Poker-Grundlagen: Polarisierte Ranges
Wie sollte man agieren, wenn der Gegner lediglich ein Monster oder absoluten Trash halten könnte? Wir erläutern die Grundlagen von polarisierten Ranges...

Eine polarisierte Range liegt vor, wenn die Hände darin in Richtung sehr starker Hände oder reinen Bluffs gewichtet sind. Kurz gesagt: Entweder man hat es oder eben nicht.
Nehmen wir zum Beispiel an der Flop besteht aus J A 2 und der Gegner setzt eine Bet. Wenn man davon ausgeht, dass seine Range in dem Spot polarisiert ist, würde man ihn auf starke Hände wie AA, AK, AQ, AJ, JJ, 22 setzen und Bluffs wie KQ, KT, QT, Q9 etc.
Im Gegensatz zu einer linearen Range liegen bei einer polarisierten Range keine mittelstarken Hände vor. Dabei werden Ranges generell umso polarisierter, je mehr man sich dem Showdown nähert, da auf den späten Streets die Betsizes steigen und die meisten mittelstarken Hände entsprechend dagegen folden.
Keine mittelstarken Hände

Polarisierte Ranges treten häufig auf, wenn ein Spieler vor dem Flop 3-bettet oder postflop ein Reraise setzt. Das Fehlen von mittelstarken Händen, die Potkontrolle bevorzugen würde, gewichtet eine Range dann in Richtung Bluffs und Valuebets.
Wenn man gegen eine polarisierte Range spielt, dann sollte man es grundsätzlich vermeiden, weiter zu reraisen. Dagegen kann der Gegner letztlich einfach seine Bluffs folden und mit seinen starken Händen weiterspielen. Bluffcatchen sollte gegen polarisierte Ranges hingegen die meiste Zeit das Mittel der Wahl sein.
Der Schlüssel beim Spielen einer polarisierten Range ist, basierend auf dem eigenen Betsizing die richtige Balance zwischen Bluffs und Valuehänden zu finden. Hat man zu viele Valuehände, kann der Gegner schlichtweg immer folden. Hat man zu wenig Bluffs, wird man nicht genug Value vom Gegner bekommen.
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