100+36/44*b*(1/2*300-1/2*300)+8/44*(1/2*300+1/2*600))=...=100-5200/44*y
EV(check)=8/44*300

Aus EV(bet)=EV(check) folgt dann
y=20/52=0,3846...

Hab ich irgendwo einen Rechenfehler gemacht? Oder ist die kleine Abweichung in der CREV Rechnung?

zu 3) Hier gilt:

EV(bet)=(1-x-y)*100+x*(-100)+y*(-100+8/44*(1/2*300+1/2*600))=100-200*x-5200/44*y

Villain kann uns nicht exploiten, egal ob wir c/c oder c/r spielen, so lange wir nur dafür sorgen, dass er weiterhin indifferent zwischen bet und check ist, also Ev(bet)=Ev(check) gilt:

100-200*x-5200/44*y = 2400/44
x=10/44-26/44*y

Wir haben also einen Freiheitsgrad und können z.B. 0 <= y <= 20/52 fest wählen und dann das passende x berechnen. Für y=0,142 folgt damit x=0,143. Auch hier also wieder eine kleine Abweichung zu CREV ?!

Edit: bin etwas müde heute, musste leider schon mehrfach Fehler korrigieren ...

Wow, ich glaub im hundertsten Anlauf hab ich's auch endlich gepackt ... was für eine schwere Geburt :o)


Antwort
Zitat
Tackleberry Themenstarter
Tackleberry
Beigetreten: 05.05.2006
Elite Grinder

Original von eel76
Gegen CREV hat man halt leider keine Chance :(

Trotzdem hier mal kurz ein paar Gedanken in Papierform:

Spoiler

zu 1) Wenn Villain bettet, dann kann er unser shove nicht callen, weil er nicht die odds dafür bekommt. Also gilt für Villain:

EV(bet)= (1-x)*100 - x*100=100-200*x
EV(check) = 8/44*( 2/3*(100+100) + 1/3*(100+400)) + b*(2/3*200-1/3*400) = 8/44*300+b*0=8/44*300

Wobei b seine Bluffing-Frequency wäre. Mit unseren 33% calls machen wir ihn ja indifferent gegenüber Bluffs, was man auch schön an dem EV erkennt. In Wirklichkeit sollte er natürlich dennoch auch einige Kombos Bluff-raisen, damit er auch gebalanced ist und wir ihn nicht exploiten können. Da aber in der Aufgabenstellung gesagt wurde, dass wir nicht adapten und immer 33% callen, ist das folglich egal.

Damit folgt für EV(bet) =EV(check)
100-200*x=8/44*300
x=10/44=22,72727272...

zu 2)

EV(bet)=(1-y)*100 +y*(-100+36/44*b*(1/2*300-1/2*300)+8/44*(1/2*300+1/2*600))=...=100-5200/44*y
EV(check)=8/44*300

Aus EV(bet)=EV(check) folgt dann
y=20/52=0,3846...

Hab ich irgendwo einen Rechenfehler gemacht? Oder ist die kleine Abweichung in der CREV Rechnung?

zu 3) Hier gilt:

EV(bet)=(1-x-y)*100+x*(-100)+y*(-100+8/44*(1/2*300+1/2*600))=100-200*x-5200/44*y

Villain kann uns nicht exploiten, egal ob wir c/c oder c/r spielen, so lange wir nur dafür sorgen, dass er weiterhin indifferent zwischen bet und check ist, also Ev(bet)=Ev(check) gilt:

100-200*x-5200/44*y = 2400/44
x=10/44-26/44*y

Wir haben also einen Freiheitsgrad und können z.B. 0 <= y <= 20/52 fest wählen und dann das passende x berechnen. Für y=0,142 folgt damit x=0,143. Auch hier also wieder eine kleine Abweichung zu CREV ?!

Edit: bin etwas müde heute, musste leider schon mehrfach Fehler korrigieren ...

