Original von HijackerStar
Mag ja sein, dass das Argument pro Alkohol- und Tabak ein logischer Fehlschluss ist, um das logisch Richtige geht's in der Politik diesbezüglich aber nicht und das ist eigentlich auch nicht schwer zu verstehen. Die Menschen wollen Alkohol und Tabak konsumieren, weil es Bestandteil der Freizeitbeschäftigung vieler ist. Weil es in unsere Kultur hineingewachsen ist, wollen die Leute auch nicht mehr drauf verzichten, egal wie logisch der Verzicht erscheint. Ginge es den Menschen nur um Logik würde keine Raucher mehr rauchen.
Genauso wie vielleicht Millionen von Menschen in Deutschland Cannabis oder Kokain "als Freizeitbeschäftigung" konsumieren wollen. Also legalisieren wir alles und sind uns einig?
Dein Vergleich mit Rassismus ist hanebüchen. Während das eine zu schlechten, unterbewussten Verhaltensweisen und zum Teil zu unbewussten, überbordernden Schutzmechanismen zählt, ist das andere eine aktive Freizeitbeschäftigung, der gerne nachgegangen wird.
Bad Habits will jeder loswerden, und so mancher Alkohol- und Tabakkonsum zählt zwar auch zur schlechten Angewohnheit, die der Einzelne loswerden möchte, aber insgesamt ist es das nicht. Die meisten Konsumenten würden nicht auf ihr Recht gelegentlich bzw. maßvoll Alkohol oder Tabak zu konsumieren verzichten wollen und auch nicht anderen Konsumenten dieses Recht absprechen.
Genauso wie mit Cannabis, Kokain etc, die von unzähligen Menschen für einen recreational use gewünscht werden. Der Vergleich mit Rassismus ist im Übrigen überhaupt nicht hanebüchen, da du, wenn du meinen Beitrag vernünftig gelesen hättest, vielleicht gemerkt hättest, dass ich nie gesagt habe, dass Alkohol und Rassismus das gleiche seien, sondern nur, dass die gleiche Art von ARGUMENTATION auf einen anderen Bereich bezogen völlig offenkündig absurd wäre und von so gut wie niemandem unterschrieben würde. Und ich lasse dir leider nicht durchgehen, dass du entscheiden darfst, wo man logisch argumentieren darf und wo nicht. Wenn wir nicht logisch argumentieren wollen, brauchen wie von vornherein gar nicht erst diskutieren, sondern würfeln unsere Gesetze einfach aus. (Ich behaupte nicht, dass Logik das einzige ist, was man für Gesetze benötigt, aber es MUSS ein Teil davon sein. Konsistenz in Gesetzen ist essentiell dafür, dass sie von Menschen akzeptiert werden)
Letzteres ist die Überleitung zu Heroin und anderen harten Drogen. Die meisten von uns wollen nicht, dass andere einfach so und damit gesellschaftlich geduldet gefährlichen und süchtig machenden Drogen ausgesetzt werden bzw. sehr leicht dazu verleitet werden können. Das stützt sich auch auf den mehrheitlichen Wunsch diese Drogen selbst nicht konsumieren zu wollen.
Achso, wir bestehen also auf unserer Recht, Alkohol zu konsumieren, was, wie gesagt, nach allen Maßstäben eine der "härtesten" Drogen von allen ist, möchten aber nicht, dass z. B. weit weniger gefährliches Kokain (was natürlich nicht ungefährlich ist) von unseren Mitmenschen konsumiert wird, weil wir Alkoholiker das ja auch nicht machen. Ist das hier dein "Argument"? Du bist ja nicht so der Fan von Logik wie du sagst, daher argumentierst du wohl auch so "konsistent".
Mit Cannabis hat das allerdings wenig zu tun. Die Blockaden gegen eine Cannabis-Legalisierung werden aller Voraussicht nach fallen. Eben weil die Droge langsam in die Gesellschaft hineinwächst und immer mehr Menschen nicht wollen, dass etwas für sie Normales gesellschaftlich geächtet bleibt und sie damit auch nichts Kriminelles oder Verächtliches verbinden.
Ich finde diese Argumentation nach wie vor ziemlich befremdlich. Das klingt so, als müssten wir nur jedes Jahr alle Konsumenten der jeweiligen Drogen zählen und dann immer speziell entscheiden, ob die eine Droge schon Kultur ist und die andere noch nicht.
Fazit: Politik ist kein Mastermind, der uns Bürgern mit logischen Schlussfolgerungen die Grenzen unseres Lebens vorschreibt und uns dadurch zum richtigen Leben zwingen will. Wir alle zusammen sind diejenigen, die unsere Wünsche auf politischer Ebene Ausdruck verleihen. Und es ist nur allzu menschlich, dass man sich nur bei Machtlosigkeit nach Schutz von einer größeren und übergeordneten Macht sehnt. Solange wir, also jeder Einzelne, die Kontrolle besitzt, wollen wir selbst entscheiden und die Freiheit genießen zu tun, was man tun will, egal ob andere diese Entscheidung auch getroffen hätten oder sie für Richtig erachten.
Ich verstehe eigentlich nicht mal, was du hier überhaupt sagen willst. Ich persönlich "sehne" mich, wenn wir irgendeine Droge verbieten wollen, am ehesten nach Schutz vor den unzähligen Unfalltoten durch Alkohol oder nach Schutz von Kindern, deren Eltern sie besoffen halb tot prügeln. Warum genau ist Heroin nochmal "härter"? Weil es ähnlich körperlich abhängig macht wie Alkohol? Guck dir mal die Leute an, die zwanzig Jahre lang hart saufen und die die zwanzig Jahre drücken. Ein großer Unterschied ist das für mich nicht, nur dass die Alkoholiker oft neben ihrem körperlichen Verfall noch gewalttätig sind. Wenn wir Drogen verbieten wollen, was ich ablehne, dann wäre die ERSTE Droge, die es zu verbieten gilt, Alkohol, weil keine AUCH NUR ANSATZWEISE so viel Gefahr für Unbeteiligte darstellt. Aber geht ja nicht, weil wir ja so eine schöne Biergartenkultur haben...