Poker-Grundlagen: Lineare Ranges
Unsere Tipps für Pokerneulinge werden fortgesetzt mit einer Reihe von Kurzartikeln zur Struktur von Ranges, angefangen mit der gängigsten in Form linearer Ranges.

Viele Spieler haben Probleme damit, beim Poker in Ranges zu denken, und einer der Hauptgründe dafür ist, dass sie Schwierigkeiten haben eine Range zu visualisieren. Führt man sich die möglichen Karten des Gegners aber wie in der bekannten Kartenmatrix vor Augen, kann man diese Hürde leicht überwinden.
Die bekannteste Form einer Range, mit der man konfrontiert wird, ist linear. Eine lineare Range liegt zum Beispiel vor, wenn sie mit Pocket Aces beginnt und sich nach unten hin fortlaufend zu den nächstmöglichen schwächeren Händen bewegt.
Eröffnet der Gegner zum Beispiel mit den besten 20% aller Hände in mittlerer Position, dann besteht seine Range vermutlich aus 33+, A4o+, A2s+, KTs+ und KQo. Manche Spieler bevorzugen zwar eher Suited Broadways anstelle von schwächeren Assen oder kleinen Paaren, aber grundsätzlich hätte eine lineare Range denselben Verlauf: von der stärksten zur schwächsten Hand in der Range ohne Unterbrechung.
Der Spieler, der als erstes eine Hand vor dem Flop raist, hat am ehesten von allen eine lineare Range, wenn im Anschluss nicht eine 3-Bet folgt, die ihn zwingen würde, einen Teil seiner Range gegen die Erhöhung anzupassen.
Vorsicht mit mittelstarken Händen

Eine lineare Range kann sehr weit ausfallen und daher auch viele Valuebets, Bluffs und mittelstarke Hände beinhalten. Wenn man mit einer weiten linearen Range vor dem Flop eröffnet und in der Folge auch auf vielen Flops eine C-Bet setzt, hat man automatisch eine solide Balance zwischen Bluffs und Valuehänden, die schwer zu exploiten ist.
Probleme entstehen aber, wenn man in 100% aller Fälle mit einer linearen Range bettet. Damit ergeben sich Schwierigkeiten bei mittelstarken Händen, die häufig besser für Check/Calls oder als Bluffcatcher geeignet sind. Setzt man jedoch mit seinen mittelstarken Händen, kann der Gegner theoretisch alles folden, was man schlägt, während er die Hand fortsetzt mit allen Karten, von denen man geschlagen wird.
Jemand, der eine Eröffnungsbet flatcallt oder 3-Bet, wird in den meisten Fällen hingegen keine lineare Range halten, sondern eine polarisierte. Im nächsten Artikel werfen wir einen Blick auf diese besondere Struktur von Ranges.
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