1. - Lies die Artikel:
"Die Spielregeln von Texas Hold'em"
"Was ist die Bigstackstrategie?"
"7 Tipps, wie du ein erfolgreicher NL-Spieler wirst"
"EXTRA: Theorie - Aber wie?"
Neu war für mich nur der Artikel "EXTRA: Theorie - Aber wie?". Trotzdem habe ich auch die 5 Artikelempfehlungen aus den "7 Tipps, wie du ein erfolgreicher NL-Spieler wirst" erneut gelesen und die Tabellen, sowie das SHC ausgedruckt - etwas Wiederholung kann ja nicht schaden.
2. - Sieh dir Videos an:
"Lektion 1: Über den Kurs und PokerStrategy.com"
3. - Nimm an Live-Coachings teil:
♠_cool: 2011 NL Anfängerkurs Stundenplan
4. - Erledige folgende Hausaufgabe:
Frage 1: Aus welchen Gründen spielst du Poker?
Auch wenn das vorrangige Ziel vielleicht sein sollte, Geld zu gewinnen, spiele ich Poker bisher eher zum Spaß und wegen der Herausforderung. Damit meine ich nicht unbedingt die Competition zwischen Spielern, sondern z.B. die Herausforderung, ein bestimmtes Limit zu schlagen. Nur wegen des Geldes zu spielen, finde ich auf meinen Stakes eher albern.
Wenn es gut läuft und ich an mehreren Tischen konzentriert mein A-Game spielen kann, stellt sich im Kopf auch eine angenehme Ruhe und Gelassenheit ein - fast schon meditativ. Sich ganz auf eine Sache zu konzentrieren, mag für einige Leute anstrengend sein. Ich empfinde es beim Pokern aber als sehr entspannend. Daher spiele ich in gewisser Weise auch zum Relaxen. Wenn es etwas finanziellen Gewinn abwirft, um so besser.
Natürlich möchte ich an mir arbeiten und mein Spiel verbessern. Hinter seinen Möglichkeiten zurück zu bleiben, macht selten Spaß.
Warum gerade Poker? Die Mischung aus Skill und Glück (man könnte auch sagen: "Mechanik" und "Seele") ist für meinen Geschmack beim Poker perfekt ausbalanciert. Auch nach Hunderttausenden von Händen kommen immer wieder neue Situationen zustande. Im Gegensatz bspw. zum Schach ist das Spiel von einer mathematischen Berechenbarkeit weit entfernt (oder gibt es inzwischen solide Poker-Bots?), auch wenn die Mathematik eine große Rolle spielt. Aber es bedarf eben nicht nur dieser Skills, sondern auch Erfahrung, Auffassungsgabe, Mindset, Intuition und das Einschätzen der Gegner sind wichtig. Ich persönlich glaube, vom Pokern bereits viel für das Leben gelernt zu haben, sei es in bestimmten Situationen (z.B. Verhandlungen) oder ganz allgemein (z.B. die Einstellung zum resultatorientierten Denken). Teilweise werden schon philosophische Fragestellungen berührt. Eine derartige Vielseitigkeit habe ich bisher sonst nur in einigen, wenigen Spielen gefunden, die aber längst nicht so verbreitet sind wie Poker (v.a. online).
Frage 2: Was sind deine Schwächen beim Poker?
Bisher konnte ich bei mir selbst folgende Schwächen entdecken:
- Tableselection
Ich mache mir selten Gedanken darüber, wie der Tisch zusammengesetzt ist und passe meinen Stil nicht an. Es ist eher so, dass man sich mehr oder weniger wahllos an die Fullring-Tische setzt, sein Game durchzieht und erst an Gegner adaptet, wenn sie sehr auffällig werden.
Oft hängt das auch mit den Uhrzeiten zusammen, da ich bei kleineren Anbietern spiele (Stars ungetrackt, die FullTilt-Story darf man hier wohl als bekannt voraussetzen), wo bspw. nachts kaum Traffic ist und man zu bestimmten Zeiten fast nur Regs vorfindet. Anstatt sich dann einfach mit etwas anderem zu beschäftigen, ist bei mir der Drang zum Spielen dann oft zu groß. Das könnte später, auf höheren Limits mit wahrscheinlich sinkender Fischdichte noch problematischer werden. Ich sollte meine Spielzeiten besser planen!
