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Wie oft isst du Fleisch? Die Umfrage wurde am Aug. 06, 2011 erstellt

  
  

[Geschlossen] Wie oft esst ihr Fleisch?

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pakm0n
Beigetreten: 29.12.2008

Übrigens....schreckliches Buch. Ich habs gelesen, weil ich mir immer Mühe gebe auch beide Seiten zu verstehen. Aber das Buch war eine Enttaeuschung von der 1. Seite weg. Voller Idealismus und schwacher Beweislage. Wer das Buch liest und sich danach bestätigt und belehrt fühlt, der hat leider von wissenschaftlichen Standards keine Ahnung. Solch ein reißerisches Buch, schlecht recherschiert und voller Emotionen präsentiert, kann man doch zu jedem Thema verfassen. Wer leicht zu überzeugen ist, und lesen will was er eh schon glaubt der saugt es auf. Wer über den Tellerrand schauen kann und mehr von der Materie weiß, der wird nur enttaeuscht.

Original von cYde
Zum Beispiel wird mit vielen Beispielen beschrieben, wie ganze Ökosysteme überall auf der Welt zerstört werden, um riesige Gebiete für Felder verfügbar zu machen, auf denen dann das Essen für Vegetarier wachsen soll.

Nehmen wir mal dieses schoene Argument. Dieser Satz hört sich so salopp schoen und schluessig an. Im Endeffekt sind wir Menschen die bösen, weil unsere Tomaten und Kürbisfarmen die einheimische Flora und Faune zerstören....;)
Sollen wir uns dann noch die rettenden Kühe vorstellen, die auf den "natürlichen" Grasflächen grasen und herumtollen.
Oder sieht die Realität so aus, dass der Löwenanteil der Schlachtrinder mit Mais oder anderem Korn gefüttert wird? Und wo kommt diese Nahrung her? Richtig, von gigantischen Feldern.
Und jetzt kannst du rechnen anfangen solange du willst.
Ein Tier Monate lang mit pflanzlicher Nahrung zu mästen, um dann einen Bruchteil von der eingesetzten Pflanzenmenge als Fleisch zu kaufen wird immer und in 100% aller Fälle, ausnahmslos ökonomisch und ökologisch dem Anbau von Pflanzennahrung für den Menschen unterlegen sein.


waiting
Beigetreten: 20.10.2006

der tag muss schon mit wurst beginnen, ein mittagessen ohne fleisch befriedigt gar nicht, und am abend wird gut gejausnet.
danke fleisch.


Original von Seylon
@ Tezet: Ich finde du verharmlost die Fakten etwas. Wenn dir die journalistischen Artikel nicht gefallen, guck doch einfach in die Originalpublikation:
http://archinte.ama-assn.org/cgi/content/full/169/6/562

Da findest du dann angepasste (=unabhängig von Alter, Geschlecht, Raucher etc.) Hazard Ratios von bis zu 31% für die Gesamtmortalität. Soweit ich das verstanden habe ist das das Extrarisiko, was du hast, wenn du zu den 20 % am meisten Fleisch essenden Personen gehörst gegenüber den 20% am wenigsten Fleisch essenenden. (Rotes Fleisch). Wer jeden Tag Fleisch ist, gehört da denk ich mindestens zu den oberen 40% und hat damit mindestens ein Risiko von +21%.

Natürlich gibt es noch viele andere Einflussfaktoren. Aber durch die Verwendung von adjustierten Modellen hast du bis zu +31 % für jeden. Die Studienteilnehmer waren zu Beginn 50-71 Jahre alt, die Studie ging 10 Jahre lang. D.h. du hast in diesem Zeitraum etwa dieses Zusatzrisiko.
Da die Studie über extrem viele Teilnehmer verfügte, kannst du es auch nicht auf statistische Schwankungen schieben.

Ich finde +31% sind nichts, was man mal so unter "Fitzelchen" subsummieren kann. Da vegetarisches Essen genauso gut schmeckt (ich habe 21 Jahre lang gerne Fleisch gegessen, vermisse es dennoch keine Sekunde), würde ich lieber länger leben.

