Aktualisiert am 26 Feb. 26 von

GTO-Pokertheorie: Hick's Law

Weniger Optionen zu haben, bedeutet, dass man mehr Zeit hat, sich am Pokertisch auf das Wesentliche zu konzentrieren.

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Wer sich für Poker interessiert, bekommt zwangsläufig auch Einblicke in andere Wissens- und Themenfelder wie Wirtschaft, KI, Psychologie und Spieltheorie. Daher gibt es eine neue Artikelreihe, in der ich einige der wichtigsten Themen abdecke, die auch Anwendung beim Spiel finden, das wir alle kennen und lieben.

Das Hick'sche Gesetz ist ein psychologischer Grundsatz, der den Zusammenhang zwischen der Anzahl der zur Verfügung stehenden Wahlmöglichkeiten und der Zeit erklärt, die für eine Entscheidung benötigt wird. Die Maxime wurde erstmals 1952 vom britischen Psychologen William Edmund Hick aufgestellt.

Nach dem Hick'schen Gesetz gilt: Je mehr Optionen zur Auswahl stehen, desto länger dauert es, bis eine Entscheidung getroffen ist. Das liegt daran, dass mit der Anzahl der Alternativen auch die Zeit steigt, die das Gehirn braucht, um die Informationen zu verarbeiten, um die beste Auswahlmöglichkeit zu wählen.

Ein gutes Beispiel für die Anwendung des Hick'schen Gesetzes ist die Gestaltung der Speisekarte. Ein Restaurant mit einem umfangreichen Menü, das zahlreiche Optionen für jede Kategorie bietet, kann die Gäste überfordern und zu längeren Entscheidungszeiten führen. Im Gegensatz dazu kann ein Restaurant mit einer kleineren, gezielten Speisekarte die Entscheidungsfindung beschleunigen und erleichtern. Schon Gordon Ramsey empfahl in seiner TV-Serie "Kitchen Nightmares" den teilnehmenden Restaurants fast immer als ersten Schritt die Speisekarte zu verkleinern.

Diejenigen, die sich an die Zeit erinnern, in der man im Fernseher nur eine Handvoll Kanäle empfangen konnte, kennen das Hick'sche Gesetz. Als ich selbst noch ein Kind war, hatten wir in England nur vier Kanäle, aber wir haben immer etwas zum Anschauen gefunden. Mit dem Kabelfernsehen und den zahlreichen Streaming-Diensten gibt es ein nahezu unendliches Angebot, aber es ist deutlich schwerer, sich für etwas zu entscheiden.

Die Dinge einfach halten

Ein weiteres Beispiel für das Hick'sche Gesetz mit Bezug zu Poker ist Einstellen des SNG-Angebots einiger bekannter Räume. Wenn ein Pokeranbieter zu viele Formate und Limits anbietet, kann das dazu führen, dass am Ende keins der Formate dauerhaft genutzt wird. Das BLAST-Angebot bei 888poker hat in der Folge aber einen höheren Traffic erreicht, nachdem SNGs vom Anbieter eingestellt wurden.

Gleiches gilt für "blinde Lobbys". Früher konnte man mithilfe der Lobby jeden Tisch und Spieler beobachten, aber jetzt gibt es nur noch eine Schaltfläche, um dem Format mit der jeweiligen Einsatzhöhe beizutreten. Hauptsächlich wollen die Anbieter damit "Bumhunten" unterbinden, aber es ist auch ein gutes Beispiel für das Hick'sche Gesetz. Man muss nicht mehr unnötig die Lobbys durchsuchen, um ein Format auszuwählen, sondern man kann einfach damit beginnen, was man in der Session zuvor gespielt hat.

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Lobbys sind in der heutigen Zeit sehr einfach aufgebaut

Der Aufstieg der Solver ist ein weiteres Beispiel für das Hick'sche Gesetz. Eine der größten Debatten dabei ist die Frage, wie viele Betsizes ein Solver anzeigen sollte. Einige argumentieren, dass alle möglichen Optionen angezeigt werden sollten, da es im Bereich No-Limit nahezu keine Einschränkungen in dieser Hinsicht gibt. Andere sind der Meinung, dass man die Dinge einfach halten sollte und kleine, mittlere und große Betsizes völlig ausreichen. In den meisten Fällen kommt der Solver zu denselben Schlussfolgerungen, aber es ist deutlich einfacher, diese dann umzusetzen.

Generell ist das Hick'sche Gesetz eine gute Erinnerung daran, die Entscheidungsfindung so einfach wie möglich zu halten, denn immer weitere Alternativen in Erwägung zu ziehen, verbraucht eine Menge geistiger Ressourcen.

Welche Theorien, die nicht aus der Pokerwelt stammen, haben eurem Spiel geholfen? Wir freuen uns auf eure Kommentare!

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