Auch eine sehr beeindruckende Lösung!! Besonders gut gefällt mir natürlich, dass du die Lösung per EV-Formel hergeleitet hast. Top!! Aus dem Grund habe ich den Spendenbetrag gleich nochmal um weitere $25 erhöht, auf insgesamt $125 (das waren dann knapp unter 100 EUR, also nochmal aufgerundet).

=> UNICEF dankt! :)

Original von MindGrind
Spendenzweck: "Wo es am nötigsten ist"

Mir scheint, das ist nicht dein erster Kontakt mit UNICEF ... ;)


Antwort
Zitat
eel76
Beigetreten: 24.07.2013
PokerStrategist

Mit UNICEF kann ich auch sehr gut leben, obwohl sich meine S.O.S. Kinderdörfer ebenso gefreut hätten :]


Antwort
Zitat
MindGrind
Beigetreten: 07.07.2006
BlackMember

Original von Tackleberry
Auch eine sehr beeindruckende Lösung!! Besonders gut gefällt mir natürlich, dass du die Lösung per EV-Formel hergeleitet hast. Top!! Aus dem Grund habe ich den Spendenbetrag gleich nochmal um weitere $25 erhöht, auf insgesamt $125 (das waren dann knapp unter 100 EUR, also nochmal aufgerundet).

=> UNICEF dankt! :)

nice :)


Antwort
Zitat
Geklemischung4
Beigetreten: 11.04.2012
PokerStrategist

Wo kann man das Card Run TV (bei Video 1 zu GTO: Minute 7:01) finden?

Also dieses Baumdiagramm, mit dem man Entscheidungen berechnen kann?

Wie viel kostet das und wo findet man so ein Programm?


Antwort
Zitat
TriplexXxAA
Beigetreten: 29.12.2009
Oldschool Grinder
Tackleberry Themenstarter
Tackleberry
Beigetreten: 05.05.2006
Elite Grinder

Und hier gibt´s das Video dazu:

http://de.pokerstrategy.com/video/34940/

Weitere Teile folgen. ;)


Antwort
Zitat
Geklemischung4
Beigetreten: 11.04.2012
PokerStrategist

Danke für die schnelle Antwort :)


Antwort
Zitat
Geklemischung4
Beigetreten: 11.04.2012
PokerStrategist

Hallo StrategieForum,
ich habe hier mal eine Aufgabe, die man mit CardRunnerEV bestimmt annährend zu lösen vermag.

(Für mich ist sie leider zu schwierig, deswegen wende ich mich an euch.)

:f_confused:

Die Aufgabe lautet:
Welche Range ist beim Texas Holdem NoLimit die Nash-Range auf Random
a., Flops
b., Turns
c., Rivers
alpha1, des out of Position Spielers beim Heads-up
alpha2, des in Position Spielers beim Heads-up
Anmerkung: Ich habe die Annahme, dass die beiden Ranges gleich sein könnten.
Weiterhin erachte ich es nicht als trivial, ob alle 6 von 6 AA vorhanden sein müssen.

Beta1, des out of Position Spielers im 3-way Pot
Beta2, des sandwich Spielers im 3 way Pot
Beta3., des in Position Spielers im 3 way Pot

Fragen
0. Frage: Da ich selber nichts Anreiz einsetzen möchte, frage ich:
Würde jemand demjenigen einen Preis spendieren, der diese Aufgabe löst?

1. Frage: Da ich die Aufgabe selbst mit CardRunnersEv besonders schwierig finde:
Wie lautet die Lösung auf die Aufgabe?

Hintergrund: Wenn man die Lösung zu der Aufgabe findet, kann man seine Range dahingehend optimieren.

