Aktualisiert am 26 Feb. 26 von

GTO-Pokertheorie: Wissen kann ein Fluch sein

Eine Herausforderung für einige Coaches besteht darin, die Perspektive der Schüler einzunehmen, um Lektionen zu entwickeln, die an deren Können angepasst sind.

Wer sich für Poker interessiert, bekommt zwangsläufig auch Einblicke in andere Wissens- und Themenfelder wie Wirtschaft, KI, Psychologie und Spieltheorie. Daher gibt es eine neue Artikelreihe, bei der wir einige der wichtigsten Themen abdecken, die auch Anwendung beim Spiel finden, das wir alle kennen und lieben.

Warum sind Strategieinhalte, die von den weltbesten Spielern vermittelt werden, oft schwieriger zu verstehen sind als der Content von weniger erfahrenen Coaches?

Der 'Fluch des Wissens' beschreibt eine kognitive Voreingenommenheit, die auftritt, wenn jemand aufgrund seiner Expertise Schwierigkeiten hat, anderen Menschen komplexe Konzepte zu erklären. Dabei wird fälschlicherweise angenommen, der gegenüber hätte denselben Wissensstand wie man selbst. Allerdings verfügt die andere Person möglicherweise nicht über alle nötigen Informationen, um die vermittelten Inhalte verstehen zu können.

Die Perspektive des Schülers einnehmen

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Die besten Spieler sind nicht unbedingt die besten Lehrer

Bei der Beschaffung von Informationen sollte man stets den Hintergrund des Autors berücksichtigen, besonders wenn es um Pokerinhalte geht.

Ein Weltklassespieler ist nicht unbedingt ein ausgezeichneter Lehrer. Sollte ein Spieler umfangreiche Erfahrung mit Solvern und anderen komplexen Methoden haben, kann es besonders schwierig sein, seine vermittelten Inhalte nachzuvollziehen, wenn man selbst keine vergleichbare Erfahrung hat.  

Einigen Spielern fällt es leichter, von einem Coach zu lernen, dessen Niveau nur leicht über dem eigenen liegt. Von den komplexen Strategien erfahrener Elitespieler könnten sich Schüler hingegen regelrecht erschlagen fühlen. 

Zurück zu den Grundlagen

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Neulinge nicht mit komplexen Methoden überfordern

Bei der Arbeit mit einem Coach, dessen Erfahrungsschatz den eigenen nur leicht übersteigt, wird man irgendwann an eine Grenze stoßen. Daher ist es ratsam, aktiv nach weiteren Trainern zu suchen, die fähig sind, zusätzliche Methoden zu vermitteln. 

Als Schüler sollte man sich nicht scheuen, auch einfache Fragen zu stellen. Es kann hilfreich sein, den Coach zu bitten, einen Sachverhalt so zu erklären, dass auch ein Fünfjähriger ihn versteht. Viele der Teilnehmer einer Lerngruppe werden dankbar sein.

Falls man selbst die Rolle des Coaches einnimmt, sollte man sich dieser kognitiven Voreingenommenheit bewusst sein und die Perspektive des Schülers einnehmen. In diesem Fall ist es wichtig, dass man als Coach seine Erklärungen an den Wissensstand seines Gegenübers anpasst, um sicherzustellen, dass diese für den Schüler gut verständlich sind. 

Welche Theorien, die nicht aus der Pokerwelt stammen, haben eurem Spiel geholfen? Wir freuen uns auf eure Kommentare!

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