Aktualisiert am 26 Feb. 26 von

Poker-Grundlagen: Kombinatorik

Zu wissen, wie viele Kombinationen von jeder möglichen Hand existieren, kann zahlreiche Entscheidungen an den Tischen deutlich erleichtern.





Wer Karten zählt und an einem Blackjack-Tisch sitzt, fliegt für gewöhnlich aus dem Casino. Beim Poker ist es jedoch ein wesentlicher Skill. Ein äußerst effektives Hilfsmittel ist dabei die Kombinatorik.

Damit wird umfasst, wie viele mögliche Kombinationen es von bestimmten Kartenarten oder Händen gibt. Das hört sich zunächst nach einem simplen Konzept für ein sehr komplexes Spiel an, ein gutes Verständnis der Kombinatorik vereinfacht jedoch etliche andere Aspekte des Spiels.

Nachfolgend abgebildet ist eine Kartenmatrix, die jede mögliche Hand beim Texas Hold'em Poker zeigt:

Die gelbe Hälfte repräsentiert Suited-Hände, die untere blaue Hälfte Offsuit-Hände und die grüne Trennlinie die möglichen Pocket Pairs.

Es gibt 78 Kombinationen von Pocket Pairs, 312 Kombinationen von Suited-Karten und 936 Kombinationen von Offsuit-Karten. Insgesamt sind 1.326 verschiedene Kombinationen an Händen möglich.

Bereits das ist eine hilfreiche Information. Im Vergleich zu einem Pocket Pair ist es rund viermal wahrscheinlicher, dass der Gegner eine Suited-Hand erhält, während es wiederum dreimal wahrscheinlicher ist, dass der Gegner eine ungepaarte Offsuit-Hand im Vergleich zu einer Suited-Hand erhält. Beim Betrachten der Kartenmatrix könnte man derweil denken, dass Suited-Hände mit derselben Frequenz wie Offsuit-Hände auftreten. Das ist jedoch nicht der Fall.

Ist man sich dessen bewusst, kann man bereits durch das Spielen von Paaren und hauptsächlich Suited-Assen eine größtenteils leicht zu spielende tighte Range spielen, mit der man gleichzeitig eine gute Boardabdeckung erreicht.

Individuelle Handkombinationen

Kommen wir zu den einzelnen Händen, die möglich sind. Es gibt sechs Kombinationen von jedem Pocket Pair, im Falle von Aces zum Beispiel: A A, A A, A A, A A, A A, A A.

Es gibt vier Kombinationen von jeder Suited-Hand: A K, A K, A K, A K.

Und es gibt 12 Kombinationen von jeder Offsuit-Hand: A K, A K, A K, A K, A K A K, A K, A K, A K, A K, A K A K.

In der Praxis kann man dieses Wissen wie folgt anwenden: Nehmen wir an, ein tighter Spieler raist in früher Position und wir setzen ihn auf eine Range von AK und JJ+. Wir halten T T und der Flop bringt 2 2 7.

Wie wahrscheinlich ist es, dass wir vorne liegen?

Es gibt sechs Kombinationen von jedem Paar, das heißt bei JJ, QQ, KK, AA in der gegnerischen Range kämen wir auf insgesamt 24 Kombos. Hinzu kommen 16 mögliche Kombinationen von AK, entweder suited oder offsuited.

Der Gegner hat in dem Spot also 40 Kombinationen, von denen wir gegen 16 vorne liegen, das heißt in 40% der Fälle. 60% der Zeit werden wir auf dem Flop hingegen dominiert.

Kombinatorik ist einer der Skills beim Poker, die man bereits früh in der eigenen Laufbahn trainieren sollte, damit sich das Konzept verankert. Dadurch ist es deutlich leichter, andere Konzepte wie das Spielen von Draws oder Blocker zu verstehen.

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