Aber damit sagst du doch gar nichts was ich nicht schon gesagt habe. Die besagten Zahlen gelten für die Vielfleischesser. Das hat aber nichts mit den von mir angesprochenen Personen zu tun, die sich ausgewogen ernähren und nur moderate Mengen Fleisch essen. Ich bin der festen Überzeugung, das eine ganze Reihe anderer Lebensmittel zu ähnlichen Problemen führen würde, würde man sie derart ausschweifend konsumieren.
Für die die sich ausgewogen ernähren, ist es nur ein Fitzelchen, den es aus gesundheitlicher Sicht ausmacht. Alle die sich das Fleisch in Massen reinstopfen sind schon von vornherein gar nicht als Grundlage geeignet, auf der Gesundheitsaspekte einer konkreten Ernährungsform diskutiert werden sollen.

Original von HoaXi
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Original von pakm0n
....

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Denz
Beigetreten: 16.01.2005

Kann man als Pumper überhaupt vegetarisch leben?

Ohne mindestens einmal Fleisch täglich werde ich nie (richtig) satt


@ cyde im Grunde in guter Post wobei es kaum qualitative Unterschiede zwischen Biogemüse und herkömmlich angebautem Gemüse gibt. Da Biogemüse auch gedüngt wird und Biogemüse auch gegen Schädlinge behandelt werden etc.. Biogemüse hat auch nicht mehr Vitamine oder Nährstoffe. Der einzige wirklich bemerkbare Unterschied ist wohl, die Auswahl in einem reinen Gemüseladen (die oft viel "Bio" anbieten) ist idr. größer und teilweise auch frischer als beim Supermarkt.

@ Hoaxi er bezieht sich damit auf den Anbau von Bio-obst und Gemüse - je nach Art des Gemüses das angebaut werden muss braucht man 2-5x mehr Anbaufläche um das gleiche zu erwirtschaften wie ein herkömmlicher Bauer.


cYde
Beigetreten: 04.12.2006

Original von pakm0n
Übrigens....schreckliches Buch. Ich habs gelesen, weil ich mir immer Mühe gebe auch beide Seiten zu verstehen. Aber das Buch war eine Enttaeuschung von der 1. Seite weg. Voller Idealismus und schwacher Beweislage. Wer das Buch liest und sich danach bestätigt und belehrt fühlt, der hat leider von wissenschaftlichen Standards keine Ahnung. Solch ein reißerisches Buch, schlecht recherschiert und voller Emotionen präsentiert, kann man doch zu jedem Thema verfassen. Wer leicht zu überzeugen ist, und lesen will was er eh schon glaubt der saugt es auf. Wer über den Tellerrand schauen kann und mehr von der Materie weiß, der wird nur enttaeuscht.

Original von cYde
Zum Beispiel wird mit vielen Beispielen beschrieben, wie ganze Ökosysteme überall auf der Welt zerstört werden, um riesige Gebiete für Felder verfügbar zu machen, auf denen dann das Essen für Vegetarier wachsen soll.

Nehmen wir mal dieses schoene Argument. Dieser Satz hört sich so salopp schoen und schluessig an. Im Endeffekt sind wir Menschen die bösen, weil unsere Tomaten und Kürbisfarmen die einheimische Flora und Faune zerstören....;)
Sollen wir uns dann noch die rettenden Kühe vorstellen, die auf den "natürlichen" Grasflächen grasen und herumtollen.
Oder sieht die Realität so aus, dass der Löwenanteil der Schlachtrinder mit Mais oder anderem Korn gefüttert wird? Und wo kommt diese Nahrung her? Richtig, von gigantischen Feldern.
Und jetzt kannst du rechnen anfangen solange du willst.
Ein Tier Monate lang mit pflanzlicher Nahrung zu mästen, um dann einen Bruchteil von der eingesetzten Pflanzenmenge als Fleisch zu kaufen wird immer und in 100% aller Fälle, ausnahmslos ökonomisch und ökologisch dem Anbau von Pflanzennahrung für den Menschen unterlegen sein.