Geschichte zum besseren Verständnis der Aufgabe:
Angenommen Adam hat gegen Bernd eine Wette verloren.
Bernd sagt, wir spielen folgendes Spiel:
Es ist ein fester Einsatz von 100€ im Pot.
Du darfst dir eine Range aussuchen, mit der du ab dem (random=zufälligem) Flop weiterspielen willst. Diese Range muss nicht in einem festen Verhältnis zu bestimmten gedealten Karten liegen.
(( Man muss beispielsweise nicht jede 5 diamond 6 diamond spielen, sondern kann z.B. 37,48% (oder z.B. 99%) aller 5 diamond 6 diamonds spielen und dafür aber z.B. 43,01 % aller 6 diamond 7 diamond
und z.B. 0,17% aller 4diamond, 3 club. Diese Zahlen sind nicht berechnet, sondern sollen sie nur die Angabeform zeigen. ))
Bernd sagt: Suche dir deine perfekte Range aus, mit der du den niedrigsten Verlust (maximalen EV) machst und ich suche mir die Range aus, mit der ich den höchsten Gewinn (maximalen EV) mache, wobei wir solange unsere Ranges anpassen bis sich keiner mehr verbessern kann. Und dann spielen wir ab dem Flop nach den Regeln von Texas Holdem NoLimit unendlich oft durch (Vereinfachung: mit 5000€ Rest-Stack), wobei jeder die genaue Range des Gegners kennt. Bernd darf immer in Position auf Adam spielen und Adam muss immer out of Position spielen.
Diese Geschichte zeigt Aufgabe a., alpha.,.
Vereinfacht kann man in eine Pot zu Stack-Relation von 50 bis 100 annehmen.
Wie lauten die Ranges von Adam und Bernd.

(Ich bin mir bewusst, dass das Spiel meist keine gewöhnliche Texas Holdem Range wiederspiegelt, da Bernd vor dem Flop z.B. AA mit z.B. 83,33% ( oder bis z.B. 100% oder niedriger) erhöht hätte.)

(Beim Turn seien alle 4 Karten ausgeteilt und dann werde entschieden und beim River ebenso.)

Wie lautet die Lösung?

Hinweis: nur 100% AA für Adam ist es vermutlich nicht, da Bernd 100% AA, 100%KK, 100% QQ bis 22+ optimal auf Setvalue verteidigen könnte und bei jedem Ass passen könnte.

:f_cool:

PS:
Was ist das für ein Programm, das Miho85 da hat?
Ok, ich glaube es heißt Flopzilla. Ist es noch besser als CardRunners EV und braucht man es um besser zu werden oder kann man das auch mit CardRunnersEV berechnen?


Antwort
Zitat
Tackleberry Themenstarter
Tackleberry
Beigetreten: 05.05.2006
Elite Grinder

Nach erstem Drüberlesen würde ich sagen, die Aufgabe ist nicht lösbar. Wenn sie es wäre, könnten wir ja einfach X Flops durchrechnen und würden das Spiel lösen. :P

Und ja, das von Miho genutzte Programm ist Flopzilla, kommt vom gleichen Entwickler wie CREV. Grundsätzlich kann CREV alles, was Flopzilla kann (und noch viel mehr), Flopzilla gibt aber einen leichteren und schnelleren Überblick über die Rangeverteilung auf bestimmten Boards.

Flopzilla ermöglicht also eine schnellere (und deutlich einfachere) Einschätzung der Ranges auf verschiedenen Boardtexturen, CREV ermöglicht dafür deutlich umfangreichere Analysen und EV-Berechnungen.


Antwort
Zitat
Geklemischung4
Beigetreten: 11.04.2012
PokerStrategist

Methode, um die Aufgabe zu lösen:

Diese Aufgabe kann man lösen: ich gebe mal hier meinen Ansatz:
(Warum verwende ich ihn nicht selbst? Es ist eine Fleißaufgabe und ich werde ab nächster Woche die nächsten zwei Jahre mit meinem Studium beschäftigt sein.)

Schritt1: Als erstes wird die Stack zu Pot-Ratio festgelegt.
Als erstes 50, als zweites 10, als drittes 4 und als viertes 25/10 und wenn man dann noch Lust hat anhand der 100 die Graphen überprüfen.
Diese Lösungen kann man dann extrapolieren.

Schritt2:
Man beginnt mit verschiedenen Iterationsschritten und benötigt ca. 1326 Gewichtungsfaktoren, wobei in Flopzilla 3+1 und in CardRunners EV 5+1 vorhanden sind.

