Aktualisiert am 26 Feb. 26 von

Poker-Grundlagen: PFR

Wir erläutern eine weitere Schlüsselstatistik gebräuchlicher Poker-HUDs, über die man sich im Klaren sein sollte, auch wenn man keine Trackingsoftware nutzt.

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Ein zu niedriger PFR signalisiert Passivität und eine Tendenz zu Limps

Im letzten Artikel der Grundlagenreihe haben wir das Thema HUD-Stats aufgegriffen und mit dem VPIP den ersten Basiswert erläutert. Heute setzen wir die Reihe fort und widmen uns mit dem PFR dem bedeutendsten statistischen Wert, der einem in Kombination mit dem VPIP sehr viel über das Spiel des Gegners verraten kann.

PFR steht für Pre Flop Raise und wie man erahnen kann, bemisst der Wert, wie häufig ein Spieler die Action mit einem Raise statt einem Limp oder Call eröffnet.

Der Wert ist also ein Maß für Aggression, da ein Raise vor dem Flop als eben solche ausgelegt wird. Beim Poker der heutigen Zeit steigen die meisten Spieler, wenn sie als erstes an der Reihe sind, mit einem Raise in die Hand ein, selbst wenn sie nur schwache oder spekulative Karten halten. Fällt der PFR vergleichsweise niedrig aus, lässt sich darin eine Tendenz zu Passivität und Limps erkennen. Fällt er sehr hoch, signalisiert er hingegen ein hohes Maß an Aggression mit einer Vielzahl von Händen.

Warum aber ist der PFR eine so wichtige Statistik, wenn ohnehin preflop fast nur geraist wird?

Die Lücke zwischen VPIP und PFR

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Fallen VPIP und PFR ähnlich aus, kann man mit einem gebalancten aggressiven Spieler rechnen

Der PFR wird besonders nützlich, wenn er in Kombination mit dem VPIP betrachtet wird. Dabei richtet man das Augenmerk auf das Ausmaß der Divergenz der beiden Werte.

In den Pokerforen der Welt wird die Kategorisierung von Gegnern häufig mit zwei Kennzahlen in Form von zum Beispiel "23/22" versehen. Das bedeutet nichts anderes, als dass der Gegner einen VPIP von 23 und einen PFR von 22 hatte, er halt also 23% seiner Hände freiwillig spielt und 22% geraist. Per Definition wird der VPIP also immer höher ausfallen als der PFR.

Wenn ein Spieler mit Werten von 16/16 bei hoher Samplesize unterwegs ist, dann bedeutet das, dass er zwar vergleichsweise wenige Hände spielt, diese jedoch immer aggressiv mit einem Raise eröffnet. Man spricht von einem tight-aggressive Spieler oder auch TAG. Hat ein Gegner hingegen Werte von 22/12 bedeutet das, dass er mehr Hände spielt, diese jedoch deutlich passiver, da er weniger raist und häufiger mit einem Call oder Limp agiert.

Ist ein Spieler mit sehr unterschiedlichen Werten wie 41/11 unterwegs, dann kann man fast sicher davon ausgehen, dass man es mit einer typischen Calling Station zu tun hat, der sehr viele Hände spielen und den Flop stets billig sehen will. Ein Spieler mit Werten wie 36/35 würde hingegen einen loosen allerdings auch aggressiven Spieltstil bedeuten, was gemeinhin auch als LAG bezeichnet wird.

Die wesentliche Information ist also die Höhe des Unterschieds zwischen VPIP und PFR. Egal ob 16/16 oder 36/35, ein eben solcher Spieler eröffnet seine Hände allesamt aggressiv und gebalancet, was bereits durchblicken lässt, dass man es grundsätzlich mit keinem schlechten Spieler zu tun hat. Liegt hingegen eine große Lücke vor wie bei 38/12 oder 18/6 kann man eher davon ausgehen, dass man es mit einem schwachen, leicht zu exploitenden Gegner zu tun hat.

Wer bei einem Anbieter aktiv ist, bei dem HUDs erlaubt sind, und dessen Interesse geweckt ist, der kann mit Poker Tracker 4 jederzeit eine Trackingsoftware zum Aufzeichnen gegnerischer Statistiken gratis testen.

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