Ich habe auch nirgends behauptet, dass Fleischproduktion die ökologischere Variante ist. Es geht mir lediglich um das Argument, dass man keine Tiere töten will um zu essen. Tiere werden so oder so getötet. Entweder das Tier das wir danach direkt essen oder eben die Tiere die getötet werden weil ihr Lebensraum zur Feldbeschaffung zerstört wird.

@HoaXi:

Früchte sind zwar dazu gedacht verspeist zu werden aber nur damit die Tiere die sie fressen danach verbreiten. Und ich denke mal, dass die meisten Frutarier zum Kacken auch aufn Pot gehen und sich nicht aufs Feld stellen. ;) Und DAFÜR werden dann die Früchte nicht produziert, wenn man überhaupt von einem Sinn sprechen kann.

Der Mensch empfindet Tiere als schützenswerter weil Tiere dem Menschen offensichtlicherweise ähnlicher sind als Pflanzen und er sich eher mit ihnen identifizieren kann. Daher werden weniger strenge Vegetarier auch eher mal Fisch als Schwein essen. Nur wo ist dann die Konsequenz? Warum wird eine Unterscheidung zwischen verschiedenen Lebensformen getroffen, nur weil der Mensch einige sympathischer findet als andere? Weil einige Schmerz empfinden? Ist es dann ok Insekten zu essen wenn sie keinen Schmerz empfinden?


HoaXi
Beigetreten: 30.03.2006

Original von cYde
Ich habe auch nirgends behauptet, dass Fleischproduktion die ökologischere Variante ist. Es geht mir lediglich um das Argument, dass man keine Tiere töten will um zu essen. Tiere werden so oder so getötet. Entweder das Tier das wir danach direkt essen oder eben die Tiere die getötet werden weil ihr Lebensraum zur Feldbeschaffung zerstört wird.

Wo Menschen leben, sterben Tiere.
Aber es gibt halt einfach Menschen, die die Zahl der Tiere, für deren Tod sie verantwortlich sind, gering halten wollen, anderen isses egal und wieder andere haben vielleicht sogar Spaß daran, diese Zahl in die Höhe zu treiben.
Dass weniger Tiere sterben, wenn man zB 1 Feld für Vegetarier bestellt, als wenn man 3 Felder bestellt, die Erträge an Nutztiere verfüttert und diese dann tötet um sie zu essen, sollte wohl klar sein.
Wenn jetzt vielleicht paar Tiere draufgehn, weil ein neues Feld angelegt wird, ist dieser Impact wesentlich geringer, als der eines Fleischessers (der Durchschnittsdeutsche isst in seinem Leben rund 1100 Tiere).

Original von cYde
Früchte sind zwar dazu gedacht verspeist zu werden aber nur damit die Tiere die sie fressen danach verbreiten. Und ich denke mal, dass die meisten Frutarier zum Kacken auch aufn Pot gehen und sich nicht aufs Feld stellen. ;) Und DAFÜR werden dann die Früchte nicht produziert, wenn man überhaupt von einem Sinn sprechen kann.

Darauf wollte ich nicht hinaus, das weisst Du aber denk ich selber. Anstoß für die Frutarier ist es natürlich, keine Tiere und Pflanzen zu töten (Getreide "stirbt" bei der Ernte, ein Apfelbaum lebt weiter), und nicht den Früchten zu helfen ihre ultimative Bestimmung zu erfüllen.
Was ich eigentlich klar machen wollte: Es gibt wie immer zwei Extreme, und jeder sucht sich den ihm richtig erscheinenden Punkt zwischen diesen.

Original von cYde
Der Mensch empfindet Tiere als schützenswerter weil Tiere dem Menschen offensichtlicherweise ähnlicher sind als Pflanzen und er sich eher mit ihnen identifizieren kann. Daher werden weniger strenge Vegetarier auch eher mal Fisch als Schwein essen. Nur wo ist dann die Konsequenz? Warum wird eine Unterscheidung zwischen verschiedenen Lebensformen getroffen, nur weil der Mensch einige sympathischer findet als andere? Weil einige Schmerz empfinden? Ist es dann ok Insekten zu essen wenn sie keinen Schmerz empfinden?

