Aktualisiert am 26 Feb. 26 von

Poker-Grundlagen: Der Float

Heute stellen wir für unsere Neulinge und Wiedereinsteiger eine etwas komplexere Bluffstrategie vor, die über mehrere Streets in Folge ausgeführt wird.

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Nicht diese Art von Float ist gemeint

Floating ist eine Strategie, bei der man eine Bet am Flop oder Turn mit einer schwachen Hand nur callt, um gezielt noch auf einer späteren Street damit zu bluffen.

Grundsätzlich ist ein Float für gewöhnlich nur in einem Heads-up-Pot möglich, da man die Action abschließen möchte und den Bluff nicht gegen zwei Gegner spielen will. Zudem funktioniert ein Float nur, wenn man auch Position hat, das heißt, wenn man stets nach dem Gegner auf den Streets an der Reihe ist.

Am besten funktioniert ein Float, wenn man solide Informationen über die gegnerische Range und seine Tendenzen hat. Idealerweise will man gegen einen Gegner spielen, der schon das eine oder andere Mal auf dem Turn aufgegeben hat, wenn er am Flop gecallt wurde. Oder man möchte ein Board erwischen, dass dem Gegner kaum geholfen haben kann, sodass er nicht bereit sein wird, auf mehreren Streets in Folge Geld in den Pot zu investieren.

Position ist der Schlüssel

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Als Letzter am Zug zu sein, ist erforderlich für einen erfolgreichen Float

Gehen wir als Beispiel davon aus, dass wir gegen einen berechenbaren tight-aggressiven Spieler antreten, der viele Continuation Bets setzt, allerdings sehr selten den Turn bettet. Nehmen wir außerdem an, dass er in UTG initial geraist hat und wir ihn auf eine Range von 88+ ATs+ AJo+ setzen. Am Button callen wir mit J Q.

Der Flop bringt 4 5 9, wir haben ihn also komplett verpasst und der Gegner setzt. Angesichts der angenommenen Range gehen wir jedoch nicht davon aus, dass er den Flop sonderlich gut getroffen hat, entsprechend müssen wir lediglich auf mögliche Overpairs aufpassen.

Es ist also ein guter Flop, um einen Float zu spielen, wenn man davon ausgeht, dass der Gegner ihn größtenteils verpasst hat. Hinzu kommt, dass er eine Tendenz gezeigt hat, am Turn schnell aufzugeben, während wir eine weitere Range repräsentieren können, die den Flop besser getroffen haben kann. Darüber hinaus haben wir im schlimmsten Fall auch noch die Chance, einen guten Runner-Runner-Draw am Turn zu erwischen. Checkt der Gegner also die meisten Turns, bietet sich hier eine gute Möglichkeit für einen Bluff. Bettet er hingegen den Turn, kann man sich mit Leichtigkeit aus der Hand verabschieden.

Es ist wichtig, dass man sich noch einmal bewusst macht, wie wichtig es für das Gelingen des Floats ist, dass wir uns im Beispielspot in Position befinden. Als Letzter auf jeder Street an der Reihe zu sein, verschafft einem deutlich mehr Flexibilität bei der Entscheidungsfindung.

Ein Bluff ist das eindeutige Ziel

Es gibt natürlich noch bessere Hände zum Floaten, das gilt vor allem für schwache Draws, die sich deutlich verbessern können, wie zum Beispiel ein Gutshot. Es handelt sich jedoch nicht um einen Float, wenn wir am Flop mit einem guten Draw callen. Das Ziel beim Float ist stets ein klarer Bluff auf einer späteren Street. Callt man hingegen mit einem starken Draw und verpasst ihn, wird es automatisch auch schwieriger zu bluffen, da man andere Draws blockiert, die am ehesten noch gegen einen folden.

Floats werden von unerfahrenen Spielern häufig als irrtümliche Rechtfertigung für schlechte Calls genutzt. Sie funktionieren letztlich aber nur, wenn man einen soliden Read auf den Gegner hat, dass er das Board aller Voraussicht nach verpasst hat und/oder die Tendenz hat, auf späteren Streets zu check/folden. Falsch angewandt, sind Floats jedoch ein klassisches Beispiel für das sogenannten Fancy-Play-Syndrom.

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