Dann fängt man an und gibt Adam eine Range:
z.B.: Adam[00]{ 100 % AA, 0% Rest,}
danach sucht man eine Strategie mit der Bernd gegensteurn kann und mehr EV erzeugt.
z.B. Bernd[01]{100%AA, 100% 22+}
raise immer mit AA oder Set auf dem Flop und spiele auf Setvalue oder AA value und folde sobald ein A erscheint.
Dann schaut man sich eine Konterstrategie von Adam an und überprüft, ob diese weniger Verlust gegen Bernd macht.
z.B Adam[02]{100% AA, 12% KK, 11% QQ, 10% JJ, 09% TT, 08% 99, 07% 88, 06 % 55, 05% 44, 03% 33, 02%22}
Mit einem Proportional-Differenzial-Integral System passt Adam weiter seine Range an.

Jetzt kann Bernd nicht mehr Bedenkenlos seine AA raisen, da Adam jetzt auch Sets in seiner Range hat. Auch kann Bernd nicht immer davon ausgehen mit seinem Bottom Sets die stärkste Hand zu halten. Wie kann er gegensteuern?
Er kann die Frequenz seiner Karten die er auf Setvalue spielt senken, um vorwiegend Top oder Midset zu erhalten:
z.B.: Bernd[03]( 100 % AA, (100-01)% KK, (100-02)% QQ, (100-03)% JJ, (100-04)%TT, (100-05)% 99
(100-06)% 88, (100-07)% 77, (100-08)% 66 , (100-09)% 55, (100-10)% 44,
(100-11)% 33, (100-12)%22
Bernd spart somit wenige Prozente der Buttom Set vs. Topset/Midset Verluste ein.
Mit einem Proportional-Differenzial-Integral System passt wiederum Bernd weiter seine Range an.
Nach wechselseitiger Anpassung und optimierung beider Strategien stellt sich unter Verwendung der Pocket-Paare ein Gleichgewicht ein.

Nun hat Bernd gemerkt, dass er mit AKs auf Toppair value, Flushvalue und Straßenvalue seine Range optimieren kann.
Es ist vermutlich nicht so, aber ab diesem Zeitpunkt könnte es theoretisch sein da 6mal AAp möglich und nur 4mal AKs, dass sogar seine AA Frequenz von 6 auf 4 (oder 5?) gesenkt werden müsste.
Natürlich würde niemand freiwillig Preflop seine AA Frequenz senken, um am Flop eine bessere Range zu erhalten. Aber wir wollen uns ja in der Theorie anschauen, ob diese Range direkt am Flop einen höheren EV am Flop hat, als die Range mit der höheren Frequenz mit AA.
(Dennoch ist gerade diese Frage von spieltheoretischer Bedeutung, da ja z.B. die JJ Frequenz sehr hoch sein kann und die QQ+ mit hohen Frequenz in der Raising Range und nicht mehr in der Calling range vorhanden ist und somit eine hohe AKs Frequenz nötig wird.)
Außerdem hat Bernd gemerkt, dass er mit einer sehr niedrigen Frequenz profitabel auch mit SuitedConnectors Trips, Streets und Flushes bekommen kann.
Nun hat Bernd sobald genau 3 Flushkarten auf einem ungepaarten Board offen liegen, die Nuts in seiner Range und Adam nicht. Das gleiche trifft für Straßen auf einem ungepaartem maximal dooblesuited Board und sogar auf tripplesuited ones.
Bernd[04](xi% 22+, xi%AKs, xi% suited Connectors)
Nun fängt Adam damit an, um Bernds Flushes zu dominieren AKs zu spielen. Hier kann es nun wirklich passieren, dass dadurch, dass nur vier Kombos AKs 6 Kombos AA gegenüberstehen, die Frequenz von AA soweit gesenkt wird, dass das Verhältnis zu AKs (für unsere Aufgabe bezogen auf den Flop) optimal wird.
So hat Adam gemerkt, dass Adam mit AKs Flushes, Streets und Sets des Bernds dominieren kann.
Um auch auf Straßenboards nicht dominiert zu werden, nimmt Adam ebenfalls Suited Connectors in die Range.
Bernd will aber weiter dominieren und entschließt sich für eine noch niedrigere Frequenz suited gappers.
Um auf Boards wie AsAhAdKc nicht nur einen König repräsentieren zu können, nimmt Bernd ebenfalls einen sehr niedrigen Prozentsatz AKo in seine Range auf.
Außerdem will er auch auf 8s7h7d 7c 6s eine 7 gegen z.B. 88 und z.B. AA präsentieren und entschließt sich auch 87o in seine Range mit einer extrem niedrigen Frequenz zu packen.