- Stats
Zur Zeit spiele ich ohne Stats. Mein Hauptrechner braucht eine neue Festplatte und einige andere Ersatzteile, und mein Notebook wird durch den Elephant zu sehr ausgebremst. So kann ich mich beim Multitabling kaum auf die einzelnen Gegner einstellen, sondern spiele quasi immer gegen unknown. Daran sollte ich wohl schnell etwas ändern, habe aber zur Zeit keine Lust, Geld für ein anderes Programm auszugeben.
- Bluffs
Wahrscheinlich contibette ich zuviel. Vor allem gegen zwei Gegner fällt es mir oft schwer, einfach zu check-folden und damit den Pot zu "verschenken". Gegen mehr als zwei Gegner bluffe ich aber fast nie. Mit 2nd Barrel Bluffs tue ich mich schwer - keine Ahnung, ob das ein Leak ist, aber ich habe das Gefühl, zuviel gefloatet zu werden (was - s.o. - mit den Contibets zu tun haben könnte).
Manchmal spiele ich evtl. zu tight, vor allem mit FDs und OESDs. Hier bin ich mir unsicher, wann man semibluffen sollte und wann eher passives Spiel angebracht ist.
- WAWB
Angenommen, ich bekomme im BB ein Freeplay mit Ax offsuit (x=1-9) und treffe TP am Flop. Solche Hände empfindet wohl jeder als eklig zu spielen. Potcontrol zu betreiben, ohne zur Callingstation zu mutieren, bereitet mir Schwierigkeiten. Oft halte ich hier einen Check-Fold für zu weak.
- Boardtexturen
Ich kann manchmal die Boardtextur nicht richtig einschätzen - dies v.a. multiway in Verbindung mit den gegnerischen Handranges und auch im Zusammenhang mit Contibets.
- 3-betting
Anhand meiner bisher erspielten Stats habe ich gesehen, dass ich wohl zu wenig 3-bette und auf gegnerische 3-bets evtl. zu oft folde. In solchen Spots die Handrange und Equity abzuschätzen, macht mir große Probleme. Ich wähle meist den einfachen Fold und bin daher vielleicht zu tight. Ab und zu neige ich zum Coldcallen, was laut dem BSS Preflop-Artikel in den meisten Situationen ein großer Fehler ist.
- Sessionanalyse
Es hängt sicher auch mit der fehlenden Software zusammen (s.o.), aber ich mache generell zu wenig Handreviews. Anfangs habe ich hier nocht recht viele Hände ins Bewertungsforum gestellt und habe mir für diesen Kurs vorgenommen, dass wieder häufiger zu tun. Insgesamt beschäftige ich mich schon viel mit Theorie, nur die eigene Sessionanalyse bleibt oft aussen vor.
Frage 3: Was heißt es, tight-aggressiv zu spielen?
- Tight zu spielen, heißt ausgewählte (wenige) Karten zu spielen und dabei die Position zu berücksichtigen. Postflop bedeutet es, nicht an schlechten Händen zu kleben (z.B. Bottom Pair) und auch mittelstarke Hände ggf. folden zu können (z.B. TPTK in gewissen Situationen).
- Aggressiv heißt, dass wir mit unseren Händen eher setzen oder erhöhen, als zu callen (v.a. preflop). Der Gegner soll unter Druck geraten und so zu Fehlern gezwungen werden. Umgekehrt versucht man, sich selbst nicht in die Defensive drängen zu lassen, d.h. man muss trotz aller Aggression auch folden können. Postflop spielt hierbei die Position eine große Rolle für unsere Entscheidungen.
Die Kombination (tight-aggressiv, TAG) ist deshalb erfolgreich, weil wir in der Regel mit der besseren Hand um die großen Pötte spielen und durch ausgewählte Aggression die Gegner zu Fehlern verleiten. Marginalen Situationen (d.h. kleinen Gewinnerwartungen mit hoher Varianz) geht man durch frühzeitiges Folden aus dem Weg.