Schau, würde mir jemand befehlen entweder nen Stein zu zertrümmern, ne Katze zu töten, oder n Hühnchen, ne Blume zu zertreten, nen Menschen umzubringen oder n Fisch totzuschlagen, dann wär meine Reihenfolge dafür Stein, Blume, Fisch, Hühnchen, Katze, Mensch. Die Reihenfolge hängt von der Prägung (Gesellschaft - zB Kühe in Indien), von eigenen Erfahrungen (Haustier als Kind) und der eigenen, natürlich auch gesellschaftlich geprägten Persönlichkeit ab (Wertschätzung von Intelligenz, oder Mitgefühl mit empfindungsfähigen Tieren etc), wird bei den meisten Menschen in Deutschland aber nur wenig von meiner abweichen. Wie weit rechts Du in dieser Aufzählung die Grenze ansetzt, dass Du den Tod/die Zerstörung dessen in Kauf nimmst, um Deinen Hunger zu stillen, bleibt jetzt jedem selbst überlassen.

Viele essen Rind, aber keine Katzen. Stellt keiner in Frage. Viele essen Fisch, aber kein Rind. Und andere essen nur Gemüse, nicht mal Fisch. Verstehe nicht, wie Du in diesem Zusammenhang von Konsequenz reden kannst? Ist es für Dich denn dann auch inkonsequent, dass wir in Deutschland keine Hunde essen?
Ich würde übrigens - rein von meiner Einstellung her - eher Insekten essen als ein Wirbeltier, da hast Du recht.


st1nson
Beigetreten: 30.07.2010

Jeden Tag Fleisch.


BudSpencer8 Themenstarter
BudSpencer8
Beigetreten: 16.06.2008

Zur Gesundheitsdiskussion:

Viel rotes Fleisch = hohes Darmkrebs-Risiko


cYde
Beigetreten: 04.12.2006

Original von BudSpencer8
Zur Gesundheitsdiskussion:

Viel rotes Fleisch = hohes Darmkrebs-Risiko

Hast du dafür eine Studie? Ich nehme nämlich an, dass auch hier kein Unterschied zwischen demjenigen der sich fünf Mal die Woche Burger bei McD oder Currywurst reinpfeift und demjenigen der ordentliches Fleisch kauft und viel Gemüse und Früchte als Beilagen isst gemacht wird.

@HoaXi:

Worauf ich hinaus will ist die Tatsache, dass der Vegetarier eine nach Sympathie gewählte Grenze setzt, ab der er Lebewesen das Recht zugesteht zu leben. Alles was danach kommt ist quasi vogelfrei. Aber wenn man mit moralischen Werten gegen Fleischkonsum argumentieren will, muss es doch nachvollziehbare Maßstäbe geben oder nicht? Es muss doch stichhaltigere Argumente geben außer der biologischen Unterscheidung zwischen Tier und Pflanze. Ich finde es völlig in Ordnung wenn jemand bestimmte Lebensmittel nicht verzehrt, sei es aus kulturellen oder religiösen Gründen aber das sind dann einfache persönliche Präferenzen und hat nichts mit Moral zu tun imo.

Und zur Ausmaß der zerstörten Natur zur Feldbeschaffung: Ihr habt Recht, dass ein Feld für Getreide weniger Raum zerstört als drei Felder um das Futter für die Rinder zu beschaffen. Geht es euch also nur um das Ausmaß des Tötens? Habt ihr euch dann über das Essen informiert das ihr zu euch nehmt? Es müsste ja dann vegetarische Produkte geben die anderen vegetarischen Produkten vom umweltlichen Schaden her überlegen sind. Ihr dürftet also eigentlich nur das essen was die beste Umweltbilanz hat.