Exkurs zu Aufgabe beta: Wie kann der 1te Spieler Maximal-EV spielen, wenn die beiden anderen Spieler gegenseitig die Karten kennen?
Wenn 9 der Gegner am 10er Tisch die Karten des Heros kennen wird das Spielen von offsuited Cards unabdingbar, um in dieser Situation noch Max-EV spielen zu können da, dann die suited Kombinationen blockiert sein können, die Nuts-Karte jedoch noch frei sein kann.
Und wenn man auf Flops wie 7s7h2d gegen 2c2h und Ac7c die Nuts noch repräsentieren will, muss man mit der ((vermutlich niedrigsten) möglichen) Frequenz auch 72o spielen. Oder in ähnlichen Szenarien z.B. 7s7h2d 2c 2s die Nuts auf jeder Street repräsentieren will.

Hat mit dieser Hilfestellung jemand die Lösung gefunden?

Spoiler

Hallo:

Ich bin der Meinung, dass das Spiel nicht so einfach gelöst werden kann, da man spätestens bei 3 bis 4 Spielern an einen Punkt kommt, der mathematisch einer Belousov-Zhabotinski Reaktion ähnelt. Oder anderen oszillierenden Systemen.
Anders ausgedrückt: Irgendwann wird man nach dem Stein- Schere- Papier Modus spielen müssen.

PS: Dies hatte ich mir mal vor Jahren mal überlegt, das kann auch schon überholt sein.
Wobei man eine Kartenhand als Molekül betrachtet und Spielparameter mit Diffusion und Reaktion vergleicht.
Vor allem dann, wenn kein Spielgleichgewicht vorliegt, weil sich ein Spieler (z.B. Fish) einfach nicht an einen Gleichgewichtszustand halten will.

:f_cool:


Antwort
Zitat
Tackleberry Themenstarter
Tackleberry
Beigetreten: 05.05.2006
Elite Grinder

Bin heute ziemlich groggy wg. Erkältung und daher nicht wirklich fit im Kopf, aber was unterscheidet deinen Ansatz von dem Snowie-Ansatz?

Auf den ersten (zugegebenermaßen vernebelten) Blick erscheint mir das genau das zu sein, was Snowie seit zehn Jahren macht ...


Antwort
Zitat
Geklemischung4
Beigetreten: 11.04.2012
PokerStrategist

Wer ist Snowie?

Edit: Hat Snowie schon eine Lösung gefunden?

Wie lautet sie?

:f_eek:

Wie sieht eine einigermaßen gute Range aus, wenn man 200 BB oder 500 BB deep spielen möchte?

Momentan muss ich immer aussteigen, wenn ich 125 BB erreiche und ein deep Stack Position auf mich am Tisch hat, selbst wenn der Tisch eigentlich profitabel wäre.
:f_confused: :f_cool:

Edit2: Gibt es ein Video zu Snowies Arbeiten?
Was hat Snowie bisher herausgefunden?

Dann ist meine Aufgabe ja dann doch lösbar, oder?!


