Aktualisiert am 26 Feb. 26 von

GTO-Pokertheorie: Die Hantelstrategie

Starinvestor und Milliardär Nassim Taleb hat sich in seiner Karriere auf asymmetrische Risiken konzentriert. Lässt sich seine "Barbell Strategy" auch auf das Pokerspiel anwenden?

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Eines der größten Geschenke in meiner Karriere als Pokerspieler ist, dass Poker immer ein großartiger Ausgangspunkt ist, um Dinge aus anderen Bereichen wie Wirtschaft, künstliche Intelligenz, Psychologie und Spieltheorie zu lernen. In dieser Artikelserie stelle ich einige der interessantesten Dinge vor, die ich abseits des Pokertisches gelernt habe und die auf das Spiel, das wir kennen und lieben, anwendbar sind.

Die Barbell-Strategie, bekannt durch den Autor und ehemaligen Wall-Street-Händler Nassim Nicholas Taleb, beschreibt einen unkonventionellen Ansatz für Investitionen. Diese Vorgehensweise unterscheidet sich von herkömmlichen Anlagestrategien erheblich und legt den Fokus auf extreme Diversifikation als primäres Risikomanagementinstrument.

Die Barbell-Strategie besteht im Wesentlichen darin, ein Anlageportfolio in zwei deutlich unterschiedliche Positionen aufzuteilen, daher der Begriff Barbell (Hantel). Der Investor schichtet dabei einen Großteil seines Portfolios, normalerweise etwa 80-90%, in äußerst risikoarme Anlageklassen mit geringer Rendite um. Dazu könnten Anleihen, Bargeld oder Geldmarktinstrumente wie Tagesgeldkonten gehören. Das Ziel besteht darin, den Großteil des Portfolios vor Marktschwankungen und unerwarteten Abschwüngen zu schützen.

Die verbleibenden 10-20% des Portfolios werden in hochriskante Anlagen mit potenziell hoher Rendite investiert. Dazu könnten Wachstumsaktien, Optionen, Futures oder Investitionen in Schwellenländern gehören. Dieser Teil des Portfolios zielt darauf ab, signifikante Renditen zu erzielen, um die geringen Erträge aus den sicheren Investitionen auszugleichen.

Die Barbell-Strategie verzichtet gänzlich auf Anlagen mittleren Risikos. Diese Anlagen bieten weder ausreichend Schutz in Abschwungphasen noch gewährleisten sie überdurchschnittliche Renditen in Bullenmärkten. Durch die Konzentration des Kapitals auf die beiden Extreme des Risikospektrums bietet diese Strategie eine optimale Möglichkeit, das Kapital zu schützen, ohne dabei das Potenzial auf überdurchschnittliche Renditen zu vernachlässigen.

Ein Wagnis mit Vernunft

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Spoilerwarnung: Niemand ist finanziell ausreichend ausgestattet, um am WSOP Main Event teilzunehmen. In den meisten Fällen verkaufen die Spieler sogar einen erheblichen Anteil ihrer Teilnahme. 

Jeder, der am Main Event teilnimmt, wagt somit einen Shot, ganz nach Vorlage der Barbell-Strategie. 

Eine vernünftige Strategie könnte sein, dass man einmal im Jahr 10% seiner Bankroll für ein profitables Großereignis wie das WSOP Main Event einsetzt und dabei eventuell Anteile verkauft. Das restliche Jahr wird auf den gewohnten Limits gespielt, die man hoffentlich nachhaltig schlägt. 

Wenn jemand beispielsweise 50.000 $ im Jahr verdient und das WSOP Main Event der einzige Shot im Jahr bleibt, ist die Chance auf einen Bankrott vernachlässigbar gering. Während man das restliche Jahr über ausschließlich Partien mit geringer Varianz spielt, ist man bestens vor enormen Downswings geschützt, setzt sich aber gleichzeitig der asymmetrischen Chance aus, die das Main Event bietet. Solch ein profitables Großereignis lockt nicht nur mit seinem schwachen Teilnehmerfeld, sondern bietet auch weitere Vorteile wie potenzielle Sponsorenmöglichkeiten, falls man mit einem gottgleichen Lauf gesegnet ist.

Auch wenn die Verlockung, regelmäßig bei großen Events mitzumischen, groß ist, sollte man diszipliniert haushalten, da sonst ein enormes Risiko auf erheblichen finanziellen Schaden entsteht. Die Barbell-Strategie ist daher eine ausgezeichnete Methode, die extreme Varianz im Zaum zu halten und sich gleichzeitig enormen Chancen auszusetzen. 

Welche Theorien, die nicht aus der Pokerwelt stammen, haben eurem Spiel geholfen? Wir freuen uns auf eure Kommentare!

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