Phil Galfond gilt als einer der talentiertesten Pokerspieler überhaupt und hat mit einem eigenen Konzept deutlich gemacht, wie wichtig das Denken in Ranges statt einzelnen Händen ist.
Phil Galfond
Das Konzept hinter den Sklansky Bucks, die dabei helfen, einen besseren Umgang mit Bad Beats zu finden, wenn man sich den theoretisch durchschnittlichen Gewinn in einem Spot bewusst macht, haben wir bereits erläutert. Wer den Artikel dazu noch nicht gelesen hat, sollte das tun, bevor es hier weitergeht.
In der modernen Ära hat Phil Galfond das Konzept von David Sklansky aufgegriffen und in die sogenannten G-Bucks oder auch Galfond Bucks weiterentwickelt.
Sklansky Bucks sind im Grunde eine Berechnung, wie die eigene Hand gegen eine andere Hand im Durchschnitt abschneiden wird, wenn das Geld in die Mitte wandert. Bei G-Bucks wird hingegen betrachtet, wie die eigene Hand gegen die gesamte Range performt, die ein Gegner in einem Spot voraussichtlich hält.
Im Falle der Sklansky Bucks hatten wir das Duell A K vs. A 2 betrachtet und bekamen am Ende ein positives Ergebnis von $49,98 Sklansky Bucks "gutgeschrieben", nachdem wir ein All-in um insgesamt $200 auf NL100 mit 74,99% Equity gespielt hatten.
Das Denken in Ranges
Das Denken in Ranges ist schwieriger, allerdings auch deutlich nützlicher
Das ist zwar gut zu wissen, vor allem wenn man sich im Downswing befindet, es bleibt jedoch ergebnisorientiert, weil wir die genaue Hand des Gegners kennen. In der der Realität können wir unseren Gegner bei seinem Shove aber nur auf eine vermeintliche Range setzen, wie zum Beispiel 22+ KJ+ Ax. Gegen die hätten wir mit unserer Hand AK mit 64,5% etwas weniger Equity.
Für die G-Bucks würde man nach Bestimmung der Equity gegen eine komplette Range dann dieselbe Berechnung wie bei den Sklansky Bucks vornehmen, das heißt konkret:
[($200) * (0.6450)] -$100 = $29.
Im konkreten Beispiel machen wir also $49,98 Sklansky Bucks gegen die Hand, die der Gegner tatsächlich hatte, gegen seine gesamte Range allerdings nur $29. Das liegt daran, dass wir Hände wie A2o zwar crushen, es aber auch eine Reihe von Händen in der Range 22+ KJ+ Ax gibt, die gegen uns gut performen, sodass wir im Schnitt weniger gewinnen.
Das Konzept der G-Bucks verdeutlicht die immense Bedeutung, die das Denken in Ranges statt einzelnen Händen beim Poker hat. Es ist zwar deutlich schwieriger eine komplette Range zu bestimmen und Fehler können dabei nicht unerhebliche Konsequenzen auf das vermeintliche Ergebnis haben, es entspricht jedoch deutlich mehr den Tatsachen an den Tischen und einzelne Spots, in denen man sich befindet.