Aktualisiert am 26 Feb. 26 von

Poker-Grundlagen: Das Squeeze

Ein sehr wirkungsvolles Werkzeug, das in keinem Arsenal fehlen sollte! Welche Hände bieten sich an und wie identifiziert man geeignete Spots für das "Pressing" beim Poker?

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 Das Squeeze – bekannt durch Dan Harrington

Heute beleuchten wir einen praxisbewährten Spielzug, der ursprünglich von Dan Harrington in seiner Bücherreihe "Harrington on Hold'em" formuliert wurde – das Squeezeplay. 

Als Squeeze bezeichnet man ein Reraise, nach dem ein Spieler erhöht hat und ein weiterer Spieler die Erhöhung gecallt hat. Namensgebend für den Spielzug ist der Fakt, dass der ursprüngliche Raiser so zwischen dem Caller und dem Rerasier "eingeklemmt" wird.

Betrachten wir hierzu ein Beispiel. In einem $1/$2 Cashgame erhöht der Spieler im Cutoff auf $6, der Button callt $6, woraufhin der Spieler im Big Blind sich für ein Squeeze auf $24 entscheidet, mit der Absicht, den Pot von $15 vor dem Flop zu gewinnen. 

Das Primärziel des Squeezeplays besteht darin, den Pot vor dem Flop mitzunehmen, doch falls ein Gegner andere Pläne hat und den Reraise callt, spielen wir nach dem Flop mit Initiative und Range-Vorteil weiter. So steigern wir die Chance, den Pot nach dem Flop einzustreichen.

Ein ideales Szenario für das Squeeze entsteht, wenn ein aggressiver Spieler raist und ein tighter Spieler callt. So wird der aggressive Spieler entmutigt, das Reraise zu callen, da eine weitere Erhöhung des tighten Spielers hinter ihm zu befürchten ist. Der tighte Spieler wird zwar häufig eine spielbare Hand haben, jedoch selten ein Monster, immerhin hat er sich vor dem Flop gegen ein Rerasie entscheiden.

Ein Squeeze bringen wir vorzugsweise aus den späten Positionen wie dem Button oder den Blinds, je weniger Spieler hinter einem sitzen, desto besser. Eine weitere Randbedingung ist erfüllt, wenn wir es mit einer möglichst weiten Range des Initialraisers zu tun haben. Gegen ein Raise aus UTG ist ein Squeeze daher eher ungeeignet. 

Welche Hände eignen sich?

Früher waren Squeezeplays mit puren Bluffs keine Seltenheit, teilweise wurden auch spekulative Hände wie 7 5 genutzt, die immerhin noch das Potenzial haben, ein gut getarntes Monster zu treffen. 

Mithilfe der Technologie von Solvern konnte man in jüngerer Zeit präziser geeignete Hände für diesen Spielzug bestimmen. So schlägt der Solver eine Mischung aus dem schwächeren Teil der Value-Range (suited Asse und Broadways, AQo, mittlere Paare) und Monstern wie AA, KK, QQ and AK vor. 

Diese Hände eignen sich aus zwei Gründen. In erster Linie enthalten Ax-Hände und suited Broadways entscheidende Blocker, wodurch eine gegnerische 4-Bet unwahrscheinlicher wird. Spielen wir ein Squeeze mit ATs, hält der Gegner weniger Kombinationen aus AA, AK, AQ oder TT, mit denen er erneut raisen würde. 

Darüber hinaus spielen sich diese Hände in Heads-up-Situationen deutlich besser als in Multiway-Pötten. Gegen mehrere Gegner ist man mit einer Hand wie 99 häufig auf ein Set angewiesen. Spielt man jedoch nur gegen einen Kontrahenten, dessen Range viele Ax-Kombinationen enthält, schneidet diese Hand hervorragend ab. 

Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass wir mit unserem Reraise vor dem Flop die Stack to Pot Ratio verkleinern, wodurch sich Hände wie 99 oder AQo nach dem Flop deutlich leichter manövrieren lassen. 

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Eine geeignete Range für das Squeeze besteht aus Monstern und Händen, die gut gegen einen einzelnen Gegner performen

Auch wenn sich ein erfolgreiches Squeeze mit spekulativen Händen heldenhaft anfühlt, sollte man lieber die verlockenden Pot Odds für einen Call nutzen. Mit Händen wie 67s oder 44 sind wir in Mulitiway-Pötten deutlich besser aufgehoben als in einem Heads-Up-Szenario.

Zu guter Letzt sollte man nicht vergessen, Monster wie AA und KK in die Range für ein Squeezeplay aufzunehmen, so muss ein Gegner auch nach einer 4-Bet noch Gegenwehr fürchten. Ein gerissener Spieler wird schnell herausfinden, wenn jemand keine Monster in seiner Squeeze-Range hat und ihn gandenlos exploiten. 

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