Antwort
Zitat
TriplexXxAA
Beigetreten: 29.12.2009
Oldschool Grinder
Tackleberry Themenstarter
Tackleberry
Beigetreten: 05.05.2006
Elite Grinder

Original von Geklemischung4
Wer ist Snowie?

siehe Link von meinem Vorposter; Snowie ist ein Programm (ein Bot), das mittels künstlichem neuralem Netzwerk programmiert wurde, Poker "zu lernen". Am Anfang kannte Snowie nix anderes als die nackten Regeln, ihm war klar, dass ein Flush besser ist als eine Straight, aber ihm war z.B. nicht klar, dass man mit einem open ended straight draw 8 outs hat und bei Odds von x:y callen kann.

Mit diesem reinen Regelwissen hat Snowie angefangen, gegen sich selbst zu spielen. Und am Anfang einfach irgendeine random Strategie gewählt. Und hat dann versucht, seine eigene Strategie zu exploiten. Da er das in jeder Position gemacht hat (er spielte ja gegen sich selbst), näherte er sich damit step-by-step einer GTO-Lösung an. Das Ganze dauert jetzt bereits seit zehn Jahren an ...

Original von Geklemischung4
Edit: Hat Snowie schon eine Lösung gefunden?

Nein, er approximiert noch (ist aber noch Lichtjahre entfernt).

Original von Geklemischung4
Was hat Snowie bisher herausgefunden?

http://www.pokersnowie.com/about/technology-training.htm l" rel="nofollow ugc" target="_blank"> http://www.pokersnowie.com/about/technology-training.html

Original von Geklemischung4
Dann ist meine Aufgabe ja dann doch lösbar, oder?!

Klar, ist sie lösbar, das ist Schach auch - aber das ist für die Praxis relativ unbedeutend, wenn die Lösung mit endlichen Ressourcen / in endlicher Zeit einfach nicht zu finden ist. :)


Antwort
Zitat
Valyrian
Beigetreten: 26.03.2009
PokerStrategist

zu Snowie könnte man sehr viel sagen, ich will aber hier keine ausufernde off topic Diskussion starten, daher nur ne kleine Warnung.

Es sieht ziemlich überzeugend aus, wenn das Programm zu jedem Spielzug zB im Trainingsmodus bei 6max dir zu jeder denkbaren Aktion gleich den EV mitliefert - nur ist dieses Ergebnis was da angezeigt wird halt alles andere als sicher!
Man wird aber sehr leicht verleitet dem Programm zu glauben und das eigene Denken auszuschalten.

2 6max Testhände als Grenzfälle

a)
1. Snowie callt pre IP mit 77, ich hab die ganze Hand komplett nix und checke (c/f als Plan) er hat ein set gehittet und checkt ebenfalls bis zum River durch. Am River sind 5 flushkarten auf dem Board und er setzt jetzt (er spielt obv das board) 2fache Potsize nachdem ich auch gecheckt habe.

Niemand auf dieser Welt kann mir erzählen, dass das die maxEV line ist für ihn.

b) vielleicht noch krasser
Snowie hat wieder middle set getroffen und spielt wieder check/call, am River ist der Pot 50bb groß und es liegen 4 flushkarten draußen, er hat ein FH und es schlagen ihn theoretisch 21 Combos, wobei ich bei meiner line am River bestenfalls ne Hand voll davon habe und ich bette am River (misclick^^) 1bb in den Pot und er callt nur.
Das ist einfach nur lächerlich, da es wie behind checken ist und das mit quasi den Nuts die er bisher auch nur slow gespielt hat.

Das nur als 2 Fälle die mir so eingefallen sind und auch ansonsten spielt Snowie bei 6max zB 18/14 pre und verkauft das als quasi GTO und auch wenn ich es nicht beweisen kann, aber ich bin extrem sicher, dass die echten GTO Werte ganz anders aussehen und ganz sicher nicht auch nur in der Nähe von dem sind was Snowie da präsentiert.

Kurzum: sehr interessantes Analysetool und es ist auch nicht alles schlecht was Snowie anzeigt, nur hat man nie die Garantie dass es auch stimmt und das Programm hat noch offensichtliche leaks, zum Teil halt sehr krasse, das sollte man nie vergessen.


Antwort
Zitat
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