Original von cYde

@HoaXi:

Worauf ich hinaus will ist die Tatsache, dass der Vegetarier eine nach Sympathie gewählte Grenze setzt, ab der er Lebewesen das Recht zugesteht zu leben. Alles was danach kommt ist quasi vogelfrei. Aber wenn man mit moralischen Werten gegen Fleischkonsum argumentieren will, muss es doch nachvollziehbare Maßstäbe geben oder nicht? Es muss doch stichhaltigere Argumente geben außer der biologischen Unterscheidung zwischen Tier und Pflanze. Ich finde es völlig in Ordnung wenn jemand bestimmte Lebensmittel nicht verzehrt, sei es aus kulturellen oder religiösen Gründen aber das sind dann einfache persönliche Präferenzen und hat nichts mit Moral zu tun imo.

Und zur Ausmaß der zerstörten Natur zur Feldbeschaffung: Ihr habt Recht, dass ein Feld für Getreide weniger Raum zerstört als drei Felder um das Futter für die Rinder zu beschaffen. Geht es euch also nur um das Ausmaß des Tötens? Habt ihr euch dann über das Essen informiert das ihr zu euch nehmt? Es müsste ja dann vegetarische Produkte geben die anderen vegetarischen Produkten vom umweltlichen Schaden her überlegen sind. Ihr dürftet also eigentlich nur das essen was die beste Umweltbilanz hat.

komm doch mal bitte aus deinem Extremdenken alles oder nichts raus.
Kerngebriff bei diesen Dingen ist, selbst erschaffenes Leid möglichst zu reduzieren. Das ist aber keine Stufentabelle, an deren Spitze der Highscore wartet. Es ist ein fließender Übergang. Und demnach bedeutet es auch nicht, sich für den Segen seiner Umwelt selbst zugrundezurichten, sondern im Rahmen seiner Möglichkeiten das zu tun was man kann. Kein Mensch kann auf alles achten. vegan, Fairtrade, Rücksicht auf regionale Bauern, Saisongemüse, Unterstzützung sozial schwächerer durch Geld und Arbeitskraft (egal ob in D oder Afrika) usw usw. Das ist in der Summe nicht zu leisten. Das hindert aber auch nicht daran, zumindest einen Teil davon zu tun.

Im Übrigen: Was ist denn stichhaltiger als ein biologischer Fakt? Und wie sollte man einen normativen Begriff wie Moral faktischer machen? Die Unterscheidung Tier <--> Pflanze ist nicht willkürlich, sondern fußt auf Dingen wie Schmerzempfinden und existierendem Bewusstsein. Diese Dinge geben dann oft den Ausschlag bei "was esse ich". Irgendwie muss man sich ernähren und da ist die Pflanze aus Leidvermeidungssicht das kleinste Übel.


pakm0n
Beigetreten: 29.12.2008

Original von cYde

Original von BudSpencer8
Zur Gesundheitsdiskussion:

Viel rotes Fleisch = hohes Darmkrebs-Risiko

Hast du dafür eine Studie? Ich nehme nämlich an, dass auch hier kein Unterschied zwischen demjenigen der sich fünf Mal die Woche Burger bei McD oder Currywurst reinpfeift und demjenigen der ordentliches Fleisch kauft und viel Gemüse und Früchte als Beilagen isst gemacht wird.

@HoaXi:

Worauf ich hinaus will ist die Tatsache, dass der Vegetarier eine nach Sympathie gewählte Grenze setzt, ab der er Lebewesen das Recht zugesteht zu leben. Alles was danach kommt ist quasi vogelfrei. Aber wenn man mit moralischen Werten gegen Fleischkonsum argumentieren will, muss es doch nachvollziehbare Maßstäbe geben oder nicht? Es muss doch stichhaltigere Argumente geben außer der biologischen Unterscheidung zwischen Tier und Pflanze. Ich finde es völlig in Ordnung wenn jemand bestimmte Lebensmittel nicht verzehrt, sei es aus kulturellen oder religiösen Gründen aber das sind dann einfache persönliche Präferenzen und hat nichts mit Moral zu tun imo.

