
Jeder kennt es und keiner kann etwas dagegen tun! Es gibt einfach Tage, an denen
scheinbar gar nichts geht und jeder Pot zu dem Gegner wandert. Doch ist es wirklich
immer nur ein fieser und vor allem unaufhaltsamer Downswing oder können wir etwas
dagegen machen?!
Ich werde euch sicherlich nichts neues erzählen, wenn ich jetzt das altbekannte Thema
Stop Loss aufwerfe, doch gerade wir Hobbyspieler könnten es so einfach beherrschen.
Ich selber musste mich zwangsläufig damit auseinandersetzen, da ich eigentlich jeden
Monat solch einen Tag drin hatte.
Das Thema Stop Loss ist ja auch nicht aus der Luft gegriffen. Pokerstrategy hat es be-
stimmt auch schon aufgegriffen, aber eigentlich kommt es vom Aktienhandel. Man kauft
also eine Aktie und hofft auf den Kurswechsel. Sollte dann irgendwann ein Punkt erreicht
werden, bei welchem man keine weiteren Verluste hinnehmen möchte, greift das Stop
Loss. "So kann der Anleger bereits erzielte Gewinne sichern und Verluste begrenzen."
Nun aber zurück zum Poker. Wir kennen diese Situation alle:
Man hat Lust auf Poker und ist nach wenigen Händen zwei Stacks down. Man spielt
weiter und nach einer halben Stunde ist man fünf Stacks down. Man bringt KK auf Q high
rein und wieder hat der Villian das Set! Trotzdem möchte man den heglaf schaffen und
zumindest die Verluste eingrenzen.
Ich bin jedoch der Meinung, dass man schon viel früher Schluss machen sollte – nein
müsste! Vielleicht hilft euch diese Anleitung, um euer Stop Loss zu finden. Stellt euch
einmal diese Fragen:
1. Bin ich tiltresistent? Ich selber sage oft zu mir, dass ich es bin, aber ich bin es nicht
und ich glaube kein Hobbyspieler ist wirklich frei davon. Deswegen sage ich euch gleich:
Dieses Argument gilt einfach nicht, wenn ihr sagt „Ich brauche kein Stop Loss, weil ich eh
nicht tilte!“. Tilt musst ja nicht heißen, dass man 75o vs UTG Raiser shippt und verliert.
Nein Tilt heißt in diesem Fall eine schlechte mentale Einstellung, aggressivere Gedankengänge,
Kopfschmerzen, Bad Luck Gedanken, Verlustgedanken, Hasenfußgedanken. Alles eben,
was einen minimal im Spielen beeinflusst.
2. Was betreibe ich für ein Bankroll Management? Es hat durchaus einen Einfluss auf
unser Spiel, wenn wir nur eine gewisse Anzahl an Stacks für das Limit haben, weil bei
einem Downswing die Auswirkungen einfach sehr groß sein können. Je nachdem, wie
groß eure Bankroll ist, wird das auch euer Stop Loss definieren.
3. Wie viel Zeit habt ihr täglich zum Spielen und wie wichtig ist euch diese Zeit an den
Tischen? Dies ist ein schwierigeres Thema, da es sehr speziell ist. Ich möchte euch einfach
zwei Beispiele nennen. Die Person A ist Student und Grinder, das heißt sein Stop Loss
kann sehr gering sein. Einfach eine Zeit aussetzen und dann wieder an die Tische. Die
Person B ist allerding Familienvater und berufstätig. Er wird ein höheres Stop Loss ansetzen,
weil er nicht einfach später wieder einsteigen kann und die wenige Zeit, die er hat,
ausnutzen muss.
4. Was spiele ich für ein Limit und was für eine Variante? Es liegt auf der Hand,
dass ein Fisch auf NL1000 mehr wert ist, als wie ein Fisch von vielen Fischen auf NL10. Ihr
könnt euer Stop Loss also auch mal ein wenig ausdehnen, wenn ihr die regulären Tische
grindet und mehrere Fette Fische auf euch warten. Bei mir an den ZOOM Tischen ist dieser
Punkt allerdings deutlich zu vernachlässigen...
Jetzt stellt sich nur noch die Frage, was ein Stop Loss für Vorteile hat:
1. Wir verlieren weniger
2. Wir laufen nicht Gefahr zu tilten
3. Unsere Tages-/Wochen- oder Monatswinnings werden nicht aufgefressen
4. Wir rennen keinen Verlusten hinterher
5. Wir werden mehr Spaß am pokern finden
Ich kann wirklich jedem vorschlagen, sein ganz persönliches Stop Loss zu setzen und
dann noch einmal einen Stack runter zu gehen. Ich persönlich hatte immer drei Stacks
präferiert, aber ich habe gemerkt, dass zwei Stacks noch einmal besser sind. Die
Streuung darf dann nämlich auch mal etwas stärker sein. Ich bin öfters mal zwei Stacks
down und dann schaue ich einfach, ob noch etwas geht oder nicht. Meist wendet sich
alles zum positiven, aber falls nicht, dann höre ich einfach bei 2,2 Stacks Miese auf.
Auf der anderen Seit sollte man natürlich auch in einer guten Session die banalen Fakten
nicht außer Acht lassen. Sagen wir ihr seid nach einer halben Stunde drei Stacks up, aber
auf einmal geht nichts mehr und ihr verliert Pot für Pot. Auch hier solltet ihr euer Stop Loss
greifen lassen und dann dementsprechend aufhören!
Wie wende ich also mein (ganz persönliches) Stop Loss an?
1. Ich setze mir ein Limit an verlorenen Stacks innerhalb einer Session und am besten
innerhalb eines Tages. Ein Beispiel: Ich höre bei – 2 Stacks auf, auch wenn ich zweimal
AA vs KK pre verloren hab und nichts falsch gemacht habe. Die Tagesverluste sollten nicht
6 Stacks überschreiten.
2. Ich setze mir eine Zeit, um wieder an die Tische zu gehen. Ein Beispiel: Ich persönlich
warte mindestens eine halbe Stunde ab, bevor ich wieder an die Tische gehe. Die halbe
Stunde darf nicht mit Pokercontent gefüllt sein.
So einfach kann es laufen. Mein persönliches Stop Loss von zwei Stacks mit einem Puffer
von einem weiteren Stack und einer Abkühlzeit von mindestens einer halben Stunde hat mir
schon richtig viele Kohlen gespart und so manch einen schlechten Tag besser gemacht.
Es gibt einfach Tage, an welchen man (obv durch Pokerstars^^) jeden Pot verliert und die
Gegner trotz schlechter Calls immer vorne sein werden.
Wir können aber etwas dagegen tun und es braucht nur ein wenig Disziplin!
ps.: Bei Fragen, Anregungen oder Kritik scheut euch nicht mich anzuschreiben!