Original von Buddharulez0
Also ehr glich gesagt denke ich auch, dass das Argument, ein Bot könnte nicht adapten, ins Leere läuft, da jedes Verhalten des Gegners in irgend einer Form quantifizierbar ist, und damit wird es auch für den Bot möglich kurz zurückliegende Entscheidungen stärker in die eigene Berechnung einfließen zu lassen.
Dann aber greift wiederum die Varianz.
Original von Buddharulez0
Des weiteren ist auch das Argument mit den imperfekten Informationen ziemlich verfehlt, da dies nur einige Variablen mehr in die Berechnung der Botspielzüge einfließen lässt.
Dumm nur, das jede dieser Variablen einen Faktor in der Komplexität darstellt - im schlimmsten Fall potenziert.
Original von Buddharulez0
Das Argument, dass die Pokerseiten durch das Klicken auf den Buttons den bot erkennen können, entbehrt doch jeglicher Logik. Man kann den bot doch so programmieren, dass er das Klicken auf buttons dem menschlichen Verhalten nachahmt oder hin und wieder mal absichtlich austimed.
Nichts anderes habe ich geschrieben. Von daher entbehrt ein Angriff auf meine Aussage jeglicher Grundlage.
Vielleicht hast Du sie aber auch nur halb gelesen.
Original von Buddharulez0
Insgesamt denke ich daher, dass es keine logischen Argumente gegen den erfolgreichen Einsatz von Bots, auch auf höheren Limits, im Poker gibt.
Daher denke ich, dass die Frage nur wann ist. Wann ein Programmierer/wissenschaftliche Forschungsgruppe, die Muße findet, dieses Projekt zu verwirklichen. Erste Anzeichen dafür gibt es schon - auch wenn bots wahrscheinlich bisher „nur“ kleinere Limits schlagen können.
EDIT: Auch für dieses Zitat gültig:
Original von SonnyPeda
ich denke ein solider programmierer kann mit genügend aufwand sogar einen bot entiwckeln der einen besseren pokerskill hat als der macher selbst, da der bot jede hand analysieren, sich jede aktion merkt, ein richtig aufwändiger pokerbot würde einfach alles analysieren, timetells, betsizes und und und und und... und er würde nix vergessen!
Eben hier sehe ich durchaus Probleme, wenn auch in der Tat keine unlösbaren.
- Die Entwicklung von Expertensystemen (wir reden hier schließlich von adaptiver Software, wahrscheinlich um eine Kombination aus BRMS und Decision Tree Logic ) ist nicht trivial.
- Sie dauert demenstsprechend lange und verlangt hochqualifiziertes Personal.
Im Klartext: es ist nicht unmöglich, das ein Hinterhofhacker es schafft, aber sehr, sehr unwahrscheinlich.
- Dieses Personal muss über den Entwicklungszeitraum finanziert werden.
- Der Gewinn aus der Nutzung des Expertensystems muss die Entwicklungskosten hereinbringen, Hard- und Softwarekosten decken sowie auch noch Gewinn abwerfen (was ja das eigentliche Ziel des ganzen ist).
Dabei darf man den Aspekt, das es sich um eine illegale Handlung handelt, nicht ausser Acht lassen: in Deutschland Betrug in einem besonders schweren Fall ($263 Abs.3 2. dürfte hier greifen). Strafbar mit bis zu 10 Jahren Haft.
Ob sich unter diesen Bedingungen das oben angesprochene Personal finden lässt, bezweifele ich, da legal mit Expertensystemen anderer Art mindestens genauso viel Geld verdienen lässt: Mir fällen da spontan Waffenhersteller, Versicherungsanstalten und Banken ein, die Expertensysteme sicherlich brauchen könnten.
- Das Expertensystem muss solange Gewinne abwerfen, bis sich alles obige erfüllt hat - mit längerer Nutzung steigt aber auch das Risiko, erwischt zu werden sowie die Kosten.
Original von Buddharulez0
Jedoch denke ich, dass sobald dieser Bot typ auf dem Markt ist, dies die ganze online poker Welt zum Einsturz bringen könnte und somit die fetten schönen Jahre schlagartig vorbei sein könnten.
Das Stichwort ist hier "Markt". Wie darf ich mir das vorstellen? "Pokerbuster" im Sonderangebot bei Amazon?
Die Vorstellung des Vertriebs ist abwegig.
Gehen wir mal davon aus, jemand entwickelt so ein System und will 1000 Rechner daran setzen.
Zunächst einmal sind 1000 Rechner nicht etwas, das man gerade mal in der Garage aufbaut. Der Strombedarf allein der Rechner wäre gewaltig, die Klimaanlage ebenso. Weitere Probleme wie Netzwerkaufbau- und Anbindung lasse ich da noch aussen vor. Alleine die laufenden Kosten für sowas sind exorbitant.
Verringert man die Anzahl der Rechner, verringert sich auch das Geld das ich pro Stunde gewinne, während ich die Entwicklungskosten immer noch wieder reinholen muss. Wie oben angegeben erhöht sich aber bei längerer Laufzeit das Risiko, erwischt zu werden.
OK, eine zentrale Struktur funktioniert also nicht.
Hm, da gäbe es die ja auch gerne zum Spammen genutzten Botnetze. Was aber bedeuten würde, das mein Multimilionen Dollar Code auf Rechnern liefe, die ich nicht vollständig unter Kontrolle habe - und wahrscheinlich vom SARC oder Konsorten nach einer Weile aufgespürt, analysiert, in die Sicherheitssoftware eingepflegt und damit nahezu nutzlos wäre.
Mal abgesehen davon, das man den entsprechenden Pokerclient natürlich auch noch downloaden und installieren müsste sowie den entsprechenden Useraccount einrichten. Eine Selbstanzeige wegen versuchtem Betrug wäre da billiger und einfacher.
Wer kommt also für die Entwicklung des Pokerbusters in Frage?
Jemand...
- ...mit sehr viel Geld, dem also das Motiv fehlt
- ...mit sehr viel Know-How, der legal auch sehr viel Geld verdienen kann (und es wahrscheinlich schon tut)
Wie gesagt - alles keine unlösbaren Probleme.
Ich halte das Risiko-/Nutzen-Verhältnis allerdings für - gelinde gesagt - beschissen.