Und zur Ausmaß der zerstörten Natur zur Feldbeschaffung: Ihr habt Recht, dass ein Feld für Getreide weniger Raum zerstört als drei Felder um das Futter für die Rinder zu beschaffen. Geht es euch also nur um das Ausmaß des Tötens? Habt ihr euch dann über das Essen informiert das ihr zu euch nehmt? Es müsste ja dann vegetarische Produkte geben die anderen vegetarischen Produkten vom umweltlichen Schaden her überlegen sind. Ihr dürftet also eigentlich nur das essen was die beste Umweltbilanz hat.

immer immer wieder dieses höchst lächerliche Argument von Leuten die sich einreden wollen, dass andere NICHT bessere Menschen sind, weil sie eben nur TEILWEISE bessere Entscheidungen treffen.
Die Wahrheit ist aber, dass eben doch jede Entscheidung zaehlt. Wer sein Fleisch Konsum auf max. 2-3x die Woche reduziert, wie es 99% aller angesehene Ernährungswissenschaftler empfehlen, der isst gesünder und hilft der Ökoligie. Wer nur 1x die Woche Fleisch isst, rettet im Laufe seines Lebens "X" Tiere, verringert das Einkommen der Industriellen Fleischindustrie etc. Würde alle dies tun, wäre es natürlich offensichtlicher. Aber jeder Mensch zaehlt.
Steck dir dein "du bist ja auch nicht 100% TOTAL perfekt - also ist alles SINNLOS was du machst" sonstwo hin :)


Original von cYde
Ist es dann ok Insekten zu essen wenn sie keinen Schmerz empfinden?

Kurz und knapp, ja. Würden Insekten keinen Schmerz empfinde, wäre es in meinen Augen absolut verrückt darüber nachzudenken, ob es unethisch ist, sie zu essen. Eine ethisches Entscheidung Vegetarier oder Veganer zu werden, beruht ja in den meisten Fällen auf dem Grundgedanken "Haltung und Schlachtung erzeugt unnötiges Leid (da fleischloses Leben problemlos möglich), deshalb unterstütze ich das nicht." Das ist in dem Fall auch keine willkürliche Grenze. Ein Tier hat nun mal ein Nervensystem, das Schmerz verarbeitet, eine Pflanze reagiert zwar auf "Schmerz" (Blatt abreißen etc.), kann das aber nicht verarbeiten. (Ist jetzt alles Grundschulsprache, weil ich mit der Fachterminologie nicht vertraut bin.)


Frufru007
Beigetreten: 19.04.2006

Original von Tezet

Original von Seylon
@ Tezet: Ich finde du verharmlost die Fakten etwas. Wenn dir die journalistischen Artikel nicht gefallen, guck doch einfach in die Originalpublikation:
http://archinte.ama-assn.org/cgi/content/full/169/6/562

Da findest du dann angepasste (=unabhängig von Alter, Geschlecht, Raucher etc.) Hazard Ratios von bis zu 31% für die Gesamtmortalität. Soweit ich das verstanden habe ist das das Extrarisiko, was du hast, wenn du zu den 20 % am meisten Fleisch essenden Personen gehörst gegenüber den 20% am wenigsten Fleisch essenenden. (Rotes Fleisch). Wer jeden Tag Fleisch ist, gehört da denk ich mindestens zu den oberen 40% und hat damit mindestens ein Risiko von +21%.

Natürlich gibt es noch viele andere Einflussfaktoren. Aber durch die Verwendung von adjustierten Modellen hast du bis zu +31 % für jeden. Die Studienteilnehmer waren zu Beginn 50-71 Jahre alt, die Studie ging 10 Jahre lang. D.h. du hast in diesem Zeitraum etwa dieses Zusatzrisiko.
Da die Studie über extrem viele Teilnehmer verfügte, kannst du es auch nicht auf statistische Schwankungen schieben.

Ich finde +31% sind nichts, was man mal so unter "Fitzelchen" subsummieren kann. Da vegetarisches Essen genauso gut schmeckt (ich habe 21 Jahre lang gerne Fleisch gegessen, vermisse es dennoch keine Sekunde), würde ich lieber länger leben.

