Aktualisiert am 26 Feb. 26 von

Poker-Grundlagen: Stack to Pot Ratio

Heute werfen wir einen Blick auf eine simple Berechnung, die nicht nur essenziell für den Erfolg beim Poker ist, sondern große Pötte auch deutlich stressfreier gestalten kann.

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Der eigene Stack im Vergleich zum Pot entscheidet, wie sehr man darum kämpfen sollte

Wie der Name erahnen lässt, ist die Stack to Pot Ratio (SPR) ein Maßstab, der angibt, wie groß der eigene Stack im Vergleich zum Pot ausfällt. Sie wird genutzt, um zu beurteilen, wie sehr man sich einem Pot verschreiben oder auch "committen" sollte.

Die SPR-Formel ist sehr simpel:

Effevtive Stacksize/Potgröße = Stack to Pot Ratio

Fällt die SPR niedrig aus, sollte man sich darauf einstellen, auch bereits mit mittelstarken Händen um einen Pot zu kämpfen. Fällt sie hingegen hoch aus, dann sollte man sich nur mit den besten Händen der eigenen Range in einem Pot committen. Das gilt natürlich nur grob als Orientierung und belastbare Reads können natürlich auch einen anderen Ansatz nahelegen.

Betrachten wir ein Beispiel zur Veranschaulichung:

Der Pot beträgt $100 und wir haben noch einen Stack von $150, zum Beispiel weil sich preflop ein 4-Bet-Pot ergeben hat. Wir halten AJund der Flop bringt J98. Unsere SPR beträgt in dem Spot:

$150/$100 = 1,5 SPR

In solch einer Situation sollte man bereit sein, mit Top Pair/Top Kicker alles zu setzen, da man bereits zu viel Geld im Vergleich zur eigenen Stacksize in den Pot investiert hat. Die niedrige SPR von 1,5 sorgt also dafür, dass man sein Geld eher in die Mitte schieben kann. Es ist nicht auszuschließen, dass wir mit unserer Hand noch von schlechteren Hände wie schwächeren Buben, einem schlechteren Paar, einem Herz-Draw oder AK oder AQ ausgezahlt werden.

Was aber, wenn die SPR hoch ausfällt?

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Nicht einfach mit Junk 4-betten, nur damit man am Flop mit schwachen Händen All-in gehen kann

Wie sieht das Beispiel derweil aus, wenn wir dieselbe Hand auf demselben Flop halten, dieses Mal jedoch der Pot lediglich $10 beträgt, während unser Stack noch $195 groß ist?

In solch einem Fall wäre die SPR:

$195/$10 = 19,5 SPR

Mit Top Pair in solch einem Moment alles in den Pot zu investieren, könnte ein Desaster werden, es sei denn man hat einen extrem guten Read auf den Gegner. Würde man zum Beispiel mit seinem Top Pair auf dem Flop setzen und gereraist werden, dann dürfte man realistisch nur noch einen Draw schlagen, der semiblufft und sich häufig genug noch zur besten Hand verbessert. Gegen Overpair, Two Pair, Set, Straight oder einem überlegenen Kombodraw, die allesamt auf solch einem Flop reraisen können, liegen wir bereits klar hinten. Die SPR von 19,5 ist derweil ein klares Warnsignal, dass man in solch einem Spot eine sehr starke Hand halten sollte, wenn man sich mit vielen Chips dem Pot verschreiben will.

Grundsätzlich sind Board, Gegner und eigene Karten Aspekte, die stets mit beachtet werden müssen, aber als grobe Orientierung kann man sich merken: Mit einer SPR von 0-3 ist es in Ordnung, wenn man sich mit einzelnen Paaren committet, während man ab einem Wert von 6 oder höher eher vorsichtig agieren und nur mit Händen wie Sets oder besser direkt aufs Ganze gehen sollte.

Bevor man sich nun aber in jedem Pot committet, weil die SPR sehr gering ausfällt, noch ein paar Warnhinweise: Das bedeutet keinesfalls, dass man nun mit Junk anfangen sollte, preflop zu 4-betten, nur damit der Pot am Flop groß genug ausfällt, dass man sich sorglos mit Third Pair committen kann. Man kann preflop äußerst unprofitable Situationen orchestrieren, wenn man auf diese Weise agiert, selbst wenn der Postflop-Spot isoliert betrachtet profitabel wäre.

Darüber hinaus verringert sich die SPR zwingend mit jeder weiteren Street beim Hold'em. Wandert mehr Geld am Flop in den Pot, wird die SPR am Turn auch entsprechend geringer ausfallen. Das bedeutet im Umkehrschluss aber nicht, dass man nun anfangen sollte, sich am Turn mit schwächeren Händen zu committen als am Flop, denn je mehr eine Hand voranschreitet, umso mehr kommt auch das Ausschlussprinzip zum Tragen.

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