Aber damit sagst du doch gar nichts was ich nicht schon gesagt habe. Die besagten Zahlen gelten für die Vielfleischesser. Das hat aber nichts mit den von mir angesprochenen Personen zu tun, die sich ausgewogen ernähren und nur moderate Mengen Fleisch essen. Ich bin der festen Überzeugung, das eine ganze Reihe anderer Lebensmittel zu ähnlichen Problemen führen würde, würde man sie derart ausschweifend konsumieren.
Für die die sich ausgewogen ernähren, ist es nur ein Fitzelchen, den es aus gesundheitlicher Sicht ausmacht. Alle die sich das Fleisch in Massen reinstopfen sind schon von vornherein gar nicht als Grundlage geeignet, auf der Gesundheitsaspekte einer konkreten Ernährungsform diskutiert werden sollen.

Du kannst die Zahlen für mittelviel Fleischesser ja genau ablesen. Die mittlere Gruppe, die im Schnitt 62 g Fleisch pro Tag aß, hat schon ein 17% höhere Risiko. Die Hochrisikogruppe mit +31 % aß ca 140g Fleisch am Tag. Die Zahlen beziehen sich auf Rotes Fleisch, spricht Schwein, Rind, Lamm, etc. ohne Wurst, die ist noch einmal extra aufgeführt.

So, 140 g Fleisch sind jetzt nicht wirklich viel, das hast mit einer Fleischmahlzeit pro Tag eigentlich schon drin. Für 8% Risiko bräuchtest 42 g pro Tag und für keine Risikoerhöhung 20g am Tag. Das entspricht dann einer Mahlzeit pro Woche.

Also wie du siehst, ist von echten Massen hier überhaupt nicht die Rede... Nach wie vor finde ich z.B. 20% kein Fitzelchen, d.h. einer von 6 Personen wäre nicht gestorben, wenn er nicht so viel Fleisch gegessen hätte.

Ich bezweifle, dass sich diese Rechnung für andere Nahrungsmittel so aufstellen lässt. In Fleisch hast du zum einen viel "böses Fett", dann viel Eisen, welches oxidieren kann, und wohl am wichtigsten Verwesungsprodukte, die meiner Meinung nach durchaus plausibel schädigend wirken können.


abgerammelt
Beigetreten: 23.01.2008

Ich habe eine ganze Weile aus gesundheitlichen Gründen komplett auf Fleisch und Wurst verzichtet. Nach wie vor wird meine Nahrungsaufnahme durch purinarme Kost bestimmt.
Wenn ich aber mal Bock auf ein Stück Fleisch habe dann ist das allemal drin.
Das kann 3x die Woche oder auch nur alle 2 Monate 1x sein.


Coldplay01
Beigetreten: 08.02.2006

Original von cYde

Original von BudSpencer8
Zur Gesundheitsdiskussion:

Viel rotes Fleisch = hohes Darmkrebs-Risiko

Hast du dafür eine Studie? Ich nehme nämlich an, dass auch hier kein Unterschied zwischen demjenigen der sich fünf Mal die Woche Burger bei McD oder Currywurst reinpfeift und demjenigen der ordentliches Fleisch kauft und viel Gemüse und Früchte als Beilagen isst gemacht wird.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,779374,00.html

http://www.rp-online.de/gesundheit/news/Fleischkonsum-erhoeht-das-Darmkrebsrisiko_aid_94234.html


cYde
Beigetreten: 04.12.2006

Original von Coldplay01

Original von cYde

Original von BudSpencer8
Zur Gesundheitsdiskussion:

Viel rotes Fleisch = hohes Darmkrebs-Risiko

Hast du dafür eine Studie? Ich nehme nämlich an, dass auch hier kein Unterschied zwischen demjenigen der sich fünf Mal die Woche Burger bei McD oder Currywurst reinpfeift und demjenigen der ordentliches Fleisch kauft und viel Gemüse und Früchte als Beilagen isst gemacht wird.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,779374,00.html

http://www.rp-online.de/gesundheit/news/Fleischkonsum-erhoeht-das-Darmkrebsrisiko_aid_94234.html

Zitat:

"Das Resultat: Die Teilnehmer, die viel rotes Fleisch aßen, waren häufiger Raucher, nahmen insgesamt mehr Kalorien zu sich, hatten einen höheren Body-Mass-Index (BMI) und trieben weniger Sport. Der Fleischkonsum war also generell mit einem ungesünderen Lebensstil verknüpft. Allerdings zeigte sich auch nach dem Herausrechnen dieser Faktoren noch ein erhöhtes Diabetesrisiko für die Fleisch-Liebhaber.

Wenn die Forscher den steigenden BMI der Studienteilnehmer berücksichtigten, schwächte sich der Zusammenhang von Fleischkonsum und Diabetesrisiko ein wenig ab. Das deutet aus ihrer Sicht darauf hin, dass das höhere Risiko, zuckerkrank zu werden, teilweise darauf beruht, dass Menschen, die viel Fleisch essen, eher übergewichtig werden."

Klingt für mich genau nach dem was ich vorher schon geschrieben habe. Die Studie differenziert lediglich zwischen Leute die viel Fleisch und denen die wenig Fleisch essen. Dass bei den Vegetariern viel mehr Leute dabei sind die auf ihre Ernährung achten, ist doch klar.

Für mich zeigt die Studie einzig und allein, dass sich Leute die viel Fleisch essen oft insgesamt sehr ungesund ernähren und dann eben auch ein erhöhtes Krankheitsrisiko haben. Das liegt dann aber nicht am Fleisch alleine sondern aus dem Zusammenspiel aller Faktoren. Übrigens sind Wurst, Speck und Mortadella nicht gerade das was ich als "gutes Fleisch" bezeichnen würde. Zumal die ganzen Wurstwaren meistens auf nem Stück Toast oder ner Semmel gegessen werden, womit wir alleine bei diesem Beispiel schon eine weitere Quelle schlechter Stoffe zusätzlich haben im Vergleich zu jemandem der evtl. lieber ein paar Früchte isst.


Shore
Beigetreten: 11.11.2007

Fünfmal Fleisch ist ungesund. Früher gab es nur 1x in der Woche Fleisch und die Leute waren im Schnitt dünner als heute.

Ich empfehle folgendes Buch: http://www.amazon.de/einfache-Dinge-Ern%C3%A4hrung-wissen-sollten/dp/3938060093
Das wurde von einem Ernährungswissenschaftler verfasst und er geht auf alle möglichen Nahrungsmittel ein und erklärt fundiert wie sie sich auf unsere Gesundheit auswirken.

Ich selbst ernähre mich seit einem Jahr vegetarisch, habe deswegen 30 kg gedropt und kann mein Traumgewicht halten. Ich hab viel mehr Energie zu Verfügung und kann mehr Leistung erbringen. Als Schüler war ich eher der 3er Kandidat und bin einmal sitzen geblieben. Im Informatikstudium bin ich derzeit unter den besten 5% des Jahrgangs. Klar, spielt da noch mehr mit rein, aber meine gesunde Ernährung ist dabei die Grundlage.


HoaXi
Beigetreten: 30.03.2006

@Darmkrebsrisiko

http://jnci.oxfordjournals.org/content/97/12/906.full

Studie mit 480000 Teilnehmern

Die Gruppe mit dem höchsten Fleischkonsum hat ein 57% erhöhtes Darmkrebsrisiko, um den ungesunderen Lebensstil der Fleischessergruppe (Rauchen etc) bereinigt, beträgt die Risikoerhöhung noch 35%.
Hauptproblem ist "Processed Meat" (Wurst, Gepökeltes, Räucherfleisch usw), nur rotes Fleisch mit Verzicht auf Wurst etc erhöht das Risiko, wiederum lebensstilbereinigt nur um 17%, wobei nur Schweine- und Lammfleisch negative Auswirkungen zeigen (Erhöhung um je ~20%), Rindfleisch jedoch kaum.
(Putenfleisch sowie Fisch wirken sich sogar positiv aus.)

Hier noch ne Tabelle mit allen Werten in der Übersicht:
http://jnci.oxfordjournals.org/content/97/12/906/T3.expansion.html


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